Zum Ende der Pandemie

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Der Coro­na-Kult wird jetzt auch in Deutsch­land begra­ben. War­um? Weil Dros­ten, der pan­de­mi­sche Pro­phet, es so ver­kün­det hat. Sei­ne Wor­te haben den Start­schuss gege­ben: Es wird ver­sucht, das sin­ken­de Schiff zu verlassen. 

Chris­ti­an Dros­ten hat die Pan­de­mie been­det. So ein­fach geht es. Es braucht nur das Wort des gro­ßen Viro­lo­gen. Der Sprach­wis­sen­schaft­ler Robert Nie­mann leg­te im Herbst 2022 einen Essay vor. Titel: Pro­gnos­ti­sche Pro­phe­ten. Rhe­to­ri­sche Men­schen­füh­rung in der Coro­na­pan­de­mie (Rezen­si­on auf TKP folgt in den nächs­ten Tagen«). Sei­ne The­se dar­in: Coro­na brach­te einen neu­en Füh­rungs­typ her­vor. Er dach­te dabei gera­de an Drosten.

Orchestrierter Epilog

Die­ser ist nicht nur Wis­sen­schaft­ler, son­dern auch »öffent­lich­keits­wirk­sa­mer Pop­star«, der den Men­schen »wie ein Pro­phet den Weg weist«. Sei­ne The­se wur­de jetzt ein­drucks­voll bestä­tigt: Weil Chris­ti­an Dros­ten in einem Inter­view ver­kün­det hat, dass »sei­ner Ein­schät­zung nach, die Pan­de­mie vor­bei« sei, über­schla­gen sich Alpha-Jour­na­lis­ten, links­li­be­ra­le Mei­nungs­ma­cher und der Medi­en­dschun­gel. Der Pro­phet hat gespro­chen. Die soge­nann­te Pan­de­mie ist vorbei.

Wie orches­triert gab Dros­ten damit das Start­kom­man­do für das end­gül­ti­ge Ende des insze­nier­ten Coro­na-Aus­nah­me­zu­stands und der bei­spiel­lo­sen Angst­pro­pa­gan­da. In der »ZIB 1«, der zen­tra­len öster­rei­chi­schen Nach­rich­ten­sen­dung, wur­de sogleich das Ende ver­laut­bart. Deutsch­lands Jus­tiz­mi­nis­ter will nach den Wor­ten des Dros­ten jetzt auch »die letz­ten Maß­nah­men« aufheben.

Füh­ren­de Agi­ta­to­ren des Manö­vers, wie etwa Robert Misik, der mit scho­ckie­ren­dem Hass gegen Anders­den­ken­de auf­ge­fal­len war, set­zen zum end­gül­ti­gen Rück­zug an. Das neue Argu­ment: Nur noch Rechts­extre­me und Eso­te­ri­ker wür­den über Coro­na spre­chen, ihr Lieblingsthema.

Für die­se Ant­wort auf den Tweet des links­li­be­ra­len Mei­nungs­ma­chers Misik wur­de ich von ihm umge­hend blo­ckiert. Auto­ri­tä­re Dis­kurs­vor­ste­her mögen kei­nen Widerspruch.

Der Zeit­punkt ist selbst­ver­ständ­lich alles ande­re als zufäl­lig: Chi­na legt aktu­ell eine völ­li­ge Abkehr vom The­ma hin. Zwar sind die Spi­tä­ler dort über­füllt, aller­dings nur, weil man den Chi­ne­sen die Panik neh­men muss. Immer­hin hat man auch sie mit Angst­pro­pa­gan­da fast drei Jahr ver­folgt. Eine Gesund­heits­kri­se gibt es dort aber kei­ne. Den neu­en Tenor aus der Par­tei gibt der Chef­re­dak­teur der Glo­bal Times für das glo­ba­le Publi­kum wider:

Es besteht Einig­keit dar­über, dass das Virus zu anste­ckend ist, um eine Infek­ti­on zu ver­mei­den. Auch wenn die Sym­pto­me von Glück abhän­gen, kann fast jeder das Virus über­le­ben, und das Todes­ri­si­ko ist vernachlässigbar.

Aufarbeitung?

Neben Chi­na, das mög­li­cher­wei­se auch die WHO bald so weit bringt, ihre lieb gewor­de­ne »Pan­de­mie« für been­det zu erklä­ren, ist da auch noch Twit­ter und Elon Musk. Dort hat man nun begon­nen, die »Twit­ter­Files« zu Covid zu ver­öf­fent­li­chen. Schon die ers­te Ent­hül­lung zeig­te, wie Big Tech die Debat­te zen­sier­te, wie das Wei­ße Haus zum Wahr­heits­mi­nis­te­ri­um mutier­te und dabei renom­mier­te Wis­sen­schaft­ler verfolgte.

Doch das sei nur die »Ein­füh­rung« zu Covid gewe­sen, sag­te Musk bereits. Es wird also viel kom­men, die nächs­ten Wochen. Eini­ge ver­mu­ten, dass zwei­fel­los auf­ge­deckt wer­den wird, wie die Behör­de von Antho­ny Fau­ci Twit­ter »mili­ta­ri­siert« (wea­po­nized, Anm.) hat, um den Labor-Ursprung von Covid-19 zu ver­tu­schen. Man­che rech­nen sogar damit, dass am Ende sogar ent­hüllt wer­den wird, dass es sich bei Covid-19 um eine Bio­waf­fe gehan­delt habe. Viel Zünd­stoff also, umso dring­li­cher, die soge­nann­te »Pan­de­mie« zu been­den. Für Dros­ten wie für vie­le ande­re ist es höchs­te Zeit, dass Schiff zu verlassen.

Dass in den meis­ten Län­dern Euro­pas Coro­na schon seit dem Früh­jahr über­haupt kein The­ma mehr ist, ist dabei völ­lig egal. Es brauch­te den Pro­phet Dros­ten, damit die deut­schen und öster­rei­chi­schen Leit­me­di­en das Ende hin­neh­men. Auch Wien wird das in den kom­men­den Wochen des neu­en Jah­res ein­se­hen müssen.

Der Essay­ist Milosz Matu­schek for­mu­liert es treffend:

Dass Coro­na ein Kult war, sieht man dar­an, dass ein Jus­tiz­mi­nis­ter in Deutsch­land erst dann Maß­nah­men abschaf­fen will, wenn der Ober­pries­ter des Kults, Chris­ti­an Dros­ten, sagt, dass die Pan­de­mie vor­bei ist. Null eige­ne Urteils­fä­hig­keit. Wann fängt die Auf­ar­bei­tung an?

Auf­ar­bei­tung soll es selbst­ver­ständ­lich kei­ne geben. Es soll zum Nor­mal­pro­gramm über­gan­gen wer­den, als wäre nichts gewe­sen. Dass die Über­sterb­lich­keit so hoch wie nie ist, wird igno­riert. In einem Jahr ist sie schon Nor­mal­fall. Auch der Gebur­ten­rück­gang wird in einem Jahr bereits Nor­mal­ni­veau sein. Die Pfi­zer-Ver­trä­ge von EU-Ley­en sol­len ver­ges­sen wer­den. Ohne­hin war alles rund um die mRNA-Imp­fung »alter­na­tiv­los«, wie ger­ne gesagt wur­de. Es war eben Pandemie.

Zuerst erschie­nen bei tkp​.at

Bild: Demo »Soli­da­ri­tät & Auf­klä­rung statt Ver­schwö­rungs­ideo­lo­gien«, Ham­burg 15.01.2022 (Rasan­de Tys­kar CC BY-NC 2.0)

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