Zwei Jahre Freie Linke: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

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Anfang Okto­ber 2020 begann die Geschich­te der Frei­en Lin­ken mit einem Tele­gram­ka­nal- und Chat. Dar­aus wur­de eine im gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum mehr oder weni­ger prä­sen­te Bewe­gung, die ange­tre­ten ist sowohl die rote Fah­ne der Arbei­ter­be­we­gung gegen den Gene­ral­an­griff der Bour­geoi­sie zu his­sen als auch Klar­heit in die polit-öko­no­misch oft völ­lig ori­en­tie­rungs­lo­se größ­te demo­kra­ti­sche Mas­sen­be­we­gung seit lan­gem zu brin­gen. Das mit dem Flag­ge zei­gen hat zwei­fels­oh­ne geklappt. Beim The­ma Auf­klä­rungs­ar­beit und Ein­fluss­nah­me auf die Bewe­gung muss das Fazit bis­her sicher­lich gemischt ausfallen.

Will man das Phä­no­men Freie Lin­ke, trotz sei­ner gro­ßen ideo­lo­gi­schen Spann­wei­te im lin­ken Spek­trum von Kon­sum­kri­tik bis Kom­mu­nis­mus, Attac bis Anar­chis­mus, auf zwei Punk­te her­un­ter bre­chen, dann kann man wohl sagen, dass es sich dabei weit­ge­hend um Lin­ke han­delt, die ihren Idea­len im Gegen­satz zur kor­rum­pier­ten Main­stream­lin­ken treu geblie­ben sind und sich nicht mit bil­li­gen Tricks von den Herr­schen­den ver­äp­peln las­sen, also auch soge­nann­te »Ver­schwö­rungs­er­zäh­lun­gen« kri­tisch prü­fen und dis­ku­tie­ren, statt von vor­ne­her­ein in blin­dem Glau­ben an die Hir­ten der Herr­schen­den zu verwerfen.

Die Freie Linke bis zur Spaltung

In der Zeit vom Okto­ber bis zum Dezem­ber 2020 kon­so­li­dier­te sich in zahl­rei­chen Dis­kus­sio­nen eine Art Grund­kon­sens, der schließ­lich am 1.01.2021 in die Ver­öf­fent­li­chung des »Auf­rufs der Frei­en Lin­ken« mün­de­te. Neben der selbst­ver­ständ­li­chen Ableh­nung und Bekämp­fung der anti­de­mo­kra­ti­schen Poli­tik der Herr­schen­den unter dem Deck­man­tel der Pan­de­miein­sze­nie­rung bestand der Kon­sens nach innen dar­in, eine Samm­lungs­be­we­gung aller Rich­tun­gen des gesam­ten lin­ken Spek­trums zu sein. Nach außen bestand der Kon­sens dar­in, eine Volks­front­stra­te­gie zu fah­ren, also gemein­sam mit bür­ger­li­chen und kon­ser­va­ti­ven Kräf­ten zu koope­rie­ren. Im Grun­de bestand der Kon­sens also aus einer dop­pel­ten Zurück­wei­sung des Sek­tie­rer­tums und war letzt­lich durch die Situa­ti­on vor­ge­ge­ben. Das Schei­tern sämt­li­cher eta­blier­ter lin­ker Ten­den­zen beding­te, dass unge­bun­de­ne Genos­sen frei wur­den, die sich hin­sicht­lich der Posi­tio­nie­rung gegen die Coro­na-Poli­tik neu ver­sam­meln muss­ten. Zugleich konn­te es ange­sichts der ideo­lo­gi­schen Mar­gi­na­li­tät inner­halb des Mas­sen­pro­tests sowie vor allem der mas­si­ven Atta­cke auf die Gesamt­be­völ­ke­rung kaum eine ande­re Hal­tung als die der Volks­front­stra­te­gie geben, zumal von einer orga­ni­sier­ten – und oppo­si­tio­nel­len! – Arbei­ter­be­we­gung ohne­hin kei­ne Rede mehr sein konnte.

Durch die Ver­öf­fent­li­chung und Ver­brei­tung des Auf­rufs der Frei­en Lin­ken gewann die FL dann auch zahl­rei­che Mit­strei­ter, die die bereits in Ansät­zen vor­han­de­nen regio­na­len Struk­tu­ren mit Leben füll­ten. Ende März 2021 trat die Freie Lin­ke dann erst­mals mit ihren roten Fah­nen öffent­lich auf einer Demons­tra­ti­on in Kas­sel auf. Auf­ge­nom­men wur­den die­se mit einer Mischung aus Erleich­te­rung und Tadel: Vom »End­lich seid ihr auch dabei!« zum »Wo wart ihr denn bloß?« Teil­wei­se und ange­sichts der damals sich abzeich­nen­den und inzwi­schen chro­nisch gewor­de­nen Füh­rungs­kri­se der Demo­kra­tie­be­we­gung, traf man gar auf die nicht wenig ver­brei­te­te Ansicht, dass jetzt die Freie Lin­ke am Ball sei und den Pro­tes­ten mehr Struk­tur und Klar­heit zu geben hätte.

Es erwies sich lei­der, dass die Freie Lin­ke dazu aus meh­re­ren Grün­den zu kei­ner Zeit in der Lage war. Zual­ler­erst hat­te sie im Unter­schied zu den Quer­den­kern oder ande­ren nie finan­zi­el­le Mit­tel, kei­ne media­le Reich­wei­te und auch per­so­nell man­gel­te es ihr sowohl an Akti­vis­ten für die Büh­ne als auch an Theo­re­ti­kern und Orga­ni­sa­to­ren im Hin­ter­grund. Sie war also in allen Belan­gen zu schwach. Hin­zu kam, dass im März 2021 der Haupt­fo­kus im Abwehr­kampf gegen die »Lock­downs«, Aus­gren­zung und Impf­ter­ror bestand und dahin­ter gene­rel­le Sys­tem­kri­tik und das Auf­zei­gen einer sozia­lis­ti­schen Alter­na­ti­ve schlicht­weg nicht auf der Tages­ord­nung standen.

Das hat sich inzwi­schen geän­dert, wes­halb es eine den Sozia­lis­mus auf die Agen­da stel­len­de FL mehr denn je braucht. Aus­schlag­ge­bend für das Schei­tern war sicher­lich, dass man beim Auf­bau fah­rig war und zu vie­le den Grund­kon­sens nicht mit­tra­gen­de Leu­te in die eige­nen Rei­hen auf­nahm. Dar­an mag unter Umstän­den auch die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung Volks­front­stra­te­gie, also ein Bünd­nis mit bür­ger­li­chen und kon­ser­va­ti­ven Kräf­ten, ihren Anteil haben, indem sie zur dazu geführt haben mag, dass die bei­den Aus­gangs­kon­sen­se mit­ein­an­der ver­mischt wor­den sind. Sprich: die äuße­re Bünd­nis­po­li­tik mit Kräf­ten aus ande­ren poli­ti­schen Tra­di­tio­nen mag mit dem Ansatz der Neu­auf­stel­lung und For­mie­rung einer genu­in der Tra­di­ti­on der Arbei­ter­be­we­gung ver­pflich­te­ten Lin­ken ursäch­lich für den Fakt dar­stel­len, dass wirk­lich apo­li­ti­sche oder offe­ne Nicht­lin­ke sich zur FL haben hin­ge­zo­gen gefühlt. Man­che böse Zun­gen mei­nen bis heu­te, die Freie Lin­ke sei in der Pro­test­be­we­gung nur als Fei­gen­blatt will­kom­men, um gegen die Dif­fa­mie­rung der Bewe­gung als rechts alibi­mä­ßig auf ein paar rot­be­flagg­te Zwei­bei­ner zei­gen zu können.

An die­ser Stel­le sei eine selbst­kri­ti­sche Zwi­schen­fra­ge gestattet:

Und zwar kann man sich fra­gen, ob der eigent­li­che Miss­erfolg viel­leicht dar­aus resul­tier­te, mit einer sol­chen Volks­front­stra­te­gie begon­nen zu haben? Ob die Denk­mus­ter nicht ein­fach ana­chro­nis­tisch, aus der Zeit gefal­len sind, die zu die­ser Kon­zep­ti­on moti­vier­ten? Denn his­to­risch gese­hen setzt eine Volks­front­stra­te­gie eine bereits gefes­tig­te, star­ke und orga­ni­sier­te mar­xis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on vor­aus, die die Volks­front bil­det und anführt oder zumin­dest mit dem Ziel ein­geht, sie anzu­füh­ren oder stark zu beeinflussen.

Zurück zur inter­nen Komposition:

Der hohe Anteil an Anti­kom­mu­nis­ten, ob im bür­ger­li­chen oder links­ra­di­ka­len Gewand, führ­te dazu, dass sich prak­tisch seit Beginn an ver­schie­de­ne Lager her­aus­bil­de­ten. Das mach­te die Kon­zep­tio­nie­rung des ideo­lo­gi­schen und öffent­li­chen Auf­tritts schon von Beginn sehr schwie­rig. Als man dann den­noch schon wich­ti­ge Schrit­te zu einer Koor­di­na­ti­on der dezen­tral sich her­aus­bil­den­den Struk­tu­ren gegan­gen war, brach die FL dann in der Füh­rungs­ebe­ne aus­ein­an­der. Da nach so kur­zer Zeit noch kei­ne mit Sta­tu­ten ver­se­he­ne Orga­ni­sa­ti­on vor­han­den sein konn­te, die grund­le­gen­den Ursa­chen des Zwists so tief lagen, dass sie auch durch for­ma­les Pro­ze­de­re kaum hät­ten gere­gelt wer­den, konn­te und muss­te die FL bei­na­he zer­bre­chen bevor sie sich ansatz­wei­se hat fes­ti­gen kön­nen. Dies geschah dann bereits im Som­mer 2021.

Die Spaltung der Freien Linken

Durch die mona­te­lan­ge, prak­tisch von Beginn an gege­be­ne und der Spal­tung vor­aus­ge­hen­de Para­ly­se einer ansatz­wei­se in Ent­wick­lung begrif­fe­nen zen­tra­len Koor­di­na­ti­on, began­nen die ver­schie­de­nen regio­na­len Grup­pen schon län­ger sich mehr auf die Arbeit vor Ort zu kon­zen­trie­ren. Dies bewahr­te die Freie Lin­ke in per­so­nel­ler und orga­ni­sa­to­ri­scher Hin­sicht letzt­lich vor dem Ver­schwin­den und stei­ger­te wei­ter regio­nal ihren Bekannt­heits­grad. Ande­rer­seits bedeu­te­te dies ganz sicher eine Schwä­chung der FL als gesamt­po­li­tisch ernst­zu­neh­men­der gesell­schaft­li­cher Kraft.

Das Fal­sche an der Spal­tung war allein ihr Zeit­punkt sowie die stüm­per­haf­te und unüber­leg­te Art ihrer Durch­füh­rung. Sie hät­te als Klä­rung schon unmit­tel­bar mit dem Auf­ruf vom 1. Janu­ar 2021 voll­zo­gen wer­den sol­len. Die Spal­tung selbst war aus meh­re­ren Grün­den wich­tig und rich­tig. Ers­tens been­de­te sie die Para­ly­se, die unwei­ger­lich zum Ver­san­den der FL geführt hät­te. Der Preis waren Kon­fu­si­on, Irri­ta­ti­on und Ver­lust eines ein­heit­li­chen und koor­di­nier­ten Auf­tre­tens. Zwei­tens wen­de­te sie das Ver­sump­fen der FL in bür­ger­li­cher anti­kom­mu­nis­ti­scher Ideo­lo­gie ab und ermög­lich­te mit dem Auf­bau der Frei­en Lin­ken Zukunft eine ver­schie­de­ne Tra­di­tio­nen ver­sam­meln­de Grup­pie­rung mit ein­deu­tig sozia­lis­ti­schem Cha­rak­ter. Die­se greift zusam­men mit dem auf­ge­setz­ten Netz­werk Lin­ker Wider­stand vor allem durch den Auf­bau der Publi­ka­ti­on Mag­Ma – Maga­zin der Mas­se, die inzwi­schen von eini­gen sogar als das Aus­hän­ge­schild der lin­ken maß­nah­men­kri­ti­schen Bewe­gung gese­hen wird, sowie das Aus­sen­den von Flug­blät­tern, Reden und ande­ren Akti­ons­for­men in die Pro­tes­te ein.

Der eigent­li­che Feh­ler aber lag nicht so sehr in der Spal­tung und der unge­ho­bel­ten Art ihrer Durch­füh­rung, son­dern im Ver­sa­gen, die Grün­de der Spal­tung den vie­len Genos­sen und Sym­pa­thi­san­ten der Frei­en Lin­ken klar dar­zu­le­gen und ihre orga­ni­sa­to­ri­sche und ideo­lo­gi­sche Not­wen­dig­keit aus­rei­chend genug begrün­det zu haben. Für die Kon­fu­si­on und das Zurück­wer­fen der For­mie­rung kon­struk­ti­ver Kräf­te müs­sen sich die Ver­ant­wort­li­chen den Hut auf­zie­hen und zurecht kri­ti­sie­ren las­sen. Mehr Offen­heit und Trans­pa­renz hät­te hier sicher­lich gut getan und den For­mie­rungs­pro­zess einer klar lin­ken FL nicht so weit zurück­ge­wor­fen, wie es nun passierte.

Gleich­wohl ist zu sagen, dass die Hand­lun­gen ein­zel­ner in einem Umfeld statt­fan­den, das von weni­gen Per­so­nen gezielt ver­gif­te­tet wur­de. Die­se Zer­set­zer spit­zen die Lage zu, trie­ben sie zur Eska­la­ti­on und woll­ten aus der ideo­lo­gi­schen Spal­tung Pro­fit zie­hen, um eine Spal­tung zu ihren Guns­ten anzu­stre­ben. Die Akti­vi­tä­ten die­ser weni­gen Zer­set­zer, die, so soll­te sich zei­gen, spä­ter auch die abge­spal­te­ne FL wei­ter zer­setz­ten soll­ten, tan­gier­ten die meis­ten nicht, bzw. trau­ten sich die meis­ten nicht gegen die­se vor­zu­ge­hen. Vor die­sem Hin­ter­grund bestand eine für die Akteu­re sehr unkla­re Lage über die Kräf­te­ver­hält­nis­se. Die Lage ist so eska­liert, dass sich die­je­ni­gen, die sich in der FLZ ver­sam­melt haben, schlicht­weg vor kei­ner ande­ren Alter­na­ti­ve mehr sahen als die offen zer­stö­re­risch agie­ren­den Per­so­nen zu iso­lie­ren. Lie­ber eine orga­ni­sa­to­ri­sche Spal­tung als eine fort­wäh­ren­de läh­men­de Spal­tung der Orga­ni­sa­ti­on. Im Nach­hin­ein hat sich das als durch­aus ver­nünf­tig und rich­tig her­aus­ge­stellt. Inzwi­schen sehen das auch vie­le so, die zunächst arg mit der FLZ hader­ten. Den­noch ist die Sache alles ande­re als gut begrün­det wor­den, wir erwähn­ten es bereits.

Seit der Spaltung

Seit der Spal­tung hat sich immer kla­rer gezeigt, wer wirk­lich Inter­es­se am Auf­bau einer ech­ten oppo­si­tio­nel­len Kraft inner­halb des FL-Milieus hat­te und hat, und wer nicht. An ihren Taten, meist an dem, was nicht getan wur­de, konn­te und kann man sie erken­nen. Die Hand­voll zer­stö­re­ri­scher Ele­men­te sind bekannt und inzwi­schen oft­mals nicht nur in der FLZ, son­dern auch in der FL weit­ge­hend iso­liert, wenn auch sicher nicht in Gänze.

Es gibt Grup­pen aus dem Milieu der Frei­en Lin­ken – Öster­reich und die Schweiz ste­hen hier nicht zur Debat­te – in Aachen, Augs­burg, Ber­lin, Bre­men, Erfurt, Hal­le, Ham­burg, Han­no­ver, Leip­zig, Frank­furt, Frei­burg, Mar­burg, Mün­chen, Nürn­berg, Stutt­gart, Pots­dam, im Ruhr­ge­biet und ein­zel­ne Klein­grup­pen und Sym­pa­thi­san­ten sowie­so im gan­zen Bundesgebiet.

Die meis­ten Grup­pen haben per­so­nell die Spal­tung nicht nach- oder mit­voll­zo­gen. Die­se spielt sich eher im »Über­bau« ab, also hin­sicht­lich der ideo­lo­gi­schen Aus­rich­tung, aber auch den Tele­gram­struk­tu­ren und Web­sites, usw. De fac­to sit­zen die Leu­te wie einst in Russ­land bei­sam­men, egal ob Men­sche­wi­ki oder Bol­sche­wi­ki, um einen lei­der etwas hin­ken­den Ver­gleich zu zie­hen. Die Struk­tu­ren der Frei­en Lin­ken haben sich der­weil im Gegen­satz zur Frei­en Lin­ken Zukunft noch mehr­mals gespal­ten und in regio­na­le Grup­pen wie ideo­lo­gi­sche Ori­en­tie­rung auf­ge­teilt. Aber auch hier gibt es vor Ort meist wei­ter­hin Koope­ra­tio­nen und Über­schnei­dun­gen. Die Spal­tung also ist im End­ef­fekt per­so­nell und orga­ni­sa­to­risch nicht unbe­dingt als sol­che zu bezeich­nen. Es gibt das ent­stan­de­ne »Milieu Freie Lin­ke« also nach wie vor, das trotz aller Unter­schie­de nicht ver­ges­sen hat, wo der Haupt­feind steht, sich aber eben, wie skiz­ziert, auf meh­re­ren über­lap­pen­den Ebe­nen aus­dif­fe­ren­ziert hat: orga­ni­sa­to­risch, ideo­lo­gisch, ami­nis­tra­tiv-tech­no­lo­gisch, regio­nal, nament­lich, usw.

Die­se Grup­pen wer­keln meis­tens unab­hän­gig von­ein­an­der hin, so gibt es inzwi­schen zahl­rei­che Hom­pa­ges, Tele­gram­ka­nä­le, Social-Media-Accounts, die mal gut, meist weni­ger gut betrie­ben wer­den. Das gibt nach außen ein ent­spre­chen­des Bild ab und stellt ein­deu­tig die man­geln­de Orga­ni­siert­heit und völ­li­ge Abwe­sen­heit von Koor­di­na­ti­on wie Bün­de­lung der ohne­hin mau­en Kapa­zi­tä­ten unter Beweis. Dem­entspre­chend wach­sen die meis­ten Grup­pen auch kaum, geben sich oft in ihrem Zir­kel­we­sen zufrie­den und schei­nen vor grö­ße­ren Ambi­tio­nen zurück­zu­schre­cken. Pro­gram­ma­ti­sche Impul­se sowie State­ments zur aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Lage kom­men in Deutsch­land eigent­lich fast nur von der Frei­en Lin­ken Zukunft wie in weni­ger kla­rer Form von der FL Hal­le, manch­mal von den Ber­li­nern und Aache­nern. Die ideo­lo­gi­sche Band­brei­te ist dabei recht weit: wirk­lich sozia­lis­tisch erscheint auf den ers­ten Blick ledig­lich die FLZ, bei den vie­len ande­ren Grup­pen bleibt das eher unklar, was wie­der­um noch­mal die Grün­de der dama­li­gen Aus­dif­fe­ren­zie­rung qua Abspal­tung unterstreicht.

Denn letzt­lich, das sei an die­ser Stel­le unbe­grün­det in den Raum gestellt, hat eine oppo­si­tio­nel­le Lin­ke eine Daseins­be­rech­ti­gung nur mit klar sozia­lis­ti­scher Ori­en­tie­rung. Alles, was dahin­ter zurück fällt, ist so obso­let wie die anti­kom­mu­nis­ti­sche Links­par­tei. Die Freie Lin­ke kann nicht wie die Par­tei die Lin­ke sein, sich nur hin­sicht­lich Ban­de­ra & Caro­la unterscheiden.

Zwischenfazit

Die Frei­en Lin­ken haben nicht wenig erreicht. Ihre Fah­nen sind im gan­zen Land zu sehen. Es gibt in bei­na­he allen grö­ße­ren Städ­ten Anlauf­stel­len. Dass die Lin­ke ver­sagt habe, kann man nicht mehr so ein­fach behaup­ten, wie dies manch dubio­se Figu­ren wie Anselm Lenz tun, der die FL schlicht­weg nie erwähnt, um statt­des­sen gezielt Leu­te in von Neo­na­zis gelei­te­te Struk­tu­ren wie z. B. die Frei­en Sach­sen lockt.

Die Freie Lin­ke ist inzwi­schen ein Begriff gewor­den, die vie­len Angrif­fe aus der kol­la­bo­ra­tio­nis­ti­schen Lin­ken sind bes­ter Beweis. Man hat vor Ort Struk­tu­ren geschaf­fen, Publi­ka­tio­nen auf­ge­baut, wovon die Mag­Ma mit 10- bis 30-Tau­send Besu­chern im Monat sicher die bedeu­tends­te ist. Die Freie Lin­ke Zukunft hat im Rah­men des Bünd­nis­ses Netz­werk Lin­ker Wider­stand mit der FL Öster­reich im Sep­tem­ber eine ers­te inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz ver­an­stal­tet, von der auch RT berich­te­te, und damit wich­ti­ge Schrit­te hin­sicht­lich der inter­na­tio­na­len Ver­net­zung gemacht. Die Aache­ner und Hal­len­ser sind sehr aktiv. Die Ber­li­ner FL sticht vor allem durch das orga­ni­sie­ren ansehn­li­cher Demons­tra­tio­nen und akti­ven Inter­ven­tio­nen her­vor. Auch in Bay­ern und Fran­ken gibt es erfreu­li­che Ent­wick­lun­gen. In Leip­zig war und ist die FL schon lan­ge prä­sent. Das ist also nicht nichts. Den­noch könn­te und müss­te da nach zwei Jah­ren schon viel mehr sein. Momen­tan kann man sich die Lage schön­re­den, wie man will, am Fest­stel­len einer aus­ge­wach­se­nen Sta­gna­ti­on kommt man nicht umhin. Wird dar­an nichts beho­ben, dann droht die Freie Lin­ke als poten­ti­el­le, bit­ter nöti­ge, gesamt­po­li­ti­sche Kraft ein­zu­ge­hen, bevor sie das Kin­des­al­ter erreicht.

Orga­ni­sa­to­risch müs­sen unbe­dingt die Ent­wick­lun­gen hin zu einer gemein­sa­men Koor­di­na­ti­on wie­der auf­ge­nom­men wer­den, die durch die Zer­set­zungs- und Spal­tungs­pro­zes­se die FL im Grun­de fast hin­ter den Aus­gangs­stand zurück­ge­wor­fen haben. Ohne eine bes­se­re Orga­ni­sa­ti­on und Koor­di­nie­rung, wird die FL als poli­ti­sche Kraft bedeu­tungs­los blei­ben. Das ist umso ver­eh­ren­der ange­sichts der Offen­si­ven von AfD und ande­ren dubio­sen anti­de­mo­kra­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on in der Wider­stands­be­we­gung und dem fort­ge­setz­ten Schei­tern der regie­rungs­hö­ri­gen Main­stream­lin­ken in der Frie­dens- und sozia­len Frage.

Dazu gehört aber auch, dass ideo­lo­gi­sche Fort­schrit­te gemacht wer­den, damit man in die aktu­el­len Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit kla­ren pro­gram­ma­ti­schen Punk­ten ein­grei­fen kann. Die Kon­fe­renz­teil­neh­mer in Prag bei der »Inter­na­tio­na­len Kon­fe­renz der Frei­en Lin­ken« waren sich weit­ge­hend einig, dass der Wider­stand über­haupt nur Sinn hat, wenn er den Kapi­ta­lis­mus als gan­zes angreift und die Grün­de dafür erläu­tert und erklärt. Dazu gehört aber auch, dass ein für alle mal Schluss ist mit Debat­ten über einen »drit­ten Weg« oder Dumm­hei­ten wie einer Misch­form aus Sozia­lis­mus und Kapi­ta­lis­mus. Nur dar­in kann die Auf­ga­be der Frei­en Lin­ken lie­gen. Wie schon in dem Text zum ein­jäh­ri­gen Jubi­lä­um geschrie­ben, eine FL, die sich nicht von bür­ger­li­chen Wider­stands­for­ma­tio­nen unter­schei­det, hat kei­ne Daseinsberechtigung.

Die Zeit ist reif für eine for­cier­te Agi­ta­ti­on für den Sozia­lis­mus. Wer ein lebens­wer­tes Leben in die­sem Land füh­ren will, für den ist die Ein­füh­rung des Sozia­lis­mus inzwi­schen unum­gäng­lich. Als Alter­na­ti­ve bleibt grü­ne, schwar­ze, blaue oder gel­be Ver­ar­mung, Krieg und Cha­os. Es gibt schlicht kei­ne Wahl mehr. Wer das nicht kapiert hat, ist ein Schlaf­schaf im Widerstand.

Unter ande­ren Prä­mis­sen macht ein Fort­be­stehen der FL kei­nen Sinn. Wir wie­der­ho­len: sie hat ihre Daseins­be­rech­ti­gung nur, wenn sie sowohl den Coro­naschwin­del angreift als auch für den Sozia­lis­mus kämpft und agi­tiert. Sie muss den bür­ger­li­chen und rech­ten Kräf­ten in der sozia­len Fra­ge vor­aus sein, ver­su­chen sich an die Spit­ze zu stel­len, und gegen­über der kol­la­bo­rie­ren­den lin­ken und kom­mu­nis­ti­schen Bewe­gung selbst­re­dend klar machen, dass der Klas­sen­kampf heu­te auch genau an der Front­li­nie tobt, die die Herr­schen­den mit dem Coro­na-Coup vom März 2020 eröff­net haben.

Dies­be­züg­lich stel­len sich der FL(Z) nach wie vor zwei Auf­ga­ben. Ers­tens eine Erklä­rung dafür zu fin­den, war­um die Main­stream­lin­ke ver­sagt hat und wel­che Schlüs­se dar­aus für den Auf­bau neu­er lin­ker Orga­ni­sa­tio­nen zu zie­hen sind. Zwei­tens steht eine ana­ly­tisch aus­ge­feil­te, rigo­ro­se und empi­risch beleg­te Arbeit mit theo­re­ti­schen Ansprü­chen bezüg­lich der gegen­wär­ti­gen For­men des Klas­sen­kamp­fes unter den aktu­el­len Gege­ben­hei­ten und Ent­wick­lun­gen noch aus. Zwar sind inzwi­schen zahl­rei­che, auch hoch­wer­ti­ge Vor­ar­bei­ten geleis­tet wor­den, aber ein wirk­lich gro­ßer Wurf, der die Welt­la­ge tran­chiert und zugleich die tref­fen­den prak­ti­schen Fol­ge­run­gen an den Hori­zont malt, wie einst das Mani­fest oder Lenins Impe­ria­lis­mus­schrift, bleibt nach wie vor ein Desi­de­ra­tum. In die­sem Sin­ne feh­len der FLZ sozu­sa­gen, wür­den Skep­ti­ker monie­ren, wohl kaum die Prä­mis­sen, wohl aber die Zwi­schen­schrit­te von der Ana­ly­se der aktu­el­len Lage der Klas­sen­kämp­fe zu ihrem Schluss: Sozialismus.

Wie weiter?

Wem die­se ein­deu­ti­ge Pro­fi­lie­rung, die in der sehr hete­ro­ge­nen Frei­en Lin­ken nicht allen pas­sen wird, zu weit geht, für den könn­te die aus einer Arbeits­grup­pe der FLZ kon­zi­pier­te »Sozia­le Lis­te Zukunft« eine Opti­on sein, da sie dezi­diert um ein sozia­les Mini­mal­pro­gramm antritt, Samm­lungs­be­we­gungs­cha­rak­ter hat und kei­ne ein­deu­ti­ge ideo­lo­gi­sche Fest­le­gung zeigt.

Hin­sicht­lich der brei­ten Bewe­gung um die Freie Lin­ke, wol­len wir zunächst ein­mal alle kon­struk­ti­ven Kräf­te in der FL dazu auf­ru­fen über die drän­gends­ten Pro­ble­me der FL in Fra­gen der Orga­ni­sa­ti­on und Aus­rich­tung zu debat­tie­ren, um hof­fent­lich kon­kre­te Schrit­te anzu­vi­sie­ren, die die Freie Lin­ke aus der Sta­gna­ti­on und Inef­fek­ti­vi­tät her­aus holen.

Wir bie­ten für eine öffent­li­che Debat­te die Mag­Ma als Aus­tra­gungs­ort an und hof­fen zugleich, dass die inter­ne Debat­te, soll­te sie erwünscht sein, in pas­sen­den Rah­men­be­din­gun­gen statt­fin­den kön­nen wird.

Vorwärts

Wir Lin­ken soll­ten end­lich die Angst vor der eig­nen Cou­ra­ge über­win­den. Wir wer­den nicht ernst genom­men, wenn wir vor­ge­ben links zu sein, aber dann her­um­druck­sen oder aus Angst vor der mit Anti­kom­mu­nis­mus gehirn­ge­wa­sche­nen Mei­nungs­ma­che nicht sagen, was wir wol­len. Was aus einer Lin­ken wird, die ihr Wesen ver­leug­net, sieht man heu­te an der Par­tei die Lin­ke, die sich die letz­ten drei­ßig Jah­re dafür fei­er­te, den Anti­kom­mu­nis­mus zur Par­tei­dok­trin erho­ben zu haben. Sie mar­schiert im Stech- und Gleich­schritt die Arbei­ter­klas­se ver­ra­tend und ver­kau­fend mit dem deut­schen Impe­ria­lis­mus nach weit rechtsaußen!

Die­se Art von Selbst­ver­leug­nung und folg­li­che Rechts­ent­wick­lung der deut­schen Lin­ken hat dazu geführt, dass vie­le heu­te im Grun­de rich­ti­ge For­de­run­gen in der von der Lin­ken gelas­se­nen Leer­stel­le von ver­meint­lich Rech­ten oder soge­nann­ten Patrio­ten ins Feld geführt oder von der Pres­se ein­fach als rechts und damit unmög­lich ver­un­glimpft wer­den, obwohl nicht sel­ten durch­aus genu­in lin­ke, anti­im­pe­ria­lis­ti­sche und sozia­le Inhal­te sich dar­un­ter ver­ber­gen, wenn­gleich sicher teil­wei­se unter wider­wär­ti­gem, dem Über­bau ent­sprun­ge­nen und weg­zu­wi­schen­den chau­vi­nis­ti­schem Schim­mel. Da die Struk­tu­ren der Rech­ten gut aus­ge­baut sind, konn­te sie es zum Teil schaf­fen, die­se Unzu­frie­de­nen mit teils ver­nünf­ti­gen sach­po­li­ti­schen Paro­len gemischt mit absto­ßen­der und gefähr­li­cher Sün­den­bock­pro­pa­gan­da an sich zu ziehen.

Aber wir wis­sen es alle: die Labels sind ver­rutscht. Hin­ter einem Lin­ken kann – muss aber natür­lich nicht – heu­te ein Rech­ter ste­cken und umge­kehrt. Das kann man nur in der Agi­ta­ti­on her­aus­fin­den, nicht vor­ab ein­fach für gege­ben nehmen.

Die­se Gemenge­la­ge aber macht es, dass die wirk­lich öko­no­misch und ideo­lo­gisch weit Rech­ten sich nicht mal über die ver­meint­li­che eige­ne Gefolg­schaft sicher sein kön­nen. Die Rech­ten sind zwar publi­zis­tisch und orga­ni­sa­to­risch stark und oft gut ver­netzt, aber ideo­lo­gisch und intel­lek­tu­ell sind sie beschränkt. Wer glaubt denn heu­te, mit einem »Aus­län­der­stopp« oder einem »Zurück zur deut­schen Schol­le« sei­en heu­te auch nur irgend­wel­che Pro­ble­me gelöst? Wer wird denn für eine Ver­schär­fung des Neo­li­be­ra­lis­mus oder uto­pi­schen Kapi­ta­lis­mus sich noch her­ge­ben, wäh­rend einem das letz­te Erspar­te im Zeit­raf­fer auf dem Bank­kon­to ver­rinnt? Auch die bür­ger­li­chen Par­tei­en, ob in Regie­rung oder Oppo­si­ti­on (sie­he die APO Düs­sel­dorf), haben kei­ne adäqua­ten, erprob­ten und lang­fris­tig trag­ba­ren Kon­zep­te zu bieten.

Wäh­rend die Regie­rung durch ihre eige­ne Poli­tik immer mehr in eine mili­ta­ris­ti­sche Kriegs­wirt­schaft gezwun­gen und gedrängt wer­den könn­te, schwir­ren in der bür­ger­li­chen Oppo­si­ti­on nicht nur, aber auch aller­hand pro­to­fa­schis­ti­sche Wirt­schafts­kon­zep­te her­um, wie von Stei­ner und Die­sel oder auch Proud­hons klein­bür­ger­li­che Uto­pie eines rei­nen anti­mo­no­po­lis­ti­schen Selbst­stän­di­gen­ka­pi­ta­lis­mus. Der Wie­der­be­le­bungs­ver­such der Ideen der soge­nann­ten Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on bei Gun­nar Kai­ser zum Bei­spiel bezeugt die voll­stän­di­ge ideo­lo­gi­sche Ein­falls­lo­sig­keit eines Bür­ger­tums, das sich aus Angst vor dem Sozia­lis­mus erneut, und die­se Far­ce ist lei­der kaum komisch, dem Faschis­mus zuwen­det (zu den libe­ra­len Wur­zeln des Faschis­mus, sie­he Ishay Lan­da). Als ob inzwi­schen nichts gesche­hen wäre und eine anti­fa­schis­ti­sche Gegen­warts­be­we­gung aus­ge­rech­net auf Vor­den­ker des Faschis­mus zurück­zu­grei­fen hät­te! Wobei der ein­zig kon­squen­te Anti­fa­schis­mus nun ein­mal nur mit dem Sozia­lis­mus zusam­men gedacht wer­den kann, denn nur der besei­tig die Ursa­che des dama­li­gen wie heu­ti­gen Faschis­mus: den Kapitalismus.

Das Feld ist frei. Die Nach­fra­ge ist da. Die ande­ren haben kei­ne Lösun­gen für die Her­aus­for­de­run­gen der Zeit. Wir müs­sen erken­nen, dass unse­re Zeit gekom­men ist, so klein und mar­gi­nal wir noch erschei­nen. Die Situa­ti­on wird von allei­ne rei­fen und den Humus für sozia­lis­ti­sches Gedan­ken­gut frucht­bar machen. Als akti­ve Ver­fech­ter die­ser Idee, müs­sen wir nicht selbst Mas­sen in unse­ren Rei­hen haben. Wir müs­sen ledig­lich den anti­kom­mu­nis­ti­schen Dreck und neo­li­be­ra­len und faschis­to­iden Mief aus den Hirn­plat­ten der Leu­te klop­fen. Dar­aus kann ein Fun­ke ent­ste­hen. Bis dahin brau­chen wir frei­lich Geduld. Aber nur das kann und muss unse­re Auf­ga­be sein: Ein­tre­ten für den Sozialismus!

Immer auf zu neu­en Siegen.

Bild: Auf­kle­ber »Babusch­ka Anna mit roter Flag­ge« der Frei­en Lin­ken Zukunft

6 thoughts on “Zwei Jahre Freie Linke: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

  1. Why have I been ban­ned from Chat Freie Lin­ke Zukunft?

    I think it’s not unre­a­son­ab­le to demand an explana­ti­on, con­si­de­ring I’ve been ban­ned all of a sud­den, without ANY warning.

    Last thing I did the­re was to ques­ti­on the (inde­ed con­tro­ver­si­al) »spike pro­te­in« nar­ra­ti­ve. Did you ban me for *that*? Serious­ly? If not, why then?

  2. Ich hät­te eini­ge Fra­gen zu eurem Artikel,
    1.) was ver­steht ihr unter Sozialismus?
    2.) wohin führ­te bis­her der Sozialismus? 

    Des wei­te­ren Zitat: »aber auch aller­hand pro­to­fa­schis­ti­sche Wirt­schafts­kon­zep­te her­um, wie von Stei­ner und Die­sel oder auch Proud­hons klein­bür­ger­li­che Uto­pie eines rei­nen anti­mo­no­po­lis­ti­schen Selbstständigenkapitalismus« 

    setzt Ihr Anar­cho­syn­di­ka­lis­mus mit pro­to­fa­schis­ti­sche Wirt­schafts­kon­zep­te gleich! 

    Fra­ge wo liegt der Feh­ler in die­ser Gleichsetzung?

    Des wei­te­ren, was ver­steht Ihr unter Faschismus? 

    Was ver­stand Beni­to Muso­li­ni (er bezeich­ne­te sich selbst als den 1 Faschis­ten) unter Faschismus?

    1. Zu den ande­ren Fra­ge spä­ter, zum Anar­cho­syn­di­ka­lis­mus – nein! Natür­lich setz­ten wir den nicht mit dem Faschis­mus gleich. Proud­hon wird von Ishay Lan­da als pro­to­fa­schis­ti­scher (nicht faschis­ti­scher) Den­ker aus­ge­macht, auf die Ana­ly­se bezieht sich das. Das hät­te man viel­leicht etwas bes­ser aus­drü­cken sol­len. Stimmt.

  3. Die FLZ wird fälsch­lich als ver­ant­wort­lich für die Spal­tung dargestellt.

    Der Blick zurück zeigt ein ande­res Bild:

    1. Es gab einen Man­gel an for­mel­ler (Apriori-)Organisation. (Schick­sal.)
    2. Das nut­zen orga­ni­sa­to­risch poli­tisch Erfah­re­ne, um Kon­trol­le über Schlüs­sel­res­sour­cen zu erlan­gen. (Web-Page, Neu­mit­glie­der, etc.)
    3. Dann kam das Basis­de­mo­kra­tie-Argu­ment, das stets nur heißt, daß bestimm­te Leu­te mehr Macht haben wol­len. Die dar­aus resul­tie­ren­de Lei­tung stell­te sich jedoch sub­stan­ti­ell über­for­dert dar.
    4. Dann bra­chen Kon­flik­te aus, die mit dem Manage­ment-Per­so­nal und der feh­len­den Orga­ni­sa­ti­on nicht ein­ge­dämmt wer­den konnten.
    5. In der Fol­ge nutz­ten die orga­ni­sa­to­risch poli­tisch Erfah­re­ne ihre Macht, um die men­tal gut Orga­ni­sier­ten zu behin­dern und ein­zu­schrän­ken. Dar­in bestand die Spaltung.
    6. Denn die Ein­ge­schränk­ten muss­ten sich irgen­wie orga­ni­sie­ren und sich eine eige­ne Ver­öf­fent­li­chungs­platt­form schaffen.

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