Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 5: Nazisprech (plus Lektion 6: einige Lemmata)

Lesezeit18 min
MagMa legt hiermit die seit 2012 als Video vorliegenden und basierend auf Überlegungen von Anfang der 90er Jahre entstanden Lektionen zur »Sprache der Herrschaft und der Ohnmacht« von malcom.z vor. Nicht alle ursprünglich als Videopodcast verfassten Lektionen eignen sich zur schriftlichen Veröffentlichung. Daher die Lücken in der Nummerierung. Viele Lektionen verweisen auf andere und zum besseren Verständnis der Thesen empfiehlt es sich die Lektionen nicht isoliert zu betrachten.

Lektion 18: Einfahrt frei! Der tagtägliche Arisierungs‐ Ghetto‐Terror

Lektion 19: Indirekte Behauptungen und Beweise

Lektion 20: Die Weiber werden gefickt, die Kerle kriegen die Eier abgeschnitten

Lektion 21: RECHT: DAS Recht, (DIE) Rechte /​EIN Recht /​MEINE Rechte /​MEIN Recht, recht – rechts

Lektion 22: »Rassentheorie« und »Totalitarismustheorie«

Lektion 23: Natürlicher Tod – Freitod – Selbstmord – Schuldeingeständnis

Lektion 24 – 1: Der Stählerne – als Antichrist

Lektion 24 – 2: Der Stählerne – von Trotzki über Goebbels und Wlassow zu Chruschtschow

Lektion 24 – 3: Der Stählerne – Katyn

Lektion 25: Der sogenannte Stalinismus

Lektion 26: Der sogenannte Populismus und/​oder Rechtspopulismus

Lektion 28: AusländerhaSS

Lektion 29: Verschwörungstheorie

Lektion 30: Lügenpresse halt die Fresse

Lektion 31: Politischer Analphabetismus

Lektion 32: Ostdeutschland (Ostwörter I)

Lektion 33: Die Ostdeutschen (Ostwörter II)

Lektion 35: Ostalgie (Ostwörter IV)

Lektion 36: Ostmusik und Ostrock (Ostwörter V)

Lektion 5: Nazisprech

Einführung in das Thema Falschsprech

Zu einem wesentlichen Kernbereich des heutigen deutschen Herrschaftssprech gehört der staatsoffizielle NAZISPRECH. Ein Merkmal, das die deutsche Herrschaft wesentlich negativ von der englischen und französischen usw. unterscheidet und also insbesondere den Gegebenheiten der DDR quasi totalitär entgegengesetzt ist. Und das die brd‐​arischen Herrschaft und ihren Sprech so effektiv unterdrückerisch macht. Auch hier gilt, was wir früher zu der Sprachkritik Der Genitiv ist dem Dativ sein Tod und anderen sagten, nämlich daß dergleichen dort nicht einmal erwähnt, geschweige denn diskutiert werden darf.

Im Jahr 2007 erschien das Wörterbuch der »Vergangenheitsbewältigung« - Die NS‐​Vergangenheit im öffentlichen Sprachgebrauch. Ein Projekt der Heine‐​Universität, co‐​finanziert durch die DFG (d.i. die Deutsche Forschungsgesellschaft) – also staatlich gefördert. Vordergründig wird dem Leser und Nutzer des Buches mitgeteilt, welcher Nazi‐​Sprachgebrauch in der Brd, zum Teil auch in der DDR wie tradiert wurde. Nur komisch: Die hauptsächlich und brd‐​staatsoffiziell gebrauchten Nazi‐​Wörter kommen in dem Werk als Lemmata gar nicht vor, wie: »DER Führer«, »Reichsführer SS«, »Arbeitgeber – Arbeitnehmer«, »Rechtsberatungsmißbrauchsverhütungsgesetz vom 13.12.1935« und andere mehr, vor allem anderen aber der berüchtigte angebliche »Nationalsozialismus«. Und das auch nicht versehentlich, denn die Autoren Eitz und Stötzel wurden lange vor der Fertigstellung des Buches auf dieses Manko aufmerksam gemacht. Aber wie unter Adolf der Kommunist und der Jude, insbesondere aber der kommunistische Jude, so ist der authentische, nicht‐​aufgenordete DDR‐​Bürger total‐​exkommuniziert. Woraus sich die Erkenntnis ergibt, es geht gar nicht um Naziwörter, wie ja auch die angebliche Ausländerfeindlichkeit gar keine ist, sondern eine sehr spezielle, und daß negative Einstellungen und Verhalten gegen Ausländer sehr selektiv vorkommen. Noch kein Brd‐​Nazi hat seit 1990 gegen einen US‐ oder französischen Präsidenten irgend eine miese Kampagne geritten oder gegen weiße US‐​Supermodels. Und schon gar nicht wurde dergleichen von BLÖD promotet wie die Attacken gegen Muslime oder Schwarze oder Russen.

Aber welchen Sinn hat es, ein Buch über Nazi‐​Wörter nach 1945 zu veröffentlichen, in dem vor allem nebensächliche vorkommen, aber die am meisten gebrauchten nicht? Diese Frage darf öffentlich nicht einmal gestellt werden, also vermißt auch niemand die Antwort. Wie ja auch die Frage danach nicht gestellt werden darf, wozu Straf‐​Prozesse, die angeblich und theoretisch überhaupt nur zur Urteilsfindung veranstaltet werden, dienen, da die Urteile vorher schon feststehen, ob es nun 1933 gegen Dimitroff ging, 1992 gegen Honecker oder 2009 gegen DEMMLER. In der Buchveröffentlichung ging es offenbar darum, unerwünschte Naziworter zu indizieren, um die erwünschten, offiziellen um so ungestörter und effizienter zu benutzen und wirken zu lassen. Tatsächlich ist es also so, daß der offizielle Brd‐​Sprachgebrauch gewollt voller Naziwörter ist, womit wir eben nicht meinen, daß der eine oder andere hohe oder Klein‐​Nazi mal »Guten Morgen« gesagt habe.

Adolf Hitler ist der prominenteste Mann im deutschen TV. Und während es den arischen Welt‐ und Geschichtserklärern höchst wichtig ist, die nazioffiziellen Titel möglichst vollständig und fehlerfrei selbst über die Lippen und also in die Köpfe der Volksgenossen eingehämmert zu bekommen, benennen sie DDR‐​Personal von vor dem 19.3.1990 fast nie korrekt und schon gar nicht vollständig. Walter Ulbricht wird gern, oft und übrigens auch rechtswidrig »Der Spitzbart« und ein Lügner geheißen, da er VOR der Entscheidung der Grenzschließung 1961 wahrheitsgemäß behauptete, daß die Berliner Bauarbeiter das nicht vorhätten. Siehe u. a. die §§ 188, 189 StGB. Die Brd‐​Propaganda‐​Schmierfinken müssen nicht einmal wissen, daß er nie Generalsekretär war. Daß schon die scheinobjektive Konzentration von ARD und ZDF auf Hitler und seine schwerstkriminellen Kumpane eine Lüge ist – die halbe Wahrheit ist in der Regel eine ganze Lüge –, indem die für ihren Gröfaz verbrauchte Sendezeit eben nicht für die Nicht‐​Wehrmachts‐ und Nicht‐​Adels‐​Opponenten der Nazis zu Verfügung steht, insbesondere nicht für kommunistische, die den Hauptanteil des Anti‐​Nazis‐​Kampfes innerhalb Deutschlands trugen und nicht erst ab der sogenannten Machtergreifung und auch den größten Blutzoll zahlten, nicht für Anti‐​Nazi‐​Kämpfer der Arbeiterbewegung, nicht für linke Intellektuelle wie Tucholsky und Ossietzky, und indem die knoppschen Zeugenaussagen über Hitler & Co. vor allem von SS‑, SA‐ und Wehrmachts‐​Angehörigen kommen und nicht von Nazi‐​Gegnern, lügt die Herrschaftspropanganda auch hier im Sinne Hitlers und Goebbels‹.

Bei der Frage, welche von den Nazis verwendeten Wörter und Wendungen zu unterdrücken sind und also der Zensur zu unterliegen haben, verwenden WIR folgende Regel:

Alle Wörter und Wendungen, die antiaufklärerisch die Wirklichkeit falsch darstellen, naziverherrlichend und ‑lügend, die eigene Superiorität behaupten oder wenigstens zu suggerien sich bemühen, die Inferiorität der anderen bedeutend, verlogen, volksverhetzend, demagogisch, menschenverachtend denunzierend gemeint sind und wirken, sind zu unterdrücken und ist der Konsens herzustellen, daß diese Termini zu ächten sind. 

Also Wörter wie Sau‐​Jude, aber auch Relativitäts‐​Jude – für Albert Einstein –, falsche Namen per Falschbenennungsgesetz wie die Zwangsvornamen Israel und Sarah für Juden unter Adolf wie die Zwangs‐​Falschbenennung per Gesetz »Stasi« für MfS unter Helmut, Gerhard und Angela. Oder aber auch Falschbenennungen per übergesetzlicher Norm oder frei Schnauze wie Arbeitgeber – Arbeitnehmer, DER Führer, Reichsführer SS. Die letzten beiden dürften eigentlich nur und also nur gelegentlich verwendet werden, um zu erklären, daß die Original‐​Nazis sich so genannt haben und sich so haben nennen lassen.

In der Deutschen Demokratischen Republik hat man Hitler Hitler genannt und Himmler Himmler, also bei ihren bürgerlich‐​gesetzlichen Namen und also nicht bei ihren Nazi‐​Titeln, wie das in der Brd in Nazi‐​Tradition üblich ist. Praktiziert 30 Jahre lang vor allem von dem ZDF‐​Knopp, der für dergleichen Nazipropaganda dann grimme‐​preis‐​dekoriert wurde, und all den anderen, die auch belohnt werden wollen. Wie man in der DDR übrigens Bezeichner wie SA und SS verwendet hat, da diese Namen nicht schon eine Lüge oder Verherrlichung oder Aufwertung enthielten.

Bei der staatlichen Umerziehung der DDR‐​Bürger ab 1990, insbesondere der Töchter und Söhne von Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter usw. analog der Umerziehung ab 1933 wird bis in die Universitäten hinein erklärt, die Nazis seien »Nationalsozialisten« zu nennen, da schon Adorno gesagt habe, daß der deutsche »Nationalsozialismus« so anders sei als der italienische und spanische Faschismus, daß er eines besonderen, eigenen Namens bedürfe. Und – wie der Zufall so spielte – Adorno hielt die verlogene Selbstetikettierung der Nazis für DEN angemessenen Bezeichner. Die Original‐​Nazis waren und agierten weder national noch sozialistisch. Kommunisten zu erschießen, Gewerkschaften mit den Kapitalisten gleichzuschalten, Juden zu vergasen, systematisch Kriege anzuzetteln war nicht und ist nicht sozialistisch. Und national auch nicht, sondern nationalistisch‐​chauvinistisch. Hier müssen wir wie immer bei arischer Propaganda zwischen Grund und Begründung unterscheiden: Die BEHAUPTETEN Gründe sind in der Regel lediglich Begründungen, die tatsächlichen Gründe sind ganz andere als die behaupteten.

Der Grund liegt, wie eigentlich leicht, aber für den Volksgenossen auf Grund seiner Gleichschaltungsverblödung ohne Hilfe schwerstens zu einzusehen ist, auch hier wie zumeist ganz woanders. Ganz einfach: Den vielen hohen Nazis im Nazistaat Brd ab 1949 war es nicht zuzumuten, zu sich selbst und zu dem Regime, dem sie lebenslange Treue geschworen hatten und dem sie auch lebenslang anhangen, etwas anderes zu sagen, als sie selbst sagen wollten. Sie konnten zu sich selbst schlecht Nazis sagen, denn das war die Titulierung, die Kommunisten, linke Intellektuelle, die siegreichen US‐ und andere westlichen Befreier verwendeten, um hier nur diese wenigen zu nennen. So mußten sie für die gelegentlichen politischen Sonntagsreden, in denen sie auf die jüngste Vergangenheit zu sprechen kamen, sich nur von »WIR Nationalsozialisten« umgewöhnen zu »DIE Nationalsozialisten«. Das war gerade noch machbar. Kommunisten und Sozialisten in Ost und West hatten dieses Problem nicht und sagten wie schon zuvor Faschisten oder Nazis. Und wurden dafür ab 1949 in der Brd zunehmend ausgegrenzt und verfolgt und schließlich verboten und weggesperrt. Unter welchem Vorwand auch immer und völlig freiheitlich, versteht sich.

Auch der Verbreitungsraum inklusive Chronologie des Wortes »Nationalsozialismus« zeigt dies: Nur die Deutsch‐​Nazis selbst und ihre engsten verbündeten, insbesondere in Österreich und in der deutschsprachigen Schweiz, ihre vergleichsweise wenigen, aber immer vorhandenen Nazi‐​Kopisten und Anhänger in England, in den USA, Südamerika usw. verwendeten und verwenden, inbesondere bis 1990, dieses Nazi‐​Wort. Alle anderen sagten und schrieben Nazis, Faschisten, Hitlerowy, Hitleristen, Braunhemden und so weiter, vermieden jedenfalls großkollektiv die Selbstetikettierung der Nazis zu verwenden.

Kommunisten, Sozialisten, die US‐​Befreier, die sowjetischen Kämpfer und Politiker und die vielen anderen Kämpfer und Terror‐​Kriegs‐​Opfer sagten »Faschisten« oder »Nazis« oder »die Deutschen«, je linker, desto eher das erstere. Gemessen an dem Adorno‐​Zitat hatten also gerade die Antinazis keine Ahnung, wie man diejenigen, gegen die sie ihr Leben einsetzten und gegen sie letztlich erfolgreich anschrieben und ‑arbeiteten und ‑kämpften, richtig zu benennen habe, während allein die Nazis selbst, jedenfalls nach der heute in den Brd‐​Unis multiplizierten Adorno‐​Lehre, diejenigen waren, die es immer richtig gewußt hatten und also auch all die Nazis in Wirtschaft, Regierung, Beamtenschaft der Brd ab 1949. Und nun wurden auch die Akademiker nicht zuletzt durch Adorno auf diesen Nazi‐​Standard festgelegt. Wenn sie es nicht – wie Joachim Gauck und Konsorten nicht sowieso schon von ihren Nazi‐​Eltern so gelernt hatten. Sehr witzig! Von Nazis lernen – sprechen lernen. Und also auch denken. Denn: Wenn die Nazis schon die einzigen waren, die schon immer gewußt haben, daß Nazis richtig als Nationalsozialisten zu benennen seien, worin noch hatten sie schon immer recht?

Bis in die Gerichtssäle hinein machten und machen die Schwarzkutten Nazipropaganda, wie z. B. im Prozeß gegen Egon Krenz, dem letzten originären Staatsoberhaupt, der nicht von der Brd und also nicht von Nazis ferngesteuerten DDR, dem Brd‐​Oberstaatsanwalt Jahntz 1997 in der Hauptverhandlung vorwarf, das Wort Nationalsozialismus zu vermeiden, um ihm, Krenz, unangenehme Assoziationen mit dem realexistierenden Sozialismus der DDR nicht aufkommen zu lassen.

Man bedenke hier folgendes: Ein Staatsanwalt darf einem Angeklagten im Gerichtssaal nur vorwerfen, was strafbar ist oder mit einer Straftat irgendwie in Zusammenhang steht, also keinerlei private Animositäten oder seine eigene krude Weltanschauung: Da das Wort »Nationalsozialismus« aber, wie hier gezeigt, original Nazipropaganda ist, wird also in der Brd die Nichtverwendung von Nazipropaganda strafverfolgt. Wie im Fall Krenz und am Beispiel des Schwarzkutten‐​Kriminellen Jahntz hier zu erkennen. Passend zur Nichtstrafverfolgung von Nazi‐​Mörder‐​Banden, Ariseuren und anderem Nazi‐​Pack. Egal ob in Springerstiefeln, Nadelstreifen, privat oder in Regierungspositionen.

Es ist also einmal mehr genau umgekehrt als Jahntz und die Propaganda‐​Medien behaupten: Wie die Original‐​Nazis dieses Wort erst benutzten, um sozialistische Ziele vorzutäuschen und in den Wählermilieus von Kommunisten und Sozen zu fischen, wie nicht zuletzt aus den hitlerschen Geheimreden vor Kapitalvertretern und aus den Goebbelschen Tagebüchern zu lernen ist, so lag es nach 1949 in der Absicht der Regierungs‐ und Propaganda‐​Nazis der Brd von US‐​Gnaden, Kommunisten und Sozialisten mittels dieses Wortgebrauchs zu denunzieren und sie haftbar zu machen für die Verbrechen der Original‐​Nazis, also für ihre eigenen.

Wir wollen diese Lektion mit einem kleinen Quiz abschließen. Nehmen wir einmal an, ein gewählter sogenannter Bundespräsident der Brd würde öffentlich zweierlei behauptet haben:

  1. Er sei in der Deutschen Demokratischen Republik in einem wohlbegründeten Antikommunismus aufgewachsen. Wo es allerdings in Schulen, Medien und in der sonstigen Öffentlichkeit dergleichen nicht gab, nämlich Antikommunismus und wohle Begründungen desselben.
  2. Sein Vater sei 1950 völlig grundlos von »DEN RUSSEN« abgeholt worden.

Beides wurde durch die Kommerzmedien verbreitet. Im Internet kann man das in Verbindung mit seinem Urheber finden. Dazu bieten wir hier folgende Zusatzinformationen an und verweisen dazu auf die allgemein zugänglichen Informtationen z. B. von Wikipedia:

Der »VÖLLIG GRUNDLOS« abgeholte Papa war seit 1934 Nsdap‐​Mitglied, wie übrigens Genscher, der ach so freiheitliche 1989er Balkon‐​Redner von Prag, dann ein paar Jahre später auch. Und als recht hoher Nazi‐​See‐​Offizier war er an der Produktion von 50 – 60 Mio Toten europaweit führend beteiligt. Für Nazis kein Grund, zur Rechenschaft gezogen zu werden, wie man schon von Hitler und Goebbels selbst lernen konnte. Komischerweise ist die Akte des Gauck‐​Papa angeblich verschwunden. Klein‐​Achim wuchs also in der Obhut der Mama auf, die ihm – eben antikommunistisch – begründete, das und warum Papa Gauck »VÖLLIG GRUNDLOS« abgeholt worden sei. Während der Großinquisitor Gauck keine öffentliche Gelegenheit ausläßt, sich von der DDR und ihrem Antifaschismus zu distanzieren beziehungsweise letzteren zu denunzieren, hat man dergleichen nie vernommen, seine NAZI‐​Eltern betreffend. Dabei war seine Mama, also diejenige, die ihm in seinen prägenden Jahren die Gründe seines Antikommunismus vor allem beibrachte, da Papa Gauck in Sibieren einen Teil seiner Schuld abarbeiten durfte, schon seit 1932 Mitglied der Nsdap, also zwei Jahre länger als Papa Gauck. Hier wieder für weniger Bedarfte folgende Ergänzung:

Nach 1945 redeten sich mehr oder weniger alle Westzonen‐ und späteren Brd‐​Nazis heraus, sie wären gezwungenermaßen Partei‐​Mitglieder gewesen, um den Posten behalten und um Schlimmeres verhindern zu können. Frauen mußten prinzipiell nicht Parteimitglieder sein und sollten es eigentlich auch gar nicht, die Nsdap war eigentlich ein Männerverein – nur die fanatischsten Adolf‐​Tussen traten da rein, wurden Mitglied und waren allen Nicht‐​Nazis regelmäßig unerträglich, penetrant und insbesondere für patriotische Deutsche eine Lebensgefahr, da sie denunzierten, was das Zeug hielt. Und schon gar nicht mußte irgend wer schon 1932 da rein. Das behaupteten nicht einmal die härtestgesottenen Brd‐​Nazis. Klein‐​Achims Mama war also eine Begründerin, die vor allem eines konnte: Die Mein‐​Kampf‐​Begründungen für den Adolf‐​Hitler‐​Antikommunismus schon mit der Muttermilch an Klein‐​Achim weiterreichen. Und ihn also zum NAZI machen.

Die selbe Grundlosigkeit, mit der Achim‐​Bumspräsers Papa abgeholt wurde, können wir nachlesen bei der Berichterstattung über die angeblichen Ausschreitungen der staatstreuen Österreicher gegen die legal‐​illegale Nsdap in Österreich und der Tschechen gegen die Sudetendeutschen, wobei diejenigen, die angeblich grundlos attackiert wurden, von Berlin aus organisiert, gesteuert, finanziert wurden, um den jeweiligen Staat zu unterminieren im Sinne der Weltherrschaftsansprüche der Hitleristen.

Die Frage lautet nun: Welcher Gesinnung ist der Bumspräser Gauck? Welcher Ideologie gehört der an? Welche Wörter signalisieren was? Und wer hat ihn warum zum Bumspräser unbedingt gewollt und vorgeschlagen? Z. B. ein gewisser Trittin, früher mal K‑Gruppen‐​Mitglied. Und warum ist öffentlich immer und immer wieder nur von V‑Leuten des RSHA, Abteilung angeblicher Verfassungsschutz, bei der NPD die Rede. Als hatten und haben die nur dort welche? Und welchen Charakters ist ein Staat, in dem ein solcher Nazisprech dominiert und indem solche Leute Präser werden?

Prinzipiell sagen wir: Wer Nazi‐​Propaganda macht, ist Nazi. Man erkennt Nazis sicher an Nazi‐​Propaganda und kaum an ihrer Kleidung oder sozialen oder geographischen Herkunft, das gilt nur für eine Minderheit und war auch schon vor 1933 so. Die Sprache macht sie kenntlich unabhängig davon, ob sie sich selbst als Nazis etikettieren oder nicht. Heute wie damals.

Bild: Guido Knopp (Stuart Mentiply, Wolfsburg/​GNU‐​Lizenz für freie Dokumentation)


Lektion 6 – Einführung in das Thema Falschsprech: einige Lemmata

Der Autor hat die Sprachkritik der ersten fünf Lektionen im Lexikon der Macht‐ und Ohnmachtswörter, der Phrasen und Begrifflichkeiten für und in Deutsch‐​Nordost, früher Deutsche Demokratische Republik geheißen fortgeführt. Dort werden vor allem Termini gelistet, die insbesondere für die Kolonialisierung der Deutschen Demokratischen Republik gebraucht wurden und werden, als Falschsprech oder Weglassung, als Prinzip, als uminterpretierter Ohnmachtsreflex, als Indikator wie als Werkzeug. Darunter befinden sich unter anderem folgende Einträge, die als Lemmata Lekttion 6 darstellen:

§ 153a StPO

2. Vermögensrechtsänderungsgesetz vom 14.7.1992

Abtreibung

Abwicklung

Also, so haben wir uns das nicht vorgestellt 

Alteigentümer

Altlast

Anschluss

antifaschistischer Schutzwall

Arbeitgeber

Arbeitnehmer

Arier

Arisierung

Arschloch

Asbest

Aufbauhelfer

Aufbau Ost

Aufschwung Ost

autoritärer Führungsstil

Beleidigung

Bellizist

Berufssöhne & ‑töchter

Berufsverbot

Biermann

birthlern

blühende Landschaften

Bodenreform

BRAGO (Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung)

Brüder und Schwestern aus dem Osten 

Bundesverfassungsgericht

BundesVolksGerichtshof (BVG)

Buschgeld (auch Buschzulage) 

Bußgeld

Chefsache

Christ

christlich

christlich‐​abendländisch

Comedy

das ehemalige Ostberlin 

Das kann man nicht vergleichen!

Demmler, Kurt

demokratische Bodenreform

demokratischer Sozialismus

Demut

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem die Stasi kroch 

Der Führer

der erste Deutsche im All 

Der westdeutsche Mann riecht besser

Deutsche Demokratische Republik

Die alte DDR nicht wiederhaben wollen

die ehemalige (ausnahmsweise auch die alte, frühere etc.) DDR

die Mauer (10m höher) wiederhaben wollen 

Die beiden Volksparteien

Die beste Verfassung, die die Deutschen je hatten

Die ersten freien Wahlen 

Die Ostdeutschen fühlen sich als Deutsche zweiter Klasse 

Die zwei deutschen Diktaturen 

Diktatur(envergleich)

Du bist Deutschland 

Edel, Peter

Eggers, Heinz

ehemalige DDR

Ehrenwort

Eigentümer(verhalten)

Einigungsvertrag

Einzelfallprüfung

Elite

Entschuldigung

Es saßen dort auch Schuldige… 

Es war nicht alles schlecht 

Fackelzug

feindliche Übernahme

Feindbild

Feindbildname

FKK – Freikörperkultur

Formulierungshilfe

Föten in Wasser‐​/​beziehungsweise Abfall‐ Eimern entsorgt 

freie Arbeit

freie Wahlen

Freiheit

freiwillige Stasi‐​Überprüfung

friedliche Revolution

Friedman(n), Michel
(Der Propaganda‐​Hofjude und TV‐​Obermoralapostel scheint seinen Nachnamen amerikanisiert zu haben: früher fand man ihn mit Doppel‑n geschrieben, jetzt ist es eines.) 

Friedensstaat

Frontalunterricht

fünf neue Länder 

Für die Russen war er ein Kriegsverbrecher 

Fürsorgediktatur

gaucken

Gebärstreik

Gefühlsstau

gefühlte Ausbeutung

Gerechtigkeit

Geruchsproben

Gesetz über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (Stasi‐​Unterlagen‐​Gesetz – StUG) vom 29. Dezember 1991 

gesetzlicher Richter

Gewalt‐​Teilung

Gewaltenteilung

gezielte Sprengung

Ghettomedien

Glaubhaftmachung

Gleichheitsversprechen

Gleichschaltung

Grenzwerte

Gueffroy, Chris /​Mamma

Gutachten

Händchenfalten

Hanussen‐​Prinzip

HdjT (Haus der jungen Talente) 

Heim ins Reich 

Helmut‐​Kohl‐​Spende

Holocaust‐​Denkmal

Honecker‐​Prozess

Horst‐​Wessel‐​Prinzip

Hubert F.

Hysterisierung

Ich kann alles sagen, was ich denke 

Ihr habt nicht auf uns geschossen – wir haben euch nicht aufgehängt 

innerdeutsche Grenze

Jagdverbot

Jammerossi

Jammerwessi

jemandem (niemandem) geschadet haben 

Jesus‐​Fundamentalismus

Jesus‐​Nostalgiker/​‐​Nostalgie

Jesus product placement 

Jude

Judenbuße

Judenstatus

Jugendweihe

Justiz‐​Kommandeuse

Kaltwalzwerk Oranienburg

Kachelmann, Jörg

Kahane, Anetta

Kanzelflucht

Kaufdemokratie

KdF‐​Wagen

Killerkommandos

Klasse

Kollektivierung

kostenpflichtige Enteignung

ladungsfähige Adresse

Lando‐​Bande

lila Hexe

Luxemburg‐​Stiftung

Machtergreifung

marode

Mauerfall

Maueropfer

Mauerschütze

Mehrklassen-Senderecht(e)

Mein Kampf

Meinungs‐​Führungsoffizier

Menschenrechte

Menschenrechtsverletzungen, wo immer sie auftreten/​geschehen, in Asien, China oder Afrika, Einhalt gebieten… 

Mitteldeutscher Rundfunk (mdr)

Nachfolgepartei

Nachttopf‐​Pfeiffer

Nationalpreis

natürlicher Tod

Nazis wurden in der DDR zu hart bestraft 

neutrale(r) Schweiz(er)

nicht mehr zeitgemäß 

nicht substantiiert

Nostalgie

öffentliche Ausschreibung

Opfer

oppositioneller Sender

organisierte Verantwortungslosigkeit

Ostblock

Ostmusik spielen wir nicht 

Oststar

Ostzone

Palast der Republik 

Paolo Pinkel

politische Klasse

Präambel GG

Prenzlauer‐​Berg‐​Szene

Proletarisierung

Rachejustiz

Radbruchsche Formel

Rassenlehre

Rassentheorie

rätselhafte Herzinfarkte

Recht der persönlichen Ehre 

Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) vom 5.5.2004, gültig seit 1.7.2004

Rechtsberatungs (verhütungsmißbrauchs) gesetz (RBerG) vom 13.12.1935

Rechtsmittel

Reform/​Reformer

Regimekritiker

Reichskristallnacht (-Prinzip )

reichste Partei Europas 

Rekonstruktion

Religion und Wissenschaft gehören zueinander. Die eine gibt der anderen Orientierung, wie mit der Schöpfung umzugehen sei. 

Restitution

Revolution

rot = braun 

rote Barone

rote Hexe

rote Socken

Rückforderung

Rückforderungsbescheid

Rückgabe vor Entschädigung 

Rückwirkungsverbot

Russenmafia

Schießbefehl

Schmeißfliegen

Schmutz‐​Zulage

Schöpfung

SED‐​Millionen

SED‐​Unrecht

Seilschaft

selbsttragender Aufschwung

So wahr mir Gott helfe! 

sogenannte Bodenreform

soziale Hängematte

sozialistische Mißwirtschaft

sozialistische Wärmestuben

Sozialneid

Spitzel

Stasi

Stasi‐​Major

Stasi-Akte(n)

Stasiunterlagengesetz

Straßenbahn

Suggestivdementi

Suizide

Täterakte

Tendenzbetrieb

Theologie der Verblödung 

Theologie der Verstellung 

Theorie/“Theorie“

Tittenmagazine

Tittitainment

Todesstreifen

Töpfchen‐​Pfeiffer (→ Nachtopf‐Pfeiffer)

totalelitär

Totalitarismus (-theorie)/totalitär

Trennungsgeld

Treuhand

Umsiedler

unangemessener Vergleich

unerträglich machen

unreflektiertes Kinderkriegen

unsere Demokratie

Unsere Ehre heißt Treue 

Vergleich(stabu)

Verjährungshemmung

(arische) Verlustbesteuerung

Vermögensrechtsänderungsgesetz vom 14 Juli 1992 

verordneter Anti(anti)faschismus

Verschwörungstheorie

Vertreibung(en)

Verurteilungsquote

Videoüberwachung

Vierzig Jahre haben die uns belogen

virtuelles Ghetto

Volksaufstand

Warmsanierung

Währungsumstellungsfolgengesetz (WUFG) vom 24. August 1993 

Wendehals

Wiedervereinigung

Wir hatten immer Angst. Wir haben’s nur nicht gemerkt. 

Wir kriegen euch alle!

Zahngold‐ und Bodenreformland‐Hehlerei 

Zitier‐​Tabu

Zwangs‐​Adoptionen

Zwangs‐​Kircheneintritt

Zwangs‐​Vereinigung

Diese Vokabeln und weitere werden erklärt unter: http://​www​.fair​-trade​-usa​.com/​f​r​e​e​s​p​e​e​c​h​/​g​e​r​m​a​n​y​/​r​e​s​i​s​t​a​n​z​/​l​e​x​i​kon

Nachtrag, Juli 2022: Wahrlich, nur eine klitzekleine Auswahl der Herrschafts‐​Propaganda‐​Vokabeln, die tagtäglich auf die Deutsch‐​Untertanen eingedroschen wurden und werden. Die zeigen sollen: Diese Herrschaft hat sich eine sehr komplexe Programmiersprache zugelegt, mit denen die Unteren nach Belieben und Herrschaftserfordernis weitestgehend frei – vor allem frei von Faktenwahrheit und frei von Durchschaubarkeit der Herkunft der Wörter und der Interessen -, die mit dieser Sprache durchgesetzt werden sollen. Und nochmaliger Hinweis: Man kann mit dieser Sprache nicht gegen dieses Regime anstinken. Man muß sich wirklich freimachen. Von den Wörtern, von den Aussagesätzen. Der Herrschaft. Man muß diese überhaupt erst einmal erkennen (können).

Diese kleine Aufzählung müßte eigentlich dringendst ergänzt werden, aktuell durch das C‑Vokabular seit Ende 2019 und das Vokabular der »militärischen Sonder‐OP«.

Ich will sie so stehen lassen, daß der Leser besser die Zeit‐ und Interessensabhängigkeit, die Halbwertzeiten der Propagandawörter erkenne. Zudem dominieren die Anti‐​DDR‐​Wörter und Reaktionswörter. So daß hoffentlich auch besser zu erkennen ist, wie wichtig die Anti‐​DDR‐​Propaganda der 1990er für die heutige Verblödung und politische Steuerung der Massen ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert