Impe­ria­lis­mus und Gre­at Reset: Eine vier­te impe­ria­lis­ti­sche Epo­che? (Teil 7.1)

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Dies ist der sieb­te Teil einer mehr­tei­li­gen Serie von Jan Mül­ler zur aktu­el­len Impe­ria­lis­mus­de­bat­te in der kom­mu­nis­ti­schen Bewe­gung. Sie beinhal­tet fol­gen­de­ne Teile:

1. Ein­lei­tung & Marx­sche Methode

2. Klas­si­scher Impe­ria­lis­mus (1895 – 1945)

3. Der Spät­ka­pi­ta­lis­mus (1945 – 1989)

4. Die expan­si­ve Pha­se des neo­li­be­ra­len Kapi­ta­lis­mus (1989 – 2007)

5. Der Neo­li­be­ra­lis­mus in der Kri­se (seit 2007)

6. Chi­nas Auf­stieg und der Abstieg des Wes­tens (bis 2020)

7. Eine vier­te impe­ria­lis­ti­sche Epoche?

7.1 Der Gre­at Reset

7.2 Die Kli­ma-Hys­te­rie von 2019 als Vorspiel

7.3 Die Coro­na-Hys­te­rie von 2020 bis 2022

7.4 Der Drit­te Weltkrieg

7.5 Exkurs: Die Dis­kus­si­on um den Cha­rak­ter Russ­lands inner­halb der Kom­mu­nis­ti­schen Organisation

8. Schluss­fol­ge­run­gen zum Imperialismus

7. Eine vier­te impe­ria­lis­ti­sche Epoche?

Hegel stel­le zu Recht fest: »Die Eule der Miner­va beginnt erst mit der ein­bre­chen­den Däm­me­rung ihren Flug.«1 Damit meint er, dass man die Grund­merk­ma­le einer Epo­che erst dann erken­nen kann, wenn sie abge­schlos­sen ist. Das gilt selbst für genia­le Mar­xis­ten wie Lenin, Trotz­ki und Man­del. Die fol­gen­den Aus­sa­gen sind also zwangs­läu­fig spekulativ.

Wie eine vier­te impe­ria­lis­ti­sche Epo­che aus­sieht und ob es sie über­haupt geben wird, ist alles ande­re als sicher. Wir sehen seit 2019 ver­zwei­fel­te Ver­su­che der Olig­ar­chen, der all­ge­mei­nen Kri­se des – west­li­chen – Kapi­ta­lis­mus zu ent­kom­men. Sie gehen dabei immer rück­sichts­lo­ser gegen­über der eige­nen Bevöl­ke­rung vor. Ob sie Erfolg haben, kann heu­te unmög­lich gesagt werden.

Aller­dings gelang es den Kapi­ta­lis­ten in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der aus den Kri­sen des Kapi­ta­lis­mus gestärkt her­vor­zu­ge­hen, not­falls mit­tels Faschis­mus und Welt­krieg. Zen­tra­les Ele­ment war immer die Stei­ge­rung der Mehr­wer­tra­te durch Lohn­kür­zun­gen – direkt oder indi­rekt. Erst auf der Basis spru­deln­der Gewin­ne inves­tier­ten die Kapi­ta­lis­ten gro­ße Geld­be­trä­ge in damals neue Tech­ni­ken wie Kern­ener­gie, Ölche­mie, Com­pu­ter, lang­fris­ti­ge Kon­sum­gü­ter wie das Auto­mo­bil und das Inter­net. Erst die­se Inves­ti­ti­ons­schü­be lös­ten eine Hoch­kon­junk­tur aus, die die Arbeits­kräf­te knapp wer­den ließ. Dadurch konn­ten die Arbei­ter eine so gro­ße Ver­hand­lungs­macht errei­chen, dass sie beträcht­li­che Lohn­er­hö­hun­gen durch­set­zen konn­ten. Dies ermög­lich­te es ihnen die von ihnen pro­du­zier­ten Güter selbst zu kau­fen. Hier­durch wur­de der Auf­schwung für eine gewis­se Zeit selbst­tra­gend. Bis sich das Gesetz des ten­den­zi­el­len Falls der Pro­fi­tra­te wie­der bemerk­bar machte.

Es ist anzu­neh­men, dass die Kapi­ta­lis­ten auch heu­te ver­su­chen wer­den aus der säku­la­ren Kri­se des Kapi­ta­lis­mus durch eine mas­si­ve Stei­ge­rung der Mehr­wer­tra­te zu ent­kom­men. In die­sem Sin­ne könn­ten die Ereig­nis­se wie die Kli­ma-Hys­te­rie von 2019, die Coro­na-Hys­te­rie von 2020 bis 2022, der Ukrai­ne­krieg ab 2022 und der Wirt­schafts­krieg der USA gegen Euro­pa 2022 inter­pre­tiert wer­den. Allen die­sen Ereig­nis­sen ist gemein­sam, dass die Bevöl­ke­rung des Wes­tens Ultra­schocks aus­ge­setzt wird, die bewir­ken, dass sie eine radi­ka­le Absen­kung des Lebens­stan­dards hin­nimmt. Nach einer Peri­ode von viel­leicht 10 bis 15 Jah­ren wür­de sich erneut ein selbst­tra­gen­der Auf­schwung auf kapi­ta­lis­ti­scher Grund­la­ge ein­stel­len, gestützt auf die neu­en Leit­sek­to­ren Bio­tech­no­lo­gie und rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­er­zeu­gung und zusätz­lich befeu­ert durch die Wie­der­auf­bau­kon­junk­tur der vor­her kon­trol­liert zer­stör­ten euro­päi­schen Indus­trie. Das ist zumin­dest die Hoff­nung eini­ger Beob­ach­ter die­ser Ent­wick­lung wie der His­to­ri­ke­rin Andrea Kom­lo­sy.2

Die Vor­aus­set­zung für einen sol­chen Auf­schwung wäre, dass zumin­dest auf glo­ba­ler Ebe­ne die Anzahl der aus­ge­beu­te­ten Lohn­ar­bei­ter zunimmt, so wie das nach 1945 und 1989 pas­siert ist. Aber die Olig­ar­chen glau­ben selbst nicht an eine sol­che Ent­wick­lung. Ganz im Gegen­teil gehen sie davon aus, dass die enorm pro­duk­ti­ve Indus­trie 4.0 den größ­ten Teil der heu­ti­gen Arbei­ter außer Kurs set­zen und zu Almo­sen­emp­fän­gern degra­die­ren wür­de. Als größ­tes Pro­blem der Gegen­wart sehen sie die Fra­ge, was mit die­sen – aus Sicht des Kapi­tals – über­flüs­si­gen Men­schen gesche­hen soll. Die west­li­chen Olig­ar­chen wol­len ihren Reich­tum und ihre Macht den­noch behal­ten. Aber sie neh­men offen­bar Kurs auf eine neue Pro­duk­ti­ons­wei­se, die nicht mehr den kapi­ta­lis­ti­schen Gesetz­mä­ßig­kei­ten ent­spricht. Damit las­sen sich die Ereig­nis­se nach 2019 bes­ser erklä­ren als Ver­su­che, einen Auf­schwung auf kapi­ta­lis­ti­scher Grund­la­ge zu erreichen.

Den­noch wäre ein neu­er kapi­ta­lis­ti­scher Auf­schwung theo­re­tisch mög­lich, aber nur dann, wenn Chi­na die USA als füh­ren­de Welt­macht ablöst (sie­he dazu Abschnitt 7.4.6.).

7.1. Der Gre­at Reset

Bei dem Gre­at Reset han­delt es sich kei­nes­falls um eine Ver­schwö­rungs­theo­rie, wie Fak­ten­che­cker und Main­stream­m­e­di­en unab­läs­sig behaup­ten, son­dern um eine Initia­ti­ve des World Eco­no­mic Forums, dem Dis­kus­si­ons­fo­rum der reichs­ten Män­ner der Welt. Zugleich ist The Gre­at Reset auch der eng­li­sche Titel des 2020 erschie­ne­nen Buches Covid-19 – Der gro­ße Neu­start von Klaus Schwab und Thier­ry Mal­ler­et. Klaus Schwab ist bekannt­lich Grün­der und Direk­tor des World Eco­no­mic Forum. Schwab ist selbst kein Mil­li­ar­där, son­dern nur Mil­lio­när. Sei­ne Rol­le ist dem­nach nicht die eines Machers, son­dern wohl eher die eines Mode­ra­tors und Diskussionsleiters.

Im Fol­gen­den soll unter Gre­at Reset der zen­tra­le Plan unse­rer Olig­ar­chen ver­stan­den wer­den, die säku­la­re Kri­se des Kapi­ta­lis­mus durch eine ver­schärf­te Aus­beu­tung zu über­win­den. Sie ver­schwei­gen ihre teil­wei­se mons­trö­sen Plä­ne auch gar nicht. Wäh­rend Schwabs Buch Covid-19 – Der gro­ße Neu­start noch in einer blu­mi­gen, wol­ki­gen Mar­ke­ting­spra­che gehal­ten ist, redet der israe­li­schen His­to­ri­kers Yuval Noah Hara­ri in sei­nem Buch Homo Deus von 2016 Klar­text. Die Olig­ar­chen kön­nen sich das leis­ten, wis­sen sich doch genau, dass die Medi­en sie gegen jede Kri­tik abschir­men wer­den. Auch Hara­ri ist ein Lieb­ling und Dau­er­gast im World Eco­no­mic Forum.

Vie­le Lin­ke erklä­ren die Beschäf­ti­gung mit dem World Eco­no­mic Forum und dem Gre­at Reset schlank­weg zur Ver­schwö­rungs­theo­rie. Auch noch so rei­che Kapi­ta­lis­ten hät­ten nie­mals so viel Macht, um die Geschi­cke der Welt bestim­men zu kön­nen, heißt es.

Eine sol­che Aus­sa­ge mag für den Kapi­ta­lis­mus der frei­en Kon­kur­renz (bis 1895) zutref­fen. Aber war nicht bereits die Bil­dung von Mono­po­len im klas­si­schen Impe­ria­lis­mus eine »Ver­schwö­rung«, um den Wett­be­werb in einer bestimm­ten Bran­che aus­zu­schal­ten? Die Zen­tra­li­sa­ti­on des Kapi­tals nahm in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten immer wei­ter zu. Gegen­wär­tig besit­zen die im World Eco­no­mic Forum orga­ni­sier­ten weni­gen 100 Kapi­ta­lis­ten einen gro­ßen Teil des Reich­tums die­ser Erde und ihr Ver­mö­gen wächst wei­ter­hin rasant. Das sind Dimen­sio­nen, wo auch per­sön­li­che Abspra­chen und Abstim­mun­gen pro­blem­los mög­lich sind. Erleich­tert wer­den die­se Abspra­chen noch dadurch, dass Black­rock und Co. im Kern der west­li­chen Indus­trie ohne­hin schon ein gigan­ti­sches Mono­pol auf­ge­rich­tet haben.

Nicht die Beschäf­ti­gung mit den Plä­nen der Eli­ten ist irre, son­dern die­se Plä­ne selbst sind es. Sie sind jeden­falls von einer Skru­pel­lo­sig­keit und Eises­käl­te geprägt, die jedem nor­ma­len Men­schen den Atem rau­ben. Das zu erken­nen ist eine Zumu­tung. Aber die auf­ein­an­der­fol­gen­den Schock­wel­len von der Kli­ma-Hys­te­rie von 2019 bis zum Ukrai­ne­krieg 2022 las­sen kei­ne ande­re Schluss­fol­ge­rung zu, als dass ihre Ursa­chen im Kern der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se zu suchen sind. Nur so las­sen sich die auf den ers­ten Blick absur­den Ereig­nis­se und schein­bar hane­bü­che­nen Fehl­leis­tun­gen von Poli­ti­kern, Wis­sen­schaft­lern und Medi­en erklären.

Da die­se Plä­ne der glo­ba­len Eli­te von vie­len Lin­ken rund­weg abge­strit­ten wer­den, sol­len im Fol­gen­den anhand der Büchern Die Vier­te Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on, Covid-19 – Der gro­ße Neu­start von Schwab und Homo Deus von Yuval Noah Hara­ri genau­er beschrie­ben wer­den. Dar­auf fol­gen­den dann die Beschrei­bun­gen der Kli­ma-Hys­te­rie von 2019, der Coro­na-Hys­te­rie von 2020 bis 2022 und des Drit­ten Welt­krie­ges ab 2022, von dem der Ukrai­ne­krieg nur einer von vie­len Kriegs­schau­plät­zen ist. Sie wer­den ver­stan­den als Schrit­te, die Plä­ne der Olig­ar­chen umzusetzen.

7.1.1. Die Vier­te Indus­tri­el­le Revolution

Klaus Schwab und die im World Eco­no­mic Forum zusam­men­ge­schlos­se­nen Olig­ar­chen gehen davon aus, dass wir mit­ten in einer Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on ste­hen.3

Die Peri­odi­sie­rung der Indus­tri­el­len oder Wis­sen­schaft­lich-Tech­ni­schen Revo­lu­tio­nen stim­men nicht mit den ent­spre­chen­den mar­xis­ti­schen Defi­ni­tio­nen über­ein (sie­he dazu Kapi­tel 2). Das ist auch kein Zufall, denn Schwab und Co. haben einen Tun­nel­blick auf den tech­ni­schen Fort­schritt ent­wi­ckelt, der nur bestimm­te Fel­der wahr­nimmt und ande­re kom­plett ausblendet.

Die Vier­te Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on begann laut Schwab an der Jahr­tau­send­wen­de. Ihre Merk­ma­le sind das mobi­le Inter­net, das Inter­net der Din­ge, basie­rend auf klei­nen leis­tungs­fä­hi­ge­re Sen­so­ren, Künst­li­che Intel­li­genz, Robo­tik und 3D-Druck, sowie Durch­brü­che im Bereich der Bio­tech­no­lo­gie, hier ins­be­son­de­re die Gen­sche­ren der CRISPR-Technik.

Die in Deutsch­land dis­ku­tier­te Indus­trie 4.0 ist nach Schwab ein Teil­be­reich der Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on. Sie beab­sich­tigt die Ver­zah­nung der indus­tri­el­len Pro­duk­ti­on mit digi­ta­len Tech­no­lo­gien zum Zweck der Opti­mie­rung glo­ba­ler Wert­schöp­fungs­ket­ten. Dies ermög­licht es, Pro­duk­te voll­stän­dig gemäß den Kun­den­wün­schen zu gestal­ten. Aller­dings zeigt Schwab in der Fol­ge kei­ner­lei Inter­es­se an phy­si­scher Produktion.

Schwab behaup­tet, die Vier­te Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on lau­fe mit expo­nen­ti­el­ler Geschwin­dig­keit ab, ver­knüpft viel­fäl­ti­ge Tech­no­lo­gien und gehe mit der Trans­for­ma­ti­on gan­zer Gesell­schaf­ten ein­her.4 Wei­te­re Ent­wick­lun­gen, die in Kür­ze ein­satz­be­reit sein sol­len, sind Nano­tech­no­lo­gien, neue Mate­ria­li­en wie Gra­phen und Quantencomputer.

Es wer­den Fir­men mit dis­rup­ti­ven Geschäfts­mo­del­len auf­tre­ten. Als Bei­spie­le nennt er AirBnB und Uber. Das sind bei­des Fir­men, wel­che die Ver­ar­mung der Beschäf­tig­ten in immer neue Höhen getrie­ben und in Kali­for­ni­en zu einer Epi­de­mie der Obdach­lo­sig­keit auch des Mit­tel­stan­des geführt haben.

Über­haupt wer­den Arbei­ter die Ver­lie­rer der Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on sein. Nach einer von Schwab zitier­ten Stu­die wer­den in 20 Jah­ren in den USA 47% der Arbeits­plät­ze ver­schwin­den und durch Robo­ter ersetzt wer­den. Die KIs sol­len auch hoch­kom­ple­xe geis­ti­ge Arbei­ten über­neh­men kön­nen. Schwab geht davon aus, dass Mit­te der 20er Jah­re 90% aller in den Medi­en erschie­ne­nen Tex­te von Robo­tern erstellt wer­den und zwar ohne dass ein Mensch in irgend­ei­ner Wei­se dar­an betei­ligt wäre. Hoch­kom­ple­xe Algo­rith­men kön­nen laut Schwab Tex­te in jedem belie­bi­gen, auf eine bestimm­te Leser­schaft zuge­schnit­te­nen Stil erzeugen.

Die Fest­an­stel­lung gehört der Ver­gan­gen­heit an. Genau wie das Uber und Co. schon prak­ti­zie­ren, wer­den die letz­ten noch nicht auto­ma­ti­sier­ba­ren Arbei­ten von Schein­selb­stän­di­gen ohne jede sozia­le Absi­che­rung erle­digt wer­den, die sich müh­sam von Pro­jekt zu Pro­jekt han­geln und am Ende doch auf der Stre­cke blei­ben, weil sie von jün­ge­ren und leis­tungs­fä­hi­ge­ren Kon­kur­ren­ten aus­ge­sto­chen wer­den.5

Die Men­schen müs­sen zudem zuguns­ten des Kli­mas auf ihren lieb­ge­wor­de­nen Kon­sum ver­zich­ten. Wenn sie das nicht frei­wil­lig tun, soll­ten sie dazu gezwun­gen werden:

Drit­tens kön­nen neue Infor­ma­ti­ons­flüs­se und zuneh­men­de Trans­pa­renz dazu bei­tra­gen, dass Bür­ger ihr Ver­hal­ten ver­än­dern, um es den wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Nor­men für ein nach­hal­ti­ges Kreis­lauf­sys­tem anzupassen.

Gemeint ist mit die­sen Sät­zen, dass den nor­ma­len Men­schen ein fixes, recht nied­ri­ges Koh­len­stoff­bud­get zuge­teilt wer­den kann, dass sie nicht über­schrei­ten dür­fen. Dies kann zum Bei­spiel mit der Aus­ga­be einer Koh­len­stoff­kar­te rea­li­siert wer­den.6

Schwab nennt an einer Stel­le sei­nes Buches meh­re­re beson­ders nach­ah­mens­wer­te Pro­jek­te »Urba­ner Inno­va­tio­nen«. Sie zei­gen anschau­lich, wie abwe­gig und men­schen­feind­lich das ist, was Schwab und die Mil­li­ar­dä­re des WEF als tech­ni­schen Fort­schritt aus­ge­ben. Hier soll nur der digi­tal umpro­gram­mier­ba­re Raum als Bei­spiel ange­führt werden:

Die Nut­zung von Gebäu­den wird sich im Hand­um­dre­hen ver­än­dern las­sen – vom Thea­ter zur Sport­hal­le zur Begeg­nungs­stät­te zum Nacht­club und so wei­ter. Dies wür­de den urba­nen Fuß­ab­druck ins­ge­samt ver­klei­nern und Städ­ten ermög­li­chen, aus weni­ger mehr zu machen.7

Öffent­li­che Ein­rich­tun­gen sind auf eine bestimm­te Nut­zung opti­miert und ent­spre­chend gebaut. Es ist nicht ersicht­lich, wie das durch eine digi­ta­le Pro­gram­mie­rung geän­dert wer­den könn­te. Es wäre zwar denk­bar, All­zweck­ge­bäu­de zu bau­en, aber sie wür­den kei­ne opti­ma­le Nut­zung, zum Bei­spiel als Thea­ter oder Sport­hal­le, ermög­li­chen. Außer­dem wäre natür­lich nur eine Nut­zung pro Zeit­ein­heit mög­lich. Das heißt, wenn zum Bei­spiel ein Hand­ball­spiel statt­fin­det, müss­te das Thea­ter eben für den Abend pau­sie­ren. Letzt­lich schlägt Schwab vor, die öffent­li­che Infra­struk­tur mas­siv zurückzubauen.

Wie gesagt, Schwab und die west­li­chen Olig­ar­chen haben einen Tun­nel­blick auf den mensch­li­chen Fort­schritt und er inter­es­siert sie im Grun­de genom­men nur auf zwei Fel­dern: Com­pu­ter und Künst­li­che Intel­li­genz einer­seits sowie Bio­tech­no­lo­gie andererseits.

Das gro­ße Feld der Ener­gie­ver­sor­gung wird total aus­ge­blen­det. Da Schwab ein Anhän­ger des Kli­manar­ra­tivs ist, ist davon aus­zu­ge­hen, dass er sich die Zukunft der Ener­gie­ver­sor­gung aus­schließ­lich durch erneu­er­ba­re Ener­gien, also Wind­kraft und Pho­to­vol­ta­ik vor­stellt. Da die­se weit­aus weni­ger leis­tungs­fä­hig sind als das bis­he­ri­ge Ener­gie­sys­tem, bleibt für die ein­fa­chen Men­schen nicht viel übrig. Aber ihr Lebens­stan­dard wird ja ohne­hin sin­ken, so die »Pro­phe­zei­ung« von Schwab.

Von all den auf­ge­zähl­ten tech­no­lo­gi­schen »Durch­brü­chen« haben nor­ma­le Men­schen kaum Vor­tei­le son­dern nur Nach­tei­le in Form von Arbeits­platz­ver­lus­ten durch KI und Robo­ter und einer lücken­lo­sen Überwachung.

Es ist bezeich­nend, wel­che Berei­che eines mög­li­chen tech­ni­schen Fort­schritts Schwab nicht nennt:

  1. Ener­gie­er­zeu­gung: Fort­schritt­li­che Kern­spal­tungs­re­ak­to­ren wie der Dual-Flu­id-Reak­tor, der Schnel­le Brü­ter und die Kernfusion
  2. Künst­li­che Koh­len­was­ser­stof­fe als CO2-frei­es Benzin
  3. Plas­ma­ver­ga­sung zum unbe­grenz­ten Recy­cling aller Rohstoffe
  4. Atom­schif­fe und Atomeisbrecher
  5. Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­ge
  6. Ver­ti­ka­le Land­wirt­schaft und Kunstfleisch
  7. Wie­der­be­wal­dung der Sahara
  8. Pas­sa­gier­über­schall­flug­zeu­ge wie die Con­cor­de und die Tu-144
  9. Trag­flü­gel- und Luftkissenboote
  10. Mond­sta­tio­nen
  11. Mars­lan­dun­gen

Vie­le die­ser Erfin­dun­gen könn­ten zu einen Über­fluss an bil­li­ger Ener­gie füh­ren und das ganz ohne den Aus­stoß von CO2. Sie wür­den damit die Lebens­ver­hält­nis­se aller Men­schen wesent­lich ver­bes­sern und zugleich vie­le siche­re, gut bezahl­te Arbeits­plät­ze schaf­fen. Sie wür­den zudem die phy­si­sche Mobi­li­tät wesent­lich beschleu­ni­gen und den Güter­trans­port verbilligen.

An all dem haben die Olig­ar­chen kei­ner­lei Inter­es­se. Bei Dis­kus­sio­nen inner­halb der Eli­ten wird das auch gar nicht ver­schwie­gen. So sag­te der bekann­te Eli­ten­be­ra­ter Jere­my Rif­kin: »Die Aus­sicht bil­li­ger Fusi­ons­en­er­gie ist das schlimms­te was dem Pla­ne­ten pas­sie­ren könn­te.«8 Man will also gera­de nicht, dass es den Men­schen zu gut geht.

Da Schwab und mehr noch die hin­ter ihm ste­hen­den Olig­ar­chen über sehr viel Macht ver­fü­gen, ist das Sze­na­rio der Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on kei­ne rei­ne Vor­her­sa­ge, son­dern viel­mehr eine Ansa­ge: So und nicht anders wird die Zukunft aus­se­hen. Stellt euch gefäl­ligst dar­auf ein!

7.1.2. Die Neue Normalität

Schwab und die hin­ter ihm ste­hen­den Olig­ar­chen sehen in der Coro­na-Pan­de­mie eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit, die Zie­le der Vier­ten Indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on auch gegen den Wil­len der Men­schen durch­zu­drü­cken. Die Pan­de­mie kam für die­se Herr­schaf­ten zum best­mög­li­chen Zeit­punkt so dass man den Ver­dacht haben könn­te, dass nach­ge­hol­fen wur­de. Hier­für gibt es in der Tat zahl­rei­che Hinweise.

Die wuch­ti­ge Ein­lei­tung von Covid-19 – Der gro­ße Neu­start, geschrie­ben von jeman­dem mit viel rea­ler Macht oder zumin­dest mit viel Ein­blick in die Plä­ne der Mäch­ti­gen, lässt durch­aus erken­nen, wohin die Rei­se geht. Schwab schrieb Mit­te 2020 zur Coronakrise:

Vie­le von uns fra­gen sich, wann sich die Din­ge wie­der nor­ma­li­sie­ren wer­den. Die kur­ze Ant­wort lau­tet: nie­mals. Nichts wird jemals wie­der so sein wie zuvor. Die Nor­ma­li­tät in dem Sin­ne, wie wir sie kann­ten, ist zu Bruch gegan­gen und die Coro­na­vi­rus-Pan­de­mie stellt einen grund­le­gen­den Wen­de­punkt auf unse­rem glo­ba­len Kurs dar.

Die Welt, wie wir sie in den ers­ten Mona­ten des Jah­res 2020 kann­ten, gibt es nicht mehr, sie hat sich im Kon­text der Pan­de­mie auf­ge­löst. Es kom­men der­art radi­ka­le Ver­än­de­run­gen auf uns zu, dass man­che Exper­ten bereits von der Zeit ‚vor Coro­na‘ (BC) und ‚nach Coro­na‘ (AC) spre­chen.9

Das war eine kla­re Ansa­ge. In der alten Nor­ma­li­tät konn­ten immer­hin die meis­ten Men­schen eini­ger­ma­ßen ein Aus­kom­men fin­den – auch wenn das immer schwie­ri­ger wurde.

In ihrem Buch hoff­ten Schwab und Mal­ler­et offen­bar noch, dass die Pan­de­mie, genau­er die Maß­nah­men zu ihrer Ein­däm­mung, wie eine Bom­be auf die Welt­wirt­schaft wir­ken wür­den. Sie gin­gen aus von:

  1. Einem Wirt­schafts­ab­schwung von 20 bis 30%.
  2. Einer Arbeits­lo­sig­keit von 25% der Bevöl­ke­rung und mehr.
  3. Dass das Virus, genau­er gesagt die Maß­nah­men zu sei­ner Bekämp­fung, bis zu einem Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung töten wür­den.10

Es wür­de ihrer Mei­nung nach Jah­re dau­ern, bis in den meis­ten Län­dern die Gesamt­grö­ße der Wirt­schaft wie­der den Stand vor der Pan­de­mie erreicht.

Ein sol­cher Ultra­schock wäre nur denk­bar bei jah­re­lan­gen strengs­ten Lock­downs, wie sie Argen­ti­ni­en, Aus­tra­li­en und Neu­see­land tat­säch­lich durch­ge­führt hat­ten. In den meis­ten ande­ren Län­dern ver­hin­der­ten zahl­rei­che, vom WEF wohl nicht erwar­te­te Pro­tes­te, dass es so weit gekom­men ist. Auch wur­den zahl­rei­che im März 2020 wie aus dem Nichts auf­ge­tauch­te Behand­lungs­emp­feh­lun­gen von Covid-19-Kran­ken wie eine rasche inva­si­ve Beatmung und feh­ler­haf­te Medi­ka­men­ten­ver­ord­nun­gen auf­grund ärzt­li­cher Inter­ven­tio­nen schließ­lich auf­ge­ge­ben, was allein die Todes­ra­te des Virus erheb­lich absenkte.

Wirt­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen sahen Schwab und Mal­ler­et als Fol­ge der Pan­de­mie vor allem in drei Bereichen:

  1. Absen­kung des rea­len Lebens­stan­dards der Menschen
  2. Eine zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung, was zwangs­läu­fig zu mas­si­ven Arbeits­platz­ver­lus­ten auch nach der Pan­de­mie führt
  3. Decou­pling zwi­schen dem Wes­ten und China

7.1.3. Real­lohn­ab­sen­kun­gen

In blu­mi­gen Wor­ten beschrei­ben Schwab und Mal­ler­et, dass wir alle eigent­lich zu gut gelebt hät­ten und dass die Covid-19-Kri­se die idea­le Gele­gen­heit sei, unse­ren Kon­sum abzu­sen­ken. Dies sei auf­grund des Kli­mas drin­gend geboten.

Zu die­sem Zweck wur­de bewusst eine Schock­stra­te­gie genutzt, was Schwab und Mal­ler­et auch zugeben:

Mona­te­lang dreh­ten sich alle Nach­rich­ten in den Medi­en fast aus­schließ­lich um das Coro­na­vi­rus und waren damit zwangs­läu­fig prak­tisch immer schlech­te Nach­rich­ten. Uner­bitt­li­che Berich­te über Todes­fäl­le, Anste­ckun­gen und all die ande­ren Din­ge, die schief­ge­hen könn­ten, sorg­ten zusam­men mit emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen Bil­dern dafür, dass unse­re kol­lek­ti­ve Phan­ta­sie in der Sor­ge um uns selbst und unse­re engs­ten Ange­hö­ri­gen ver­rückt­spiel­te. Eine solch beun­ru­hi­gen­de Atmo­sphä­re hat­te kata­stro­pha­le Aus­wir­kun­gen auf unser psy­chi­sches Gleich­ge­wicht.11

Die­se medi­en­ge­mach­ten Ängs­te wur­den durch ganz rea­le Aus­wir­kun­gen der Lock­downs wie Ein­kom­mens- und Arbeits­platz­ver­lus­ten wei­ter ver­stärkt. Aus­gangs­be­schrän­kun­gen, Social Distancing- und räum­li­che Abstands­re­geln haben die sozia­len Bezie­hun­gen der Men­schen weit­ge­hend zum Erlie­gen gebracht. Das geschah genau zu den Zei­ten, wo die Men­schen die­se Bezie­hun­gen am meis­ten gebraucht hät­ten. Ritua­le wie Hän­de­schüt­teln, Umar­mun­gen, Küs­se und vie­les ande­re wur­de unter­bun­den. Ein­sam­keit und Iso­la­ti­on waren die Fol­ge. Wie der Sci­ence-Fic­tion-Autor Wil­liam Gib­son fest­stell­te: »Unse­re Welt stülpt sich um.«12

Kein Virus hat aller­dings Medi­en und Regie­run­gen gezwun­gen, andau­ernd Panik zu ver­brei­ten und die sozia­len Bezie­hun­gen der Men­schen still­zu­le­gen. Es han­del­te sich viel­mehr um eine bewuss­te Stra­te­gie, wie unter ande­rem das Panik­pa­pier aus dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um zeigt. Das kol­lek­ti­ve see­li­sche Wohl­be­fin­den der Mensch­heit wur­de also bewusst angeknackst.

Die­se Situa­ti­on soll genutzt wer­den, um die Men­schen auf ande­re gesell­schaft­li­che Prio­ri­tä­ten ein­zu­stel­len. Die Men­schen sol­len in die­ser Kri­sen­si­tua­ti­on zu der Ein­sicht kom­men, dass ande­re Din­ge wich­ti­ger sei­en als der Kon­sum. Sie sol­len erken­nen, dass die mit Umwelt­zer­stö­rung und Kli­ma­wan­del ver­bun­de­nen Risi­ken nicht mehr trag­bar sind und eine ein­schnei­den­de Kon­sum­re­du­zie­rung erfor­dern. Denn über­mä­ßi­ger Kon­sum sei weder gut für den Ein­zel­nen noch für den Pla­ne­ten.13 Dies pre­di­gen Schwab und Mal­ler­et zu einer Bevöl­ke­rung, die öko­no­misch kaum noch über die Run­den kommt!

Schwab und Mal­ler­et behan­deln auch die For­de­rung nach »Degrowth« bzw. Wachs­tums­rück­nah­me oder Post­wachs­tum mit gro­ßer Sym­pa­thie. Eben­falls Zustim­mung fin­det Akti­vis­mus von Jugend­li­chen, wenn er sich aus Sicht des WEF auf die »rich­ti­gen« Zie­le rich­tet, wie den Kampf gegen den Kli­ma­wan­del, Geschlech­ter­gleich­heit und LGBTQ-Rechte.

Schwab und Mal­ler­et drü­cken ihre Hoff­nung aus, dass nach den Lock­downs Kli­ma­ak­ti­vis­ten ihre Anstren­gun­gen ver­dop­peln wer­den und noch stär­ke­ren Druck auf Unter­neh­men und Regie­run­gen ausüben.

Dabei könn­ten sie von Inves­to­ren unter­stützt wer­den. Fol­gen­des Sze­na­rio wäre denk­bar: Eine Grup­pe grü­ner Akti­vis­ten könn­te ein Koh­le­kraft­werk beset­zen und sei­ne Strom­pro­duk­ti­on zum Erlie­gen brin­gen, wäh­rend gleich­zei­tig Inves­to­ren wie Black­rock im Sit­zungs­saal einer Aktio­närs­ver­samm­lung das­sel­be tun, indem sie dem Werk den Zugang zu Kapi­tal ent­zie­hen und es so still­le­gen. Dar­über, dass dann Mil­lio­nen Men­schen wort­wört­lich im Kal­ten sit­zen, wenn die Strom­erzeu­gung mit Fern­wär­me gekop­pelt ist, machen sich Schwab und Co. kei­ne Gedan­ken.14

Die Pan­de­mie und die Lock­downs sol­len gezielt genutzt wer­den, um die Men­schen auf eine »umwelt­freund­li­che« Lebens­wei­se, auf ein ein­fa­che­res Leben mit einer weit­aus gerin­ge­ren Mobi­li­tät ein­zu­stel­len: Weni­ger Auto fah­ren und flie­gen, weni­ger hei­zen, Urlaub nur in der Nähe des Wohn­or­tes, mehr im Home­of­fice arbei­ten.15

Zum einen schär­fe die Kri­se das Risi­ko­be­wusst­sein auch im Bereich des Kli­mas, zum ande­ren gewöh­ne die har­ten Lock­downs die Men­schen dar­an, den Anord­nun­gen der Regie­run­gen klag­los zu gehorchen

Es habe sich gezeigt, dass die CO2-Reduk­ti­on selbst durch har­te Lock­downs viel zu gering war. Wir bräuch­ten statt dessen:

  • eine radi­ka­le und tief­grei­fen­de Sys­tem­ver­än­de­rung der Art und Wei­se, wie wir die Ener­gie erzeu­gen, die wir zum Leben benö­ti­gen. Gemeint ist damit der enorm teu­re Umbau der Ener­gie­infra­struk­tur auf Wind­kraft- und Solar­an­la­gen. Die­ser extrem teu­re Umbau wäre dann weit­aus weni­ger leis­tungs­fä­hig als die bis­he­ri­ge Infra­struk­tur, die auf Kern­ener­gie und Koh­le basiert.
  • Der Rück­bau der Ener­gie­infra­struk­tur erzwingt struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen in unse­rem Kon­sum­ver­hal­ten. Vie­le heu­te selbst­ver­ständ­li­che Kon­sum­gü­ter wer­den in Zukunft nur noch den Rei­chen zur Ver­fü­gung stehen.

Covid-19 bot auch die ein­ma­li­ge Chan­ce, die­se »nach­hal­ti­gen« Umwelt­stra­te­gien umzu­set­zen. Das ist nach­voll­zieh­bar, wur­den doch die Men­schen durch stän­di­ge Hor­ror­nach­rich­ten in den Medi­en über die »gefähr­li­che Seu­che« abge­lenkt. Da war es viel ein­fa­cher, unpo­pu­lä­re Geset­zes­vor­ha­ben durch die Par­la­men­te zu peit­schen. So wur­de das euro­päi­sche Kli­ma­schutz­ge­setz mit­ten im Getö­se um den kom­men­den zwei­ten Lock­down am 7. Okto­ber 2020 in einer ver­schärf­ten Fas­sung vom EU-Par­la­ment ver­ab­schie­det. Irgend­wel­che öffent­li­che Auf­merk­sam­keit erfuhr das Gesetz nicht, obwohl sei­ne Aus­wir­kun­gen gra­vie­rend sein werden.

Die Über­nah­me des CO2-Nar­ra­tivs dient nicht nur dem Zweck, den Lebens­stan­dard der Bevöl­ke­rung abzu­sen­ken, son­dern mit ihm sol­len auch beträcht­li­che Pro­fi­te gene­riert wer­den. Für den Green New Deal stellt die EU bei­spiels­wei­se 900 Mil­li­ar­den Euro zur Ver­fü­gung, die von den Steu­er­zah­lern in die Taschen der Olig­ar­chen gelenkt wer­den. Das sind Pro­fi­te ohne jedes Risiko.

Die Lock­downs sind offen­bar bewusst so zuge­schnit­ten wor­den, dass sie die Men­schen von Din­gen ent­wöh­nen, auf die sie in Zukunft ohne­hin ver­zich­ten sollen.

Beson­ders hef­tig wur­den die Berei­che Kul­tur, Rei­sen und Mobi­li­tät getrof­fen. Zunächst wur­den die Men­schen für Mona­te in ihren Woh­nun­gen ein­ge­sperrt, alle tou­ris­ti­schen und kul­tu­rel­len Ein­rich­tun­gen geschlos­sen. Im Som­mer 2020 wur­den sie – nach 4 Mona­ten Lock­down – wie­der geöff­net aber so, dass ihre Benut­zung für die Men­schen maxi­mal unbe­quem ist: Mas­ken­pflicht, Abstands­ge­bo­te, mas­siv ver­rin­ger­te Kapa­zi­tä­ten, Hygie­ne­kon­zep­te. Auch das Flie­gen wur­de durch Mas­ken­pflicht, peni­ble Kon­trol­len und ver­rin­ger­te Kapa­zi­tä­ten auf den Flug­hä­fen für die Men­schen zu einer gro­ßen Qual gemacht. Sogar Park­plät­ze von belieb­ten Nah­erho­lungs­ge­bie­ten wie dem Harz oder dem NSG Küh­kopf in Hes­sen wur­den von der Poli­zei abge­rie­gelt. Zudem muss­ten die Men­schen, die im Aus­land Urlaub mach­ten, eine zwei­wö­chi­ge Qua­ran­tä­ne ein­hal­ten – was Haus­ar­rest bedeutete.

Schwab und Mal­ler­et machen bru­tal klar: »Für man­che Bran­chen, wie Unter­hal­tung, Tou­ris­mus oder das Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be, ist eine Rück­kehr in eine Situa­ti­on, wie sie vor der Pan­de­mie bestand, in abseh­ba­rer Zeit unvor­stell­bar.«16

In vie­len die­ser Bran­chen, vor allem aber im Hotel- und Gast­stät­ten­ge­wer­be und im Ein­zel­han­del, wer­den klei­ne Unter­neh­men unver­hält­nis­mä­ßig stark betrof­fen sein und beson­ders schnell ver­schwin­den. Denn sie haben eine gerin­ge­re Kapi­tal­de­cke und gerin­ge­re Rück­la­gen als Groß­un­ter­neh­men. Damit wird auch der Mit­tel­stand wesent­lich redu­ziert. Ihr Ver­schwin­den wird auch für die Gemein­den und Städ­te etwa durch den Aus­fall von Gewer­be­steu­ern schmerz­haft zu spü­ren sein. Zugleich steigt die Arbeits­lo­sig­keit und damit geht die Kon­sum­nei­gung der Bevöl­ke­rung zurück.

Über­le­ben und flo­rie­ren wer­den hin­ge­gen die gro­ßen Ket­ten wie Deli­veroo, die von Restau­rants und Kon­su­men­ten glei­cher­ma­ßen Tri­bu­te ein­zie­hen. Wir erin­nern uns: Deli­veroo ver­langt 25% des Umsat­zes der ange­schlos­se­nen Restau­rants. In nor­ma­len Zei­ten hät­te kaum ein Restau­rant-Inha­ber die­sem unver­schäm­ten Ansin­nen zuge­stimmt und Deli­veroo schrieb rote Zah­len. In Zei­ten der Pan­de­mie sah das völ­lig anders aus. Der Staat schloss alle Restau­rants zwangs­wei­se. Wer über­le­ben woll­te, muss­te sich dem erpres­se­ri­schen Ange­bot von Deli­veroo beu­gen, auch wenn das ein Dahin­ve­ge­tie­ren auf Hartz-IV-Niveau bedeu­te­te. Staat­li­cher Zwang ver­schafft also einer Hand­voll Olig­ar­chen siche­re Pro­fi­te ohne jedes Geschäfts­ri­si­ko. Offen­bar soll in Zukunft die gesam­te Wirt­schaft nach dem Modell Deli­veroo funktionieren.

Auch Kinos und Thea­ter wer­den kei­ne Zukunft mehr haben. Flug­ge­sell­schaf­ten, Flug­zeug- und Auto­mo­bil­her­stel­ler, Mes­sen sowie Miet­wa­gen­fir­men wer­den weit­ge­hend ver­schwin­den. Gemein­sa­mer Nen­ner die­ser Ver­än­de­run­gen ist, dass die Men­schen dau­er­haft mehr Zeit bei sich zuhau­se ver­brin­gen wer­den, sowohl um von dort zu arbei­ten als auch um ihre Frei­zeit zu ver­brin­gen. Sogar die Bil­dung soll in Zukunft im Wesent­li­chen per Tele­lear­ning erfol­gen. Das gilt sowohl für Schul- als auch für Uni­ver­si­täts­bil­dung. Die Prä­senz­leh­re bei letz­te­ren wird weit­ge­hend ver­schwin­den. Denn die Men­schen wer­den sich die hohen Stu­di­en­ge­büh­ren beson­ders in den USA in einer Welt, die nach Covid-19 in einer Wirt­schafts­kri­se fest­steckt, schlicht­weg nicht mehr leis­ten kön­nen. Prä­senz­me­di­zin wird durch Tele­me­di­zin ersetzt werden.

Auch Yuval Noah Hara­ri schreibt in bru­ta­ler Offen­heit, dass die meis­ten Län­der erst noch wirk­li­che öko­no­mi­sche und poli­ti­sche Opfer brin­gen müs­sen, um die Lage des Kli­mas zu ver­bes­sern.17

Qua­si neben­her erklärt Hara­ri auch noch, war­um die Kapi­ta­lis­ten seit 1989 der Arbei­ter­klas­se kei­ner­lei Kon­zes­sio­nen mehr machen:

Eine Flut an bil­li­gen Autos, Kühl­schrän­ken, Kli­ma­an­la­gen, Staub­saugern, Geschirr­spü­lern, Wasch­ma­schi­nen, Tele­fo­nen, Fern­se­hern und Com­pu­tern ver­än­der­te [nach dem Zwei­ten Welt­krieg] das All­tags­le­ben so sehr, dass es fast nicht mehr wie­der­zu­er­ken­nen war. Doch Stu­di­en haben gezeigt, dass das sub­jek­ti­ve Wohl­be­fin­den der Ame­ri­ka­ner in den 1990er Jah­ren nicht wirk­lich höher lag als in den 1950er Jah­ren. […] Die schlech­te Nach­richt ist, dass sich die Lage zwar ver­bes­sert hat, gleich­zei­tig aber die Erwar­tun­gen förm­lich explo­diert sind. Dra­ma­ti­sche Ver­bes­se­run­gen der Lage, wie die Mensch­heit sie in den letz­ten Jahr­zehn­ten erlebt hat, über­set­zen sich eher in grö­ße­re Erwar­tun­gen denn in grö­ße­re Zufrie­den­heit. Wenn wir dar­an nichts ändern, dürf­ten uns unse­re künf­ti­gen Errun­gen­schaf­ten so wenig zufrie­den­stel­len wie eh und je.18

Mit ande­ren Wor­ten: Die Arbei­ter sind uner­sätt­lich und durch mate­ri­el­le Kon­zes­sio­nen nicht zufrie­den­zu­stel­len. Jeder Erfolg spornt sie nur dazu an, noch mehr zu ver­lan­gen. Das ist offen­bar die Schluss­fol­ge­rung, die die Kapi­ta­lis­ten aus den Ereig­nis­sen des Jah­res 1968 gezo­gen haben.

Har­a­ris Lösung lässt einem frei­lich das Blut in den Adern gefrie­ren: »Ver­ges­sen Sie Wirt­schafts­wachs­tum, Sozi­al­re­for­men und poli­ti­sche Revo­lu­tio­nen – um das glo­ba­le Glücks­ni­veau zu stei­gern, müs­sen wir die Bio­che­mie des Men­schen mani­pu­lie­ren.«19 Das heißt, die Men­schen sol­len mit Psy­cho­phar­ma­ka ruhig gestellt wer­den. Frei­lich dür­fen nur sol­che Dro­gen ein­ge­setzt wer­den, die Staat und Kapi­tal hier­für vor­ge­se­hen haben. Can­na­bis, LSD und Exta­sy zum Bei­spiel betrach­tet Hara­ri als exis­ten­zi­el­le Bedro­hung für die kapi­ta­lis­ti­sche Gesell­schafts- und Wirt­schafts­ord­nung. Der Krieg des Staa­tes gegen die­se Dro­gen sei gerecht­fer­tigt.20

In Zukunft, meint Hara­ri, wer­den elek­tri­sche Rei­ze direkt an ent­spre­chen­de Stel­len im Gehirn gesen­det um bei den Men­schen Glücks­ge­füh­le aus­zu­lö­sen oder unse­re Kör­per wer­den gene­tisch so ver­än­dert, dass sie bewusst Glücks­hor­mo­ne aus­schüt­ten können.

7.1.4. Zuneh­men­de Digitalisierung

Schwab und Mal­ler­et berau­schen sich rich­tig­ge­hend an der Macht, die die Staa­ten und damit auch die Olig­ar­chen durch die Pan­de­mie gewon­nen haben. End­lich kann die Digi­ta­li­sie­rung rück­sichts­los vor­an­ge­trie­ben und die »trä­ge Bevöl­ke­rung« zur Nut­zung der Ange­bo­te der Platt­form-Öko­no­mie wie Ama­zon gezwun­gen werden.

Die, so Schwab, von der Pan­de­mie aus­ge­lös­te Rezes­si­on wird die Kapi­ta­lis­ten zudem ver­an­las­sen, ver­stärkt leben­di­ge Arbeit durch Robo­ter und ande­re »intel­li­gen­te« Maschi­nen zu erset­zen. Die Arbeits­lo­sig­keit wird also dau­er­haft hoch blei­ben und ten­den­zi­ell zunehmen.

Vor Covid-19 wur­den schritt­wei­se neue, auf künst­li­cher Intel­li­genz (KI) basie­ren­de Tech­no­lo­gien ein­ge­führt, um bestimm­te, bis­her von mensch­li­chem Per­so­nal aus­ge­führ­te Auf­ga­ben zu auto­ma­ti­sie­ren. Die Lock­downs und das Social Distancing haben die­se Ent­wick­lung for­ciert. Auch nach Been­di­gung der Pan­de­mie wer­den Social Distancing-Maß­nah­men in der einen oder ande­ren Form fort­be­stehen. Des­halb wer­den Unter­neh­men gezwun­gen sein, die Digi­ta­li­sie­rung wei­ter zu beschleu­ni­gen. Das ist für Unter­neh­men inzwi­schen zu einem Muss gewor­den – in vie­len Fäl­len zu einer Über­le­bens­fra­ge. Inner­halb eines Monats wur­de Fort­schrit­te gemacht, die in nor­ma­len Zei­ten Jah­re oder Jahr­zehn­te gebraucht hätten.

Beschäf­tig­te mit nied­ri­gem Ein­kom­men, die Rou­ti­ne­ar­bei­ten aus­füh­ren, sind von die­ser Ent­wick­lung am stärks­ten betrof­fen. Der Arbeits­markt wird sich pola­ri­sie­ren zwi­schen weni­gen gut bezahl­ten Arbeits­plät­zen und vie­len Jobs, die von der Bild­flä­che verschwinden.

Das gilt erst recht für die Bran­chen Restau­rants, Ein­zel­han­del und Unter­hal­tung. Bis zum Jahr 2035 wer­den nach Schwab dort zwi­schen 59 und 86% aller Arbeits­plät­ze abge­baut und durch Robo­ter ersetzt wor­den sein.

In Zukunft wer­den nach Schwab vor allem fol­gen­de Bran­chen flo­rie­ren: Robo­ter und Auto­ma­ti­sie­rung, IT und künst­li­che Intel­li­genz sowie Bio­tech­no­lo­gie. Die Spit­zen­tech­no­lo­gie (Big Tech) aus die­ser Zeit des radi­ka­len Wan­dels als größ­ter Nutz­nie­ßer her­vor. Wäh­rend der Pan­de­mie wur­de die Anschaf­fung von IT-Tech­nik zu einer abso­lu­ten Not­wen­dig­keit, selbst bei tra­di­tio­nell eher zurück­hal­ten­den Kun­den. Des­halb brach der Markt­wert der füh­ren­den Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men wäh­rend der Lock­downs einen Rekord nach dem anderen.

Es kam zu einer dau­er­haf­ten Aus­wei­tung der digi­ta­len Welt. Das zeig­te sich unter ande­rem in der For­cie­rung von Online-Gesprä­chen, Strea­ming und sons­ti­gen digi­ta­len Inhal­ten. Dazu Schwab:

Wäh­rend der Lock­downs sahen sich vie­le Ver­brau­cher, die bis­her im täg­li­chen Umgang mit digi­ta­len Apps und Diens­ten eher zöger­lich waren, prak­tisch über Nacht gezwun­gen, ihre Gewohn­hei­ten zu ändern: Fil­me online anschau­en, statt ins Kino zu gehen, sich Mahl­zei­ten lie­fern las­sen, statt aus­wärts zu essen, mit Freun­den online spre­chen, statt sie per­sön­lich zu tref­fen, mit Kol­le­gen über einen Bild­schirm kom­mu­ni­zie­ren, statt an der Kaf­fee­ma­schi­ne zu plau­dern, Online-Trai­ning statt ins Fit­ness­stu­dio zu gehen, und so wei­ter. Und so wur­den die meis­ten Din­ge fast von einem Moment auf den andern zu inter­net­ba­sier­ten ‚E‑Dingen‘: E‑Learning, E‑Commerce, E‑Gaming, E‑Books, E‑Attendance.21

Die Men­schen wer­den sich laut Schwab an die­se Din­ge gewöh­nen müs­sen, denn sie mögen zwar etwas weni­ger Spaß machen als die rea­len, aber sie sind siche­rer und vor allem bil­li­ger und umwelt­freund­li­cher.

Video-Kon­fe­ren­zen, Tele­me­di­zin und Home­of­fice wer­den nicht mehr umkehr­bar sein − für sie wird es kei­ne Rück­kehr zum Sta­tus quo vor Coro­na geben. »In Groß­bri­tan­ni­en fan­den 2019 weni­ger als 1 Pro­zent der medi­zi­ni­schen Erst­kon­sul­ta­tio­nen über Online-Video­ver­bin­dung statt; unter dem Lock­down sind es 100 Pro­zent.«22

Das Social Distancing wird nach Schwab dazu bei­tra­gen, dass der elek­tro­ni­sche Han­del (E‑Commerce) einen immer grö­ße­ren Anteil am Han­del ins­ge­samt für sich errei­chen kann. Wäh­rend der Lock­downs hat­ten die Men­schen kei­ne ande­re Alter­na­ti­ve – jetzt wird es zur Gewohn­heit. Der Ein­zel­han­del dage­gen wird immer wei­ter unter Druck gera­ten und aus den Stadt­zen­tren ver­schwin­den. Beschleu­nigt wur­de die­ser Trend durch zahl­rei­che Vor­schrif­ten wie Mas­ken­pflich­ten und einer Qua­drat­me­ter­be­gren­zung, was bewirk­te, dass die Ver­kaufs­flä­che nur noch unzu­rei­chend aus­ge­nutzt wer­den kann.

7.1.5. Decou­pling von China

Die Pan­de­mie habe auch die Ver­wund­bar­keit von weit aus­ge­dehn­ten Lie­fer­ket­ten gezeigt. Die unver­meid­li­che Deglo­ba­li­sie­rung wird im Her­zen ihres »Kern­re­ak­tors« statt­fin­den, näm­lich der welt­wei­ten Lie­fer­ket­ten, die zum Sinn­bild der Glo­ba­li­sie­rung gewor­den sind.23 Bis­her galt das Prin­zip, dass Unter­neh­men ihre Lie­fer­ket­ten auf der Grund­la­ge der Kos­ten ein­zel­ner Kom­po­nen­ten und in Abhän­gig­keit von einer ein­zi­gen Lie­fer­quel­le für kri­ti­sche Mate­ria­li­en stets opti­mie­ren sol­len. Die­ses Modell sei an sei­ne Gren­zen gestoßen:

Es hat die inter­na­tio­na­le Pro­duk­ti­on in immer kom­pli­zier­te­re Ein­zel­tei­le auf­ge­split­tert und zu einem Just-in-time-Sys­tem geführt, das sich als äußerst schlank und effi­zi­ent, aber auch als über­aus kom­plex und als sol­ches sehr anfäl­lig erwie­sen hat (Kom­ple­xi­tät bringt Fra­gi­li­tät mit sich und führt häu­fig zu Insta­bi­li­tät).24

Gefor­dert wird ein weit­aus resi­li­en­te­res Modell mit kür­ze­ren Lie­fer­ket­ten. Schwab und Mal­ler­et ver­schwei­gen nicht, dass es im Kern um eine sorg­fäl­ti­ge und umfas­sen­de Abkopp­lung von Chi­na geht. Es ist offen­sicht­lich, dass die Pan­de­mie nur als Vor­wand für die­ses Vor­ha­ben dient.

7.1.6. Vom Homo sapi­ens zum Homo deus

Schwab und Mal­ler­et beschrei­ben, wie die Olig­ar­chen die Pan­de­mie für eine glo­ba­le Schock­stra­te­gie nut­zen. Yuval Noah Hara­ri hat einen wei­te­ren Blick. Er gibt offen­bar die Zukunfts­vor­stel­lun­gen der west­li­chen Kapi­ta­lis­ten­klas­se rela­tiv genau wie­der. Auch wenn sich sei­ne Aus­füh­run­gen wie der Fie­ber­traum eines Wahn­sin­ni­gen lesen, geben sie wert­vol­le Hin­wei­se dar­auf, auf wel­che Fel­der die Olig­ar­chen den tech­ni­schen Fort­schritt len­ken wol­len und wie ein erneu­ter kapi­ta­lis­ti­scher Auf­schwung ihrer Mei­nung nach aus­se­hen kann.

Die­ser Auf­schwung soll auf der Bio­tech­no­lo­gie basie­ren. Hara­ri geht davon aus, dass die Men­schen – eigent­lich meint er nur die weni­gen Super­rei­chen – danach stre­ben wer­den, den Tod zu über­win­den und eine Macht zu erlan­gen, die sie Göt­tern gleich­setzt. Er bestrei­tet nicht, dass das ein ehr­gei­zi­ges Ziel ist. Es kann gut sein, dass es bis 2100 dau­ert es zu errei­chen. Aber wenn man die Bedürf­nis­se der kapi­ta­lis­ti­schen Öko­no­mie berück­sich­tigt, dann scheint ein uner­bitt­li­cher Kampf gegen den Tod unaus­weich­lich. Der Wis­sen­schafts­be­trieb und die kapi­ta­lis­ti­sche Öko­no­mie wer­den über­glück­lich sein, die­sen Kampf vor­an­zu­trei­ben. Den meis­ten For­schern und Ban­kern ist es egal, wor­an sie arbei­ten. Haupt­sa­che, es eröff­net ihnen die Chan­ce auf neue Ent­de­ckun­gen und grö­ße­re Gewin­ne, schluss­fol­gert Hara­ri.25

Wie wir gese­hen haben, kon­zen­triert sich der Reich­tum die­ser Erde immer stär­ker bei ganz weni­gen Mil­li­ar­dä­ren. Hara­ri stellt fest:

Anfang 2016 besa­ßen die 62 reichs­ten Men­schen der Welt genau­so viel wie die ärms­ten 3,5 Mil­li­ar­den! Da die Welt­be­völ­ke­rung bei rund 7,2 Mil­li­ar­den liegt, bedeu­tet das, dass die­se 62 Mil­li­ar­dä­re zusam­men über genau­so viel Reich­tum ver­fü­gen wie die gesam­te unte­re Hälf­te der Mensch­heit.26

Die­se Mil­li­ar­dä­re besit­zen alles, was man sich nur wün­schen kann. Aber noch sind sie, wie alle Men­schen, dem Tode aus­ge­lie­fert. Es ist ver­ständ­lich, dass sie das ändern wol­len und einen beträcht­li­chen Teil ihres Reich­tums für die­ses Unter­fan­gen zur Ver­fü­gung stel­len könn­ten. In einer Zeit, wo die nor­ma­len Men­schen im Wes­ten von Lohn­aus­zeh­rung und Ver­ar­mung geplagt wer­den, könn­ten die weni­gen Mil­li­ar­dä­re, die Gates, Bezos, Musk und Co. als eine Art »Super­ver­brau­cher«, die mas­sen­haft For­schungs­dienst­leis­tun­gen nach­fra­gen, für einen neu­en kapi­ta­lis­ti­schen Auf­schwung sor­gen. Die­se Nach­fra­ge kön­nen sie über ihre »gemein­nüt­zi­gen« Stif­tun­gen pro­blem­los abwickeln.

Das Upgrade des Men­schen kann nach Hara­ri auf drei Wegen erfolgen:

  • durch Bio­tech­no­lo­gie,
  • durch Cyborg-Tech­no­lo­gie
  • und durch die Erzeu­gung nicht-orga­ni­scher Lebewesen.

Die Bio­tech­no­lo­gie setzt auf die Gen­tech­nik, zum Bei­spiel Human Geno­me Editing mit­tels der CRIS­PR-Tech­no­lo­gie, um die Gehirn­strö­me des Men­schen neu aus­rich­ten, sein bio­che­mi­sches Gleich­ge­wicht ver­än­dern und ihm sogar völ­lig neue Glied­ma­ßen wach­sen las­sen. Allein dadurch sol­len, so Hara­ri, neue klei­ne Göt­ter geschaf­fen wer­den, die sich vom Homo sapi­ens genau­so unter­schei­den wie er vom Homo erectus.

Die Cyborg-Tech­no­lo­gie soll den orga­ni­schen Kör­per mit nicht-orga­ni­schen Appa­ra­ten ver­schmel­zen, etwa bio­ni­schen Hän­den, künst­li­chen Augen oder Mil­lio­nen von Nano-Robo­tern, die in der Blut­bahn unter­wegs sind, Pro­ble­me dia­gnos­ti­zie­ren und Schä­den repa­rie­ren. Ein sol­cher Cyborg könn­te über Fähig­kei­ten ver­fü­gen, die weit über die jedes orga­ni­schen Kör­pers hinausgehen.

Noch die Cyborg-Tech­no­lo­gie setzt auf orga­ni­sche Gehir­ne als Kom­man­do- und Kon­troll­zen­tren. Ein wei­te­rer Fort­schritt wäre es, neu­ro­na­le Netz­wer­ke des Gehirns durch intel­li­gen­te Soft­ware zu erset­zen, mit der man unbe­schwert von allen Beschrän­kun­gen der orga­ni­schen Che­mie, durch vir­tu­el­le und nicht-vir­tu­el­le Wel­ten glei­cher­ma­ßen spa­zie­ren kann. Das Ziel gewis­ser Olig­ar­chen ist es also, das eige­ne Bewusst­sein auf einen Com­pu­ter hoch­zu­la­den, um so Unsterb­lich­keit zu erlangen.

Letz­tes Ziel ist die super­rei­chen Olig­ar­chen mit­tels ver­schie­dens­ter Tech­no­lo­gien so zu ver­än­dern, dass sie eine göt­ter­glei­che Macht erhal­ten, vom Homo sapi­ens zum Homo deus wer­den. Dabei ist frei­lich nicht der all­mäch­ti­ge Chris­ten­gott gemeint. Viel­mehr soll­te man sich die neu­en Göt­ter nach Mei­nung von Hara­ri eher wie die grie­chi­schen oder alt­in­di­schen Göt­ter vor­stel­len. Genau­so wie zum Bei­spiel Zeus oder Indra wer­den auch die Olig­ar­chen wei­ter­hin ihre Eigen­hei­ten, Marot­ten und Schwä­chen haben. »Aber sie wer­den in ganz ande­ren Dimen­sio­nen lie­ben, has­sen, schaf­fen und zer­stö­ren kön­nen.«27

Die Umge­stal­tung von Kör­per und Geist ver­folgt vor allem das Ziel, Alter, Tod und Krank­heit zu ent­ge­hen. Aber hier­durch erhof­fen die Olig­ar­chen qua­si auto­ma­tisch gött­li­che Schöp­fungs- und Zer­stö­rungs­macht zu erlangen:

In nicht all­zu fer­ner Zukunft könn­ten wir Über­men­schen erschaf­fen, wel­che die anti­ken Göt­ter nicht in ihren Instru­men­ten, son­dern in ihren kör­per­li­chen und geis­ti­gen Fähig­kei­ten über­tref­fen.28

Nach­dem Hara­ri den nor­ma­len Men­schen für irrele­vant erklärt hat­te, merkt er zynisch an:

Doch allen beru­hi­gen­den Erklä­run­gen zum Trotz gera­ten vie­le Men­schen in Panik, wenn sie von sol­chen mög­li­chen Ent­wick­lun­gen hören. […] Das ist das, wovor wir uns kol­lek­tiv, als Spe­zi­es, fürch­ten, wenn wir von Über­men­schen hören. Wir haben das Gefühl, dass in einer sol­chen Welt unse­re Iden­ti­tät, unse­re Träu­me und sogar unse­re Ängs­te irrele­vant wer­den und dass wir nichts mehr bei­zu­tra­gen haben. […] Man kann nicht dar­auf hof­fen, dass der Tod einen davor bewahrt, voll­kom­men irrele­vant zu wer­den. Selbst wenn im Jahr 2100 kei­ne Göt­ter durch unse­re Stra­ßen spa­zie­ren, wird der Ver­such, Homo sapi­ens auf eine höhe­re Stu­fe zu beför­dern, die Welt noch in die­sem Jahr­hun­dert bis zur Unkennt­lich­keit ver­än­dern. Wis­sen­schaft­li­che For­schung und tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen voll­zie­hen sich in weit­aus höhe­rem Tem­po, als die meis­ten von uns begrei­fen. […] Wenn die Men­schen mer­ken, wie schnell wir auf das gro­ße Unbe­kann­te zura­sen und dass sie nicht ein­mal dar­auf zäh­len kön­nen, dass der Tod sie davor bewahrt, reagie­ren sie dar­auf mit der Hoff­nung, irgend­je­mand wer­de schon auf die Brem­se tre­ten und die Ent­wick­lung verlangsamen.

Hara­ri meint, dies sei völ­lig unmög­lich. Aller­dings ver­kennt er, dass es bewuss­te Ent­schei­dun­gen der west­li­chen Olig­ar­chen sind, den tech­ni­schen Fort­schritt auf genau die­se Fel­der zu len­ken und ande­re zu vernachlässigen.

7.1.7. Was tun mit den nutz­lo­sen Menschen?

Die nor­ma­len, nicht opti­mier­ten Men­schen haben ihren Wert sowohl als Arbeits­kraft als auch als »Kano­nen­fut­ter« bei Krie­gen angeb­lich nach­hal­tig verloren.

Das gilt nicht nur für ein­fa­che Hand­ar­beit, son­dern auch für sol­che Tätig­kei­ten wie Auto­fah­ren. Bereits heu­te könn­te das eine KI um ein Viel­fa­ches bes­ser. In Kür­ze wird den Men­schen das Auto­fah­ren ver­bo­ten wer­den und der Indi­vi­du­al­ver­kehr wird einer KI über­tra­gen. Damit wer­den Auto­un­fäl­le qua­si unmög­lich. Ein sol­ches Sys­tem wird natür­lich mit einem Schlag Mil­lio­nen und Aber­mil­lio­nen mensch­li­che Arbeits­plät­ze ver­nich­ten. Was pas­siert dann mit die­sen Men­schen? »Wir soll­ten uns dar­an erin­nern, wel­ches Schick­sal die Pfer­de in der indus­tri­el­len Revo­lu­ti­on ereil­te.«29

Sei­ten­lang malt Hara­ri vol­ler Won­ne aus, wie eine KI in Zukunft selbst hoch­qua­li­fi­zier­te Beru­fe wie Ärz­te erset­zen wird. Bereits heu­te sei sie im Bereich der Dia­gno­se einem mensch­li­chen Arzt hoch über­le­gen. Noch gäbe es eini­ge Pro­ble­me, die ver­hin­dern, dass die meis­ten Ärz­te schon mor­gen ersetzt wer­den. Aber die Pro­ble­me könn­ten und wür­den gelöst wer­den. Sie müss­ten auch nur ein­mal gelöst werden:

Die Aus­bil­dung eines mensch­li­chen Arz­tes dage­gen ist ein kom­ple­xer und kost­spie­li­ger Pro­zess, der Jah­re dau­ert. Ist er nach zehn Jah­ren Stu­di­um und Prak­ti­ka abge­schlos­sen, hat man genau einen Arzt. Will man zwei Ärz­te, muss man den gesam­ten Pro­zess noch ein­mal von Grund auf wie­der­ho­len.«30 Löst man hin­ge­gen die ange­spro­che­nen tech­ni­schen Pro­ble­me, hat man nicht nur einen, son­dern unend­lich vie­le Ärz­te. »Selbst wenn es also 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar kos­ten soll­te, bis das Gan­ze funk­tio­niert, wäre es auf lan­ge Sicht viel bil­li­ger, als mensch­li­che Ärz­te aus­zu­bil­den.31

Man hat fast den Ein­druck, dass Hara­ri die Medi­zi­ner­aus­bil­dung eher heu­te als mor­gen ein­stamp­fen will. Schwab möch­te die Autoren, Hara­ri alle Ärz­te durch KI ersetz­ten. An die­sen Äuße­run­gen kann man die abgrund­tie­fe Ver­ach­tung ermes­sen, die die Olig­ar­chen gegen­über den »nor­ma­len« Men­schen emp­fin­den. Selbst hoch qua­li­fi­zier­ten Intel­lek­tu­el­len gegenüber.

Die­se Ver­ach­tung für nor­ma­le Men­schen zeigt sich auch in dem wahn­sin­ni­gen Plan, Frau­en­lei­chen zukünf­tig zum Aus­tra­gen von Embryo­nen zu nut­zen. Das wäre der ers­te Schritt zur Schaf­fung einer künst­li­chen Gebär­mut­ter. Wenn das geglückt ist, kann man in einem wei­te­ren Schritt das weib­li­che Geschlecht gleich ganz abschaf­fen, denn ihre spe­zi­fi­schen kör­per­li­chen Funk­tio­nen wer­den nicht mehr benö­tigt und ver­ur­sa­chen nur Kos­ten. Zugleich hät­ten dann die Mil­li­ar­dä­re die tota­le Kon­trol­le über die mensch­li­che Fort­pflan­zung. Dazu berich­te­te das rus­si­sche Fern­se­hen, was Tho­mas Röper über­setzt hat:

Die Gay-Com­mu­ni­ty ist dafür, denn es ent­steht ein Weg zur Fort­pflan­zung ohne Frau­en. Ohne leben­de Frau­en. Schließ­lich sind Leih­müt­ter heut­zu­ta­ge sehr teu­er: Der Preis liegt im Bereich von 100.000 Dol­lar, eine tote Frau wird bil­li­ger.32

Neben den ult­ra­rei­chen Olig­ar­chen wer­den nur ganz weni­ge tech­ni­sche Spe­zia­lis­ten benö­tigt wer­den, um das Sys­tem am Lau­fen zu hal­ten. Die ande­ren Men­schen wer­den für die Herr­schen­den total nutz­los sein.

Die Haupt­fra­ge des 21. Jahr­hun­derts wird laut Hara­ri der Umgang mit die­sen nutz­lo­sen Men­schen sein. Natür­lich könn­ten sie über ein all­ge­mei­nes Grund­ein­kom­men mit Dro­gen und Com­pu­ter­spie­len ruhig gestellt wer­den. Aber war­um soll­ten die Olig­ar­chen das tun? Der ein­zi­ge denk­ba­re Grund wäre der libe­ra­le Glau­be an die Hei­lig­keit allen Lebens. Aber genau durch ihr Ver­hal­ten – also sich voll­zu­dröh­nen und ihre Tage mit Com­pu­ter­spie­len zu ver­brin­gen – ver­set­zen sie jedoch dem libe­ra­len Glau­ben an die Hei­lig­keit mensch­li­chen Lebens einen töd­li­chen Schlag. Der Dau­er­gast beim WEF fragt: »Was ist so hei­lig an nutz­lo­sen Fau­len­zern, die ihre Tage mit künst­li­chen Erleb­nis­sen in Fan­ta­sie­wel­ten ver­brin­gen?«33

Hier sind Ver­nich­tungs­phan­ta­sien gegen­über 99% der Mensch­heit mit den Hän­den zu grei­fen. Aber genau an die­ser Stel­le bricht Hara­ri ab. Die Ver­nich­tung der Mensch­heit schreibt er dann einer KI zu, die ent­spre­chend dem Sze­na­rio der Ter­mi­na­tor-Film­rei­he erkennt, dass die Men­schen ihr intel­lek­tu­ell weit unter­le­gen sind, sie die­se KI aber trotz­dem am Errei­chen ihrer uner­gründ­li­chen Zie­le hin­dern könn­ten.34 Es han­delt sich hier offen­sicht­lich um einen rhe­to­ri­schen Kniff, um die letz­ten Kon­se­quen­zen sei­ner For­de­rung nicht aus­spre­chen zu müssen.

In die­sem Kon­text sind wohl die seit Jah­ren von Olig­ar­chen und Öko­lo­gen erho­be­nen For­de­run­gen nach einer schar­fen Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on zu sehen. Im Grun­de genom­men läuft alles auf eine sol­che Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on zu. Die Olig­ar­chen könn­ten zwar alle Men­schen die­ser Erde am Leben las­sen und durch­füt­tern, aber war­um soll­ten sie das tun? Acht Mil­li­ar­den Men­schen üben einen beträcht­li­chen Druck auf die Öko­sys­te­me der Erde aus. Außer­dem sind sie trotz allem schwer zu kon­trol­lie­ren. Eine ver­arm­te, frus­trier­te und unbe­schäf­tig­te Mas­se könn­te trotz aller Kon­troll­tech­no­lo­gie immer noch zu Auf­stän­den nei­gen. Dage­gen wäre eine Erd­be­völ­ke­rung von 500 Mil­lio­nen Men­schen, fast aus­schließ­lich Domes­ti­ken der Olig­ar­chen, um ein Viel­fa­ches leich­ter zu managen.

Die nächs­te Fra­ge ist dann, wie die­se Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on durch­ge­führt wer­den soll. Da wäre vie­les mög­lich. Das Spek­trum reicht von einer Ver­wei­ge­rung der Nach­kom­men­schaft, etwa durch Imp­fun­gen, die die mensch­li­che Frucht­bar­keit zer­stö­ren oder Imp­fun­gen, die durch ihre Neben­wir­kun­gen die all­ge­mei­ne Sterb­lich­keit in die Höhe schnel­len las­sen, über expli­zi­te Ste­ri­li­sie­run­gen der Armen etwa als Bedin­gung für den Bezug eines All­ge­mei­nen Grund­ein­kom­mens, ein lang­sa­mes Ver­hun­gern­las­sen bis hin zur Ver­nich­tung der Men­schen in Nukle­ar­krie­gen oder der Wie­der­eröff­nung von Vernichtungslagern.

Ob sich die trans­hu­ma­nis­ti­schen Visio­nen der WEF-Cli­que bewahr­hei­ten wer­den oder nicht, ist eigent­lich zweit­ran­gig. Tat­sa­che ist, dass sich die Gates, Bezos, Musk und Co. im Grun­de genom­men heu­te schon für Göt­ter hal­ten, auch wenn sie kei­nes­wegs gene­tisch opti­miert sind. Tat­säch­lich besit­zen sie in der heu­ti­gen Welt eine göt­ter­glei­che Macht, die sie weit über die nor­ma­len Sterb­li­chen und selbst über US-Prä­si­den­ten heraushebt.

Es ist auch offen­sicht­lich, dass mit zuneh­men­der Auto­ma­ti­sie­rung unter kapi­ta­lis­ti­schen Bedin­gun­gen immer mehr Men­schen aus dem Arbeits­pro­zess aus­ge­schie­den wer­den. Genau wie in der Epo­che von 1789 bis 1848 wird der Pau­pe­ris­mus ein immer grö­ße­res Pro­blem für die west­li­chen Gesell­schaf­ten wer­den. Des­halb ist es kein Wun­der, dass die men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gie des Mal­thu­sia­nis­mus in neu­em Gewand eine Auf­er­ste­hung erlebt.

Die Schluss­fol­ge­rung ist unaus­weich­lich: Der west­li­che Kapi­ta­lis­mus steu­ert auf ein gigan­ti­sches Ver­nich­tungs­pro­jekt der armen und – aus kapi­ta­lis­ti­scher Sicht – über­flüs­si­gen Men­schen zu. Har­a­ris Schrif­ten sind ein ernst­zu­neh­men­des Warn­zei­chen. Wenn die Vor­stel­lun­gen unse­rer Olig­ar­chen umge­setzt wer­den, wäre das ein grö­ße­res Mensch­heits­ver­bre­chen als es selbst der Hit­ler-Faschis­mus began­gen hat. Natür­lich: Noch ist es nicht so weit. Aber wir soll­ten sol­che Ankün­di­gun­gen ernst neh­men und sie nicht als abwe­gi­ge Phan­ta­sien abtun, so wie es vor 1933 mit Adolf Hit­lers Buch Mein Kampf gesche­hen ist.

6.1.8. Kurs auf eine neue Produktionsweise

Der Gre­at Reset ist also ein Plan, unter den Bedin­gun­gen einer tie­fen Kri­se des Kapi­ta­lis­mus wie­der zu einem glo­ba­len Auf­schwung, einer lan­gen Wel­le mit expan­si­ver Ten­denz zu kommen.

Wie in den Jah­ren 1945 und 1989 ist eine Grund­vor­aus­set­zung hier­für eine beträcht­li­che Stei­ge­rung der Mehr­wer­tra­te. Ers­te die­se ermög­licht die Neu­an­la­ge von viel brach­lie­gen­dem Kapi­tal. Die Men­schen sol­len durch immer här­te­re Schocks in eine Star­re ver­setzt und gezwun­gen wer­den, die geplan­ten beträcht­li­chen Real­lohn­ab­sen­kun­gen hinzunehmen.

Im Gefol­ge die­ser zahl­rei­chen Schocks wer­den laut Schwab Indus­trien ver­schwin­den oder zumin­dest stark redu­ziert wer­den, die im Zusam­men­hang mit dem Auf­bau der Wohl­stands­ge­sell­schaft in der Nach­kriegs­zeit auf­ge­kom­men sind:

  • Auto­mo­bil­in­dus­trie
  • Flug­zeug­bau, Flug­li­ni­en und Flughäfen
  • Schwer­indus­trie allgemein
  • Tou­ris­mus­in­dus­trie
  • Kul­tur­dienst­leis­tun­gen wie Muse­en, Musik­dar­bie­tun­gen, Kinos und Theater
  • Ein­zel­han­del

Auf­fäl­lig ist, dass vor allem Indus­trien ein­ge­schränkt wer­den, die eine rela­tiv spon­ta­ne und unkon­trol­lier­te Bewe­gung der Men­schen ermög­li­chen. Offen­bar sol­len vor allem Orts­ver­än­de­run­gen, Urlau­be und ein authen­ti­scher Kul­tur­ge­nuss ein­ge­schränkt wer­den. Die Men­schen haben sich wohl damit abzu­fin­den, dass für sie bes­ten­falls nur noch bil­li­ge vir­tu­el­le Wel­ten zugäng­lich sind, wäh­rend sich die Olig­ar­chen die rea­le Welt für sich selbst vorbehalten.

Fol­gen­de Indus­trien wer­den dage­gen florieren:

  • Bio- und Gesundheitstechnologie
  • »sau­be­re« Ener­gie, Bau von Wind­kraft- und Solaranlagen
  • Robo­tik und Automatisierung
  • Spit­zen­tech­no­lo­gie (Big Tech)
  • KI und Big Data
  • 5G, 6G und Inter­net der Dinge
  • Netz­werk­fir­men wie Ama­zon, Uber und Deliveroo

Die mensch­li­che Arbeits­kraft soll maxi­mal aus dem Pro­duk­ti­ons­pro­zess aus­ge­schal­tet wer­den. Aller­dings lebt der Kapi­ta­lis­mus von der Aus­sau­gung mensch­li­cher Arbeits­kraft. Auch am Beginn des Spät­ka­pi­ta­lis­mus und des Neo­li­be­ra­lis­mus stand jeweils eine sehr gro­ße Aus­wei­tung der kapi­ta­lis­tisch aus­ge­beu­te­ten Arbei­ter­schaft. Im Spät­ka­pi­ta­lis­mus gelang dies durch die Durch­in­dus­tria­li­sie­rung aller Lebens­be­rei­che in den Indus­trie­län­dern selbst und im Neo­li­be­ra­lis­mus durch die Aus­wei­tung der kapi­ta­lis­ti­schen Pro­duk­ti­ons­wei­se auf die ehe­mals sozia­lis­ti­schen Länder.

Wenn aber nun eine Voll­au­to­ma­ti­sie­rung ange­strebt wird, dann stellt sich die Fra­ge, woher der für einen säku­la­ren Auf­schwung not­wen­di­ge Mehr­wert kom­men soll. Ver­mut­lich wird es also zu einem sol­chen Auf­schwung auf rein kapi­ta­lis­ti­scher Basis nicht mehr kom­men. Das bedeu­tet frei­lich noch lan­ge nicht, dass die Gesell­schaft zwangs­läu­fig zusam­men­bre­chen muss.

Black­rock und Co. haben bereits im Kern der Indus­trie ein rie­si­ges glo­ba­les Mono­pol gebil­det und den Wett­be­werb bewusst her­un­ter­ge­fah­ren. Seit der Kli­ma-Hys­te­rie von 2019 neh­men Zwangs­ele­men­te im Kapi­ta­lis­mus immer mehr zu. Die Olig­ar­chen sichern sich über den Staat gewal­ti­ge Pro­fi­te, zum Bei­spiel beim Kauf von Coro­na-Impf­stof­fen. Lock­downs lie­fern Klein­ge­wer­be­trei­ben­de der Will­kür von Netz­werk­fir­men wie Deli­veroo aus.

Letzt­lich läuft das auf eine glo­ba­le Plün­de­rungs­wirt­schaft hin­aus. Im Augen­blick geht es noch dar­um, die Ver­mö­gen der Mit­tel­schicht durch wei­te­re Ultra­schocks abzu­schöp­fen und es auf die Olig­ar­chen zu über­tra­gen. Deren Ver­mö­gen wächst trotz oder gera­de wegen aller Kri­sen mit einer unglaub­li­chen Geschwin­dig­keit. In weni­gen Jah­ren wird es Bil­lio­nä­re geben.

Wenn die­se weni­gen 100 oder Dut­zend Män­ner nicht nur die Hälf­te, son­dern nahe­zu das gesam­te glo­ba­le Ver­mö­gen besit­zen, dann wer­den Mehr­wert- und Waren­pro­duk­ti­on erlö­schen. Black­rock und Co. wer­den ein ein­zi­ges glo­ba­les Mono­pol bil­den, wo kei­ne Waren­pro­duk­ti­on mehr statt­fin­det, son­dern Güter von einer Mono­pol­fa­brik in die ande­re ver­scho­ben wer­den. Dies alles wird mit­tels eines gro­ßen Plans gesteu­ert werden.

Die Men­schen, so die Vor­stel­lung, wer­den durch weit­ge­hend auto­ma­ti­sier­te Fabri­ken mit Kon­sum­gü­tern und Lebens­mit­teln ver­sorgt35. Es fin­det dann kei­ne Pro­fit­pro­duk­ti­on mehr statt. Son­dern die­se Güter wer­den durch den Wil­len der Mäch­ti­gen zuge­teilt, dem einen sehr viel, den ande­ren wenig bis nichts. Durch­ge­setzt wird die­se Olig­ar­chen­will­kür durch eine pri­va­te Sicher­heits­trup­pe, zu der die staat­li­chen Sicher­heits­or­ga­ne bereits heu­te mit einer hohen Geschwin­dig­keit degenerieren.

Dies wäre dann ein neu­er Feu­da­lis­mus, weil die Olig­ar­chen aus­schließ­lich mit Gewalt herr­schen, wäh­rend öko­no­mi­sche Geset­ze des Kapi­ta­lis­mus kei­ne Rol­le mehr spielen.

Gera­de die immer grö­ße­ren Kri­sen im Zen­trum des west­li­chen Kapi­ta­lis­mus, die zuneh­men­de Unmög­lich­keit, mit der Waren­pro­duk­ti­on noch Geld zu ver­die­nen – trotz noch so bru­ta­ler Loh­re­duk­ti­on – wird die Olig­ar­chen auf die­sen Weg stoßen.

Da aber die Pro­duk­ti­on in den fast völ­lig auto­ma­ti­sier­ten Fabri­ken auf­grund der wis­sen­schaft­li­chen Anwen­dung der Natur­kräf­te und nicht mehr auf der Basis der Anwen­dung von mensch­li­cher Arbeits­kraft erfolgt, kann man die­se Pro­duk­ti­ons­wei­se auch als eine per­ver­tier­te Form des Sozia­lis­mus bezeichnen.

Die weni­gen Men­schen, die dann noch leben dür­fen, sind Domes­ti­ken, die den Olig­ar­chen dienen.

Die neu­en Gott­kö­ni­ge wer­den in einem unglaub­li­chen Luxus leben.36 Die lee­re Erde wird zur Spiel­wie­se der Jeu­nesse Dorée, also der gen­op­ti­mier­ten Nach­kom­men die­ser Olig­ar­chen, die sich ent­we­der – je nach Tem­pe­ra­ment – in einem Über­le­bens­kampf bewäh­ren oder völ­lig unge­stört die Natur­schön­hei­ten genie­ßen können.

Die auf den ers­ten Blick absur­den Ereig­nis­se seit 2019 machen sehr viel Sinn, wenn man sie als Etap­pen bei der Durch­set­zung des Gre­at Reset ver­steht. In die­sem Sin­ne sol­len die immer här­te­ren gegen die Bevöl­ke­rung gerich­te­ten Schocks im Fol­gen­den behan­delt werden.

Eines soll jetzt schon vor­weg­ge­schickt wer­den: Die mons­trö­sen Plä­ne der west­li­chen Olig­ar­chen kön­nen nur gelin­gen, wenn die wich­tigs­ten staat­li­chen Ant­ago­nis­ten des Wes­tens aus­ge­schal­tet sind. Das sind vor allem Chi­na und Russ­land. Der Wes­ten muss also die­se bei­den Län­der um jeden Preis besie­gen und deren Staat­lich­keit ver­nich­ten. Nur wenn es kei­ne glo­ba­le Alter­na­ti­ve gibt, wer­den sich die Men­schen gezwun­ge­ner­ma­ßen den Olig­ar­chen fügen.

Die die Olig­ar­chen 99% der Mensch­heit für ver­nich­tens­wer­ten Abschaum hal­ten, fürch­ten sie einen Atom­krieg nicht, zumin­dest nicht auf lan­ge Sicht.37 Ganz im Gegen­teil könn­te er ihnen die schmut­zi­ge Arbeit der Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on zu einem gro­ßen Teil abneh­men, wäh­rend sie den ato­ma­ren Win­ter in ihren Bun­kern aus­sit­zen könn­ten. Auch auf einen sol­chen Win­ter folgt ein neu­er Früh­ling, der gar nicht mal so lan­ge dau­ert. Nach unge­fähr 10 Jah­ren haben sich die Tem­pe­ra­tu­ren und Strah­lungs­wer­te nor­ma­li­siert und die lang­le­bi­gen Olig­ar­chen kön­nen dann die jung­fräu­li­che Erde in ihren Besitz neh­men, dort ihre völ­lig auto­ma­ti­sier­ten Fabri­ken auf­bau­en und göt­ter­gleich herrschen.

Das hört sich alles wie Sci­ence Fic­tion an, wie wir sie in dut­zen­den Fil­men gese­hen haben, so bei­spiels­wei­se in Flucht ins 23. Jahr­hun­dert, Soy­lent Green, City of Ember oder Die Tri­bu­te von Panem. In die­sen Fil­men ist es immer ein Held oder neu­er­dings eine Hel­din wie Kat­niss Ever­deen, die die­ses men­schen­ver­ach­ten­de Sys­tem zum Ein­sturz bringt. In der Rea­li­tät wird das wohl eher nicht passieren.

Dass es sich nicht um rei­ne Sci­ence Fic­tion han­delt, zeigt eine wenig bekann­te Stel­le aus Lenins Schrift Der Impe­ria­lis­mus als höchs­tes Sta­di­um des Kapi­ta­lis­mus. Im VIII. Kapi­tel Para­si­tis­mus und Fäul­nis des Impe­ria­lis­mus zitiert er zustim­mend John Hob­son hin­sicht­lich der Per­spek­ti­ve der Auf­tei­lung Chinas:

Der größ­te Teil West­eu­ro­pas könn­te dann das Aus­se­hen und den Cha­rak­ter anneh­men, die eini­ge Gegen­den in Süd-Eng­land, an der Rivie­ra sowie in den von Tou­ris­ten am meis­ten besuch­ten und von den rei­chen Leu­ten bewohn­ten Tei­len Ita­li­ens und der Schweiz bereits haben: Ein Häuf­lein rei­cher Aris­to­kra­ten, die Divi­den­den und Pen­sio­nen aus dem Fer­nen Osten bezie­hen, mit einer etwas grö­ße­ren Grup­pe von Ange­stell­ten und Händ­lern und einer noch grö­ße­ren Anzahl von Dienst­bo­ten und Arbei­tern im Trans­port­ge­wer­be und in den letz­ten Sta­di­en der Pro­duk­ti­on leicht ver­derb­li­cher Waren; die wich­tigs­ten Indus­trien wären ver­schwun­den. Die Lebens­mit­tel und Indus­trie­fa­bri­ka­te für den Mas­sen­kon­sum wür­den als Tri­but aus Asi­en und Afri­ka kom­men. […] Wir haben die Mög­lich­keit einer noch umfas­sen­de­ren Ver­ei­ni­gung der west­li­chen Län­der ange­deu­tet, eine euro­päi­sche Föde­ra­ti­on der Groß­mäch­te, die, weit ent­fernt, die Sache der Welt­zi­vi­li­sa­ti­on vor­an­zu­brin­gen, die unge­heu­re Gefahr eines west­li­chen Para­si­tis­mus her­auf­be­schwö­ren könn­te: Eine Grup­pe fort­ge­schrit­te­ner Indus­trie­na­tio­nen, deren obe­re Klas­sen aus Asi­en und Afri­ka gewal­ti­ge Tri­bu­te bezie­hen und mit Hil­fe die­ser Tri­bu­te gro­ße Mas­sen gefü­gi­gen Per­so­nals unter­hal­ten, die nicht mehr in der Pro­duk­ti­on von land­wirt­schaft­li­chen und indus­tri­el­len Mas­sen­er­zeug­nis­sen, son­dern mit per­sön­li­chen Dienst­leis­tun­gen oder unter­ge­ord­ne­ter Indus­trie­ar­beit unter der Kon­trol­le einer neu­en Finanz­aris­to­kra­tie beschäf­tigt wer­den.38

Man muss nur Chi­na und Afri­ka aus der Zeit um 1900 durch auto­ma­ti­sche Fabri­ken erset­zen, um zu dem von den heu­ti­gen Olig­ar­chen ange­streb­ten Sys­tem zu gelangen.

Lenin schrieb jedoch auch, dass die­se Dys­to­pie nur dann zur Wirk­lich­keit wird, wenn die Macht des Impe­ria­lis­mus nicht gebro­chen wer­den kann. Das gelang zwar in der Tat nicht, aber sie wur­de wesent­lich erschüt­tert und zwar durch die Rus­si­sche und die Chi­ne­si­sche Revo­lu­ti­on sowie die anti­ko­lo­nia­len Bewe­gun­gen in Afri­ka und ande­ren Län­dern. Es hat zwar meh­re­re 100 Mil­lio­nen Men­schen­le­ben gekos­tet, das zu errei­chen, aber der Impe­ria­lis­mus konn­te ein­ge­hegt wer­den. Erst mit der welt­his­to­ri­schen Nie­der­la­ge des Sozia­lis­mus 1989 kamen die Ten­den­zen zu Para­si­tis­mus und Fäul­nis des Impe­ria­lis­mus wie­der voll zum Tragen.

Ob es noch ein­mal gelingt, die Macht des Impe­ria­lis­mus zu bre­chen, ist völ­lig offen. Ist doch der Wes­ten gegen­wär­tig mili­tä­risch, geheim­dienst­lich und poli­tisch in einer weit­aus stär­ke­ren Posi­ti­on als vor 1989.

Ver­wei­se

1 In sei­nem Buch: Grund­li­ni­en der Phi­lo­so­phie des Rechts von 1820.

2 Andrea Kom­lo­sy: Zei­ten­wen­de, Wien 2022

3 Klaus Schwab: Die Vier­te Indus­tri­el­le Revo­lu­ti­on, Mün­chen 2016, E‑Book, , Kapi­tel 1.

4 Schwab 2016, a.a.O., Kapi­tel 1 und 2.

5 Vgl. Schwab 2016, a.a.O., Kapi­tel 3, Unter­ka­pi­tel Auswirkungen

6 Vgl. Schwab 2016, a.a.O., Kapi­tel 3, Unter­ka­pi­tel Neue Betriebsmodelle

7 Schwab 2016, a.a.O., Kapi­tel 3, Kas­ten D

9 Klaus Schwab & Thier­ry Mal­ler­et: Covid 19 – Der Gro­ße Umbruch, Colo­gny 2020, E‑Book, Einleitung.

10 Vgl. Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 1.2.2.1.

11 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 3.1.1.

12 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 2.1.1.

13 Vgl. Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 3.3.3.

14 Vgl. Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 1.5.2.

15 Vgl. Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 1.5.

16 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 2.

17 Vgl. Yuval Noah Hara­ri: Homo Deus, Mün­chen 2017, E‑Book, Kapi­tel 1: Unsicht­ba­re Armadas

18 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Das Recht auf Glück

19 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Das Recht auf Glück

20 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Das Recht auf Glück

21 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 1.6.1.1.

22 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 2.1.1.

23 Vgl. Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 1.4.1.

24 Schwab & Mal­ler­et 2020, a.a.O, Kapi­tel 2.1.2.

25 Vgl. Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Die letz­ten Tage des Todes

26 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9, Unter­ka­pi­tel Opti­mier­te Ungleichheit

27 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Die Göt­ter des Pla­ne­ten Erde

28 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 1, Unter­ka­pi­tel Die Göt­ter des Pla­ne­ten Erde, Kur­si­vie­rung vom Autor.

29 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9

30 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9. Natür­lich stimmt das so nicht. Hara­ri erweckt den Ein­druck, dass wenn die Aus­bil­dung eines Arz­tes 10 Jah­re dau­ert, die Aus­bil­dung von zwei Ärz­ten 20 Jah­re dau­ern wür­de. Das ist natür­lich hane­bü­che­ner Unsinn. Selbst­ver­ständ­lich fin­det die Aus­bil­dung so statt, dass ein Dozent zahl­rei­che Stu­den­ten unter­rich­tet. Ein Medi­zi­ner­jahr­gang an einer Uni kann bis zu 800 Stu­den­ten betra­gen, die alle zusam­men aus­ge­bil­det werden.

31 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9.

33 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9, Unter­ka­pi­tel Die nutz­lo­se Klasse

34 Hara­ri 2017, a.a.O.: Kapi­tel 9, Unter­ka­pi­tel Die nutz­lo­se Klasse

35 Vgl. Peter König: Dia­bo­li­sches Pro­jekt, apo­lut, 18.11.2020, im Inter­net: https://​apo​lut​.net/​d​i​a​b​o​l​i​s​c​h​e​s​-​p​r​o​j​e​kt/, abge­ru­fen am 22.02.2023.

36 Vgl. Jens Zim­mer: Der Auf­stieg der Gott­kö­ni­ge, RT, 16.11.2020, im Inter­net: https://​de​.rt​.com/​m​e​i​n​u​n​g​/​1​1​0​3​2​9​-​a​u​f​s​t​i​e​g​-​g​o​t​t​k​o​n​i​ge/, abge­ru­fen am 22.01.2021.

38 Vgl. Lenin: Der Impe­ria­lis­mus als höchs­tes Sta­di­um des Kapi­ta­lis­mus, in: Lenin Wer­ke, Band 22, S. 284f.

Bild: World Eco­no­mic Forum (www​.wefo​rum​.org) swiss​-image​.ch/​P​h​oto by Remy Stein­eg­ger [CC BY-SA 2.0 (https://​crea​tive​com​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​2.0)], via Wiki­me­dia Commons

One thought on “Impe­ria­lis­mus und Gre­at Reset: Eine vier­te impe­ria­lis­ti­sche Epo­che? (Teil 7.1)

  1. Ich schät­ze die Publi­ka­tio­nen von Jan Mül­ler sehr. Aber er ist ein Fan von Schwabs »Gre­at Reset« und in »Impe­ria­lis­mus« Fol­ge 7.1 ist es dann soweit, da wer­den die feuch­ten All­machts­phan­ta­sien eines Schwab oder Hari­ri aus­ge­brei­tet. Haben die obi­gen Sze­na­ri­os noch was mit mar­xis­ti­scher Ana­ly­se zu tun?
    Ich wür­de mal als Kon­tra­punkt von Klaus Lin­der (Frei­den­ker-Ver­band) lesen »Rand­be­mer­kun­gen gegen eine Hyp­no­se durch den ›Gre­at Reset‹ « – zu fin­den hier: https://​www​.frei​den​ker​.org/​?​p​=​1​4​310

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