Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 11: Altkanzler, Altbundespräsident, Alteigentümer & Diktatur

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Mag­Ma publi­ziert von nun an in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die bis­her seit 2012 als Video vor­lie­gen­den und basie­rend auf Über­le­gun­gen von Anfang der 90er Jah­re ent­stan­den Lek­tio­nen zur »Spra­che der Herr­schaft und der Ohn­macht« von:

malcom.z

der wei­ße nig­ger aus deutsch-nordost

ein ehe­ma­li­ger mensch der ehe­ma­li­gen DDR

Bis­her lie­gen vor (nicht alle ursprüng­lich als Video­pod­cast ver­fass­ten Lek­tio­nen eig­nen sich zur schrift­li­chen Ver­öf­fent­li­chung, woher die Lücken in der Num­me­rie­rung herrühren):

Lek­ti­on 9: Arbeit­ge­ber – Arbeitnehmer

Lek­ti­on 10: Rät­sel­haf­te Herzinfarkte

Lektion 11: Altkanzler, Altbundespräsident, Alteigentümer & Diktatur

1. Zu den sehr häu­fig ver­wen­de­ten Falsch­be­nen­nun­gen gehö­ren die Wör­ter »Alt­kanz­ler« und »Alt­bun­des­prä­si­dent«. In den 1990ern im Zuge der Ent­eig­nung der DDR-Bür­ger, also der Ari­sie­rung ihres Eigen­tums, war noch weit stär­ker die Falsch­be­zeich­nung »Alt­ei­gen­tü­mer« im Umlauf.

So ähn­lich die­se Falsch-Benen­nun­gen klin­gen, da die Ähn­lich­keit durch den sel­ben Prä­fix »Alt-« her­ge­stellt wird, so unter­schied­lich ist die Qua­li­tät des Falsch­sprech. Jeden­falls für all die­je­ni­gen, die die wis­sen­schaft­li­chen Ter­mi­ni Wesen – Erschei­nung ken­nen und als wesent­lich erkennen.

Was der Volks­ge­nos­se ein­mal mehr nicht mit­be­kom­men soll, will, darf und kann, ist die Falsch- und Ver­lo­gen­heit schon der Ter­mi­ni »Alt­kanz­ler« und »Alt­bun­des­prä­si­dent«. Die jeweils eben kei­ne alten Kanz­ler und auch kei­ne alte Prä­si­den­ten sind, son­dern: ehe­ma­li­ge. Die Qua­li­fi­zie­rung ehe­ma­lig ist aller­dings wei­test­ge­hend exklu­siv der DDR vor­be­hal­ten inner­halb des Brd-Falsch­sprech, sie­he dazu Lek­ti­on 2 die­ses Kur­ses! Wir neh­men hier an, daß es bei die­ser Falsch-Bezeich­nung und der Ver­wen­dung die­ses Euphe­mis­mus vor allem und fast nur um den Klang geht. Über einen tie­fe­ren Grund sind wir jeden­falls bis­lang noch nicht gestol­pert. Eigent­lich müß­te es ja in der­sel­ben Sprech-Kür­ze »Ex-Kanz­ler« hei­ßen, da klingt »Alt-Kanz­ler« ein­fach ver­gleichs­wei­se freund­lich mit einem Hauch von Vor­nehm­heit. In Gebrauch gekom­men sein mag die­ser Euphe­mis­mus in Anleh­nung an den »elder sta­tes­man« aus dem Eng­li­schen. So etwas woll­ten die Brd-Herr­schafts-Hei­nis auch haben. Die ega­li­tä­re DDR-Gesell­schaft brauch­te der­glei­chen selbst­ver­ständ­lich nicht. Es gab in der DDR nicht den Alt-Staats­rats­vor­sit­zen­den Ulb­richt, wie es in der Brd auch nicht den Alt-Arbei­ter oder Alt-Gewerk­schafts­vor­sit­zen­den gibt. Dafür aber – nicht so häu­fig wie Alt-Kanz­ler- und ‑Prä­si­den­ten – den Alt-Bischof. Wir sehen also: Die­ser Euphe­mis­mus ist aus­ge­dien­ten Herr­schafts-Klep­pern vorbehalten.

2. So ähn­lich nun der »Alt-Eigen­tü­mer« dem »Alt-Kanz­ler« klingt, so anders ist hier die Qua­li­tät des Falsch­sprech. Der soge­nann­te Alt­ei­gen­tü­mer spiel­te ab 1990 bei der Ent­eig­nung der DDR-Bür­ger eine immense Rol­le, näm­lich per soge­nann­tem Einigungsvertrag(swerk), und zwar hin­sichtllich der Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, Dat­schen und ähn­li­chem sowie gemäß dem spä­te­ren 2. Ver­mö­gens­rechts­än­de­rungs­ge­setz näm­lich von 1992 in Bezug auf das Bodenreformland.

Die Boden­re­form soll­te ja gem. soge­nann­tem 2+4- und dem soge­nann­ten Eini­gungs­ver­trag Bestand haben. Spä­ter wur­de dann aber nichts­de­strotz viel­fach von der soge­nann­ten Abwick­lung der Boden­re­form geschrie­ben und gesen­det. Wenn man mit Ari­ern Ver­trä­ge schließt, das ist eine Bin­sen­weis­heit, haben die kei­nen Wert, wenn man kei­ne Waf­fen hat. Das war in Nord­ame­ri­ka vor 150 oder 300 Jah­ren nicht anders als 1941 in Euro­pa und ab 1990 für die DDR-Bürger.

3. Mit dem soge­nann­ten 2. Ver­mö­gens­rechts­än­de­rungs­ge­setz vom 14. Juli 1992 wur­de dann das Eigen­tums­recht der DDR-Bür­ger völ­lig negiert, indem die­ses Gesetz bestimm­te, daß DDR-Boden­re­form­land-Erben, die bis zu dem in die­sem Gesetz will­kür­lich von West­lern fest­ge­leg­ten Stich­tag, das war der 15. März 1990, geerbt haben, ihr Eigen­tum ver­lie­ren soll­ten, also rück­wir­kend ent­erbt wer­den soll­ten, und zwar ent­schä­di­gungs­los und also men­schen­rechts­wid­rig, wenn sie zum Zeit­punkt des Erb­falls nicht in der Land­wirt­schaft arbei­te­ten. Wie sich dann am Ende der 2000er Jah­re her­aus­stell­te, genüg­ten den Ari­seu­ren die Ent­eig­nun­gen gem. Gesetz nicht – das waren etwa 70.000 Fäl­le, egal, ob 10 oder 30 Hekt­ar, son­dern man ent­eig­ne­te allein in Bran­den­burg, also den DDR-Bezir­ken Cott­bus, Pots­dam und Frank­furt wei­te­re Zehn­tau­sen­de, obwohl die­se gar nicht unter das Gesetz fie­len. Auch das wie unter Adolf, nur schlim­mer: Damals mach­ten die Nazis anti­jü­di­sche Geset­ze, aber die Nazi-Büt­tel wett­ei­fer­ten dann, die­se an Gemein­heit, Nie­der­tracht und Effekt prak­tisch noch zu übertreffen.

4. Die Ari­seu­re aller Kolo­ni­al-Abtei­lun­gen, also Polit­niks, Jour­nail­le, Schwarz­kut­ten usw., ver­si­cher­ten ein­an­der und ihren Volks­ge­nos­sen in den 1990ern stän­dig, auch das wie vor­mals in den 1930ern, daß das in Ord­nung gin­ge, und die Pro­pa­gan­da-Polit­niks ver­ti­cker­ten den Unter­ta­nen und der Welt auch, daß dies gerecht und rech­tens sei, weil dies ja einer DDR-Bestim­mung entspräche.

Ein Gesetz über die RÜCK­WIR­KNDE Ent­er­bung von Men­schen, die for­mal als Bür­ger aner­kannt sind, also for­mal­ju­ris­tisch die vol­len Bür­ger- und angeb­lich auch Men­schen­rech­te genie­ßen, mit der Begrün­dung, nicht den rich­ti­gen Beruf aus­ge­übt zu haben, um Erben sein zu kön­nen, dürf­te ein­zig­ar­tig in der ari­schen Unrechts­ge­schich­te sein. Die Nazis, die wei­ßen Her­ren­men­schen in Aus­tra­li­en, in Nord­ame­ri­ka usw. haben die­je­ni­gen, die nicht Eigen­tü­mer, die nicht Erben sein durf­ten, also die Abori­gi­nes, die nord­ame­ri­ka­ni­schen Urein­woh­ner und die Neger­skla­ven wenigs­tens vor­her noch zu Unter­men­schen, zu Vieh erklärt. Die Ver­lo­gen­heit der Brd-Ari­er über­trifft alles bis­her Dage­we­se­ne: Die DDR-Bür­ger sind gemäß Pro­pa­gan­da 1990 end­lich dem SED-Unrechts-Regime ent­ron­nen und in der ari­schen Frei­heit ange­kom­men, dür­fen aber seit dem 3.10.1990 nicht ein­mal stink­nor­mal bis 15.3.1990 geerbt haben, wenn die Bums­tags-Ari­er 1992 mal eben so gelaunt sind. Men­schen­rech­te? Fehl­an­zei­ge! Rechts­staat? Oppo­si­ti­on? Eben­falls Fehlanzeige!

5. Der Ver­weis auf angeb­li­che DDR-Bestim­mun­gen erging ana­log zu den Pro­pa­gan­da-Rou­ti­nen, mit denen die Brd-Spät­na­zi-Pro­pa­gan­da schon 1990/91 »bewies«, daß die DDR eine DIK­TA­TUR gewe­sen sei, weil das ja sogar in der DDR selbst so behaup­tet und gelehrt wur­de. Und wie die­je­ni­gen, die das gelehrt haben, ab 1990 prin­zi­pi­ell nicht zu Wort kom­men dür­fen, es sei denn, sie sind für Geld und Vor­tei­le bereit zu lügen oder haben sich irgend­wie her­ein­le­gen las­sen. So durf­ten auch die von der Ari­sie­rung des Boden­re­form-Lan­des nega­tiv Betrof­fe­nen selbst oder von ihnen bestimm­te ari­sche Ver­tre­ter, wie Rechts­an­wäl­tin Dr. Grün aus Fürth, nicht zu Wort kom­men, nicht in der rich­ti­gen Öffent­lich­keit. Das ist der Vor­teil einer soge­nannt reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie: Man ent­mün­digt, schal­tet ab, ver­arscht, ver­blö­det das Volk total, egal ob es um das Regie­ren oder um die Unrechts­spre­chung geht oder um sons­ti­ge Abzo­cke. Das gilt als der höchs­te Beweis von Demo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit: Wenn bor­nier­te, kor­rup­te, ver­schla­ge­ne, ver­lo­ge­ne, betrü­ge­ri­sche, eli­tä­re, men­schen­ver­ach­ten­de Typen dem Volk mit­tei­len, wel­che Ver­bre­chen und Gemein­hei­ten sie sich gera­de wie­der zu ihren eige­nen Guns­ten und denen der Rei­chen und Mäch­ti­gen aus­ge­dacht haben. Das Ori­gi­nal der heu­ti­gen soge­nann­ten reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie waren die Adolf-Hit­ler-Demo­kra­tie und also der Adolf-Hit­ler-Rechts­staat und die Adolf-Hit­ler-Zivil­ge­sell­schaft. Denn dort haben Adolf & Co. ja wie nie zuvor das deut­sche Volk reprä­sen­tiert bei gleich­zei­ti­ger Ent­mün­di­gung und Ver­blö­dung des­sel­ben. Eben wie heu­te. Nur heu­te viel effek­ti­ver mit­tels Euro, Farb-TV und EDV.

6. Der DDR-offi­zi­el­le Dik­ta­tur­be­griff besag­te tat­säch­lich, daß es sich bei der DDR um eine Dik­ta­tur han­del­te, näm­lich um eine der Arbei­ter und Bau­ern und – dia­lek­tisch betrach­tet – damit um die höchs­te bis­her bekann­te, prak­ti­zier­te Form der Demo­kra­tie. Da alle bis­he­ri­gen und also auch aktu­el­len Gesell­schaf­ten seit der Urge­sell­schaft, also seit es Patri­ar­chat und Herr­schafts­hier­ar­chie gibt, Klas­sen­ge­sell­schaf­ten und also Dik­ta­tu­ren waren, aber Dik­ta­tu­ren von Min­der­hei­ten über die jewei­li­ge Mehr­heit. Wie der Kapi­ta­lis­mus zu Zei­ten Mar­xens und Engels’, zu Zei­ten Hit­lers wie auch heu­te. Und die Dik­ta­tur der Arbei­ter und Bau­ern war die der Mehr­heit über eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit. Wir sehen also mit dem Pro­pa­gan­da-Argu­ment gegen die DDR und ihre Bür­ger zum Zweck ihrer Ent­rech­tung und der Ari­sie­rung ihres Eigen­tums ein­mal mehr einen ari­schen Pseu­do­be­weis: Man beruft sich auf die offi­zi­el­le Lehr-Mei­nung der DDR, gibt sie aber falsch oder fast nicht wie­der. Gemäß die­ser DDR-Lehr­mei­nung war und ist also auch die Brd eine Dik­ta­tur, die der Kapi­ta­lis­ten-Klas­se gegen das Volk, und ein impe­ria­lis­ti­scher Staat dazu, wie man ja heu­te mehr denn je seit 1945 besich­ti­gen kann. Das soll der Volks­ge­nos­se aber über die DDR-Lehr­mei­nung gar nicht wis­sen, also erspart ihm die Pro­pa­gan­da der­glei­chen. Selbst­ver­ständ­lich. Und also wird der Volks­ge­nos­se über den Mar­xis­mus »auf­ge­klärt«, wie es schon das Goe­b­bels-Minis­te­ri­um prak­ti­ziert hat. Mit Auf­klä­rung über Bol­sche­wis­ten und Juden. Wie man in der LTI nach­le­sen kann.

7. Ana­log die DDR-Rege­lung in Sachen Boden­re­form: Tat­säch­lich hat­te es, ins­be­son­de­re zu Beginn der Land­ver­tei­lung an die Land­ar­bei­ter und Arbei­ter aus den Städ­ten, die sie zu Klein­bau­ern mach­te, die Rege­lung gege­ben, daß wenn die­je­ni­gen, die durch die Boden­re­form Land­ei­gen­tü­mer gewor­den waren, die Land­wirt­schaft wie­der ver­lie­ßen, das Land zurück­ge­ben muß­ten in den Boden­fonds der DDR, daß die­ses Land dann neu ver­ge­ben wür­de. An Land­ar­bei­ter oder ande­re, die Bau­ern sein woll­ten. Denn es galt der Grundsatz:

Wer den Boden bear­bei­tet, dem soll er auch gehören. 

Wem der Boden gehört, der soll ihn bearbeiten. 

Ein Grund­satz, der in all den Pro­pa­gan­da-Kam­pa­gnen zur Plau­si­bel­ma­chung des Bruchs der Men­schen­rech­te der DDR-Boden­re­form-Erben höchst sel­ten zitiert wur­de, falls über­haupt je. Er klingt ein­fach zu ver­nünf­tig, zu mensch­lich, als daß die brd-ari­sche Pro­pa­gan­da die Volks­ge­nos­sen mit der­glei­chen beläs­ti­gen woll­te. Die könn­ten ja auf Ideen kommen …

8. Das in der DDR prak­ti­zier­te Ide­al war eben nicht der Skla­ve, nicht der Leib­ei­ge­ne, nicht der erpreß­ba­re und leicht aus­zu­beu­ten­de Dorfar­me, der bis 1945 mil­lio­nen­fach der Will­kür des Land­adels und der Groß­bau­ern aus­ge­setzt war, wie es bis in die 1960er und 70er noch mil­lio­nen­fach erin­nert wur­de, son­dern der freie Bau­er auf frei­er Schol­le. Nicht umsonst und nicht dem­ago­gisch waren die früh­bür­ger­li­che Revo­lu­ti­on des frü­hen 16. Jahr­hun­derts und mit ihr der früh­bür­ger­li­che Revo­lu­tio­när Münt­zer in die Staats-Ideo­lo­gie der DDR inte­griert, wie 100 Jah­re erst sozia­lis­ti­sche, dann kom­mu­nis­ti­sche Arbei­ter­bil­dung gelehrt hat­te. Deren Füh­rung hat­te tat­säch­lich ernst­ge­macht mit der Erfül­lung der Ver­spre­chun­gen von 100 Jah­ren Arbei­ter­be­we­gung. Ein Kul­tur­bruch, der von der ari­schen Herr­schaft, egal, ob die­se gera­de von Hit­ler, Kohl, Schrö­der oder Mer­kel reprä­sen­ta­tiert wird, immer aufs gemeins­te geahn­det wird.

9. Ins­be­son­de­re in der Kriegs- und Nach­kriegs­zeit hat­ten die Men­schen auf dem Land, auch in der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne, aber auch die Hun­gern­den aus den Städ­ten erlebt, wie die Groß­bau­ern, die zumeist auch die Nsdap-Dorf­ge­wal­ti­gen gewe­sen waren, ihre Macht den Armen und Hun­gern­den gegen­über miß­brauch­ten. Der Spre­cher die­ses Tex­tes erin­nert vor allem Erzäh­lun­gen der Groß­mutter, daß sie für eine Schür­ze voll Kar­tof­feln für die hun­gern­den Kin­der 12 Stun­den lang beim Groß­bau­ern arbei­ten durf­te. Nach 1945 fehl­ten in der sowje­ti­schen Zone aller­dings etli­che der Unter­drü­cker und Aus­beu­ter, der Blut­sauger, da die bru­tals­ten unter ihnen ihnen auch in Polen, in der Sowjet­uni­on und anders­wo die bru­tals­ten gewe­sen waren, die Jun­ker und Groß­bau­ern in SS und Wehr­macht hohe Rän­ge ein­ge­nom­men hat­ten und es vor­zo­gen, NICHT in sowje­ti­sche Gefan­gen­schaft zu gehen bzw. NICHT im Wir­kungs­ra­di­us des NKWD zu ver­blei­ben. Ein Mil­lio­nen­heer von Nazi­ver­bre­chern mit Fami­li­en und sons­ti­gem Anhang zog gen Wes­ten, wo finan­zi­el­le und ande­re Beloh­nung der Amis und Ade­nau­er-Admi­nis­tra­ti­on für ihre Ver­bre­chen lock­te, und wur­de der DDR und ihren Funk­tio­nä­ren von Anfang an und ins­be­son­de­re dann noch ver­stärkt ab 1990 als »Opfer des Sta­li­nis­mus« und Mau­er­op­fer angerechnet.

10. Was die Erfin­der des 2. Ver­mö­gens­rechts­än­de­rungs­ge­set­zes von 1992 zur Ent­rech­tung und Ent­eig­nung der DDR-Bau­ern »ver­ges­sen« haben und was die Kauf­ju­ris­ten in allen Instan­zen bis Stras­bourg auch nicht wis­sen woll­ten – ganz objek­tiv und frei­heit­lich-plu­ra­lis­tisch, ver­steht sich, und was sämt­li­che Jour­nail­le und soge­nann­te Volks­ver­tre­ter eben­falls nie öffent­lich erwähn­ten, schon gar nicht soge­nann­ten demo­kra­ti­sche Sozia­lis­ten – was wäre dar­an demo­kra­tisch? Was sozialistisch:

11. Die DDR-Bür­ger, die als Bewoh­ner der sowje­ti­schen Besat­zungs­zo­ne inner­halb der demo­kra­ti­schen Boden­re­form – die in den Herr­schafts­me­di­en nicht demo­kra­tisch genannt wer­den darf und wenn über­haupt soge­nann­te demo­kra­ti­sche gehei­ßen wer­den muß – Acker zuge­wie­sen bekom­men hat­ten, beka­men den nicht geschenkt. Viel­mehr muß­ten und durf­ten die neu­en Bau­ern das Land abbe­zah­len über 10, 15, 20 Jah­re hin­weg, in Natu­ra­li­en. Und wenn also der DDR-Bau­er oder sein Erbe die Land­wirt­schaft zu Zei­ten des Rechts­staats DDR ver­ließ und des­halb den Acker gem. Recht und Gesetz in den Boden­fonds zurück­ge­ben muß­te, gemäß dem oben genann­ten Grund­satz, bekam er den ein­ge­zahl­ten Wert des Ackers aus­ge­zahlt. Wie es in einem Rechts­staat nicht anders sein konnte.

12. Das, wie gesagt, »ver­ga­ßen« die Geset­ze bas­teln­den, ver­kün­den­den und ver­ti­ckern­den Polit­niks, Ent­eig­ner und Jour­nail­le und stell­ten damit die DDR-Boden­re­form­land-Eigen­tü­mer ab 1992 schlech­ter als den Gel­tungs-Juden unter Adolf ab 1933. Denn es ist bekannt, daß die Eigen­tü­mer-Juden im Reich in den 1930ern, deren Fir­men, Vil­len, Land­wirt­schaf­ten usw. nach dem ana­lo­gen poli­ti­schen Wil­len der Hit­le­ris­ten und per ver­fas­sungs- und men­schen­rechts­wid­ri­gen Geset­zen und dar­über hin­aus­rei­chen­den Will­kür­maß­nah­men in den 1930ern ari­siert wur­den, um die 30% des­sen aus­ge­zahlt beka­men, was ihr Eigen­tum 1933 wert gewe­sen war. Die DDR-Eigen­tü­mer beka­men nichts außer Kos­ten, Kos­ten, Kos­ten und Ärger und Streß und Krank­heit und Ernied­ri­gung und oben­drein noch Hohn. Von der Jour­nail­le Zen­sur und Ver­ar­sche für umsonst, von den Schwarz­kut­ten kos­ten­pflich­ti­ge Ver­ar­sche, von den Polit­niks aller Par­tei­en Ver­ar­schungs-Sprü­che. Mit dem Unter­schied, daß die Sprü­che von Gysi & Co. dar­auf an- und aus­ge­legt waren, daß die Ent­rech­te­ten sie auch noch wäh­len soll­ten. Für den Ver­rat an ihnen. Sie sug­ge­rier­ten also die Inter­es­sen­ver­tre­tung, die auch die­ses mal ganz und gar NICHT statt­fand. Dafür wer­den die ja in der ari­schen Big Bro­ther-Dika­tur auch NICHT mit Diä­ten gefüt­tern, son­dern eben für das So-Tun-Als-Ob.

13. Zurück zum soge­nann­ten Alt­ei­gen­tü­mer. In Sachen der Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, Dat­schen usw. der DDR-Bür­ger ging es zudem noch um den soge­nann­ten red­li­chen Erwerb. Auch hier ging es zu wie unter Adolf, wo es einer­seits die Kate­go­rie der »alten Kämp­fer« gab und ande­rer­seits die der Gel­tungs-Juden. Ers­te­re waren die Groß­mäu­ler und Mit­läu­fer der Nazis VOR der soge­nann­ten Macht­er­grei­fung. Wie z.B. Mama Gauck, die sich ja schon 1932 per Ein­tritt in die Nsdap zur heu­ti­gen Poli­tik ihres Soh­nes bekann­te. Und die­ser durch sein Poli­tik ab 1990 zum Bei­tritt sei­ner Nazi-Mama 1932. Die soge­nann­ten alten Kämp­fer hat­ten im Prin­zip immer recht, ab 1933 wie ab 1990, und durf­ten und dür­fen öffent­lich nicht infra­ge gestellt wer­den. Es sei denn, ein höher­ran­gi­ger »alter Kämp­fer« sus­pen­dier­te sie vom Immer-Recht-Haben wie z. B. als die SA-Füh­rer Röhm und Kon­sor­ten 1934 liqui­diert wur­den. Bier­mann hät­te immer den Kraw­c­zyk öffent­lich lächer­lich machen dür­fen und kön­nen für des­sen »Opfer«-Singsang.

14. Bei angeb­lich hoch­wohl­ge­bo­re­nen, angeb­lich Blau­blü­ti­gen, bei Wehr­machts-Befehls­ge­bern und Kapi­ta­lis­ten spiel­te aller­dings das Bei­tritts-Datum eher kei­ne Rol­le, jeden­falls bis Juli 1944, wie heu­te bei z. B. Gauck und Mer­kel das Feh­len tat­säch­li­cher oder auch nur angeb­li­cher Wider­stands­ta­ten gegen das böse, böse SED-Regime. Bei Pro­le­ten und ins­be­son­de­re Über­läu­fern aus lin­ken Par­tei­en dage­gen sehr. Bei DDR-Bür­gern die wesent­lich vor dem Ende der DDR in den Wes­ten über­ge­lau­fen waren, wur­de per soge­nann­tem Eini­gungs­ver­trag, per Gesetz, Pro­pa­gan­da und Unrechts­spre­chung prin­zi­pi­ell Red­lich­keit jeg­li­cher For­de­rung gegen DDR-Bür­ger ange­nom­men, die zum Ende der DDR noch in ihr wohn­ten. Dem ent­ge­gen wur­de bei DDR-Bür­gern, die nicht über­ge­lau­fen waren, prin­zi­pi­ell Unred­lich­keit ange­nom­men. Und wird bei Bedarf der Aus­schal­tung eines sol­chen auch heu­te noch, z. B. wenn er oder sie gewählt wur­de, aber sich nicht an die Kolo­ni­al­spiel­re­geln hält.

15. Gemäß soge­nann­tem Eini­gungs­ver­trag muß­te also nicht der West­ler auf soge­nann­te Rück­über­tra­gung des Hau­ses kla­gen, wie es nach den übli­chen recht­li­chen Gepflo­gen­hei­ten für Ari­er ange­nom­men wer­den müß­te und wie Juden in den 1950ern in West­deutsch­land, son­dern des­sen Behaup­tung, das Haus, das ihm oder sei­nen Eltern oder sons­ti­gen Ver­wand­ten, auch ange­hei­ra­te­ten, frü­her ein­mal gehört hat­te, oder auch kei­nem von denen, gehö­re jetzt ihm bzw. stün­de ihm zu und die jet­zi­gen Bewoh­ner müß­ten das Feld räu­men, begrün­de­te angeb­lich sei­ne Eigen­tü­mer­rech­te. Der DDR-Bür­ger hat­te das angeb­li­che Recht, gegen sei­ne Ent­eig­nung und also Exmit­tie­rung zu kla­gen. Womit das angeb­lich gel­ten­de bür­ger­li­che Recht und die angeb­li­chen Men­schen­rech­te ein­mal mehr auf den Kopf gestellt waren. Wäh­rend umge­kehrt der DDR-Schrift­stel­ler Wal­ter Kauf­mann, der nach dem Anschluß ana­log zu die­sem angeb­li­chen Recht sein Eltern­haus in Düs­sel­dorf zurück­for­der­te, das in den 1930ern ari­siert wor­den war, selbst­ver­ständ­lich nicht ein­mal recht­li­ches Gehör gewährt wur­de. Es gibt für die Ari­er eben Juden und Juden: Berühmt der Göring zuge­ord­ne­te Satz: »Wer Jude ist, bestim­me ich!«

Zu den Stich­wör­tern »red­li­cher Erwerb« und dem dazu­ge­hö­ri­gen »Rück­ga­be vor Ent­schä­di­gung« kann im online-Lexi­kon Wei­ter­füh­ren­des gele­sen werden.

16. Eigen­tums­rech­te sind gemäß UN-Men­schen­rechts­de­kla­ra­ti­on und EU-Men­schen­rechts­kon­ven­tio­nen Grund- und auch Indi­vi­du­al­rech­te. Die­se »einigungs«-vertragliche Regel an den Indi­vi­du­al- und Men­schen­rech­ten der DDR-Bür­ger wirk­te, wie wenn der Autor die­ses Tex­tes mit dem Staat einen Ver­trag dar­über abschlie­ßen wür­de, daß den Ari­sie­rungs-Mil­lio­nä­ren Jauch und Joop die dem Volk der DDR geraub­ten Vil­len in Pots­dam ab mor­gen nicht mehr gehö­ren und sie gegen ihre Ent­eig­nung mal eben erfolg­los wie kos­ten­pflich­tig Wider­spruch ein­le­gen dür­fen. Mit dem Unter­schied, daß Jauch und Joop die Vil­len nie recht­mä­ßig erwor­ben haben, die DDR-Bür­ger 1990 tat­säch­lich die recht­mä­ßi­gen Eigen­tü­mer gewe­sen sind. Ob man den Ver­trag zur Ent­rech­tung und Ent­eig­nung der DDR-Bür­ger nun Eini­gungs­ver­trag nennt oder Pil­le­pal­le, ändert nicht die Men­schen­rech­te der DDR-Bür­ger und auch nicht die Ver­bre­chen gegen sie.

17. Selbst­ver­ständ­lich hat­te der DDR-Bür­ger kei­ner­lei Chan­ce auf Recht, nicht seit die Kolo­ni­al-Ter­ro­ris­ten 1989/90 die Macht ergrif­fen haben. Was sich per Induk­ti­on wie auch Deduk­ti­on zei­gen läßt. Ers­te­res sind Mil­lio­nen von Ent­eig­nungs-Ver­fah­ren. Letz­te­res ist die Tat­sa­che, daß die DDR-Bür­ger seit 1990 zu min­des­tens 97% ent­eig­net wur­den. Kol­lek­tiv wie indi­vi­du­ell. Das ist ein Zig­fa­ches mehr und es sind Mil­lio­nen mehr Men­schen von die­sem Unrecht betrof­fen als deut­sche Gel­tungs-Juden unter Hit­ler. Seit 1990 dür­fen die Anschluß-Ver­bre­chen nir­gends öffent­lich ange­klagt, nir­gends öffent­lich dis­ku­tiert wer­den. Und bis in das vor­letz­te Café und den dritt­letz­ten Ver­ein bis hin zur Klein­gar­ten­spar­te hat die Besat­zung ihre Block­war­te posi­tio­niert: meist abge­half­ter­te Beam­te, die dafür sor­gen, daß die DDR-Bür­ger nicht ihre Pro­ble­me dis­ku­tie­ren kön­nen. In Hit­lers Juden­häu­sern waren die Juden wenigs­tens noch unter sich.

18. Sowohl in Sachen Ein­fa­mi­li­en­häu­ser, ins­be­son­de­re in Ber­lin und Umge­bung, wo zahl­lo­se soge­nann­te Rück­über­tra­gungs-Anträ­ge gestellt waren, ins­be­son­de­re aber in Sachen Boden­re­form waren die »Alt­ei­gen­tü­mer« genann­ten kei­ne alten Eigen­tü­mer, son­dern i. d. R. die Erben ehe­ma­li­ger Eigen­tü­mer – also die Erben von NICHTS. Wur­den aber staats­of­fi­zi­ell, bis in die Gerichts­sä­le hin­ein, ALT­EI­GEN­TÜ­MER genannt. Das soll­te und soll nach älte­ren Rech­ten klin­gen und hat auch pri­ma funk­tio­niert. Kom­ple­men­tär wur­den die tat­säch­li­chen Eigen­tü­mer, die DDR-Bür­ger, nicht Eigen­tü­mer genannt, son­dern BEGÜNS­TIG­TE. Die­ses Wort klingt schon schmie­rig nach Betrug, näm­lich nach Gunst und Günst­ling. Nicht nach Recht. Wie das Wort Abtrei­bung nicht nach Recht dar­auf haben klingt. Wie wie die DDR-Grenz­sol­da­ten per mas­sen­me­dia­ler Umdich­tung in angeb­li­che Mau­er­schüt­zen schon abge­ur­teilt waren, bevor der ers­te »Mauerschützen«-Prozeß über­haupt ange­fan­gen hatte.

19. So wer­den hier ein­mal mehr die tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se sprach­lich in ihr Gegen­teil ver­kehrt. Der Eigen­tü­mer heißt nicht Eigen­tü­mer, der Nicht­ei­gen­tü­mer heißt Eigen­tü­mer, man ver­glei­che mit Lek­ti­on 9 Arbeit­ge­ber – Arbeit­neh­mer! Und aus der sprach­li­chen Ver­dre­hung folgt ein­mal mehr die ver­dreh­te­re Realitiät.

Die­se Umbe­nen­nung näm­lich ist recht­lich höchst rele­vant. Wie bis in die Gerichts­sä­le hin­ein die TV-Sprech­zei­ge-Dra­ma­tur­gie gilt: »Wer keift hat recht, wer heult ist Opfer«, so bekommt – völ­lig plau­si­bel – der­je­ni­ge Recht zuge­spro­chen, der so heißt. Der ande­re die Kos­ten. Das sind die tat­säch­li­chen Regeln hin­ter den offi­zi­el­len: Wer öffent­lich nicht ver­tei­digt wer­den darf wie z. B. der DDR-Natio­nal­preis­trä­ger DEMM­LER, sie­he Lek­ti­on 4 (!),wird auch nicht frei­ge­spro­chen. Wer mas­sen­me­di­al-öffent­lich »Mau­er­schüt­ze« genannt wird anstatt Ange­klag­ter und DDR-Grenz­sol­dat, wird ver­ur­teilt und hat eben­falls kei­ne Chan­ce auf ein fai­res Ver­fah­ren. Denn was Grenz­sol­da­ten müs­sen, sol­len, dür­fen, ist nach inter­na­tio­na­lem Recht gere­gelt. Wenn aber Grenz­sol­da­ten per Falsch­be­nen­nung gar kei­ne waren, son­dern eben Mau­er­schüt­zen, wer­den die­se inter­na­tio­na­len Regeln nicht auf sie ange­wen­det, ganz einfach!

20. Wes­sen Rechts­ti­tel per Gesetz nach Günst­ling klingt und wer auch nicht dage­gen pro­tes­tiert – was in kei­nem Fall bekannt gewor­den ist –, der muß sich nicht wun­dern, daß er bis nach Stras­bourg und Genf nur ver­arscht wird. Und zwar kos­ten­pflich­tig. Wie ja auch Hit­lers Gel­tungs-Juden das Nazi-Unrecht gegen sie immer selbst bezah­len und nicht gegen die Denun­zia­tio­nen pro­tes­tie­ren durf­ten. Nicht im Völ­ki­schen Beob­ach­ter, nicht im Gerichts­saal. Als Hit­ler kanz­ler­te, immer­hin im Aus­land. Auch das ist seit 1990 schlim­mer als damals. Wer als DDR-Bür­ger in Genf z. B. vor dem UNO-Gebäu­de gegen das Unrecht pro­tes­tiert, wird von den UNO-Mit­ar­bei­tern doof ange­glotzt und sofort denun­ziert und inner­halb von 3 – 5 Minu­ten weggeräumt.

21. Als die höchs­ten euro­päi­schen Kauf­ju­ris­ten der EU in Stras­bourg, Ende Juni 2005 die Men­schen­rechts­be­schwer­de der DDR-Boden­re­form-Erben men­schen­ver­ach­tend und voll­ver­ar­schend abwie­sen, nann­ten sie als einen der angeb­li­chen Grün­de (tat­säch­lich war es eine Begrün­dung, die Grün­de waren ande­re) z. B., die Eigen­tü­mer­rech­te der DDR-Bür­ger sei­en ein Zufalls­ge­winn gewe­sen, sie sei­en Begüns­tig­te der Boden­re­form gewesen.

Daß das gan­ze Kapi­ta­lis­mus-Casi­no eine ein­zi­ge Zufalls-Gewinn-Mafia-Show ist, und daß der ECHR mit dem Spruch gegen die DDR-Boden­re­form-Erben, ihre rück­wir­ken­de Ent­er­bung gut­hei­ßend, die Ent­eig­nung aller Kapi­ta­lis­ten, also den Kom­mu­nis­mus, für rech­tens erklärt hat, wenn es sich beim Eigen­tum an Kapi­tal um Zufalls­ge­winn han­delt, sei es der Zufall der Spe­ku­la­ti­on, der Geburt, einer Erfin­dung etc., man muß es nur aus­spre­chen, darf – neb­bich – nicht in der sel­ben Öffent­lich­keit gesagt wer­den. Und dies wohl für die nächs­te Zukunft auch nicht. Auch hier ist bezeich­nend, daß die deut­schen Par­tei­niks des angeb­li­chen demo­kra­ti­schen Sozia­lis­mus und auch die Kom­mu­nis­ten dies nicht ihren Anhän­gern mit­teil­ten. Nie mit­teil­ten, es auch nie vorhatten.

22. Abschlie­ßend kön­nen – und wol­len – wir das Gesag­te bele­gen anhand eines Auf­sat­zes der schon erwähn­ten Dr. Dr. Grün in der Zeit­schrift für Immo­bi­li­en­recht Nr. 12 vom 16. Dezem­ber 2002. Die juris­ti­schen Argu­men­te sol­len hier nicht so sehr inter­es­sie­ren. Wir hof­fen, das in einer spä­te­ren Lek­ti­on nach­ho­len zu kön­nen, in der nicht die Spra­che des Unrechts im Vor­der­grund steht, son­dern das Unrechts­sys­tem selbst.

Hier sol­len vor allem die sprach­li­chen Ent­rech­tungs-Tech­ni­ken inter­es­sie­ren. Die sprach­li­chen Pro­ble­me bzw. Rege­lun­gen aller­dings zei­gen uns, daß die juris­ti­schen bzw. qua­si- und pseu­do­ju­ris­ti­schen Dis­kur­se nur noch Volks­thea­ter sind, da die Urtei­le schon mit den fal­schen Wör­ter und der fal­schen Gram­ma­tik längst gefällt sind bzw. zwangs­läu­fig her­bei­ge­führt werden.

Wir zei­gen zunächst, daß die DDR-Bäu­er­lein gemäß den offi­zi­el­len Regeln, aber zum Teil auch die inof­fi­zi­el­len ein­hal­tend, alles rich­tig gemacht haben. Tat­säch­lich – das soll der Brd-Volks­ge­nos­se eher nicht wis­sen – haben die – sozu­sa­gen – »Reichs-»Bürger das Recht, sel­ber und ohne vor­mund­schaft­li­che Hil­fe Beschwer­den in Karls­ru­he wie in Stras­bourg ein­zu­rei­chen. Gern und desöf­te­ren wer­den den Volks­ge­nos­sen die­se Rech­te sug­ge­riert, indem im TV irgend­wel­che, zumeist spek­ta­ku­lä­ren, zumeist von Pri­vi­le­gier­ten, die aber nicht als sol­che erschei­nen, ein­ge­reich­ten Beschwer­den dar­ge­stellt wer­den und die Ent­schei­dun­gen der hohen Herr­schaf­ten ver­kün­det und durch­ge­kaut werden.

Tat­säch­lich wer­den Indi­vi­du­al-Beschwer­den an bei­den soge­nann­ten Gerich­ten nicht ein­mal ange­nom­men, wenn sie nicht von bestimm­ten Anwalts­kanz­lei­en ein­ge­reicht wer­den. Staats­of­fi­zi­ell hat jeder das Recht, dies von einem Anwalt tun zu las­sen und ist es völ­lig wurscht, ob das der Win­kel­ad­vo­kat von um die Ecke ist, und es darf auch ein DDR-Jurist sein. Tat­säch­lich ist der DDR-Jurist dem Für­ther so gleich wie der Brat­wursch­t­ein­zel­bu­den-Unter­neh­mer mit BASF oder BMW oder Sie­mens oder oder oder. Das wird selbst­ver­ständ­lich nir­gends öffent­lich ver­laut­bart. Das ist viel­mehr ein veri­ta­bles Staatsgeheimnis.

23. Wir sehen, die DDR-Bäu­er­lein haben ihr in ihren bei­den Ver­ei­nen zusam­men­ge­sam­mel­tes gutes Geld nicht zu einem DDRler getra­gen, son­dern nach Fürth. So soll es seit 1990 auch sein. Und Frau Dr. Dr. Grün hat sich dann auch tat­säch­lich ins Zeug gelegt. Min­des­tens wie die soge­nann­ten Volks­ver­tre­ter sich ins Zeug legen, ihren Wäh­lern vor­zu­gau­keln, sie wür­den die Wäh­ler-Inter­es­sen ver­tre­ten. Ihr Text ist der eines Vor­trags, Vor­trag und Abdruck erfolg­ten 2002. Die ers­te Ent­schei­dung in Stras­bourg erging im Janu­ar 2004, die zwei­te ein­ein­halb Jah­re spä­ter Ende Juni 2005.

Wir wie­der­ho­len unse­re theo­re­ti­sche Aus­sa­ge: Wer mit fal­schen Wör­tern ange­klagt bzw. ver­tei­digt wird, da die Ver­tei­di­gung der Falsch­be­nen­nun­gen nicht wider­spricht und die­se gel­ten läßt, der bekommt auch nicht Recht. Ob es nun der angeb­li­che Mau­er­schüt­ze, der angeb­li­che Wäh­rungs­um­stel­lungs- oder Sub­ven­ti­ons­be­trü­ger ist, das angeb­li­che Sex­mons­ter Demm­ler oder aber der angeb­li­che Bodenreform-Begünstigte.

24. Und genau das sehen wir an die­sem Text aus dem Jahr 2002, da die DDR-Boden­re­form-Land­ei­gen­tü­mer in einer maxi­ma­len Ver­ar­schungs­show der Stras­bour­ger Kauf­jus­tiz abge­fer­tigt wur­den. Und kein Volks­ver­tre­ter und kei­ne Par­tei, schon kei­ne angeb­lich oppo­si­tio­nel­le, kein Publi­kums­me­di­um, kei­ne par­tei­na­he Stif­tung hat dies in irgend einer Wei­se adäquat gewür­digt. Es war ja NUR eine men­schen­rechts­wid­ri­ge Mas­sen­ent­eig­nung in über 70.000 Fäl­len nach dem sel­ben Sche­ma! Mit einem Volu­men, das alle Ari­sie­run­gen im Deut­schen Reich über­traf und in der Zahl der betrof­fe­nen Per­so­nen sowie­so. Ein schö­nes Bei­spiel dafür, daß es offen­sicht­lich meh­re­re Sor­ten von Nach­rich­ten und Pres­se­frei­heit, von Volks­ver­tre­tung und Oppo­si­ti­on gibt.

25. Zumal hin­sicht­lich der Rol­le der Gysi-Gang, da das The­ma Boden­re­form auf Grund sei­ner Struk­tur einen Ansatz zur Orga­ni­sa­ti­on von Wider­stand bot, wie kein ande­res The­ma seit 1990, und sowie­so zu die­ser Zeit. Daß näm­lich so vie­le DDR-Bür­ger, von denen vie­le ein­an­der kann­ten nach dem sel­ben Sche­ma ent­eig­net wur­den und kein Gysi, kein Bis­ky, kein Brie, kei­ne Luxem­burg-Stif­tung, kein Neu­es Deutsch­land auch nur ansatz­wei­se ver­ba­li­siert haben, wie man sich gegen der­glei­chen orga­ni­sie­ren kön­ne. Statt­des­sen das Gewäsch von der unab­hän­gi­gen Jus­tiz. Auf Befehl der Herr­schaft jede Men­ge Ent­schul­di­gun­gen für eine angeb­li­che Zwangs­ver­ei­ni­gung und das Gysi-Geschwätz, die DDR-Bür­ger hät­ten das Volks­ei­gen­tum nicht ver­tei­digt. Also war es ihnen und war es angeb­lich nichts wert. Folg­lich sei die Ari­sie­rung des Volks­ei­gen­tums in Ord­nung gewe­sen, denn schuld dar­an sei letzt­lich die Eigen­tums­form gewe­sen. Und selbst­ver­ständ­lich durf­te ihm nie irgend­wer öffent­lich wider­spre­chen und sei es nur mit der Fra­ge, wie die Juden unter Adolf ihr Eigen­tum ver­tei­digt haben und was dar­an Volks­ei­gen­tum gewe­sen sei und wor­in der gro­ße Unter­schied läge zwi­schen der einen und der ande­ren Nicht-Verteidigung.

26. Und wie­der haben wir Grund und Anlaß dar­auf zu ver­wei­sen, daß die Lüge i. d. R. schon lan­ge vor der Aus­sa­ge­satz-Lüge beginnt. Und zuwei­len schon vor dem fal­schen Wort, hier auch mit den regel­mä­ßig falsch gesetz­ten Anfüh­rungs­stri­chen. Sie­he dazu auch im Lexi­kon unter Anführungsstriche!

Anfüh­rungs­stri­che haben die Auf­ga­be, zu zitie­ren, also einen Wort­laut als den eines ande­ren aus­zu­wei­sen. Seit eini­gen Jah­ren wis­sen wir, daß sich die Ari­er damit schwer tun, ins­be­son­de­re Ange­hö­ri­ge der angeb­li­chen Eli­te, wenn sie per Pro­mo­ti­on mehr schei­nen wol­len als sie sind. Was in Pro­mo­tio­nen an Zitat-Kenn­zeich­nung unter­schla­gen wird, erscheint dann gehäuft und falsch anders­wo. Oft haben Anfüh­rungs­stri­che die Auf­ga­be der Distan­zie­rung. D. h. daß in Anfüh­rungs­stri­che gesetz­te Wör­ter durch den Ver­fas­ser auch als aus sei­ner Sicht falsch gekenn­zeich­net wer­den kön­nen. Wenn im vor­lie­gen­den Fall die recht­li­che Ver­tre­tung der um ihr Recht rin­gen­den und für die Ver­tre­tung ihrer Rech­te viel Geld zah­len­den DDR-Boden­re­form­land-Erben die demo­kra­ti­sche Boden­re­form in Anfüh­rungs­stri­che setzt, dann ist das wie wenn ein Eigen­tü­mer von Nichts »Alt­ei­gen­tü­mer« genannt wird. Dann distan­ziert sich die Anwalts­kanz­lei von der demo­kra­ti­schen Rechts­grund­la­ge der DDR und des Rechts­ver­lan­gens ihrer Bür­ger, nicht trotz, son­dern wegen der Volks­ab­stim­mun­gen und dem Mehr­heits­wil­lens der Deut­schen 1945 und in den nach­fol­gen­den Jah­ren, dann ist in die­ser Schreib­wei­se schon die Wei­chen­stel­lung zur Aner­ken­nung des geg­ne­ri­schen Rechts­stand­punk­tes und also zum Urteil gegen die DDR-Eigen­tü­mer gestellt. Und die DDR-Bür­ger sind hier schon voll­ver­arscht, ohne daß sie das über­haupt mit­be­kom­men müssen.

27. Die­ser Auf­satz zeigt auch, daß der DDR-Bür­ger, wenn er viel Geld dafür auf­brin­gen kann und will, sich sogar von den rich­ti­gen Kanz­lei­en ver­tre­ten las­sen darf – für die Stun­den- und sons­ti­gen Sät­ze einer Recht­schutz­ver­si­che­run­gen heben die Anwäl­te, um die es hier geht, ihre ver­gol­de­ten Ärsche nicht ein­mal aus ihren Ses­seln. Das ist aber nichts ande­res als lega­li­sier­ter Raub. Oder auch die anschluß­be­ding­te Zwangs­teil­nah­me des DDR-Bür­gers an einer Lot­te­rie, die für ihn nur Nie­ten ent­hält. Wie ab Ende Janu­ar 1933 im Deut­schen Reich für den Gel­tungs­ju­den. Denn Kla­gen oder sich kos­ten­pflich­tig beschwe­ren zu dür­fen ohne jeg­li­che Aus­sicht auf Erfolg, erfüllt den Straf­tat­be­stand des Rau­bes, hier schwe­rer Raub; der Streit­wert in Stras­bourg wur­de sei­ner­zeit auf ca. 7 Mrd. Euro geschätzt. Das ist min­des­tens das Dop­pel­te allen jüdi­schen Eigen­tums im Deut­schen Reich 1933. Die Zahl der betrof­fe­nen Per­so­nen über­steigt eben­falls die der Betrof­fe­nen Gel­tungs­ju­den unter Hit­ler. Allein die Bodenreform-Arisierungen!

27a. Und nicht nur die Polit­niks, die um die Stim­men der DDR-Bür­ger buh­len, ver­ar­schen sie. Ob Spie­gel oder FAZ, Sprin­ger oder super-illu, kein Medi­um, kein angeb­li­cher Qualitäts‑, kein Gos­sen-Jour­na­lis­mus, nicht spe­zi­ell fürs Ghet­to, nicht für die Brd-Ari­er, inter­es­sier­te und inter­es­siert sich für die Rech­te der und das Unrecht gegen die DDR-Bür­ger, für Ver­zweif­lung, Ruin, Krank­heit, Tod aus die­ser Quel­le. Die DDR-Bür­ger dür­fen zwar Zwangs-GEZ zah­len, aber kein Bri­sant, Moni­tor, Escher, river­boat usw. hat je die Staats-Ver­bre­chen gegen die DDR-Bür­ger auch nur zur Spra­che gebracht. Als hät­ten die soge­nann­ten Öffent­lich-Recht­li­chen kei­ne Sat­zun­gen! Und kei­ne Jour­na­lis­ten-Schu­le, kei­ne ger­ma­nis­ti­sche Fakul­tät klärt über den Unrechts- und Recht­fer­ti­gungs-Falsch­sprech auf. Preis­fra­ge: War­um dür­fen authen­ti­sche und ehr­li­che DDR-Bür­ger weder Rek­to­ren, noch Inten­dan­ten noch Mode­ra­to­ren von Live-Sen­dun­gen sein? Wie unter Adolf Juden der­glei­chen nicht durften.

28. Übri­gens: Den zwei­ten Dok­tor­ti­tel soll Frau Dr. Dr. ihrem hel­den­haf­ten und sehr ein­träg­li­chen Ein­satz für die Boden­re­form ver­dan­ken, soge­nann­ter Streit­wert, wie gesagt, 7 Mrd., wonach sich der peku­niä­re Ertrag für die angeb­li­che recht­li­che Ver­tre­tung ja rich­tet! Womit wir hier auch ange­zeigt haben, wozu angeb­li­che Rech­te gut sind, die für die Ent­rech­te­ten nichts tau­gen. Jeden­falls nicht dazu, in ihre Rech­te wie­der ein­ge­setzt zu wer­den. Auch das wie unter Adolf: Der ari­sche Anwalt, der den Juden, der es nach den Nürn­ber­ger Geset­zen ab spä­tes­tens 1935 nicht mehr selbst durf­te, vor Gericht ver­tre­ten hat, hat dies – neb­bich – nur getan, solan­ge der Jude noch Geld hat­te, den ari­schen Anwalt zu bezah­len. Die Pseu­do­wahr­neh­mung der Rech­te des Juden, der ab 1933 die sel­be Chan­ce auf Recht hat­te wie der DDR-Bür­ger seit 1990, war nur eine Ver­län­ge­rung der Ari­sie­rung sei­nes Eigen­tums in völ­li­ger Ent­rech­tung. Und zuwei­len schaut dann sogar noch ein Dok­tor­ti­tel bei raus.

Auch das heu­te nicht anders als damals. Q.e.d. – was zu bewei­sen war.

Lek­ti­on 11 als Video:

Bild: Am 11. Sep­tem­ber 1945 erleb­ten die Gemein­den Rockau, Cun­ners­dorf und Hel­fen­berg bei Dres­den die Auf­tei­lung des ehe­ma­li­gen »König­li­chen Rit­ter­gu­tes« Hel­fen­berg bei Dres­den. Demons­tra­ti­ons­zug durch Tor mit Über­schrift »Her­ren­zeit aus«, Pla­kat mit Text »Freie Bau­ern auf frei­er Schol­le« (Bun­des­ar­chiv, Bild 183 – 32584-0002 / CC-BY-SA 3.0)

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