Worte nicht nur an die Wandlitzer anlässlich des durch Polizeigewalt in Kauf genommen Todes von Boris Pfeiffer

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Fol­gen­de Rede wur­de heu­te von der gebür­ti­gen Wand­lit­ze­rin Lia­ne Kilinc gehal­ten und aus Mos­kau per Stream an die soeben statt­ge­fun­de­ne Gedenk­ver­an­stal­tung über­tra­gen. Trau­ri­ger Anlass war der Tod von Boris Pfeif­fer vor einem Jahr, der auf einer Demo für die Grund- und Men­schen­rech­te von den Repres­si­ons­or­ga­nen ange­grif­fen wur­de und ver­starb. Im Anhang wird auch Liance Kilincs Rede von der eine Woche nach dem Tod des Musi­kers von »In Extre­mo« statt­ge­fun­den haben­den Mon­tags­de­mons­tra­ti­on dokumentiert.

Lie­be Wand­lit­zer, lie­be Freunde,

ein Jahr ist bereits ver­gan­gen seit Boris’ Tod. In dem Jahr hat sich vie­les bestä­tigt, was wir damals fürch­te­ten. Wer kennt noch nicht die For­mu­lie­rung »plötz­lich und uner­war­tet ver­stor­ben«; wer hat noch nicht gele­sen, dass inzwi­schen Stu­di­en vor­lie­gen über Schä­den durch Masken.

Wer weiß noch nicht von der gelösch­ten Han­dy­kom­mu­ni­ka­ti­on von EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en, den Kauf von Mil­lio­nen soge­nann­ter Impf­do­sen betref­fend. Wir haben uns letz­tes Jahr gegen die demo­kra­tie­feind­li­chen Maß­nah­men gewehrt, und gesagt, die­se Poli­tik füh­re nach innen wie nach außen Krieg.

Wand­litz, 24.01.2023, Gedenk­kund­ge­bung für Boris Pfeiffer

Und es wur­de dop­pelt bestätigt.

Durch den absurd über­zo­ge­nen Poli­zei­ein­satz, der Boris das Leben kos­te­te, und durch den Kriegs­zu­stand, in dem sich die­ses Land heu­te befin­det. Was die Coro­na-Maß­nah­men betrifft, fan­gen lang­sam auch die Main­stream-Medi­en an, über Impf­schä­den, über die enor­me Kor­rup­ti­on und über den Unfug der Maß­nah­men zu berich­ten, die demo­kra­ti­sche Rech­te kos­te­ten, aber kei­ner­lei Nut­zen für die Bevöl­ke­rung hat­ten. Sehr, sehr langsam.

Es ist inzwi­schen belegt, dass weder Kin­der noch Unge­impf­te jemals eine Gefähr­dung für ande­re dar­stel­len konn­ten, weil die soge­nann­te Imp­fung weder den Geimpf­ten noch sei­ne Umge­bung vor einer Infek­ti­on bewahrt. Es ist also klar, dass die Beschimp­fun­gen, die Bös­ar­tig­kei­ten, die jeder, der Coro­na nicht für die Wie­der­kehr des Schwar­zen Todes hielt, reich­lich genie­ßen durf­te, auf einer völ­lig fal­schen Wahr­neh­mung beruh­ten, dass nicht wir es waren, die, wie so ger­ne geschrie­ben wur­de, mit »Haß und Het­ze« die »Gesell­schaft spal­te­ten«, son­dern jene, die uns mit Blind­där­men und Schlim­me­rem verglichen.

Gab es eine Ent­schul­di­gung? Bis heu­te nicht.

Die Sel­ben, die im letz­ten Jahr mein­ten, gegen uns demons­trie­ren zu müs­sen und damit das Vor­ge­hen der Poli­zei zu recht­fer­ti­gen, weil sie, und sie allein, schließ­lich die Guten sind, ste­hen heu­te wie­der hier, und statt sich zu ent­schul­di­gen, statt wenigs­tens zu erklä­ren, dass sie begrif­fen haben, wie falsch die­se Front­stel­lung war, ste­hen sie wie­der hier und erklä­ren sich zu den Guten.

Wand­litz, 24.01.2023, Gedenk­de­mons­tra­ti­on für Boris Pfeiffer

Und mor­gen oder über­mor­gen ste­hen sie dann wie­der hier und for­dern deut­sche Pan­zer in die Ukrai­ne, gegen Russ­land. Und sind wie­der fel­sen­fest davon über­zeugt, die Guten zu sein, das Rich­ti­ge zu tun. Auch wenn die­ses Mal, wenn die­se For­de­rung nicht nur ein Opfer for­dern wird, son­dern womög­lich Zehn- oder Hun­dert­tau­sen­de. Denn wenn deut­sche Pan­zer nach Russ­land rol­len, dann ist das ein Welt­krieg. Mor­gen oder über­mor­gen ste­hen sie wie­der hier und erklä­ren, dass man eben wegen der Ukrai­ne frie­ren müs­se und Pan­zer schi­cken, so wie man wegen eines Virus, den der bay­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Söder inzwi­schen mit einer Grip­pe ver­gleicht, selbst an der frei­en Luft Mas­ken tra­gen und Abstand hal­ten sollte.

Wir trau­ern heu­te um Boris. Wir hof­fen, dass Boris in Wand­litz das ein­zi­ge Opfer die­ser »Guten« bleibt.

Dass viel­leicht ein paar von jenen dort anfan­gen nach­zu­den­ken; denn die­ses Nach­den­ken ist bit­ter nötig. Für den inne­ren Frie­den in unse­rer Gemein­de eben­so wie für den Frie­den auf der Welt.

Nicht alles, was in der Zei­tung steht oder von einer Bun­des­re­gie­rung ver­kün­det wird, ist die Wahr­heit. Wenn wir uns auch nur auf die­se simp­le Erkennt­nis eini­gen könn­ten, wür­de so etwas wie mit Boris nicht mehr geschehen.

Bild: Pla­kat zum Gedenk­marsch in Ern­in­ne­rung an Boris Pfeiffer

Die Rede gehal­ten von Liance Kilinc heu­te in Moskau:


Anhang: Rede Liane Kilincs vom 31.01.2022

Lie­be Wand­lit­zer, lie­be Freunde,

eigent­lich soll­ten heu­te alle Bür­ger die­ses Ortes hier sein.

Wenn schon nicht, um gegen die irr­wit­zi­gen Coro­na-Maß­nah­men zu demons­trie­ren, die wei­ter­ge­hen, wäh­rend ein Nach­bar­land nach dem ande­ren öff­net und ange­kün­dig­te Impf­pflicht zurück­zieht, dann im Geden­ken an Boris Pfeif­fer, der ver­gan­ge­ne Woche aus unse­rer Mit­te geris­sen wurde.

Es ist eine Schan­de für unser Land, dass nach wie vor das Ver­samm­lungs­recht nicht wie­der her­ge­stellt ist. Es ist eine Schan­de, dass nach wie vor weder die Impf­schä­den noch die ver­hee­ren­den wirt­schaft­li­chen Fol­gen offen aus­ge­spro­chen wer­den kön­nen. Dage­gen hat Boris demons­triert, und die Poli­zei wur­de ein­ge­setzt, um all dies zu verteidigen.

Wir Bür­ger bezah­len die­se Poli­zei; sie müss­te an unse­rer Sei­te ste­hen, statt mit­zu­hel­fen, uns grund­le­gen­de Rech­te zu neh­men! Es ist eben­falls eine Schan­de für unser Land, wie mit die­sem Todes­fall umge­gan­gen wird. Die MOZ mach­te sich sogleich dar­an, aus Boris einen Rech­ten, einen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, schlicht, irgend­ei­ne Form eines gemein­ge­fähr­li­chen Irren zu machen.

Und jetzt wird die Per­son des Anmel­ders die­ser Demons­tra­ti­on genutzt, um gleich alle, die hier ste­hen und geden­ken wol­len, eben­falls zu Rech­ten zu erklä­ren. Es ist doch Wirk­lich­keit, dass unzäh­li­gen Men­schen unter die­sen Maß­nah­men leiden.

Das Vie­le nicht mehr wis­sen, wie es wei­ter­ge­hen soll; Selb­stän­di­ge, Künst­ler, aber auch Frau­en, die einen Mini­job in der Gas­tro haben, und Pfle­ge­kräf­te, die beim Impf­ter­ror nicht mit­spie­len wol­len. Ist das alles unwich­tig? Ist es unwich­tig, dass wäh­rend­des­sen die Mil­li­ar­dä­re rei­cher wer­den und dass sich um die gan­zen Maß­nah­men und das Imp­fen her­um ein tie­fer Sumpf an Kor­rup­ti­on ent­wi­ckelt hat?

Die nor­ma­len Leu­te lei­den, und eini­ge Kon­zer­ne ver­die­nen sich dumm und däm­lich. Da müss­te für uns doch klar sein, wo die rich­ti­ge Sei­te ist. Es ist schon wit­zig. Jeder Papp­ka­me­rad ist gut genug, um die berech­tig­ten, ja, die nöti­gen Pro­tes­te der Men­schen, der Bür­ger, für »rechts« zu erklä­ren, und gleich­zei­tig macht man sich mit Kriegs­trei­bern wie den Grü­nen gemein, als wäre das links.

Nein, Boris ist für die rich­ti­gen Din­ge eingetreten.

Es waren völ­lig unan­ge­mes­se­ne poli­zei­li­che Maß­nah­men, die zu sei­nem Tod geführt hat, weil die Auf­ga­be der Poli­zei bei einer legi­ti­men Aus­übung des Ver­samm­lungs­rechts dar­in besteht, den Ver­kehr zu regeln und die Ver­samm­lungs­teil­neh­mer zu schützen.

Nicht, ihnen den Weg abzu­schnei­den und sie an der Ver­samm­lung hin­dern zu wol­len. So ist das Recht in die­sem Land, auch wenn vie­le in der Poli­tik gera­de so tun, als wäre das nicht so. Die rich­ti­ge Sache, die beinhal­tet auch, unse­re Mensch­lich­keit zurückzugewinnen.

An die Stel­le von ver­meint­li­cher »Soli­da­ri­tät durch Imp­fen« die wirk­li­che Soli­da­ri­tät zu set­zen, die dar­in besteht, ein­an­der zu ach­ten und sich gemein­sam für die eige­nen Inter­es­sen ein­zu­set­zen; ein­an­der zu unter­stüt­zen und bei­zu­ste­hen. So, wie wir heu­te auch der Fami­lie von Boris bei­ste­hen wollen.

Mensch­lich­keit heißt für uns, jeman­den nicht zu ver­ur­tei­len und zu dis­kri­mi­nie­ren, weil er eine ande­re Mei­nung hat. Mensch­lich­keit heißt für uns, für Über­zeu­gun­gen ein­zu­ste­hen und nicht, weil man dafür von oben gelobt wird, staat­li­ches Unrecht noch zu verteidigen.

Wer Hass und Het­ze sucht, muss sie dort suchen, wo immer von »Schwurb­lern« und »Coro­na­leug­nern« die Rede ist; bei jenen, die noch den größ­ten, den schäd­lichs­ten staat­li­chen Unfug mit Vehe­menz ver­tei­di­gen. Jene tun mir leid; denen der Mut fehlt, die Wahr­heit zu sagen; die Klar­heit, zu erken­nen, was die Inter­es­sen der arbei­ten­den Men­schen sind, und was die der gro­ßen Kon­zer­ne; und die Auf­rich­tig­keit, wenigs­tens das Geden­ken zu respektieren.

Wir Wand­lit­zer, die wir um Boris trau­ern, sagen euch, ihr dürft euch ger­ne jeder­zeit wie­der anschließen.

Aber ob ihr es nun ein­seht oder nicht – wir wer­den wei­ter gegen die­se Maß­nah­men auf­ste­hen, und gegen eine Poli­tik, die nach innen, wie nach außen Krieg füh­ren will.

Das sind wir uns schul­dig, unse­rem Land. Und auch Boris.

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