Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 31: Politischer Analphabetismus

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Mag­Ma publi­ziert von nun an in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die bis­her seit 2012 als Video vor­lie­gen­den und basie­rend auf Über­le­gun­gen von Anfang der 90er Jah­re ent­stan­den Lek­tio­nen zur »Spra­che der Herr­schaft und der Ohn­macht« von:

malcom.z

der wei­ße nig­ger aus deutsch-nordost

ein ehe­ma­li­ger mensch der ehe­ma­li­gen DDR

Bis­her lie­gen vor (nicht alle ursprüng­lich als Video­pod­cast ver­fass­ten Lek­tio­nen eig­nen sich zur schrift­li­chen Ver­öf­fent­li­chung, woher die Lücken in der Num­me­rie­rung herrühren):

Lek­ti­on 9: Arbeit­ge­ber – Arbeitnehmer

Lek­ti­on 10: Rät­sel­haf­te Herzinfarkte

Lek­ti­on 11: Alt­kanz­ler, Alt­bun­des­prä­si­dent, Alt­ei­gen­tü­mer & Diktatur

Lek­ti­on 14: So wahr mir Gott helfe

Lek­ti­on 15: Buß­geld­be­scheid und Bußgeldverfahren

Lek­ti­on 18: Ein­fahrt frei! Der tag­täg­li­che Ari­sie­rungs- Ghetto-Terror

Lek­ti­on 19: Indi­rek­te Behaup­tun­gen und Beweise

Lek­ti­on 20: Die Wei­ber wer­den gefickt, die Ker­le krie­gen die Eier abgeschnitten

Lek­ti­on 21: RECHT: DAS Recht, (DIE) Rech­te / EIN Recht / MEI­NE Rech­te / MEIN Recht, recht – rechts

Lek­ti­on 22: »Ras­sen­theo­rie« und »Tota­li­ta­ris­mus­theo­rie«

Lek­ti­on 23: Natür­li­cher Tod – Frei­tod – Selbst­mord – Schuldeingeständnis

Lek­ti­on 24 – 1: Der Stäh­ler­ne – als Antichrist

Lek­ti­on 24 – 2: Der Stäh­ler­ne – von Trotz­ki über Goeb­bels und Wlas­sow zu Chruschtschow

Lek­ti­on 24 – 3: Der Stäh­ler­ne – Katyn

Lek­ti­on 25: Der soge­nann­te Stalinismus

Lek­ti­on 26: Der soge­nann­te Popu­lis­mus und/​oder Rechtspopulismus

Lek­ti­on 28: AusländerhaSS

Lek­ti­on 29: Verschwörungstheorie

Lek­ti­on 30: Lügen­pres­se halt die Fresse

Lektion 31: Politischer Analphabetismus

Das tech­ni­sche Mit­tel des Fern­se­hens hat der Jesus-Herr­schaft Mög­lich­kei­ten eröff­net, von denen Adolf und Joseph noch nicht ein­mal träu­men konn­ten und vor denen schon vor 30 – 40 Jah­ren ein­drucks­voll und ernst­haft gewarnt wur­de. Z. B. von Neil Post­man mit sei­nem Buch-Klas­si­ker Wir amü­sie­ren uns zu Tode. Ein wegen sei­nes auf­klä­re­ri­schen Inhalts wei­test­ge­hend ver­ges­sen gemach­tes Buch, mit dem auch West­ler Wahr­heit inha­lie­ren konn­ten, die kei­nen Zugriff hat­ten auf DDR-Auf­klä­rungs-Lite­ra­tur. Die gan­ze Denk­rich­tung wur­de ins­be­son­de­re mit der Abschaf­fung der UdSSR und der DDR eben­falls abge­schafft, auch im Wes­ten, und also das Lesen poli­ti­scher Bücher, die nicht von LÜGEL & Co. auf die Lese­lis­te gesetzt wur­den. Wie mit der Umbe­nen­nung des Faschis­mus in den angeb­li­chen »Natio­nal­so­zia­lis­mus« sämt­li­che bis dahin bekann­ten Faschis­mus-Theo­rien abge­schafft und unver­ständ­lich gemacht wur­den und mit der Umbe­nen­nung der Kapi­ta­lis­ten und Pro­le­ten in angeb­li­che Arbeit­ge­ber und angeb­li­che Arbeit­neh­mer das Kapi­tal von Marx eben­falls ein Buch mit mehr als nur sie­ben Sie­geln wur­de. Und also schon des­halb gar nicht mehr ver­bo­ten wer­den muß, wie die Hit­le­ris­ten es noch taten. Und doch ist auch die­ses Mal die Wirk­lich­keit weit schlim­mer als die Nega­tiv-Uto­pie Post­mans vor Jahr­zehn­ten es düs­ter an die Wand und in die dama­li­gen Hir­ne malte.

Eine die sys­te­ma­ti­sche Ver­blö­dung der Deut­schen zei­gen­de Theo­rie und also Auf­klä­rung beinhal­tet die Dar­stel­lung des heu­ti­gen deut­schen poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus, und zwar als Herr­schafts­tech­nik wie als Ergeb­nis die­ser Herrschaftstechnik:

Das poli­ti­sche Denk­ver­mö­gen der deut­schen Vol­ker und Vol­ke­rin­nen ent­spricht dem­nach dem Sprach­ver­mö­gen eines Klein­kin­des. Das näm­lich die Umgangs­spra­che sei­ner Mut­ter­spra­che weit­ge­hend beherrscht. Aktiv wie pas­siv. Aber nicht die Regeln, nicht die Defi­ni­tio­nen kennt. Nicht die Gram­ma­tik kennt und sie doch eini­ger­ma­ßen beherrscht. Pas­siv und auch aktiv. Näm­lich auf dem typi­schen, nied­ri­gen Niveau eines Klein­kinds. Der Wort­schatz ist arm, das Abs­trak­ti­ons­ver­mö­gen nahe null, die Satz­kon­struk­tio­nen sind ent­spre­chend simpel.

Denn die Kin­der ler­nen ihre Mut­ter­spra­che von der Mut­ter, jeden­falls zumeist von ihr. Durch Nach­ah­mung. Durch nach­plap­pern. Ab und an bekom­men sie auch ein­mal etwas erklärt. Wenn sie nach­fra­gen: Wie­so, wes­halb, war­um – wer nicht fragt, bleibt dumm. Aber die Erklä­run­gen ver­blei­ben in der Regel an der Ober­flä­che des Den­kens, auf der Ebe­ne der Erschei­nun­gen. Die Sprach- und Schreib­re­geln tei­len die Müt­ter oder die ande­ren Ver­wand­ten den Kin­dern nor­ma­ler­wei­se nicht aus oder nur ansatzweise.

Erst in der Schu­le ler­nen die Kin­der dann die Regeln ihrer Spra­che. Sys­te­ma­tisch und dort in einem für ein Zurecht­fin­den in der Welt aus­rei­chen­dem und auch erfor­der­li­chen Maß. Sie ler­nen, die ihnen vor Schul­ein­tritt schon bekann­ten Wör­ter zu schrei­ben, eine Basis dafür, wei­te­re Wör­ter, ins­be­son­de­re Abs­trak­ta zu ler­nen und Begriffs­in­hal­te. Sie wer­den in der Gram­ma­tik unter­wie­sen, was sie befä­higt, kom­ple­xe Sät­ze zu bil­den und also auch kom­ple­xe Sach­ver­hal­te zu ver­schrift­li­chen und zu ver­ste­hen. Komplexe(re) Gedan­ken über­haupt fas­sen zu kön­nen. Und eben das macht aus den Analpha­be­ten die Alphabeten.

In den poli­ti­schen Beleh­run­gen der Vol­ker durch das heu­ti­ge kapi­ta­lis­ti­sche Jesus-Regime wer­den sie auf dem Niveau des poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus gehal­ten und geben sich damit i.d.R. auch zufrie­den. Je abs­trak­ter die poli­ti­schen Voka­beln sind, mit denen die Herr­schaft die Unter­ta­ne­rei ver­blö­den läßt, des­to lee­rer sind die­se. Des­to weni­ger sagen die Ansa­ger und wis­sen die Emp­fän­ger der Lügen­bot­schaf­ten, was das eigent­lich ist: FREI­HEIT. DEMO­KRA­TIE. GLÜCK. Und die vie­len anderen.

Die Herr­schaft hat sich eine gan­ze, völ­lig fal­sche Sprach­welt zuge­legt, um die Welt FALSCH dar­zu­stel­len und ein­zu­häm­mern in die Unter­ta­nen­köp­fe. Und damit in die Milieus und Mode­rich­tun­gen-Mit­läu­fer. Jede Men­ge FAL­SCHE Wör­ter wer­den den Deut­schen um die Ohren gehau­en, und immer wie­der kom­men neue hin­zu, die nie und nicht ein­mal ansatz­wei­se erklärt wer­den. Und defi­niert schon gar nicht! Hier ein paar Bei­spie­le der letz­ten Jah­re: »Pro-Rus­sen«, womit in der Ost-Ukrai­ne leben­de Rus­sen bezeich­net wer­den »selbst­er­nann­te Bür­ger­meis­ter«, womit ost-ukrai­ni­sche Bür­ger­meis­ter eini­ge Mona­te lang bezeich­net wur­den, spä­ter waren es dann die Repu­bli­ken »Popu­lis­mus« und »Rechts-Popu­lis­mus«, »Aus­län­der­hass« und »Aus­län­der­has­ser«, »Ver­schwö­rungs­theo­rie« und vie­le ähn­li­che. Nicht zu ver­ges­sen, die unter­drück­ten, gestri­che­nen , schein­bar zufäl­lig, ins­be­son­de­re seit 1990 abhan­den­ge­kom­men Wör­ter: Dia­lek­tik mit ihren Kate­go­rien. Zum Bei­spiel: Wesent­li­ches – Unwe­sent­li­ches, Wesen und Erschei­nung, Anwach­sen von Quan­ti­tät – Umschlag in eine neue Qua­li­tät. Mit dem Jubel des bis Ende 1989 Unworts im Brd-Herr­schafts­sprech »Revo­lu­ti­on«, ver­schwand aber das Gegen­wort, das gibt es im Brd-Herr­schafts­sprech nicht: »Kon­ter­re­vo­lu­ti­on«. In Marx’ Schrif­ten häu­fig vor­kom­mend. So wer­den nun Revo­lu­tio­nen und Kon­ter­re­vo­lu­tio­nen (DDR 1989/1990, Kiew 2014) unter den sel­ben »Begriff« sub­su­miert. Denn: Wir könn(t)en unse­re natür­li­chen Bedürf­nis­se den­ken, ohne Wör­ter dafür zu haben. Bes­ser ist es natür­lich mit, da wir ja von unse­rer Her­kunft ein Grup­pen­tier sind und es für die Bedürf­nis­be­frie­di­gung bis hin zum mög­lichst lan­gen Über­le­ben güns­tig ist, sich mit sei­nes­glei­chen zu ver­stän­di­gen. Außer wenn gera­de Kriegs­het­ze und Jesus­ter­ror, Klas­sen­kampf von oben usw. domi­nie­ren. Dann kann es durch­aus von Vor­teil sein, die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu ver­wei­gern. Wenn der Darm drückt, brau­che ich kein Wort, um das Not­dürf­ti­ge zu ver­rich­ten. Wenn ich Hun­ger bzw. Appe­tit habe, brau­che ich kein Wort, um mir den Apfel zu pflü­cken. Um mich in der Abs­trak­ti­on zurecht­zu­fin­den, egal ob in der mathe­ma­ti­schen, sprach­wis­sen­schaft­li­chen, gesell­schaft­li­chen, poli­ti­schen usw. benö­ti­ge ich Begrif­fe oder wenigs­ten Wör­ter, um den­ken zu kön­nen, wor­um es geht:

Ein Inva­ri­an­te deut­scher Poli­tik ist spä­tes­tens seit 1914, daß erst der Inlän­der­haß kommt, und der Aus­län­der­haß dem dann folgt. Der Inlän­der­haß ist die Wei­chestel­lung zum Aus­län­der­haß hin. Um den Krieg 1914 ein­zu­lei­ten und mög­lich zu machen, muß­ten die Kriegs­geg­ner ver­folgt wer­den; die Ermor­dung von Luxem­burg und Lieb­knecht ist Aus­druck genau die­ses Inlän­der­has­ses, denn bei­de hat­ten schon vor Kriegs­be­ginn der Behaup­tung der Erb­feind­schaft widersprochen.

Die Ermor­dung, Ver­trei­bung, Weg­sper­rung von zig Tau­sen­den Kom­mu­nis­ten ab dem Reichs­tags­brand Ende Febru­ar 1933 – inge­samt sind es lt. DDR-Lite­ra­tur min­des­tens 120.000 Funk­tio­nä­rei gewe­sen – war eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung, den Aus­län­der­haß zu pro­pa­gie­ren und durch­zu­set­zen, der nötig war für die hit­ler­schen Krie­ge ab dem 1.9.1939. Die Deut­schen waren aber schon weit über ein Jahr vor­her fit für sie, nur haben die Volks- und Frie­dens­ver­rä­ter Cham­ber­lain und Dal­adier, die aber öffent­lich nicht so gehei­ßen wer­den dür­fen, weil sie es waren, den impe­ria­lis­ti­schen Deut­schen geschenkt, was sie sonst hät­ten bekrie­gen müssen.

Nicht nur neben­bei: Die br-deut­sche Staats­lü­ge, mit der die »beson­de­re Ver­ant­wor­tung der Deut­schen gegen­über dem Staat Isra­el« geman­trat wird ist mehr als nur dop­pelt falsch. Weder waren »die Juden« die ers­ten Opfer, noch waren sie die größ­te Opfer­grup­pe: Die ers­ten Opfer waren die Kom­mu­nis­ten, wie eben schon bemerkt, und der Schein­be­griff »Opfer­grup­pe« ist eine pro­pa­gan­dis­ti­sche Erfin­dung der »Rechts­nach­fol­ger in Iden­ti­tät« (auch so ein Karls­ru­her Pro­pa­gan­da-Schwach­sinn!), um den Bezug zu den Natio­nen zu til­gen, um den Hit­le­ris­ten total recht zu geben, um Zah­lung der West-Deut­schen an Opfer nicht an Opfer öst­lich der Elbe und der Oder-Nei­ße Linie gehen zu las­sen. Son­dern das Geld für ermor­de­te Sowjet­bür­ger, falls wel­ches gezahlt wur­de, nach Isra­el zu schi­cken. Als habe es 1942 den Staat Isra­el gege­ben und als wären die Ermor­de­ten Bür­ger des »jüdi­schen Staats« gewe­sen. Denn bis zu die­ser Wort­er­fin­dung (die ich noch nie erklärt bekom­men habe von den Benut­zern, weder im TV, noch in Polit-Pres­se-Erzeug­nis­sen) wur­den die Nazi-Opfer durch die Natio­nal­fah­nen reprä­sen­tiert und es wur­de gezählt, wie vie­le Nazi-Opfer die ein­zel­nen Natio­nen zu bekla­gen hatten.

Ein Win­kel­zug der Amis und ihrer mas­sen­mör­de­ri­schen poli­ti­schen SS-Adop­tiv­kin­der Isra­el zu finan­zie­ren über die Zah­lungs­an­wei­sun­gen an die Ade­nau­e­ris­ten und ihre Nach­fol­ger. Wäh­rend SS-Let­ten und SS-Esten immer Geld von den Brd-Staats-Nazis bekom­men haben. Wie mit der Errich­tung und Wid­mung des soge­nann­ten Holo­caust-Denk­mals alle Opfer, die von den Ori­gi­nal-Nazis nicht als Juden gezählt wur­den, aus­ge­schlos­sen wur­den von irgend wel­chen Brd-Staats-Gedenk­ak­ten, so wur­den aus der »Opfer­grup­pe Juden« die Sowjet­bür­ger wie auch die Polen gestri­chen. Die kom­men in die­ser Kate­go­rie nor­ma­ler­wei­se nicht vor. Anstatt 26 Mio ermor­de­te Sowjet­bür­ger und 5 – 6 Mio ermor­de­te Polen und 600.000 Sowjet­sol­da­ten zu erzäh­len, sab­bern sie lie­ber 6 – 7 Mio Juden. Man ver­glei­che die Unter­schie­de der Zah­len und die Häu­fig­keit der Erzäh­lun­gen der einen und der anderen!

Man ver­glei­che die Zahl der ermor­de­ten Juden, die 1933 Bewoh­ner des Deut­schen Rei­ches waren, und die Zahl der ermor­de­ten Kom­mu­nis­ten! Man ver­glei­che, wie der einen und wie der ande­re Toten im ScheiSS-Staat Bums­re­plik gedacht wird! Und fra­ge sich: Wann, wo, wie oft wer­den die­se Zah­len in den Bums­tags­re­den, in den »oppo­si­tio­nel­len« Laber­schau­en der Gysi­is­ten und von Gysi selbst, der Nach­denk­seit­ler (Brd-Brandt-Sozen), der Ken Jebse­ris­ten (Schnell-Spre­cher und auch ‑Lüg­ner und Inlän­der­has­ser) usw. auch nur ange­deu­tet? Machen wir einen Über­schlag: 1933 leb­ten im Deut­schen Reich ca. 500.000 Juden. Wenn etwa die Hälf­te der als Juden das Deut­sche Reich bis Kriegs­be­ginn ver­las­sen haben, arme wie wohl­ha­ben­de und rei­che, viel­leicht auch mehr, etli­che davon aber ein­ge­fan­gen wur­den, weil sie nicht weit genug gegan­gen waren: in Prag, Ams­ter­dam, Paris usw., dann ist das Zah­len­ver­hält­nis 2 : 1, wie Juden zu kom­mu­nis­ti­schen Funk­tio­nä­ren. Und dann gab es ja noch ermor­de­te Kom­mu­nis­ten, die kei­ne Funk­tio­nä­re gewe­sen waren. Gibt es etwas die Hälf­te oder wenigs­tens ein Zehn­tel Geden­kens für die­se im heu­ti­gen Deut­schen Reich? Wie vie­le Eutha­ni­sier­te gab es und wie viel Erin­ne­rung, Geden­ken, Staats-Heul­su­sig­keit? Wie vie­le ermor­de­te Gewerk­schaf­ter, Sozen usw.?

Wir sehen auch hier: Den deut­lichs­ten Zusam­men­hang zwi­schen poli­ti­schem Analpha­be­tis­mus und Fal­sch­er­zäh­lung der His­to­rie wie der aktu­el­len Poli­tik. Wie auch die gan­ze Juden­num­mer: In der DDR wur­de der Fascho-Ter­mi­nus, ein typi­scher Schein­be­griff, »Ras­sen­theo­rie« nicht ver­wen­det, nicht als objek­ti­ver Bezeich­ner. Denn man brauch­te kei­ne DNA-Tests, um zu wis­sen, daß Juden kei­ne Ras­se sind. Man ver­glei­che hier­zu Brecht, Tuchol­sky, die Doku­men­te der Kom­mu­nis­ten und die spä­te­ren der SED, der DEFA-Film­pro­duk­ti­on usw.! Und genau das ist ja die Funk­ti­on die­ses Nazi-Worts: Der Nazi-Unter­tan soll­te und soll den­ken, Juden sei­en eine Ras­se. Und genau des­halb wird inner­halb des poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus auch die­ses Ver­blö­dungs­wort gebe­tet, ohne irgend eine distan­zie­ren­de Ansa­ge. Auch kei­ne Anfüh­rungs­stri­che, die inner­halb des poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus in den 1990ern über die TV-Laber­schau­en in den Brd-Gebrauch ein­ge­führt wur­den, münd­lich wie ges­tisch zumeist weib­lich, und fast immer falsch.

Die Regel lau­tet hier: Mit (inhalt­lich) rich­ti­gen Wör­tern kann man (inhalt­lich) rich­ti­ge und fal­sche Sät­ze bau­en. Mit (inhalt­lich) FAL­SCHEN Wör­tern kann man kei­ne (inhalt­lich) rich­ti­gen Sät­ze bau­en. Also rich­ti­ge Aus­sa­gen for­mu­lie­ren. Die FAL­SCHEN Wör­ter sind nicht zuletzt die der­zeit fina­le Atta­cke der Jesus-Herr­schaft gegen die Wider­spie­ge­lungs­theo­rie und also das rest­li­che Ver­nunfts-Den­ken der Deut­schen, also zum Zweck des tota­len Krie­ges und tota­len End­siegs gegen den Materialismus.

Anders aus­ge­drückt bzw. eine direk­te Fol­ge die­ses Zusam­men­hangs und eine der wesent­li­chen Asym­me­trien zwi­schen DDR und Brd: Mit und in der offi­zi­el­len Spra­che der DDR konn­te man die DDR rich­tig erklä­ren, sie aber auch kri­ti­sie­ren. Mit dem und im Staats­sprech der Bums­re­plik kann man letz­lich nur die Staats­ideo­lo­gie des Regimes bestä­ti­gen, alle Kri­tik bleibt bes­ten­falls ober­fläch­lich, zu kurz, zumeist bestä­ti­gen die Kri­ti­küs­se, die kei­ne ande­re Spra­che mehr ken­nen als den Brd-Herr­schafts­sprech, die Staats­ideo­lo­gie mehr als sie sie infra­ge stel­len könnten.

Ein Anfang 2023 eini­ger­ma­ßen aktu­el­les Bei­spiel: Wer gegen die »Coro­na-Imp­fung« pro­tes­tiert, hat eigent­lich schon ver­lo­ren. Der akzep­tiert nor­ma­ler­wei­se auch das Wort »Impf­geg­ner«. Wer gegen die »Imp­fung« ist, ist ein »Impf­geg­ner«. Wer ein »Impf­geg­ner« ist, ist ein Idi­ot, weil doch jeder weiß, daß das Imp­fen ver­nünf­tig ist. Tat­säch­lich ist das aber gar kei­ne Imp­fung. Bzw. nur inner­halb des poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus. Eine »not«-zugelassene Flüs­sig­keit, die nicht nach den jahr­zehn­te­lang sich ent­wi­ckelt haben­den Regeln der Impf­stoff­ent­wick­lung über den Phar­ma-Lob­by­is­mus den Völ­kern auf­ge­zwun­gen wur­de, und zwar mit­tels Erpres­sung, ist kein Impf­stoff. Son­dern Spritz­brü­he. Die, die gegen die C‑Spritzen sind, kön­nen des­we­gen kei­ne Impf­geg­ner sein, da sie nicht gegen eine Imp­fung sind, son­dern gegen das Absprit­zen; Men­ge­le hat in Ausch­witz sicher auch geimpft, berüch­tigt wor­den ist er aber wegen Sprit­zen: Mit Milz­brand und ande­ren Erre­gern, soweit bekannt. Des­halb weh­ren die Kri­mi­nel­len des Staats die Nen­nung der Wahr­heit mit­tels StGB-Umdich­tun­gen ab.

Und man muß­te nicht erst zwei bis drei Jah­re war­ten, das zu wis­sen. Man konn­te im April 2020 die Ster­be­zah­len des zustän­di­gen Bum­s­amts zur Kennt­nis neh­men und sehen, daß es die behaup­te­te Über­sterb­lich­keit im März 2020 gar nicht, die ja die Begrün­dung der Not war.

Sie­he dazu gern bei die­sem Kol­le­gen aller Wahr­haf­ti­gen: http://​egers​wor​te​.wiki​dot​.com/​s​t​e​r​b​e​g​e​s​c​h​e​h​e​n​-​2​016 – 2022!

Unse­re Wör­ter sind, wenn sie rich­tig sind, die Bau­stei­ne der Wider­spie­ge­lung. Also selbst schon Wider­spie­ge­lung. Wenn die Jesus-Ter­ro­ris­ten aber die Wider­spie­ge­lung abschaf­fen wol­len, müs­sen sie heu­te nicht mehr Das Kapi­tal oder das Kom­mu­nis­ti­sche Mani­fest oder The Ori­gin of Spe­ci­es oder Koper­ni­kus- und Giord­a­no Bru­no-Schrif­ten oder die des Juden Ein­stein bekämp­fen, wie die Hit­le­ris­ten es noch taten, oder den Schwan­ger­schafts­ab­bruch auf Kran­ken­schein, wie er in der DDR zwei Jahr­zehn­te lang zur Volks­ge­sund­heit wie zu einem sta­bi­len Bevöl­ke­rungs­wachs­tum bei­trug. Sie ver­nich­ten heu­te die gesam­te Spra­che der Auf­klä­rung und machen die Wör­ter und Erzähl­wei­sen ver­ges­sen, die man braucht, um alle die auf­klä­re­ri­schen Erkennt­nis­se und Theo­rien und Rech­te zu leh­ren und zu ler­nen. Man sieht das sehr gut dar­an, daß und wie mit irgend­wel­chen Sexis­mus- und Ras­sis­mus­vor­wür­fen (ana­log zu »Rassentheorie«-Propaganda der Brd-ler) ver­nünf­tigs­te poli­ti­sche Erklä­run­gen nie­der­ge­keift wer­den. Zu den fal­schen Wör­tern tritt näm­lich eine fal­sche Erzähl­wei­se, bei­de weit abseits irgend wel­cher demo­kra­ti­schen, öffent­li­chen Struk­tu­ren aus­ge­ge­ben und von tota­ler Wirk­sam­keit. Das ist die rea­lis­ti­sche Pointe:

Seit der Schwan­ger­schafts­ab­bruch auf Kran­ken­schein größt­me­di­al falsch »Abtrei­bung« heißt, gibt es ihn nicht mehr. Und kei­ne »selbst­er­nann­te« Femin-iste­rin, die »komisch«-erweise (fast) ent­ge­gen den bei­den Don­bas-Repu­bli­ken nie medi­al so heißt, also selbst­er­nannt, hat das jemals kri­tisch ange­merkt. Was Zufrie­den­heit und Ein­ver­ständ­nis mit die­ser kolo­nia­len Abschaf­fung aus­drückt oder doch wenigs­tens kei­ne Nicht-Ein­ver­ständ­nis. Und wenn ein DDR-Bür­ger-Mann es wagt, dies zu kri­ti­sie­ren: also die Degra­die­rung der DDR-Frau­en und ‑Mäd­chen zu Bett­häs­chen der Besat­zer-Dik­ta­to­ren, der Mei­nungs­füh­rungs­of­fi­zie­re wie der ‑unter­of­fi­zie­re, wird er von eben die­sen selbst­er­nann­ten Femi­nie­nen niedergekeift.

Die Herr­schaft knallt der Unter­ta­ne­rei Wör­ter an die Köp­fe, ohne sie zu Erklä­run­gen. Ver­kauft ihnen angeb­li­che Begrif­fe, ohne sie zu defi­nie­ren: Defi­ni­tio­nen, inklu­si­ve Ver­ein­ba­rung des Gel­tungs­be­reichs, gal­ten frü­her als not­wen­di­ge Eigen­schaf­ten von Begrif­fen. So, auf die­se Wei­se lügt das Herr­schafts­per­so­nal die Welt krumm und krank. Ver­meint­lich Oppo­si­tio­nel­le inklu­si­ve, pas­siv wie aktiv.

So funk­tio­niert der poli­ti­sche Analpha­be­tis­mus. Und er tut fast gar nicht weh. Denen, die hier unter­wor­fen wer­den. Die Bom­ben und der Hun­ger, die nicht behan­del­ten Krank­hei­ten, die Ertrin­kungs­to­de, die schlimms­ten Aus­wir­kun­gen des hie­si­gen poli­ti­schen Analpha­be­tis­mus fin­den anders­wo statt und tun anders­wo weh. Bis auf wei­te­res anders­wo. Bis­her jedenfalls.

Verweise

i Autoren­kol­lek­tiv, Vor­sit­zen­der Wal­ter Ulb­richt, Geschich­te der deut­schen Arbei­ter­be­we­gung, Dietz Ver­lag Ber­lin 1966 – 1968

Bild: Ber­linHaus des Leh­rers – umlau­fen­des Mosa­ik von Wal­ter Woma­cka, Süd­sei­te (© Andre­as Steinhoff)

Lek­ti­on 31 als Video

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