Klassenkampf von oben: »Wettlauf zum Nullpunkt«

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Zur Einordnung des Folgenden ein Hinweis vorab: Bill Gates und andere Milliardäre investieren in letzter Zeit verstärkt in Retortennahrung. Das kann nicht gesund sein wenn mit Lebensmittelfarbe und chemischen Aromen irgendetwas zusammengemischt wird. Um damit folglich hohe Profitraten zu erzielen, muß die konventionelle Lebensmittelerzeugung in der Landwirtschaft, und zwar unabhängig ob konventionell oder biologisch, verschwinden. Zusätzlich wird eine Menge Propaganda nötig sein, um die Menschheit dazu zu bringen, dieses Zeug, das obendrein eine totale Abhängigkeit von diesen Erzeugern mit sich bringt, als etwas Positives zu empfinden und nicht dagegen zu rebellieren.

Da kommt es reichlich gelegen, daß Bill Gates seit Mitte der 90er‐​Jahre des 20. Jahrhunderts begonnen hat, Medien aller Art mit Millionenspenden für seine Anliegen zu gewinnen. Dieses Geld ist mit der Zeit immer wichtiger geworden für die Mainstream‐​Medien, denen die Abonnenten, Leser wie Zuschauer davonlaufen, was sich ebenfalls negativ auf die Werbeeinnahmen auswirkt. Das sind gute Voraussetzungen für Propaganda!

Tolle strategische Leistung mit Anlauf

Jetzt braucht es noch Institutionen, die nicht sofort verdächtig sind. Und sieh da, die gibt es auch schon. Bereits 2005 gründete der Wallstreet‐​Milliardär Michael Bloomberg, damals gerade Bürgermeister von New York, mit dem seinerzeitigen Bürgermeister des britischen Finanz‐ und Spekulationsplatzes London Ken Livingstone das Bürgermeisternetzwerk »C40«, mit dem Ziel die Millionenstädte zusammenzuführen. Am Anfang wurden kommunale Eitelkeiten der Großstadtbürgermeister bedient, die sich jährlich in einer anderen Stadt treffen konnten, dort eine lustige Presseerklärung produzierten, aber vor allem das Leben auf Steuerzahlerkosten in einem Zusatzurlaub genossen.

Es sollte nicht dabei bleiben. Unterm Deckmantel der Klimarettung und dem Ziel, es dürfe nicht wärmer werden als +1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit (was die mittelalterliche Warmzeit ausklammert, in der es wesentlich wärmer wurde), wurde ohne jeden demokratischen Auftrag das Ziel der 15‐​Minuten‐​Stadt, in der 2030 niemand ein Auto besitzt, in der idealerweise weder Fleisch noch Milchprodukte mehr gegessen werden, wo die Einwohner nur drei Kleidungsstücke im Jahr erwerben und nur alle drei Jahre das Anrecht auf einen Kurzstreckenflug in den Urlaub von maximal 1.500 km haben.

Das ist das Ende vom Recht auf Mobilität und der Ernährung auf die wir genetisch programmiert wurden in der Steinzeit. Aber Zwangsveganismus wäre eine ganz tolle Profitgarantie für Erzeuger von Retortennahrung, und wenn es sonst nichts mehr gibt, wird das auch gefressen.

Konkrete Auswirkungen

Nachdem Amsterdam und Rotterdam C40‐​Städten sind, ist die rabiate Politik der niederländischen Regierung gegen die Bauern keine große Überraschung mehr, produzieren sie doch das, was den Menschen kurzfristig abgewöhnt werden soll. Auch der Angriff der BRD‐​Regierung auf die Landwirtschaft mit der Besteuerung des bisher steuerfreien Agrardiesels, was im Sparprogramm als Beseitigung einer unökologischen Subvention vermarktet wird, erklärt sich da, denn eine Beschleunigen des Höfesterbens, dem seit 1990 in der BRD bereits ein Drittel der Höfe zum Opfer fiel, ist hoch willkommen fürs C40‐Ziel.

Der vorherige Bürgermeister von Berlin hatte bei einem der C40‐​Treffen schon mal angekündigt, es werde demnächst im Großteil »seiner« Stadt der Verkehr mit fossilen Brennstoffen verboren. In Berlin hatte da noch nie wer was davon gehört, aber gut, der Mann gelangte nach der letzten Wahl nicht mehr in sein Amt zurück. Berlin, wie auch Heidelberg, sind aber nach wie vor C40‐​Städte und die wenigsten Einwohner dürften wissen, was das bedeutet.

Wer zahlt, bestimmt

Denn es ist klar, daß solche C40‐​Ziele nicht demokratisch auf Wunsch der Bevölkerung durchsetzbar sind, das muß von oben aufgezwungen werden. Damit das geduldet wird und nicht zum Aufstand führt, braucht es die richtige Vorbereitung und Verpackung in hübschem Geschenkpapier mit Schleife. Daß es die gibt, dafür sorgt der finanzielle Beitrag diverser Partner, die offen auf der Internetseite dieses Städtebündnisses (https://​www​.c40​.org/​f​u​n​d​e​r​s​-​p​a​r​t​n​e​rs/) genannt sind, beginnend mit 18 strategischen Geldgebern, gefolgt von 18 einfachen Geldgebern. Das beginnt mit Bloomberg Philantropies, geht über Ikeas Ingka Group und natürlich kann die Open Society Foundations der Familie Sorós nicht fehlen im Kreis von allem, was beim Großkapital Rang und Namen hat.

Das schöne Geld aus diesen Quellen erlaubt die Einstellung von Personal, das einerseits Großereignisse auf die Beine stellt und andererseits die Herausgabe von Papieren dirigiert, bei denen Universitäten das Zahlenmaterial liefern dürfen, während die Aufmachung der Texte von so bekannten Firmen wie Deloitte, PWC und ähnliche besorgt wird. Das sind dann die sogenannten Studien, die dazu da sind, die Alternativlosgkeit der angegebenen Ziele für die Rettung der Menschheit vorm Verglühen zu beweisen. Für dieses höhere Ziel wird ja wohl ein bißchen Einschränkung verlangt werden dürfen, wird uns da verklickert. Denn würde gesagt, es ginge um die Durchsetzung von Profitinteressen ganz bestimmter Leute, wären womöglich bald einige Bürgermeister nicht mehr dabei bei diesem Klassenkampf von oben und vor allem ließe sich das Ziel verläßlich nicht erreichen.

Weg mit Fleisch und Milchprodukten: Wie würg’ ich’s meinem Kinde rein?

Die 96 C40‐​Großstädte reklamieren zwar für sich, 20 Prozent der Weltbevölkerung zu beherbergen, aber das reicht offensichtlich nicht aus, um allen den Verzicht auf Fleisch und Milchprodukte aufzuzwingen und Retortennahrung reinzuwürgen, damit die Größten des internationalen Finanzkapitals dauerhaft noch sattere Profite einstreichen können.

Deshalb haben sie sich eine größere Runde nicht ganz so großer Städte angelacht als »Cities Race to Zero«, also dem »Wettlauf zum Nullpunkt«, den sie als Obertitel für ihre Aktivität gewählt haben. Dazu zählen jenseits von Mosel, Sauer und Our Berlin, Bonn, Essen, Genf, Frankfurt, Gütersloh, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Konstanz, Lausanne, München, Münster, Pforzheim, Speyer, Wien, Zürich.

Unter diesem Dach sind inzwischen schon 1.143 Städte versammelt, wobei wir uns darüber freuen dürfen, daß da noch keine aus Luxemburg dabei ist. Das obwohl schon Bürgermeister Mischo, der inzwischen zu Ministerehren gekommen ist, in Esch/​Alzette das Ziel ausgab, »seine« Stadt zur »15‐​Minuten‐​Stadt« zu machen. Das ginge sich auf dem Fahrrad von einem Ende zum anderen ja noch irgendwie aus, und er wollte ja auch den Eschern, die er nicht gefragt hatte, ob das ihnen schmeckt, das Autofahren verleiden. Wir werden sehen, wie das weitergeht, aber wem das nicht schmeckt sei empfohlen sich bei Zeiten zu wehren!

Natürlich fällt auch die größere Runde nicht sofort mit der Tür ins Haus, sondern beginnt mit dem Verkünden eines hehren Ziels: »Jeder hat es verdient, in einer Stadt zu leben, deren Verantwortliche dringend auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft, lokale grüne Jobs, saubere Luft und die vielen anderen Vorteile hinarbeiten, die mit dem Engagement der Städte im Race to Zero verbunden sind.« So heißt es einleitend auf deren Internetseite, die der Einfachheit halber eine C40‐​Unterseite ist an der Adresse www​.c40knowledgehub​.org/​s​/​c​i​t​i​e​s​-​r​a​c​e​-​t​o​-​z​e​r​o​-​p​u​b​lic, wo zudem alle »engagierte Städte« aufgelistet sind.

Aber kohlenstoffarme Wirtschaft heißt dann eben wieder kein Autofahren mehr, kein Fleisch, keine Milchprodukte und nur 3 neue Kleidungsstücke im Jahr, wodurch es saubere Luft gäbe. Jobs müssen lokal sein, weil es ja keine Mobilität aus der näheren Umgebung mehr geben darf. Freiheit war da mal, jetzt ist Kontrolle gefragt, und das absolut.

Zerstörung der Landwirtschaft als Voraussetzung

Diese Absichten setzen eine Zerstörung der Landwirtschaft voraus und erklären die aktuellen Angriffe in allen möglichen Ländern gegen die Bauern. Es geht folglich dabei nicht um mehr biologische Wirtschaftsweise ohne chemischen Dünger und Pestizide, es geht nicht um Humusaufbau und mehr Biodiversität. Ziel ist das Ende der Landwirtschaft, um die totale Kontrolle dauerhaft über die Menschen zu erlangen.

Denn gerade mit biologisch wirtschaftenden Bauern und ihren Hofläden geht Kontrolle und Profit in der Lebensmittelindustrie verloren, da sich dort immer mehr Haushalte lokal versorgen. Diese Schiene zu stärken ist folglich ein wichtiges Element im Kampf gegen die totale Diktatur des Finanzkapitals, die alles für sich haben will und dem Rest, regelrecht den 99,5 Prozent, nichts mehr lassen will.

Aber sich im Hofladen stärker zu versorgen reicht nicht aus. Die Existenz der bäuerlichen Landwirtschaft muß auch politisch abgesichert werden, damit ihr nicht die Existenzgrundlage entzogen wird. Leider hat die EU‐​Agrarpolitik heute nicht mehr wie die seinerzeitige EWG‐​Agrarpolitik das Ziel der Nahrungsmittelsouveränität in den Mitgliedsländern durch Selbstversorgung, etwas das es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gab in Westeuropa, das politisch von Osteuropa abgeschnürt war. Damit waren die Warenströme in Eurasien gestört, in Westeuropa mangelte es an landwirtschaftlichen Produkten.

Es brauchte damals nur 20 Jahre, um nicht nur einen hundertprozentigen Selbstversorgungsgrad zu erreichen, sondern auch die ab dem Ende der 70er Jahre eingelagerten Butterberge, Milchseen und Getreideüberschüsse zu beklagen. Man vergißt rasch, wie schlimm der Mangel davor war.

Die Russische Föderation war übrigens noch schneller und brauchte bei Aufrechthaltens des Gentechnikverbots ab der ersten Sanktionen nach dem Beitritt der Krim nach dem Referendum 2014, um vom Lebensmittelimportland zum Exportland zu werden, nur 7 Jahre, womit der Zustand wieder erreicht war, der in der UdSSR Normalität war seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Es geht also, wenn es politisch gewollt ist. Es gibt gar keinen Grund, Bill Gates & Co. die Profitraten mit Retortennahrung steigern zu lassen. Soll er das doch selbst fressen, wenn er’s haben will, und uns damit in Ruhe lassen.

Wir aber werden die Informationen, was da beabsichtigt wird, verbreiten müssen, um eine erfolgreiche Gegenwehr dagegen im Bündnis mit den Bauern aufbauen zu können.

Das ist heute umso nötiger, als erste Wissenschaftler eine geringere Sonnenaktivität vermelden. Tatsächlich ist es diesen Winter in Skandinavien und Osteuropa kälter als in den 40 Jahren davor, und zwar um satte 15 Grad. So viel zum »kochenden Zeitalter«. Hoffen wir daher auf einen warmen Sommer, denn in der Geschichte der Menschheit waren Warmzeiten, zuletzt im Mittelalter, immer hilfreicher als Eiszeiten. Lassen wir uns also nicht ins Boxhorn jagen zur Retortennahrung!

Bild: Transparent auf einem Bauernprotest (https://t.me/Bauern_Verbraucher_geeint_Kanal)

2 thoughts on “Klassenkampf von oben: »Wettlauf zum Nullpunkt«

  1. man frisst, es wird verklickert, es wird ein großes Bild erzählt, dann über ein Kaff in Luxemburg gesprochen und alles scheint unter einer bösen weltweiten agenda von Bill Gates zu stehen. 

    ich weiss zwar wovon der Autor oder die Autorin sprechen will, halte aber den Artikel für eine Argumentations‐ oder als Mobilisierungshilfe für nicht sonderlich geeignet. Es wird nur mit wagen Anspielungen und Gefühlen gearbeitet, man erfährt aber nicht wirklich was jetzt das Problem ist.

    wer sich z.b. mit dem Thema C40 beschäftigt, findet zahlreiche Quellen, die beschreiben wie erfolgreich und toll diese Zusammenarbeit ist. ich sehe das auch kritisch, aber man findet leider fast nur solche Artikel wie diesen hier. Die mehr oder weniger hysterisch Angst erzeugen sollen, aber im Kern keine information enthalten, was nun schlecht an den zielen von C40 ist. 

    Da hat mich z.b. die Artikelserie zum Klimawandel mehr überzeugt.

  2. »was nun schlecht an den zielen von C40 ist« und »was jetzt das Problem ist« steht im Beitrag:
    1) Ende jeder Mobilität in 15‐​Minuten‐​Stadt, in der niemand ein Auto besitzt
    2) Kein Fleisch, keine Milchprodukte, nur mehr 3 Kleidungsstücke im Jahr, nur alle 3 Jahre einen Kurzstreckenflug in den Urlaub von nicht mehr als 1500 km
    = perfekte Kontrolle, Ende der Freiheits‐ und Menschenrechte, Retortenfraß für dauerhafte Maximalprofite des internationalen Finanzkapitals.

    Hysterisch ist in dem Artikel gar nichts, Angst soll auch nicht erzeugt werden, aber Widerstand bzw. Aufstand.

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