Klimawandel: Die ungeklärte Wissenschaft (Teil 1)

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Auf der 28. Konferenz der Vertragsparteien (COP28), die vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC [– »Weltklimarat«]) einberufen wurde, sagte der britische Aristokrat, politische Lobbyist und Klimaaktivist, König Charles III.:

»Ich habe einen großen Teil meines Lebens damit verbracht, vor den existenziellen Bedrohungen zu warnen, denen wir durch die globale Erwärmung, den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt ausgesetzt sind. […] Die Gefahren sind keine fernen Risiken mehr. […] Wie können wir unseren öffentlichen, privaten, philanthropischen und gemeinnützigen Sektor noch effektiver zusammenbringen, damit sie alle ihren Teil zum Klimaschutz beitragen und die einzigartigen Stärken der anderen ergänzen? Öffentliche Finanzen allein werden niemals ausreichen. […] Wie können wir sicherstellen, dass Finanzmittel in die Entwicklungen fließen, die für eine nachhaltige Zukunft am wichtigsten sind?«

Zwei Dinge stechen aus Charles’ Rede hervor: die Warnungen vor den schlimmen Folgen der »globalen Erwärmung« und dass seine Lösungsvorschläge alle etwas mit der Neuausrichtung der Investitionsstrategien einer globalen öffentlich‐​privaten Partnerschaft zu tun haben.

Charles hat uns schon lange vor einer Klimakatastrophe gewarnt. Es ist 14 Jahre her, dass er uns treffsicher mitteilte, uns blieben nur noch 8 Jahre Zeit, um die Welt zu retten.

Es ist natürlich die behauptete Rechtfertigung für ein neues globales Wirtschaftsmodell, weshalb Leute, die wir als Parasitenklasse bezeichnen könnten, so eifrig darauf erpicht sind, »Klimaalarm« zu schlagen. Sehen wir uns die vermeintliche Lösung an, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG), so hat diese weit mehr mit globaler wirtschaftlicher, politischer, finanzieller und sozialer Kontrolle zu tun als mit der Bekämpfung des »Klimawandels«. Unter den sogenannten »Vordenkern«, die sich auf der COP28 versammelt hatten, war Charles einer von vielen, die erklärten, zur Bekämpfung des Klimawandels sei viel mehr globale Governance erforderlich.

Die globale Transformation von so ziemlich allem stützt sich auf die Behauptung, dass die globale Erwärmung zu einem gefährlichen Klimawandel führt und wir alle gemeinsam etwas dagegen tun müssen. – Wobei klar ist, dass das »Wir« keine Aristokraten wie Charles oder viele der anderen COP28‐​Milliardäre und »Klimaaktivisten« einschließt, die alle einen CO2-Fußabdruck haben, der mit dem kleiner Inselstaaten vergleichbar ist.

Doch selbst wenn wir die selektive, kollektive Verantwortung akzeptieren, die von uns verlangt wird, liefert ein Blick auf die wissenschaftlichen Nachweise viele Gründe, die vermeintliche Grundlage des Ganzen anzuzweifeln. Nicht zuletzt, weil die zugrunde liegende Theorie der von Menschen gemachten globalen Erwärmung (Anthropogenic Global Warming – AGW) äußerst fragwürdig ist.

Grob zusammengefasst geht die AGW‐​Theorie davon aus, dass menschliche Emissionen von Kohlendioxid (CO2) und anderen sogenannten Treibhausgasen (THG) wie Methan (CH4) in die Atmosphäre gelangen, sich dort ansammeln und angeblich die Rate der Wärmeabstrahlung der Erde verringern. Dies führt vermeintlich zu einer zusätzlichen Erwärmung in der unteren Atmosphärenschicht: der Troposphäre.

Die Verbrennung sogenannter fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung wurde als Hauptursache des Ausstoßes angeblicher Treibhausgase durch die Menschheit identifiziert. Befürworter der AGW‐​Theorie ergänzen, diese vom Menschen verursachte Erwärmung sei beispiellos und verändere die Wettermuster in einem Ausmaß, das das Leben auf der Erde unmittelbarer gefährdet. In Folge dessen führe uns unser Energieverbrauch, oder, wie es oft heißt, unser Energiemix, in eine »Klimakatastrophe«. Wird in den Medien darüber berichtet, verbreitet sich »Klimalarm«.

Regierungen und viele »Klimawissenschaftler« argumentieren nachdrücklich, dass wir den Energiemix auf angeblich erneuerbare Energien umstellen, unsere Konsummuster radikal ändern und zunehmende Einschränkungen akzeptieren müssen. Diese Maßnahmen sind Teil der Agenda der Vereinten Nationen für eine »nachhaltige Entwicklung«.

Der südafrikanische Ökonom Rob Jeffrey erlangte nach seiner erfolgreichen Promotion im Alter von 80 Jahren kurzzeitigen Ruhm. Seine bemerkenswerte Abschlussarbeit ist eines der wenigen veröffentlichten Dokumente, das eine große Menge an wissenschaftlichen Beweisen zusammenfasst, die sowohl die AGW‐​Theorie als auch das vorherrschende Narrativ des »Klimaalarms« in Frage stellen. Diese Artikelserie basiert zum Teil auf seinen Erkenntnissen, kann aber nicht darauf hoffen, seiner Arbeit gerecht zu werden. Die Lektüre seiner Arbeit ist sehr zu empfehlen.

Wir werden einige der vielen wissenschaftlichen und anderen empirischen Gründe diskutieren, aufgrund derer die AGW‐​Theorie fragwürdig ist.

Beispielsweise wurde in einer kürzlich vom norwegischen Amt für Statistik, Statistisk Sentralbyrå, veröffentlichten statistischen Auswertung der historischen Temperaturaufzeichnungen überprüft, inwieweit historische Temperaturänderungen durch vom Menschen verursachte Treibhausgasemissionen verändert werden. In der Zusammenfassung stellten die Forscher fest:

»[…] [S]tandard-Klimamodelle werden durch Zeitreihendaten über die globalen Temperaturen widerlegt. […] [D]ie Wirkung der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen scheint nicht stark genug zu sein, um systematische Veränderungen der Temperaturschwankungen während der letzten 200 Jahre zu verursachen.«

Der Artikel, den Sie gerade lesen, stellt keine »Leugnung des Klimawandels« dar. Niemand, der die AGW‐​Theorie, die behauptete »Klimakrise« oder den daraus resultierenden »Klimaalarm« ernsthaft in Frage stellt, leugnet, dass sich das Klima ändert oder dass sich der Planet in einer allgemeinen Erwärmungsphase befindet. Skeptiker »leugnen« auch nicht das Potenzial eines Klimawandels für erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Weltbevölkerung.

Dieser Artikel soll keine Widerlegung der Konsens‐​AGW‐​Klimawissenschaft sein. Er verweist auf einen kleinen Prozentsatz der Wissenschaft, die die Konsens‐​Klimawissenschaft in Frage stellt. Viele, aber nicht alle von deren Aussagen sind in Rob Jeffreys Dissertation zitiert. Ziel ist es, hoffentlich eine offene, ehrliche Debatte anzuregen. In dieser Diskussion sollte auch die von den Vereinten Nationen vorgebrachte Rechtfertigung ihrer Agenda der nachhaltigen Entwicklung berücksichtigt werden.

Die AGW‐​Theorie verstehen

Laut der deutschen Theoretischen Physikerin Sabine Hossenfelder besagt die AGW‐​Theorie, dass die primär kurzwellige »ultraviolette« Sonnenstrahlung zunächst von der Erde absorbiert und dann in Form von langwelliger »Infrarot«-Strahlung wieder abgegeben wird. Die von der Oberfläche emittierte Infrarotstrahlung breitet sich allmählich nach oben durch die Atmosphäre aus, wo sie von Treibhausgasen eingefangen wird.

Die insgesamt eintreffende Sonnenenergie muss der insgesamt [von der Erde in den Weltraum] emittierten Energie entsprechen, um ein »Strahlungsgleichgewicht« zu erreichen. Das Verhältnis zwischen einfallender und emittierter Energie der Erde wird als »Strahlungshaushalt« bezeichnet.

Der atmosphärische Druck und die Temperatur sinken mit zunehmender Höhe, so dass die Dichte der Treibhausgase abnimmt und die Treibhausgase ab einem gewissen Punkt die von der Erdoberfläche abgegebene Infrarotstrahlung »zurück« in Richtung Erdoberfläche abstrahlen.

Um das Strahlungsgleichgewicht aufrechtzuerhalten, muss die resultierende durchschnittliche oberflächennahe Lufttemperatur (Surface Air Temperature – SAT; sehr geringe Höhe, nur 2 Meter über der Oberfläche) proportional stärker steigen als am »oberen Rand der Atmosphäre« (Top of Atmosphere – TOA), wo die Infrarotstrahlung schließlich durch spärlich verteilte Treibhausgase freigesetzt wird.

Loeb et al. (2018) stellen fest:

»Klimawandel beinhaltet eine Störung des Energiehaushalts der Erde […].

Veränderungen in der Zusammensetzung der Atmosphäre, hervorgerufen entweder durch natürliche oder durch anthropogene Ursachen, verändern die Verteilung der Energie und können zu irreversiblen Veränderungen des regionalen Klimas führen. Am oberen Rand der Atmosphäre (TOA) bedingt der Energiehaushalt der Erde ein Gleichgewicht zwischen der Energiemenge der von der Erde absorbierten Sonnenenergie und der Energiemenge der in den Weltraum abgestrahlten terrestrischen thermischen Infrarotstrahlung. Da es sich dabei ausschließlich um Strahlungsenergie handelt, wird dies auch als Strahlungsbudget der Erde (Earth’s radiation budget – ERB) bezeichnet.

Etwa 30 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung, die die Erde erreicht, wird von Luftmolekülen, Wolken, der Erdoberfläche und Aerosolen in den Weltraum zurückgestreut. Die restlichen 70 Prozent werden vom System der Erdatmosphäre absorbiert und liefern die Energie, die für die Erhaltung des Lebens auf der Erde notwendig ist.

Die absorbierte Sonnenstrahlung ([Absorbed Solar Radiation –] ASR) wird in verschiedene Energieformen umgewandelt […] und innerhalb des Gesamtsystems transportiert und gespeichert. Außerdem emittiert die Erde thermische Infrarotstrahlung als ausgehende langwellige Strahlung in den Weltraum, die die ASR ausgleicht, sofern ein Gleichgewichtsklima besteht.«

Unterschiedliche Treibhausgase haben hinsichtlich der Wellenlängen unterschiedliche Absorptions‐ und Emissionseigenschaften. CO2 absorbiert am besten langwellige Strahlung mit einer Wellenlänge von etwa 15 Mikrometern. Das bedeutet, dass CO2 bis ungefähr 12 km Höhe über der Erde, wo die atmosphärische Temperatur etwa 220 K (-53 °C) beträgt, eine deutliche Senkung der ausgehenden langwelligen Strahlung verursacht.

CO2 absorbiert und emittiert jedoch nicht nur langwellige Strahlung in diesem schmalen Emissionsband in dieser Höhe. In geringerem Maße absorbiert es langwellige Strahlung auch bei kürzeren und längeren Wellenlängen, sowohl in niedrigeren als auch in höheren Höhen. Steigt der atmosphärische Gesamt‐​CO2-Gehalt, so verlangsamt sich die Emission eines wachsenden Teils der langwelligen Strahlung. Im Wesentlichen steigt dadurch die Höhe, in der Infrarotstrahlung die Erde verlässt.

Über das, was sie den »verstärkten Treibhauseffekt« nennt, sagte Dr. Hossenfelder:

»[…] [D]er Treibhauseffekt funktioniert, weil die Erhöhung der effektiven Höhe der Emissionen die Abstrahlungstemperatur [temperature of emission] reduziert, und das bringt das System aus dem Gleichgewicht.«

Dieser positive »Strahlungsantrieb« erzeugt das Energieungleichgewicht der Erde (Earth’s energy imbalance – EEI), gemessen als Strahlungsfluss (W/​m2). Shukmann et al. (2023) schätzen den EEI derzeit auf +0,76 W/​m2.

Durch den Strahlungsantrieb wird dem Klimasystem zusätzliche Wärmeenergie zugeführt. Dies manifestiert sich weitgehend als potenzielle und kinetische Energie, die häufigere und schwerere Wetteranomalien verursacht. Befürworter der AGW‐​Theorie behaupten, dass dieser positive Strahlungsantrieb zu einem zunehmend energiereicheren Klimasystem führt, mit möglicherweise gefährlichen Auswirkungen für das Leben auf dem Planeten.

Die AGW‐​Theorie wird angeblich durch die Beobachtung der stratosphärischen Abkühlung bewiesen. Manabe und Wetherall sagten 1967 voraus, dass zunehmende Energie, die in der Troposphäre gefangen ist, zu einer beobachtbaren Abkühlung in der Stratosphäre führen würde. Dies soll der »Fingerabdruck« der von Menschen gemachten globalen Erwärmung (AGW) sein. Santer et al. (2023) haben eine Abkühlung der Stratosphäre beobachtet und behaupten, dies sei in Kombination mit der troposphärischen Erwärmung der »unwiderlegbare Beweis für menschliche Einflüsse auf die thermische Struktur der Erdatmosphäre«.

Sabine Hossenfelder erläuterte die Bedeutung, die die gleichzeitige stratosphärische Abkühlung und troposphärische Erwärmung für AGW‐​Theoretiker hat:

»Dies war eine superwichtige Vorhersage, denn wenn die globale Erwärmung durch eine Zunahme der Sonneneinstrahlung und nicht durch eine Zunahme der Treibhausgase verursacht würde, dann sollten sich beide erwärmen. Und die obere Stratosphäre hat sich tatsächlich abgekühlt. […] [W]enn Sie jemand fragt, woher wir wissen, dass es sich nicht um eine Veränderung der Sonneneinstrahlung handelt, ist eine gute Antwort […] ›Stratosphärenabkühlung‹.«

Dr. Hossenfelder fand, dass die grundlegende grafische Darstellung des mathematischen Modells des Treibhauseffekts – auf die wir gleich noch eingehen werden – in fast allen wichtigen einführenden Lehrbüchern der »Klimawissenschaft« verwirrend ist. Daher hat sie ihre Erklärung, wie der Treibhauseffekt »wirklich« funktioniert, in vereinfachter Form dargestellt:

»Die einfallende Strahlung der Sonne durchdringt die Atmosphäre und trifft auf die Oberfläche. Sie wird in Infrarotstrahlung umgewandelt, und dies erwärmt die Atmosphäre von unten. Irgendwo hier oben [TOA] entweicht die Infrarotstrahlung endgültig. Steigt die Kohlendioxid‐​Konzentration, so entweicht die Infrarotstrahlung von irgendwo weiter oben, wo die Atmosphäre etwas kälter ist. Also ist die insgesamt abgegebene Energie geringer, und das System ist aus dem Gleichgewicht geraten. Die Erde muss sich dann von unten erwärmen, bis die Emission wieder ins Gleichgewicht kommt.«

Diese einfache, laienverständliche Erklärung eines Wissenschaftlers ist für Skeptiker wichtig, denn, wie Einstein angeblich zu Louis de Broglie sagte:

Alle physikalischen Theorien, abgesehen von ihren mathematischen Ausdrücken, sollten sich für eine so einfache Beschreibung eignen, dass selbst ein Kind sie verstehen könnte.

Wenn die Theorie stichhaltig ist, dann sollte es einfach genug sein, sie zu erklären.

Atmosphärischer Temperaturgradient in den unteren atmosphärischen Schichten

Die AGW‐​Theorie hinterfragen

Die AGW‐​Theorie wird weithin als »geklärte Wissenschaft« angesehen; der wissenschaftliche Konsens über die Theorie gilt als ebenso »geklärt« und untermauert die Vorstellung, dass die AGW‐​Theorie eine wissenschaftliche Tatsache ist. Etablierte Medien [Legacy Media], wie z. B. die BBC, haben redaktionelle Richtlinien, die jede Infragestellung der AGW‐​Theorie in ihren Nachrichten und ihrer wissenschaftlichen Berichterstattung verbieten. Andere etablierte Medien wie der britische Guardian weigern sich, die Infragestellung der Konsens‐​Klimawissenschaft als »Skepsis« zu bezeichnen, und bestehen stattdessen darauf, sie als »Klimaleugnung« zu bezeichnen.

Wissenschaftlicher Konsens ist wissenschaftlich irrelevant. Er ist nicht einmal ein Beleg, geschweige denn ein Beweis für irgendetwas. Allein die Tatsache, dass es eine wissenschaftliche Debatte über den angeblichen Konsens gibt, unterstreicht, dass Wissenschaft niemals geklärt ist, weder durch Konsens noch auf andere Weise.

In vielerlei Hinsicht ist es absurd, dass Dr. Rob Jeffrey sich überhaupt mit der Frage des Konsenses befassen musste. Leider wird sie häufig von Befürwortern der AGW‐​Theorie angeführt, als ob der Konsens ein Grund wäre, ihre Behauptungen zu akzeptieren. Daher sah Jeffrey sich gezwungen, das Thema kurz anzusprechen.

Rob Jeffrey schrieb:

»Vor einigen Jahren stellten Bedford und Cook (2013) die Behauptung auf, es gebe ›einen überwältigenden Konsens innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft […], dass die globale Durchschnittstemperatur der Erde ansteigt und dass die menschlichen Emissionen von Treibhausgasen, insbesondere Kohlendioxid, die Hauptursache sind.‹ Die Schlussfolgerung von Cook war, dass in Bezug auf die AGW [anthropogene globale Erwärmung] ›97,1 Prozent die Konsensposition unterstützten, nach der der Mensch die globale Erwärmung verursacht.‹ […] Diese Zahl wird oft als eindeutiger Konsens der Experten über die Verantwortung des Menschen für die anthropogene globale Erwärmung (AGW) verbreitet. Viele andere Experten haben dies vehement bestritten, vor allem Legates (2015). Sie legen überzeugende Argumente dafür vor, dass die Zahl von 97 Prozent eine eklatante Fehldarstellung ist.«

Cook et al. (2013) untersuchten die einleitenden Zusammenfassungen [Abstracts] von 11.944 wissenschaftlichen Artikeln, die zwischen 1991 und 2011 veröffentlicht wurden und in denen die Themen »globaler Klimawandel« oder »globale Erwärmung« usw. diskutiert wurden. Die Forscher betrachteten die Abstracts als unterstützend für den »Konsens« der AGW‐​Theorie, wenn sie ein gewisses Maß an Übereinstimmung mit der folgenden Aussage ausdrückten:

»Es ist sehr wahrscheinlich, dass menschliche Aktivitäten den größten Teil der aktuellen Erwärmung verursachen (anthropogene globale Erwärmung bzw. AGW).«

Später beschrieben Legates et al. (2015) dies als Cooks »Standarddefinition« des AGW‐​Konsenses. In Legates et al. (2015) heißt es:

»Es ist weder aus dem Papier noch aus den ergänzenden Informationen ersichtlich, welcher Prozentsatz aller Abstracts nach Ansicht der Autoren die Standarddefinition unterstützte. […] Von den 11.944 Abstracts wurden 3.896 (32,6 Prozent) als explizit oder implizit zustimmend gekennzeichnet, zumindest für die nicht quantifizierte Definition, dass der Mensch eine gewisse Erwärmung verursacht. Nur durch den willkürlichen Ausschluss der 7.930 Abstracts, in denen keine Meinung geäußert wurde (aber unter Beibehaltung von vierzig Abstracts, in denen Unsicherheit zum Ausdruck kam), konnten Cook et al. (2013) zu dem Schluss kommen, dass 97,1 Prozent den ›Konsens‹ befürworten. Aus der Datensammlung der Autoren geht jedoch hervor, dass sie nur 64 Abstracts (0,5 Prozent der gesamten Stichprobe) als Befürwortungen der Standarddefinition des Konsenses markiert hatten. Eine Überprüfung zeigt, dass 23 dieser 64 Beiträge diese Definition faktisch nicht unterstützen. Nur 41 Arbeiten (0,3 Prozent der Stichprobe) tun dies.«

Tatsächlich scheint es, dass Cook (2013) Artikel, die nicht die »Standarddefinition« propagierten, ausschloss und den Grad der Übereinstimmung zwischen den verbleibenden Arbeiten bewertete, um den 97,1Prozentigen »Konsens« abzuleiten. Wie Legates (2015) hervorhob, ist dieser Grad der Übereinstimmung jedoch aus der vollständigen Datensammlung von Cook (2013) nicht ersichtlich.

Da Wissenschaftler und andere Skeptiker die »Konsens«-Behauptung in Frage stellten, finanzierte die Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF) einige weitere Wissenschaftler, um die Konsens‐ Irrelevanz zu bekräftigen. Vermutlich aus wirtschaftlichen oder politischen und nicht aus wissenschaftlichen Gründen waren sie bestrebt, das Konsensnarrativ zu fördern.

Bill Gates und seine Stiftung sind stark in den Klimaalarm involviert – Gates hat sogar ein Buch über seine »alarmistischen« Überzeugungen geschrieben. Wie viele andere Milliardäre, die von der politischen Reaktion auf die Pseudopandemie enorm profitierten, scheint Gates darauf erpicht zu sein, dass wir alle die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und die damit verbundene Klimaschutzpolitik annehmen.

BMGF‐​Vorstandsmitglied Mark Suzman schrieb:

»So schlimm die Pandemie auch war, der Klimawandel wird noch schlimmer, wenn wir nicht schon jetzt damit beginnen, ihn mit dem gleichen Geist der globalen Zusammenarbeit anzugehen. […] [U]nsere globale Zivilisation muss ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 auf netto Null reduzieren […] dies ist die Zeit, die globalen Emissionen drastisch zu reduzieren und gefährdeten Bevölkerungsgruppen bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen.«

Das BMGF‐​Papier behauptet, der Konsens zur anthropogenen globalen Erwärmung (AGW) liege mittlerweile bei 99 Prozent. Aufbauend auf die Methodik von Cook et al. (2013) – im Gates‐​Artikel als C13 bezeichnet – verwendeten die BMGF‐​Wissenschaftler nicht den Begriff der anthropogenen globalen Erwärmung (AGW), sondern stattdessen den Begriff des anthropogenen Klimawandels (Anthropogenic Climate Change – ACC).

Die Behauptung der AGW‐​Theorie basiert ganz klar auf der Idee einer beispiellosen globalen Erwärmung. Der anthropogene Klimawandel (ACC) ist ausschließlich eine angebliche Folge von nichts anderem als einer beispiellosen globalen Erwärmung.

Aus mehr als 88.000 entsprechenden Artikeln, die zwischen 2012 und 2020 von Web of Science katalogisiert und mit einer Reihe fragwürdiger Schlüsselwörter durchsucht wurden, identifizierten Gates’ Forscher nur »28 Arbeiten im gesamten Datensatz«, von denen es hieß, sie stünden dem ACC skeptisch gegenüber, nicht unbedingt der AGW. Daher die von ihnen angegebene Gewissheit über den ACC-»Konsens«.

Web of Science ist eine Datenbank mit wissenschaftlichen Büchern, Peer‐​Review‐​Zeitschriften, Originalforschungsartikeln, Rezensionen, Leitartikeln, Chronologien, Abstracts sowie anderen Elementen. Web of Science wird von Clarivate gepflegt.

Clarivate ist ein in Großbritannien ansässiges, globales Datenanalyseunternehmen, das von sich behauptet, ein »weltweit führender Anbieter von vertrauenswürdigen und transformativen Erkenntnissen« zu sein, der »angereicherte Daten« sammelt, um es Investoren zu ermöglichen, »Finanzmittel in die vielversprechendsten Forschungsbereiche zu lenken«. Clarivate versichert, dass Web of Science von seinem »Expertenteam interner Redakteure« »mit Sorgfalt kuratiert« wird. Clarivate betont, dass seine »unternehmerischen Nachhaltigkeitsziele mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen übereinstimmen«.

Tatsächlich hatte das BMGF‐​Team eine voreingenommene Quelle durchsucht und voreingenommene Kriterien verwendet, um eine voreingenommene und offensichtlich vorgefasste Schlussfolgerung zu belegen. Eine finanzierungsabhängige Klimawissenschaft nach Anzeichen dafür zu durchsuchen, dass an der vorherrschenden Klimawissenschaft Zweifel bestehen, ist so, als würde man in den Meinungen von Postangestellten nach Anzeichen dafür suchen, dass der Postdienst unnötig ist. Mit anderen Worten, es ist Junk-»Wissenschaft«.

Die Einseitigkeit der Finanzierung in der Wissenschaft hat bereits vor Jahren krisenhafte Ausmaße angenommen. Wir befinden uns jetzt in einem Stadium, in dem sogenannte »renommierte Zeitschriften« wissenschaftliche Arbeiten oft zur Begutachtung ablehnen, wenn sie den »Konsens« nicht unterstützen. Es gibt eine Orthodoxie, und vollkommen legitime wissenschaftliche Theorien sind häretisch geworden. Die Wissenschaft ist, schlicht gesagt, in großen Schwierigkeiten und wird zunehmend für kaum mehr als politische Propaganda missbraucht.

Das Problem mit solchem Wissenschaftsplunder ist, dass er von den etablierten Medien hergenommen wird, um die Bevölkerung zu übertölpeln. Er ermöglicht es führenden »Klimawissenschaftlern« wie dem vom BMGF finanzierten Mark Lynas, einem Klimawandel‐​Aktivisten und Hauptautor des 99 Prozent‐​Konsenspapiers, antiwissenschaftliche Aussagen wie »der Fall ist wirklich abgeschlossen« zu machen. Diese unwissenschaftliche Behauptung wird in der Folge von Millionen Menschen geglaubt, als gäbe es so etwas wie eine »geklärte Wissenschaft«.

Im Jahr 2019 schickten etwa fünfhundert Wissenschaftler, Ingenieure, Ökonomen und akademische Forscher einen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, in dem sie Folgendes erklärten:

  1. Sowohl natürliche als auch anthropogene Faktoren verursachen eine Erwärmung.

  2. Die Erwärmung verläuft weitaus langsamer als vorhergesagt.

  3. Die Klimapolitik stützt sich auf unzureichende Modelle.

  4. CO2 ist kein Schadstoff. Es ist für Pflanzen ein Nahrungsmittel, das für alles Leben auf der Erde unerlässlich ist. Photosynthese ist ein Segen. Mehr CO2 kommt der Natur zugute und macht die Erde grüner: Zusätzliches CO2 in der Luft förderte das Wachstum der globalen Pflanzenbiomasse. Es ist auch gut für die Landwirtschaft und steigert weltweit die Ernteerträge.

  5. Die globale Erwärmung hat nicht zu einer Zunahme von Naturkatastrophen geführt.

  6. Klimapolitik muss die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten beachten.

  7. Es gibt keinen Klimanotstand. Daher besteht kein Grund zur Panik.

In seiner Arbeit zitierte Rob Jeffrey zahlreiche von Experten begutachtete wissenschaftliche Arbeiten und Artikel renommierter Klimawissenschaftler, die die AGW‐​Theorie und den damit verbundenen Klimaalarm in Frage stellen. Wie er es ausdrückte:

»Viele Veröffentlichungen und viele Untersuchungen wurden zu diesem Thema [AGW‐​Theorie] durchgeführt. In dieser Arbeit wird die Auffassung vertreten, dass nach dem gegenwärtigen Stand der Debatte die Wissenschaft noch nicht abgeschlossen ist und kein Konsens besteht.«

Den Treibhauseffekt hinterfragen

Der Aspekt des fehlenden »Konsenses« wird dadurch verdeutlicht, dass selbst der Treibhauseffekt wissenschaftlich nicht unumstritten ist. Rob Jeffrey bemerkte:

»Ein wesentlicher Teil der Einwände gegen CO2 ist die so genannte ›Treibhausgastheorie‹. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich lediglich um eine Hypothese, und es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass die Treibhausgas‐​Hypothese zu stark vereinfacht und ungenau ist.«

Wie bereits erwähnt, gehen die Befürworter des Treibhauseffekts davon aus, dass die kurzwellige Sonnenstrahlung – gemessen in Watt pro Quadratmeter (W/​m2) – die einzige Energiequelle ist, die das Klima erzeugt. Ein Teil der kurzwelligen Strahlung wird von Wolken, Eis, Schnee usw. reflektiert. Dies wird als Albedo‐​Effekt bezeichnet. Helle Oberflächen haben eine hohe Albedo, dunkle Oberflächen eine niedrige Albedo.

Die kurzwellige »ultraviolette« Sonnenstrahlung wird von Oberflächen mit einer niedrigen Albedo absorbiert, auf die oft als theoretisch ideale »schwarze Körper« Bezug genommen wird. Die kurzwellige Sonnenstrahlung erwärmt die »Schwarzkörper«-Oberflächen mit niedriger Albedo, die dann effektive langwellige »Infrarot«-Strahlung aussenden, die sich in der Atmosphäre in Wärmeenergie umwandelt. Treibhausgase behindern die ausgehende langwellige Strahlung. Dadurch wird der »Strahlungshaushalt« der Erde destabilisiert und die Troposphäre erwärmt sich.

Basierend auf dieser Treibhaus‐​Theorie stellt die NASA fest:

»Treibhausgase in der Atmosphäre (wie Wasserdampf und Kohlendioxid) absorbieren den größten Teil der langwelligen Infrarotstrahlung der Erde, die die untere Atmosphäre [Troposphäre] erwärmt. Die erwärmte Atmosphäre wiederum sendet langwellige Strahlung aus, von der ein Teil auf die Erdoberfläche strahlt, wodurch unser Planet warm und im Allgemeinen wohltemperiert bleibt. Zunehmende Konzentrationen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Methan erhöhen die Temperatur der unteren Atmosphäre, indem sie den Durchlass der emittierten Strahlung nach außen [in den Weltraum] einschränken, was zu einer ›globalen Erwärmung‹ oder, allgemeiner ausgedrückt, zu einem globalen Klimawandel führt.«

Der Treibhauseffekt ist vermeintlich ein Wärme einfangendes Strahlungsphänomen, das die Abkühlung der Oberfläche verringert, weil die Treibhausgase die ausgehende langwellige Strahlung absorbieren und dann einen Teil davon wieder »zurück strahlen«. Dieser Prozess führt angeblich zu einer Nettoerwärmung der Troposphäre und der Erdoberfläche.

Im Jahr 2013 stellte der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) – mehr über den IPCC in den Teilen 2 und 3 – ein übersichtliches Diagramm zur Verfügung, das zeigt, wie der »verstärkte Treibhauseffekt« angeblich funktioniert. Das IPCC behauptete, das Diagramm basiere auf dem gemessenen Strahlungsfluss, dessen Daten von einer Kombination aus terrestrischen Messstationen, Ballon‐ und Satellitenmessungen stammen.

IPCC AR5: Messwerte, die den verstärkten Treibhauseffekt zeigen
IPCC AR5: Messwerte, die den verstärkten Treibhauseffekt zeigen

Die gelben Pfeile zeigen die gesamte eintreffende Sonneneinstrahlung zur Erde als 340 W/​m2. Davon, heißt es, werden 100 W/​m2 durch den Albedo‐​Effekt an der Oberseite der Atmosphäre (TOA) reflektiert [24 W/​m2 werden durch den Albedo‐​Effekt der Erdoberfläche reflektiert]. Das Modell der AGW‐​Theorie des IPCC zeigt entsprechend – angeblich auf der Grundlage empirischer Messungen – einen von der Erde eingefangenen solaren Nettostrahlungsfluss von 240 W/​m2. Dieser setzt sich zusammen aus 79 W/​m2, die in der unteren Troposphäre (durch Wolken) absorbiert werden, und 161 W/​m2, die von der Erdoberfläche absorbiert werden.

In der AGW‐​Theorie ist die TOA auch der Punkt, an dem der von der Erde emittierte Infrarotstrahlungsfluss schließlich wieder in den Weltraum abgegeben wird. Wie der orangefarbene Pfeil oben rechts zeigt (»thermal outgoing TOA« [thermische Abstrahlung am oberen Rand der Atmosphäre]), emittiert der verstärkte Treibhauseffekt 239 W/​m2 von der Erde über das »atmosphärische Fenster« [»atmospheric window«]. Daher ergibt sich ein angenommenes Netto‐​Ungleichgewicht von etwa 1 W/​m2. Dies ist der behauptete »Strahlungsantrieb«, der zu einer fortschreitenden Nettoerwärmung der Erdoberfläche und des Klimasystems führen soll.

Wir erfahren von Dr. Sabine Hossenfelder, dass die einzige Quelle der von den »verstärkten« Treibhausgasen absorbierten Infrarotstrahlung, die angeblich das Problem verursachen, die »einfallende Strahlung der Sonne« ist, die die Atmosphäre »durchdringt« und auf die Oberfläche »trifft«. Hossenfelder erklärt, dass diese 240 W/​m2 Sonnenstrahlung »in Infrarotstrahlung umgewandelt« werden und »die Atmosphäre von unten« her erwärmen.

Im IPCC‐​Diagramm des verstärkten Treibhauseffekts beträgt der ausgehende Strahlungsfluss von der Erdoberfläche – dargestellt durch den orangefarbenen Pfeil als »thermal up surface« [thermische Abstrahlung der Oberfläche] – 398 W/​m2. Dies ist mehr als das Doppelte des Strahlungsflusses, den die Oberfläche von der Sonne empfangen hat: 161 W/​m2; und selbst wenn wir die 79 W/​m2, die in der unteren Atmosphäre absorbiert werden, hinzurechnen, ist dies immer noch erheblich mehr Strahlungsfluss als ursprünglich von der Sonne geliefert. Wenn Hossenfelders einfache Beschreibung richtig ist, deutet dies auf eine weitere Energiequelle neben der Sonne hin.

Dies wird in der AGW‐​Theorie angeblich durch die sogenannte »Rückstrahlung« verursacht, die durch den nach unten zeigenden orangefarbenen Pfeil mit 342 W/​m2 dargestellt wird, der als »thermal down surface« [thermische Abstrahlung zur Oberfläche] gekennzeichnet ist. Aber das ist immer noch mehr als das Doppelte des solaren Strahlungsflusses, der ursprünglich von der Erdoberfläche empfangen wurde, und bleibt viel höher als die gesamten 240 W/​m2, die angeblich in die »Erwärmung« der Troposphäre eingehen.

Die atmosphärischen Treibhausgase »reflektieren« die von der Erde empfangene Infrarotstrahlung nicht. Sie absorbieren sie und strahlen sie dann angeblich »zurück« an die Oberfläche. Es ist schwer zu verstehen, wie aus 240 W/​m2 irgendwie 398 W/​m2 werden können oder wie die Treibhausgase 342 W/​m2 abstrahlen können, ohne dass irgendwoher zusätzliche Energie kommt.

Die AGW‐​Theorie legt nahe, dass die untere Troposphäre und die Oberfläche »erwärmt« werden, indem sie zuvor emittierte Energie der Infrarotstrahlung wieder absorbiert. Wenn dies zutrifft, stellt dies einen Nettogewinn an Energie aus einer unbekannten Quelle dar. Dies führt jedoch bloß zu weiteren offensichtlichen Problemen des Treibhausgasmodells.

In der Physik besagen die Kirchoffschen Gesetze der Wärmestrahlung, dass der Strahlungsemissionsgrad und das Absorptionsvermögen einer Oberfläche bei einer bestimmten Temperatur und Wellenlänge gleich sind. Außerdem besagt der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik, dass Nettowärme von sich aus immer von wärmeren zu kälteren Bereichen der Materie fließt. Das heißt, die Wärmeenergie fließt »bergab«, von wärmeren Regionen zu kälteren Regionen. Dies schließt die durch Strahlung übertragene Energie ein.

Wie Hossenfelder erklärte, nimmt die atmosphärische Temperatur mit der Höhe ab. Außerdem absorbiert CO2 laut Hossenfelder die meiste Infrarotenergie bis etwa 12 km Höhe über der Erde bei etwa 220 K (-53 °C). Im Einklang mit den Kirchhoffschen Gesetzen und dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik scheint es, selbst wenn wir das scheinbar unerklärliche Problem der zusätzlichen Energiequelle außer Acht lassen, nicht möglich zu sein, dass das atmosphärische CO2 die Erdoberfläche durch »Rückstrahlung« erwärmen kann.

Die Verringerung der Temperatur der Atmosphäre bei zunehmender Höhe wird als adiabatischer Temperaturgradient bezeichnet. Damit ist die Rate gemeint, mit der sich die Temperatur eines Gases ohne Verlust oder Gewinn von Wärmeenergie verringert. Die Temperatur eines Gases nimmt also mit der Höhe ab, was in erster Linie auf den verringerten inneren Gasdruck zurückzuführen ist. Der Temperaturgradient variiert mit dem Feuchtigkeitsgehalt, aber in der AGW‐​Theorie wird ein durchschnittlicher Temperaturgradient von rund ‑6°C pro Kilometer (km) zugrunde gelgt, bis die Tropopause erreicht ist.

Adiabatischer Temperaturgradient bei trockener Luft
Adiabatischer Temperaturgradient bei trockener Luft

Die AGW‐​Theorie postuliert, dass die Zugabe von CO2 den Treibhauseffekt verstärkt, indem sie die Höhe erhöht, in der Infrarotstrahlung schließlich [in den Weltraum] abgestrahlt wird, doch geschieht dies, was entscheidend ist, irgendwie mit und ohne Änderung der Abstrahlungstemperatur, mit der sie schließlich abgestrahlt wird – je nachdem, welcher »Klimawissenschaftler« es erklärt.

Professor Raymond Pierrehumbert ist einer der Leitautoren der IPCC‐​Berichte. Wie Dr. Hossenfelder hat er Einsteins klaren Rat befolgt und für den verstärkten Treibhauseffekt – ausgehend vom adiabatischen Temperaturgradienten – eine laienverständliche Erklärung gegeben:

»[Die Erde erhält] von der Sonne Energie in einem mehr oder weniger gleich bleibendem Ausmaß. […] Wenn das, was rausgeht, gleich dem ist, was reinkommt, ist das die Gleichgewichtstemperatur, und das nennt man die Strahlungstemperatur [radiating temperature] des Planeten […] Die Strahlungstemperatur mag etwa ‑20°C betragen, obwohl die Oberflächentemperatur viel höher liegt als das. Der Unterschied zwischen der Strahlungstemperatur und der Oberflächentemperatur ist auf die Treibhausgase zurückzuführen. Wenn wir der Atmosphäre CO2 hinzufügen, verändern wir nicht in erster Linie die Abstrahlungstemperatur [radiating temperature]. Was wir ändern, ist die Strahlungshöhe. […] Die Abstrahlungstemperatur in Strahlungshöhe […] bleibt bei ‑20°C, aber diese Temperatur tritt weiter oben auf. Und da die Abstrahlungstemperaturen zunehmen, je tiefer man in die Atmosphäre hinuntergeht, und dieser [adiabatische Temperaturgradient] ist annähernd konstant, man aber von ‑20 °C in größerer Höhe ausgeht, kommt man bei der Extrapolation zum Boden auf eine höhere Temperatur.«

Professor Pierrehumbert stimmt mit Dr. Hossenfelder und allen anderen »Klimawissenschaftlern«, die der AGW‐​Theorie anhängen, überein. Sie alle behaupten, dass sich die Erdoberfläche erwärmt, weil der Strahlungshaushalt der Erde durch zusätzliche CO2-bedingte Absorption und anschließende »Rück«-Emissionen von langwelliger Infrarotstrahlung gestört wird.

Pierrehumbert und Hossenfelder sind sich jedoch nicht einig, wie der »Strahlungsantrieb« funktionieren soll. Dr. Hossenfelder ist der Meinung, dass »die Erhöhung der effektiven Höhe der Emissionen die Abstrahlungstemperatur [temperature of emission] reduziert«. Aus der Sicht des Laien ist es schwer zu verstehen, was hier vor sich geht. Diese einfachen Erklärungen stimmen nicht überein.

Viele andere Physiker haben mit diesen beiden Erklärungen zahlreiche Probleme. Die Gesetze der Physik besagen, dass einer von zwei Prozessen ablaufen muss, um die Temperatur einer gasförmigen Atmosphärenschicht zu erhöhen. Entweder liefert im Rahmen einer diabatischen Erwärmung eine externe Quelle zusätzliche Wärmeenergie oder die adiabatische Kompression erwärmt das Gas durch Erhöhung des inneren Gasdrucks.

Soweit man weiß, nimmt nach den allgemeinen Gasgesetzen ohne diese zusätzlichen Einflüsse sowohl der Druck als auch die Temperatur mit der Höhe ab. Dr. Hossenfelder scheint in dieser Hinsicht Recht zu haben. Wenn aber die Zugabe von CO2 den bekannten physikalischen Gasgesetzen gehorcht, indem sie seine Konzentration in der Atmosphäre nach oben vergrößert und gleichzeitig den adiabatischen Temperaturgradienten beibehält, scheint es keinen logischen Grund zu geben, der erklärt, warum dies eine »Verstärkung« oder »zusätzliche Erwärmung« der Oberfläche verursachen sollte.

Wenn, wie Professor Pierrehumbert behauptet, CO2 irgendwie seine Temperatur in größerer Höhe beibehält – ohne zusätzliche Energie oder Kompression – und dadurch die Strecke, über die ein adiabatischer Temperaturabfall erfolgt, verlängert und vielleicht den durchschnittlichen Temperaturgradienten auf etwa 5,6 °C/​km reduziert, würde dies theoretisch den Begriff des »Strahlungsantriebs« unterstützen. Ein solcher Mechanismus könnte zu einem Anstieg der Oberflächentemperatur führen. Dieser vorgeschlagene Prozess scheint jedoch den bekannten Gesetzen der Physik zu widersprechen.

Es ist alles sehr verwirrend. Vielleicht hätte Einstein vermutet, dass mit der AGW‐​Theorie etwas nicht stimmt. Wenn wir grundlegende physikalische Prinzipien akzeptieren, scheint der vorgeschlagene »verstärkte Treibhauseffekt« der AGW physikalisch nicht real zu sein.

Das Problem der physikalischen Realität der AGW‐Theorie

Der Astrophysiker Joseph E. Postma versuchte, auf einen seiner Meinung nach eklatanten Fehler in der grundlegenden mathematischen Formel für den Treibhauseffekt hinzuweisen. Er vermutet, dass dies der Grund für die offensichtliche Abweichung der AGW‐​Theorie von grundlegenden physikalischen Gesetzen, wie etwa den bekannten Gasgesetzen, sein könnte.

In der AGW‐​Theorie wird die Gleichgewichtstemperatur der Erde berechnet, indem das Stefan Boltzmanns Gesetz der thermischen Strahlungsemissionen auf eine theoretisch durchschnittliche Erde angewendet wird. Postma hebt hervor, dass dieser Berechnung eine Vorstellung von der Erde als isotherme flache Scheibe zugrunde liegt – eine flache Erde mit überall gleicher Temperatur –, während es sich in Wirklichkeit um einen Globus mit ungleichmäßigem Sonnenstrahlungsfluss und ungleichmäßiger Temperaturverteilung handelt. Das »Modell« des Treibhauseffekts basiert anscheinend auf etwas, das physikalisch nicht existiert.

Diese grundlegende »Treibhauseffekt«-Gleichung berechnet die Gleichgewichts-»Abstrahlungstemperatur« der Erde. Postmas Argument ist, dass das Produkt dieses fehlerhaften mathematischen Modells dann als Input für die »komplexeren« AGW‐​Klimamodelle dient, die daher auf einem fundamentalen Anfangsfehler basieren.

Postma legte seine wichtige Arbeit einigen »renommierten Fachzeitschriften« zur Begutachtung vor. Seine Einreichungen wurden letztlich abgelehnt, weil die wissenschaftlichen Gutachter seine Beobachtung nicht akzeptieren wollten, dass die Energie der Sonne und nicht der Treibhausgas‐​Strahlungsantrieb das Erdklima erzeugt. Glücklicherweise wurde das Papier auf der Website von Dr. Tim Ball veröffentlicht, sodass wir immerhin die Möglichkeit haben, es zu lesen.

Postma schrieb in seinem Artikel, das grundlegende Treibhauseffektmodell gehe davon aus, dass die »Strahlungsgleichgewichtstemperatur« – die durchschnittliche Oberflächentemperatur der von der Sonne erwärmten Erde – 255 K bzw. ‑18 °C beträgt. Diese, so Postma, werde als das Ergebnis der wärmenden Wirkung des solaren Strahlungsflusses aufgefasst und gehe als »Input« in Klimamodelle ein. In der physischen Realität handelt es sich laut Postma um den Netto-»Output« des Klimasystems der Erde.

Das mathematische Modell des Treibhauseffekts der Harvard Universität
Das mathematische Modell des Treibhauseffekts der Harvard Universität

Postma stellte fest, dass im grundlegenden Treibhauseffektmodell bei einem angenommenen Sonneneintrag von ‑18 °C Folgendes herauskommt:

»[…] Die durchschnittliche Bodentemperatur beträgt +15 °C bzw. 288 K.«

Dies scheint darauf hinzudeuten, sagt er, dass die zusätzliche Erwärmung um 33 °C allein durch den Treibhauseffekt verursacht wird. Das heißt, im Grundmodell erzeugt offenbar die Atmosphäre und nicht die Sonne erhebliche Energie. Da die Sonne die einzige Energiequelle ist, kam Postma zu dem Schluss, dass das grundlegende Treibhauseffektmodell falsch sein muss.

Postmas Argument wurde von den Befürwortern der AGW‐​Theorie, darunter der Website Skeptical Science, entschieden zurückgewiesen und lächerlich gemacht.

Skeptical Science wurde von John Cook gegründet, dem Hauptautor des (Konsens-)Papiers Cook et al. von 2013. Skeptical Science veröffentlichte eine Zusammenfassung von John Cooks akademischem Hintergrund:

»John Cook ist leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Melbourne Centre for Behaviour Change [Zentrum für Verhaltensänderung] an der Universität von Melbourne. Er promovierte an der Universität Western Australia über die kognitive Psychologie der Verleugnung der Klimawissenschaft. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Verständnis und der Bekämpfung von Fehlinformationen über den Klimawandel.«

In zwei Artikeln, die Skeptical Science zur Widerlegung Postmas veröffentlichte, wird eingeräumt, dass das von Postma kritisierte Modell »in vielen Klimabüchern […] und Büchern über atmosphärische Strahlung dargestellt wird«. Skeptical Science fügt hinzu, dass das Modell »darin versagt, die Physik des Treibhauseffekts zu erfassen«.

Deshalb hat Hossenfelder es auch in Frage gestellt. Warum in zahlreichen Lehrbüchern der »Klimawissenschaft« fortgesetzt ein mathematisches Modell veröffentlicht wird, das zur Erklärung der »Klimawissenschaft« anscheinend »versagt«, ist verblüffend.

Skeptical Science beschreibt dieses anscheinend falsche Modell als »einfaches Lehrbuchmodell« und behauptet dennoch, dasselbe Modell ermögliche es den Klimawissenschaftlern, »von dort aus Komplexität einzubauen«. Postma betont wiederholt, dass die Erhöhung der Komplexität eines Modells, das falsch ist, nicht zu komplexeren Modellen führt, die richtig sind.

Laut Skeptical Science versagt das Modell zwar darin »die Physik des Treibhauseffekts zu erfassen«, doch bietet es »eine nützliche Annäherung an die Erde zur Festlegung einer durchschnittlichen Abstrahlungstemperatur [emission temperature] (255 K)«. Skeptical Science schlägt also vor, dass ein Modell, das darin versagt, die Physik des Treibhauseffekts zu erfassen, dennoch korrekt ‑18 °C als durchschnittliche »Abstrahlungstemperatur« des Strahlungsgleichgewichts der Erde erklärt.

Wie Skeptical Science es ausdrückt:

»Natürlich wird diese [einfache Lehrbuchgleichung] niemals in der Klimamodellierung oder in für die wissenschaftliche Literatur geeigneten detaillierteren Analysen angewandt.«

Genau das ist die Kritik von Postma. Er akzeptiert, dass das Modell in der komplexeren Klimawissenschaft verworfen wird, weist aber darauf hin, was das beinhaltet. Das Ausgangsprodukt der verfehlten Gleichung wird ohne weitere Überprüfung als Input für die komplexeren Modelle verwendet. Letztlich bedeutet dies, dass die »Klimawissenschaft« der AGW‐​Theorie von einer falschen Annahme ausgeht, da sie schlichtweg die durch die Sonnenenergie verursachten natürlichen Schwankungen ignoriert.

Postmas Artikel untersucht, was passieren würde, wenn man die Auswirkungen des Sonnenflusses nicht reduziert und seine volle Wirkung auf einen Globus mit einem Tag‐ und Nachtzyklus anwendet. Er kam zu folgendem Schluss:

»Wir sind der Meinung, dass der durchschnittliche solare Strahlungseintrag nur eine Hemisphäre der Erde erwärmt, einen Temperaturäquivalentwert von +30 °C hat, mit einem Zenitmaximum von +87,5 °C, und dass dies in keiner physikalisch vertretbaren Weise einem momentanen durchschnittlichen globalen Wärmeeintrag von ‑18° C entspricht.«

Postma berechnete daraufhin die Gesamtstrahlungsleistung des Globusmodells, die, wie er behauptet, in der Tat 255 K oder ‑18 °C entspricht. Bezeichnenderweise wird jedoch die gesamte Energie, die dem von ihm beschriebenen Klimamodell zugeführt wird, als solarer Strahlungsfluss verbucht – als Energie von der Sonne. Es gibt keine zusätzliche Energie, die durch einen »Treibhauseffekt« bereitgestellt würde.

Postmas Argumentation beinhaltet die Beobachtung, dass das verfehlte »einfache Lehrbuchmodell« vom IPCC zur Definition des Treibhauseffekts verwendet wird. Dies wiederum bildet die gesamte Grundlage für die AGW‐​Theorie. Aus dem IPCC AR4 Synthesis Report, veröffentlicht 2008:

»Die in den Weltraum abgestrahlte Infrarotstrahlung stammt effektiv aus einer Höhe mit einer Temperatur von durchschnittlich ‑19 °C, die im Gleichgewicht mit der einfallenden Nettosonneneinstrahlung steht, während die Erdoberfläche auf einer viel höheren Temperatur von durchschnittlich +14 °C verbleibt. Ein Anstieg der Konzentration von Treibhausgasen führt zu einer erhöhten Infrarotlichtundurchlässigkeit der Atmosphäre und damit zu einer effektiven Abstrahlung in den Weltraum aus einer größeren Höhe bei einer niedrigeren Temperatur. Dies verursacht einen Strahlungsantrieb, der zu einer Verstärkung des Treibhauseffekts führt.«

Dies ist eine schriftliche Darstellung des »einfachen Lehrbuchmodells«. Postma hält die Behauptung, ‑19 °C stünden »im Gleichgewicht mit der einfallenden Nettosonneneinstrahlung«, für völlig falsch.

In Teil 2 seiner Postma‐​Widerlegung geht Skeptical Science näher darauf ein, wie die zusätzlichen 33 °C bzw. 33 K in den komplexeren AGW‐​Klimamodellen durch den Treibhauseffekt erzeugt werden sollen:

»Die CO2-induzierte Erwärmung entsteht tatsächlich […] durch die Reduzierung der Verlustrate der Infrarotstrahlung in den Weltraum. […] Eine Erhöhung des CO2-Ausstoßes würde indessen den Planeten erwärmen und den Energiehaushalt an der TOA [am oberen Rand der Atmosphäre] aus dem Gleichgewicht bringen.«

Dies steht im Einklang mit der Behauptung Hossenfelders und Pierrehumberts, dass der »Unterschied zwischen der Strahlungstemperatur [radiating temperature] und der Oberflächentemperatur […] auf die Treibhausgase zurückzuführen ist«.

Postma kommt zu dem Schluss, dass der Treibhauseffekt auf einem Modell beruht, bei dem die Atmosphäre die Energie, die das Klima der Erde steuert, selbst erzeugt. Dasselbe Modell ignoriert praktisch die von der Sonne gelieferte Energie.

Postma zufolge ist das Modell des Treibhauseffekts völlig unsinnig. Er fragt sich, warum »Klimawissenschaftler« an einem seiner Meinung nach absurden Irrsinn festhalten.

Die häufige Erwiderung von »Klimawissenschaftlern« ist, dass all diese Kritikpunkte die Feinheiten der hochkomplexen Klimawissenschaft nicht erfassen. Aber Einsteins klare Feststellung sollte nicht einfach über Bord geworfen werden. Es hat wenig Sinn zu behaupten, dass wir Normalsterblichen die »Klimawissenschaft« nicht verstehen, wenn die so genannten Klimawissenschaftler sie nicht logisch und auf der Grundlage bekannter physikalischer Prinzipien erklären können. Das deutet darauf hin, dass sie es ebenfalls nicht verstehen, vor allem wenn ihre Erklärungsversuche widersprüchlich sind.

Es gibt keinen »Konsens«, und selbst wenn es einen gäbe, wäre dies eine wissenschaftlich bedeutungslose Behauptung. Gleichzeitig wird jede Infragestellung dieser scheinbar sakrosankten Theorien als »Klimaleugnung« angegriffen. Jegliche Debatte wird abgetan und Skepsis als bloße Verwirrung oder Verlogenheit von Leuten dargestellt, die »die Klimawissenschaft™« nicht verstehen oder sich weigern, sie anzuerkennen.

Im Rahmen der offiziellen Klimawissenschaft wird eine Reihe von angeblichen »Beweisen« und daraus abgeleiteten »Klimamodellen« vorgelegt. Die Beweise belegen angeblich die Gültigkeit der AGW‐​Theorie und die Modelle sagen die Auswirkungen des AGW‐​bedingten Klimawandels voraus, falls wir nichts tun, um »den Planeten zu retten«. Doch wenn wir uns diese experimentellen und durch Messungen gestützten »Beweise« und die Modelle, die sich aus der Theorie ergeben, ansehen, stellen wir fest, dass auch sie in Frage gestellt werden können und sollten.

Genau das werden wir in Teil 2 tun.

Ich danke meinem Editor, meiner Editorin, der, die seit Oktober 2021 unschätzbare Beiträge zu meinen Artikeln geliefert hat (der, die es aber aus persönlichen Gründen vorzieht, anonym zu bleiben).

Ihr könnt mehr von Iains Arbeit in seinem Blog IainDavis​.com (ehemals InThisTogether) oder auf UK Column lesen, ihm auf Twitter folgen oder seinen SubStack abonnieren. Sein neues Buch Pseudopandemic ist jetzt sowohl als Kindle als auch als Taschenbuch bei Amazon und anderen Anbietern erhältlich. Ihr könnt auch ein Gratisexemplar anfordern, indem ihr seinen Newsletter abonniert.

Dieser Text erschien in Englisch am 20. Dezember 2023 im offGuardian.

Bild: Wikimedia Commons

6 thoughts on “Klimawandel: Die ungeklärte Wissenschaft (Teil 1)

  1. Der menschengemachte CO2‐​Klimawandel ist ein physikalisches Märchen. Ein sehr gut gemachtes Märchen, in sich schlüssig und logisch. Es ist wie alle Märchen von innen heraus nicht zu widerlegen. Wenn man sich aber wissenschaftlich dem Problem nähert, in dem man von der Realität und den physikalischen Basisfakten ausgeht, ist der Schwindel schnell aufgedeckt. Dazu bäuchte es aber beim Publikum eine naturwissenschaftliche Grundbildung. Hier haben die Bildungsreformen der letzten 30 Jahre ganze Arbeit geleistet.

  2. »Wissenschaft« wird mehr und mehr darauf reduziert, für teilweise sogar nur postulierte Phänomene möglichst plausibel klingende »Erklärungen«, Narrative, zu finden. Dabei gibt es oft mehrere »Erklärungs«-Schichten. Für einfachere Gemüter, das gemeine Volk, plausibel klingende (Hauptschulniveau), für Bildungsbürger plausibel klingende (Gymnasial‐​Niveau), für Wissenschaftler plausibel klingende (Akademiker‐​Niveau). Diese verschiedenen Erklärungs‐​Schichten können sogar gegenseitig widersprüchlich sein. Es kommt nur auf die Wirkung bei den jeweiligen Zielgruppen an.
    Bei der »Menschengemachter-Klimawandel«-Theorie wird auf dem einfachsten Niveau insbesondere mit gezielt dafür eingeführten oder missbrauchten Schlagworten gearbeitet. So werden Begriff wie »Treibhauseffekt«, »Treibhausgase«, »Strahlungsantrieb«, etc. und dazugehörige Assoziationsketten so eingesetzt, dass alleine schon durch deren Nennung und Verwendung bei Rezipienten die Meinung entsteht, der behauptete Effekt wäre doch völlig eindeutig und offensichtlich. 

    Dabei wird auf von fast jedem selbst erfahrene Erlebnisse aufgebaut: etwa, dass es in einem Gewächshaus, oder auch in einem geschlossenen Auto in der Sonne heißer wird als darum herum. 

    Dass diese Tatsache, die Erwärmung über die Umgebungstemperatur hinaus, genauso auf einen Autoraum ohne Fenster, etwa bei dem Kasten eines geschlossenen Transporters, oder zB auf eine gut abgedichtete Blechgarage, oder eine gut abgedichtete Box in der Sonne, ebenso zutrifft, wird gezielt außerhalb des Blickfeldes gehalten.

    Wenn Bildungsbürger als Zielgruppe herhalten sollen, werden komplexere Theorien entwickelt die ausdrücklich auf Gymnasialwissen aufbauen. So wird etwa auf die Energie von Strahlung abgehoben – und dabei unterschlagen, dass diese Energien keineswegs grundsätzlich gleichbedeutend mit Wärme sind. Die Energie von UV‐​Strahlung zb ist nach unserer physikalischen DEFINITION höher als die von IR‐​Strahlung, aber bewirkt eher weniger Erwärmung als vielmehr den Ablauf von chemische Reaktionen, Molekül‐​Bindungsbrüche oder Zufuhr von Reaktionsenergie, etwa für die Photosynthese.

    Für Akademiker werden die Theorien noch weiter komplex gestaltet, etwa angebliche Anhebung oder Absenkung der effektiven Höhe der Strahlungs‐​Emissionen oder angebliche Änderungen bei der »Gleichgewichts‐​Abstrahlungstemperatur« der Erde. Es werden dabei über das landläufige Verständnis hinausgehende Begriffe wie Kirchhoffsche Gesetze oder Sätze der Thermodynamik bemüht.

    All diesen angebliche »wissenschaftlichen Begründungen« liegt aber immer ein elementarer Fehler zugrunde: es wurde und wird nicht geklärt, inwiefern der Begriff einer »globalen Erdtemperatur« (die ja ein Aspekt eines globalen Klimas sein müsste) überhaupt tragfähig ist, und wie eine solche »globale Erdtemperatur« zuverlässig bestimmt werden solle, und wie die Fehlertoleranzen solcher jeweiliger »Bestimmungen der globalen Erdtemperatur und »Bestimmung der Veränderung der globalen Erdtemperatur« aussehen. Da alle Bestimmungen einer »globalen Erdtemperatur« (die ja wohl die Grundlage jeder Behauptung einer globalen Erderwärmung sein müsste) äußerst komplex vonstatten gehen muss (ein Einzelmessung reicht ja offensichtlich nicht, aber auch hunderttausende können kaum absolut aussagekräftiger sein) und jeweils Annahmen in solch eine Temperaturbestimmung einfließen müssen (Korrekturfaktoren für jede einzelne lokale Messung, oder bei Satellitenmessungen die komplexe Strahlungsphysik, Tag‐​Nacht‐ und Jahreszeit‐​Schwankungen, die verschiedenen Beschaffenheiten wie Meer, Land, Vegetation, Wüste, Strömungen, Schichtungen, …).

    Also: in Summe wird heute in der Wissenschaft nicht mehr die Suche nach messbaren Tatsachen und darauf aufbauende Naturerklärung gesucht, sondern es wird ein auf den ersten Blick glaubwürdiges Narrativ postuliert (menschengemachte Klimaerwärmung) und dann »wissenschaftlich« dieses Postulat »untermauert«, bzw. dies versucht. Was dann bleibt ist nichts als ein pseudowissenschatlicher Streit um des Kaisers Bart – anstatt dass die Grundthese (dass es eine nicht solar sondern ausschließlich _​terrestrisch_​bedingte Erderwärmung gäbe) zuerst einmal überhaupt sicher und eindeutig bewiesen wäre.

    Das Ausmaß des geistigen Niedergangs in der westlichen Welt ist ungeheuer. (Die anderen, China, Russland, …, spielen bei der Scharade, glaube ich, nur vordergründig mit um für sich Vorteile daraus zu ziehen.)

  3. Zu dem Bild »IPCC AR5: Messwerte, die den verstärkten Treibhauseffekt zeigen« im Kapitel »Den Treibhauseffekt hinterfragen«:

    Ich lese da heraus, dass absolut eine Leistung (Energieumsatz pro Zeitspanne pro Fläche) von 340 Watt/​m² von der Sonne an der Oberseite der Atmosphäre eingestrahlt wird. Ausgehend von der Annahme, dass es keine weiteren nennenswerten Energiequellen gibt (Erwärmung durch Kernzerfall etwa sowie auch Energie aus dem Abkühlungsprozess des Erdkerns ist im Zusammenhang marginal) frage ich mich, wo eine Leistung von 398 Watt/​m² vom Erdboden ausgehend, denn herkommen soll. Es gilt der Energieerhaltungssatz. Wo kommt denn diese mysteriöse Zusatzleistung her?

    Wenn man die Sonne als alleinige nennenswerte Energiequelle für den Energiehaushalt der Erde ansieht (was mW recht unbestritten ist), so kann es offensichtlich keinen Energiefluss auf der Erde geben, der höher ist als 340 Watt/​m². Also wo bitte kommt dieser Anteil von fast 48 Watt/​m² mehr als der Zufluss von der Sonne als Obergrenze vorgibt denn her?

    Da ich in einem Video von Frau Hossenfelder ein ähnliches Schaubild gesehen habe ohne dass diese auf den Sachverhalt weiter eingeht, frage ich mich ernsthaft, was mit den Gehirnen unserer selbsternannten Vordenker und »Besserwisser« geschehen ist. Warum wird dieser Punkt schlicht ignoriert, unterschlagen?

    Komischer Weise gibt auch der kritische Dr. Bernhard Strehl ein ähnliches Schaubild der angeblichen Energieflüsse in der Atmosphäre mit einem höheren Wert in der Atmosphäre als von der Sonnen überhaupt bereit gestellt wird.

    Vielleicht kann der Autor in dem Teil 2 auf diese Frage eingehen.
    Verstehe ich das was falsch? 

    Oder: Propaganda macht blöde. Selbst die sonst besten Köpfen.

  4. Der Satz
    »Der atmosphärische Druck und die Temperatur sinken mit zunehmender Höhe, so dass die Dichte der Treibhausgase abnimmt und die Treibhausgase ab einem gewissen Punkt die von der Erdoberfläche abgegebene Infrarotstrahlung »zurück« in Richtung Erdoberfläche abstrahlen.«
    scheint mir falsch zu sein. Müsste es nicht heißen: »… die von der Erdoberfläche abgegebene Infrarotstrahlung »zurück« in Richtung WELTRAUM abstrahlen.«

    Was soll der Satzteil
    »… am »oberen Rand der Atmosphäre« (Top of Atmosphere – TOA), wo die Infrarotstrahlung schließlich durch spärlich verteilte Treibhausgase freigesetzt wird.« bedeuten? 

    Das »spärlich verteilt« ist doch völlig irrelevant. Es handelt sich schließlich nicht um eine Wärmeleitung die sich zwischen Atomen/​Molekülen fortpflanzt. Weiter unten in der Atmosphäre befindliche Moleküle strahlen eben zwischen den sich weiter oben befindlichen nur noch »spärlich verteilt« vorhanden Molekülen hindurch in den Weltraum ab. Das Modell scheint vorauszusetzen, dass nur die am äußersten Rand befindlichen Atome/​Moleküle in die Umgebung abstrahlen könnten. Das ist aber völlig unrealistisch. 

    »Dieser positive »Strahlungsantrieb« erzeugt das Energieungleichgewicht der Erde (Earth’s energy imbalance – EEI), gemessen als Strahlungsfluss (W/​m2). Shukmann et al. (2023) schätzen den EEI derzeit auf +0,76 W/​m2.«
    Diese 0,76 W/​m² sind als Wert völlig lachhaft im Rahmen der Gesamtflüsse und sowieso bei der Komplexität des Systems, der großen Menge an notwendigen Annahmen und Schätzungen, der nur indirekten Messungen. Die Fehlergrenzen in dem ganzen System liegen gewiss deutlich höher, ich würde schätzen, im zweistelligen Bereich.

    Nun, es gäbe sich weitere Anmerkungen, will es aber damit mal belassen.

    Übrigens interessant dass Dr. Hossenfelder inzwischen seit dem 12. Januar (»A Runaway Greenhouse Effect is Very Unlikely on Earth«) noch 4 (in Worten VIER) weitere Videos zum Thema produziert hat. Anscheinend hat sie stark negative Reaktionen auf das erste Video erhalten, weil die Klimaprediger es entweder falsch verstanden haben, oder es denen nicht deutlich genug alarmistisch ausgelegt war.

    Als Klimaalarmist muss man eben nicht nur dafür sein, sondern auch noch leichtest verständlich, deutlichst und lautest genug herumschreien. Sonst wird man schon angefeindet.

    Hier übrigens noch der Verweis auf Dr. Bernhard Strehl, Physik, zum Klima, Vortrag ()https://​youtu​.be/​N​z​e​e​9​R​P​L​eRE

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