Warum die Frage »Rechts oder links?« nicht verschwinden darf und warum das Kapital nicht als Naturgesetz hinzunehmen ist. Ein Diskussionsangebot
Wer heute in Deutschland politisch heimatlos ist, bekommt ein Angebot. Mehrere sogar. Von rechts: die Freiheitsbewegung, das Alternativ‐WEF, der Volkssozialismus als Gemeinschaft gegen die Globalisten. Von links: Antiimperialismus, Friedensbewegung, Kapitalismuskritik ohne Schuldgefühl. Und immer wieder diese eine Einladung, die beide Seiten aussprechen:
Vergiss links und rechts. Das sind Schubladen der Herrschenden. Komm rüber. Wir sind alle im selben Boot. Eine Menschheitsfamilie.
Diese Einladung hat einen Namen. Sie heißt Querfront – und eine Geschichte, die uns in die deutsche Zwischenkriegszeit führt, mit einem Satz, der heute noch genauso klingen könnte.
Im Oktober 1931, als die Weimarer Republik schon zu sterben begann, publizierte Hans Zehrer einen vielbeachteten Grundsatzartikel in seiner Monatszeitschrift Die Tat unter dem Titel: »Links oder Rechts? Die Verwirrung der Begriffe«. Zehrer war der journalistische Wortführer des jungkonservativen Milieus – seine Zeitschrift, die junge Bildungsbürgerschaft las sie wie ein Evangelium und hatte bis zu 30.000 Abonnenten, war der Treffpunkt einer Generation, die sich politisch rechts verortete. Seine These: Die Gemeinsamkeit des konservativen Menschen und des neuen linken Menschen sei größer, als sie ahnen. Der Weg der Zukunft führe dahin, diese beiden zusammenzuführen – zu einer neuen Volksgemeinschaft jenseits von rechts und links. Zehrers Anliegen war nicht die NSDAP, obwohl er sie für historisch notwendig und eine produktive Kraft hielt. Sein eigentliches Ziel war die Beseitigung der letzten Reste liberaler Demokratie aus dem deutschen politischen Denken. Nach 1945 wurde er in der Publizistik wieder höchst einflussreich, unter anderem als Chefredakteur der Welt. Er überlebte die Republik, die er mitzerstört hatte.

Neunzig Jahre später, im deutschen Winter 2020 bis 2022, erklangen ähnliche Sätze auf Querdenker‐Bühnen, in Telegram‐Kanälen, auf Demonstrationen. Links und rechts – das seien Schubladen der Herrschenden. Wir seien doch alle eine Menschheitsfamilie, die gegen dieselbe übermächtige Kontrolle kämpfe. Daniel Sandmann, der dieser Bewegung eine Zeitlang angehörte, nennt das rückblickend »Menschheitsfamiliengezirpe«: ein warmes Gesumme, das die wirklichen Verhältnisse verdeckt. Diese Rhetorik ist nicht neu. Sie hat eine Geschichte, die an ungute Traditionen anknüpft. Und diese Geschichte endet nicht gut.
Die »Nationalrevolutionären« der Weimarer Zeit – und am Rande auch die kleinere Strömung der »Nationalbolschewisten« – trugen zur Zerstörung der Republik bei: nicht trotz ihrer programmatischen Uneindeutigkeit, sondern wegen ihr. Sie ebneten ideologisch den Boden, auf dem die NS‐Bewegung groß und mächtig werden konnte. Einige von ihnen leisteten später Widerstand. Aber die wenigsten. Ihr elitärer Anspruch sollte sie von den als »spießbürgerlich« empfundenen nationalen Großorganisationen absetzen; das Verhältnis zur Hitler‐Partei war ambivalent und veränderlich. Mancher Nationalrevolutionär wurde Funktionär des NS – mancher linke Mann von rechts wandte sich Anfang der Dreißiger der KPD zu, weil er dort den Antikapitalismus ernst gemeint sah oder hoffte, im Bündnis mit der Sowjetunion die Nation zu alter Größe aufzurichten. (Nachzulesen bei Ernst‐Otto Schüddekopf: Linke Leute von rechts. Die nationalrevolutionären Minderheiten und der Kommunismus der Weimarer Republik. Stuttgart: Kohlhammer 1960.) Zu letzteren gehörte etwa der Schriftsteller Bodo Uhse, der nach 1945 in der DDR lebte.
»Nationalrevolutionäre« wollten eine »deutsche Revolution« – weder liberal noch marxistisch, sondern eine Synthese aus nationalem Aufbruch und sozialem Umbau, die den Klassenkampf durch Volksgemeinschaft ersetzen sollte. Sie lehnten Weimar als »westlerisch« und zu bieder ab, forderten einen starken Staat und die Überwindung des Kapitalismus – aber eines Kapitalismus ohne Eigentümer, nicht ohne Kapital. Die »Nationalbolschewisten«, eine schmalere Strömung am Rand, sahen in Sowjetrussland den natürlichen Verbündeten gegen Versailles – nicht aus marxistischer Überzeugung, sondern weil der Sowjetstaat für sie Disziplin und antiwestliche Härte verkörperte. Was beide Strömungen verband, war das Milieu der bündischen Jugend: jene jugendbewegten Kreise seit dem Wandervogel, die Lagerfeuerromantik, männerbündische Gemeinschaft und Ablehnung des spießbürgerlichen Geschäftslebens pflegten. In Diskussionszirkeln und kleinen Zeitschriften wurde die politische Fantasie der jungen Bildungsbürgerschaft geformt und für nationalrevolutionäre Ideen empfänglich gemacht. Die bündische Jugend lieferte das emotionale Rohmaterial; die Ideologen gossen es in Programme.
Vier Bilder aus der Weimarer Zeit
Damit das nicht abstrakt bleibt, vier historische Szenen.
Berlin, November 1932. Die Berliner Verkehrsbetriebe streiken. Vor den S‑Bahn‐Höfen stehen Schulter an Schulter: Kommunisten der KPD und SA‐Männer der NSDAP. Gemeinsam verteilen sie Streikflugblätter. Die KPD‐Führung feiert es als »revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse gegen das System«. Drei Monate später sitzen Kommunisten in Konzentrationslagern – errichtet von denselben Männern, mit denen sie gerade noch auf den Barrikaden standen.
Zwei Jahre zuvor, im Sommer 1930, hatte Otto Strasser die NSDAP verlassen – mit dem Ruf: »Die Sozialisten verlassen die NSDAP.« Strasser war mit seinem Bruder Gregor der Führungskopf des »linken« NSDAP‐Flügels gewesen: Gregor als Reichsorganisationsleiter der Partei, Otto als Chefideologe eines nationalen Sozialismus, der die Betriebe vergesellschaften und die Großgrundbesitzer enteignen wollte. Hitler ließ Gregor am 30. Juni 1934 ermorden. Otto gründete im Exil die Schwarze Front und ließ 1937 auf der Titelseite seiner Prager Zeitung drucken: »Das Hitlersystem bringt den Krieg, der Krieg bringt die Aufteilung Deutschlands!« Richtig vorausgesagt, falsche Mittel. Strasser war kein Antifaschist. Er war ein anderer Nationalist, der dasselbe wollte wie Hitler – nur mit anderem Gesicht. Seine antikapitalistische Rhetorik hatte nie die Eigentumsordnung im Blick, immer nur den Feind.

Komplizierter und in gewisser Weise tragischer liegt der Fall Ernst Niekisch. Niekisch kam von links: 1919 war er als Sozialdemokrat Mitglied der Münchner Räteregierung. Dann driftete er ab, und bis Mitte der zwanziger Jahre war er zum wichtigsten Theoretiker eines radikalen, antiwestlichen Nationalismus geworden. In seiner Zeitschrift Widerstand beschwor er den »preußischen Sozialismus«: die germanische Substanz gegen den »Geist des Westens«, Blut und Boden gegen Parlamentarismus und Liberalismus. 1937 wurde Niekisch verhaftet, 1939 zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. 1945 befreite ihn die Rote Armee – halb blind, halb gelähmt. Später zeitweise Hochschullehrer in Ostberlin, wurde er Repräsentant der »Nationalen Front« in der DDR, brach aber 1953 mit der DDR‐Führung. Er hatte Hitler frühzeitig als Katastrophe erkannt. Aber die Alternatividee, für die er stand, war nicht Demokratie oder Eigentumsordnung – es war ein anderer Nationalismus, nur ohne Hitler. Die Nationalrevolutionären der siebziger Jahre in der Bundesrepublik verehrten ihn als Ahnherrn. Das sagt alles.
Und dann der Mai 1933, wenige Tage vor dem Ende der freien Gewerkschaften. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund schreibt in seinem Zentralorgan: Vom Nationalsozialismus unterscheide ihn keine andere Rangordnung der Werte Nation und Sozialismus – lediglich eine andere Prioritätsordnung. »Wir wollten erst den Sozialismus, um die Nation zu gestalten. Der Nationalsozialismus forderte und verwirklichte jetzt die Einheit der Nation, um auf diesem Fundament den deutschen Sozialismus aufzubauen.« Eine Woche später wurden die Gewerkschaftshäuser gestürmt, das Vermögen beschlagnahmt, die Führer verhaftet. Die Kapitulation vor der Querfront‐Logik hatte die stärkste Arbeitnehmerorganisation des Landes wehrlos gemacht.
Die Struktur der Täuschung
Was verbindet diese vier Szenen? Es ist nicht Dummheit, nicht Feigheit, nicht böser Wille. Es ist etwas Subtileres: echte Gesellschaftskritik ohne Strukturanalyse. Zehrer, die Strasser‐Brüder, Niekisch, die Gewerkschaftsführer – sie alle erkannten wirklich etwas. Sie sahen die Schwäche der Weimarer Demokratie, die Macht des Kapitals, die soziale Zerrüttung der Mittelschichten, den Verrat der etablierten Linken. Ihr Antikapitalismus war keine bloße Pose – er war Ausdruck eines echten Unbehagens. Doch an die entscheidende Frage – wem die Fabriken gehören, wer über Boden, Kapital und Arbeit verfügt – trauten sie sich nicht heran oder wollten es nicht. Stattdessen: Mythos, Gemeinschaft, Nation, Volk – Schlagworte, die mit allem und nichts füllbar waren. Das ist das Muster der Querfront über alle Zeiten: Man erkennt das Falsche, benennt es laut – und scheut die einzige Frage, die wirklich wehtut. Die Spielregeln des Kapitalismus werden nicht befragt. Nur sein Gesicht. Das Ergebnis war keine Überwindung des Systems, sondern seine brutalste Variante. Dieser Befund ist nicht nur historisch interessant.
Querfront 2025: Die neuen Protagonisten
Im Dezember 2024 fand in Prag, hinter verschlossenen Türen eines Kongresshotels, ein Treffen statt, das sich selbst »Alternatives WEF« nannte. Veranstalter war Stefan Magnet, Chefredakteur des rechtsgerichteten österreichischen Senders AUF1. Die Teilnehmerliste war handverlesen: medizinische Ikonen der Coronadissidenz, prominente Journalisten und Medienfachleute, dazu Markus Krall, der libertäre Goldhändler und Banken‐Apokalyptiker, und Martin Sellner, der führende Ideologe der Identitären Bewegung. Magnet feierte, was ihn am meisten berührt habe: die »geglückte Überwindung der Spaltung in links und rechts«. Das Treffen stand unter dem Motto »Frieden schaffen, Krieg verhindern« und versammelte rund 200 Personen »aus verschiedensten ideologischen Lagern«. Die Formel: keine Gesinnungsprüfung. Freiheit gegen Globalisten. Das Volk gegen die da oben. Zehrer hätte es wiedererkannt.
Die aufschlussreichste Einzelbiographie in diesem Milieu ist die von Jürgen Elsässer, Gründer und Chefredakteur des Magazins Compact. Elsässer kam von ganz links: Kommunistischer Bund, dann Mitherausgeber der Antideutschen, Redakteur bei Konkret, Junge Welt, Neues Deutschland. Seit Anfang der 2000er Jahre vollzog er eine Wanderung nach rechts, die ihn zum Chefstrategen einer nationalen »Volkssozialismus«-Rhetorik gemacht hat. Er verwendet das Wort »Querfront« selbst und offen. Als Wagenknecht und Schwarzer 2023 zur Friedensdemonstration einluden, jubelte er: »So kann die Querfront doch noch gelingen!« – und erschien mit Compact-Werbematerial. Elsässers Weg spiegelt Zehrers in fast perfekter Analogie: vom politischen Bildungsbürgertum zum Demonteur der Demokratie – über die Mitte der Querfront.
Eine subtilere Strategie verfolgt das Institut für Staatspolitik um Götz Kubitschek, das intellektuelle Zentrum der Neuen Rechten. Hier wird keine Querfront angeboten, sondern ein »Antiimperialismus von rechts«: Das linke Vokabular – Kapitalismuskritik, Souveränität, Anti‐Nato – wird nicht als Brücke zur Linken benutzt, sondern als Erbmasse eingeklagt. Man will die Linke nicht einbinden. Man will sie beerben. Das ist strukturell näher an Niekisch als an Zehrer – und einen Schritt gefährlicher.
Auf der anderen Seite des Spektrums: das Bündnis Sahra Wagenknecht. Das BSW ist keine nationalrevolutionäre Partei – aber es schafft strukturell die Anschlussflächen, die Querfront‐Projekte von rechts brauchen. Das Compact-Magazin setzte Wagenknecht bereits 2022 als »Kandidatin für Links und Rechts« auf die Titelseite. Die programmatische Mischung – sozial links in Wirtschaft und Rente, national‐konservativ in Migration und Sicherheit, antiamerikanisch in der Außenpolitik – ist strukturell dieselbe wie bei den historischen Nationalrevolutionären: echte Gesellschaftskritik kombiniert mit nationaler Emphase, die die Eigentumsordnung nicht angeht. Das BSW hat immerhin an einer Stelle mehr Substanz als seine historischen Vorbilder: Es will eine »Gesellschaft mit gebundenem Vermögen« als neue Unternehmensrechtsform einführen – ein Schritt in Richtung Eigentumsordnungsfrage. Ob er konsequent gedacht wird oder Ornament bleibt, ist die Frage, an der sich entscheidet, ob das BSW Querfront‐Falle ist – oder ein anderes Projekt.
Daniel Sandmann hat in einem Text, den er Ausflug der toten Mädchen nannte, die Bilanz eines anderen gescheiterten Aufbruchs gezogen – schonungslos auch gegen sich selbst. Er schreibt über die Coronadissidenz, der er selbst angehörte, und über die Mädchen von Minab, die im Februar 2026 in Iran bei einem Angriff auf ihre Schule getötet wurden. Diese Toten sind für ihn der moralische Prüfstein: Wer sie wegrechnen kann, um eine Bewegung zu rechtfertigen, hat sich verabschiedet.
Die Coronabewegung habe sich im Gefühl einer gemeinsamen Feindschaft gegen »das System« zusammengefunden – und darin gleiche sie, ob sie es wollte oder nicht, den Querfronten von 1931. Das »Menschheitsfamiliengezirpe«, das warme Gefühl, dass wir doch alle zusammengehören gegen die da oben, war schon bei Zehrer im Angebot. Und beim Prager Alternativ‐WEF hieß es: Gemeinsam, aus verschiedensten ideologischen Lagern, für eine freie Welt von morgen. Immer dasselbe Gesumme. Immer dieselbe Leerstelle.
Sandmanns Schlüsselsatz lautet: Die Unterscheidung zwischen links und rechts sei nicht aufgehoben, weil beide dasselbe wären, »sondern weil alle rechts sind. Alle sind dem Kapital zugewandt, alle sind Sklaven davon, alle werfen nicht einmal mehr die Frage auf.« Das ist keine Querfront‐Aussage, sondern ihr Gegenteil: die Diagnose einer Leerstelle. Und diese Leerstelle ist dieselbe, die 1932 auf den Berliner Streikbarrikaden klaffte und 2024 in Prag: Wem gehört was – und nach welchen Regeln?
Das Muster und seine Wiederholung
Beppo Römer, Hans Ebeling, Harro Schulze‐Boysen – Menschen aus dem nationalrevolutionären Milieu, die später im Widerstand gegen Hitler endeten, einige mit dem Leben bezahlend. Was half denen, die den richtigen Ausweg fanden? Nicht die nationale Emphase, nicht das Menschheitsfamilien‐Gefühl eines Kampfes jenseits aller Klassengrenzen, sondern die Bereitschaft, das Eigentum am System, an der Herrschaft, an der Gewalt zu benennen. Schulze‐Boysen landete am Ende bei einem konkreten Nein: nicht zum Deutschen, nicht zum Volk, sondern zur faschistischen Eigentumsordnung und zum Kriegsimperialismus, der aus ihr folgte. 1942 wurde er hingerichtet.
Niekisch dagegen, der klügste Kopf in diesem Milieu, blieb in der Falle. Er hatte Hitler richtig eingeschätzt und bezahlte mit sieben Jahren Zuchthaus. Und doch blieb sein Denken national‐mythologisch bis in den Kern: nicht Eigentumsordnung, sondern Völkerpsychologie; nicht Klassenanalyse, sondern germanische Substanz gegen römischen Geist. Elsässers Weg – vom Marxisten zum Querfront‐Strategen der Rechten – wiederholt dieses Muster in umgekehrter Richtung, ohne Niekischs persönliche Integrität. Die Struktur aber ist dieselbe: Kapitalismuskritik ohne Kapitalanalyse, Systemüberwindung ohne Eigentumsordnung, Rebellion ohne Substanz.
Sandmann landet 2026 an einem ähnlichen Ort wie Schulze‐Boysen, von einer anderen Seite kommend. Die Coronabewegung scheiterte nicht daran, dass sie zu radikal war. Sie scheiterte daran, dass sie die falsche Radikalität hatte – eine, die das Kapital als Naturgesetz hinnahm und deshalb für jeden Mythos offenblieb. Für Trump. Für Palantir. Für das Prager Alternativ‐WEF, wo Identitäre und Coronakritiker gemeinsam »die Globalisten« bekämpften – mit der Parole, die 1931 schon existierte: Wir kämpfen gegen das System. Sie meinen damit nur das Gesicht, nicht die Struktur.
Die Eigentumsebene als Scheidelinie
Die Frage nach dem Eigentum ist die eigentliche Scheidelinie. Nicht die Frage, ob man sich links oder rechts nennt. Nicht die Frage, ob man für oder gegen Impfpflicht war.
Die Frage ist: Wer besitzt was – und nach welchen Regeln?
Wer diese Frage stellt, kann keine Querfront bilden mit denen, die sie nicht stellen. Denn eine Genossenschaft und ein Private‐Equity‐Fonds sind keine zwei Seiten derselben Medaille. Ein gemeinwirtschaftliches Unternehmen und ein Hedgefonds, der Betriebe aufkauft und ausschlachtet, verfolgen entgegengesetzte Logiken. Das Grundgesetz weiß das. Artikel 14 – »Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen« – steht seit 1949 im Recht. Er wartet noch auf ernsthafte Anwendung.
Zehrer hatte keine Antwort auf diese Frage. Die Strasser‐Brüder hatten sie nicht. Niekisch hatte sie nicht. Die Gewerkschaftsführer von 1933 hatten sie nicht. Elsässer hat sie nicht – er ersetzt sie durch den Feind: die Globalisten, die Eliten. Das Prager Alternativ‐WEF hat sie nicht. Und wer beim BSW die Eigentumsordnungsfrage nicht konsequent stellt, landet strukturell am selben Ort: Gesellschaftskritik ohne Kapitalanalyse, die für jeden Mythos offenbleibt.
Was zu retten wäre
Ist damit alles verloren? Sandmanns Text ist bitter, aber nicht hoffnungslos. Er endet mit einer Landschaft: dem Elbursgebirge, dem Persischen Golf, Körpern unter schwarzen Tüchern. Kleinen Körpern, die gerne gelebt hätten. Celans Todesfuge (»Der Tod ist ein Meister aus Deutschland«): Das ist der Meister, dem solche Tode zu verdanken sind. Man kann sie sehen. Man kann sie zählen. Er hat eine Eigentumsordnung, eine Logik, eine Geschichte. Und er kennt keine Menschheitsfamilie. Sandmann weigert sich, diese Körper in eine politische Erzählung einzupassen. Sie beginnt damit – bei allem Schmerz –, mit dem anzufangen, was er nicht wegrechnen kann.
Die Widerstandskämpfer aus dem nationalrevolutionären Milieu, die wirklich Widerstand leisteten, ließen sich irgendwann von Abstraktionen nicht mehr blenden. Sie sahen die konkreten Opfer. Den konkreten Krieg. Die konkrete Vernichtung. Niekisch, dem es nicht gelang, diesen Schritt zu vollziehen, blieb ein brillanter Analytiker und ein politisch gescheiterter Mensch – respektiert für seinen Mut, aber ohne Antwort auf die Frage, wie eine Gesellschaft aussehen soll, die diesen Namen verdient.
Eine Politik, die diese Linie hält – konkret, eigentumsanalytisch, ohne Querfront‐Illusion und ohne Menschheitsfamilien‐Gesumme –, ist nicht die einfachste. Sie hat keine großen Bühnen. Wer beim Prager Alternativ‐WEF mitmacht, hat eine. Wer die Eigentumsordnung befragt, hat keine. Aber diese Frage ist die einzige, die dem Test der toten Mädchen von Minab standhält – und dem Urteil der Geschichte über die Berliner Streikbarrikaden von 1932.
Diese Frage ist links. Nicht im Sinne einer Partei. Im Sinne einer Weigerung, das Kapital als Naturgesetz hinzunehmen. Wer das begreift, hat verstanden, warum die Querfront damals eine Falle war – und warum Elsässer, Magnet und ihre Plattformen sie heute wieder aufstellen.
Zuerst erschienen bei der Freien Akademie für Medien & Journalismus
Bild: Compact‐Sommerfest‐Ersatzveranstaltung »WIR für Frieden und Freiheit« am 27.07.2024 in Gera: Frank Haußner, Martin Sellner, Martin Kohlmann, Wolfgang Lauerwald, André Poggenburg, Jürgen Elsässer, Stephanie Elsässer, Colette Bornkamm‐Rink, Peter Schreiber, Christian Klar (, CC BY‐SA 4.0)

Richtig ist, dass »die Frage »Rechts oder links?« nicht verschwinden darf«. Das Problem ist aber, dass die heutige »Linke« als systemüberwindende, wirkmächtige, substanzielle, relevante, anti‐kapitalistische Kraft praktisch nicht mehr existiert! Allenfalls gibt es eine anti‐kapitalistische, marxistische Linke noch in homöopatischen Dosen an Rande des politischen Geschehens. Schlimmer noch: heute vertreten mitunter »patriotische« Rechte Positionen, die eigentlich Linke vertreten müssten und umgekehrt.
Das Elend des heutigen pseudo‐linken intellektuellen Kretinismus kam ja sehr gut beim Klima‐ wie auch beim Corona‐Wahn zum Vorschein. Bei ersterem geht es keinesfalls um die Rettung des Planeten, sondern darum, dass eine Horde von Abzockern des Öko‐Industriellen Komplexes gute Geschäfte mit dem vermeintlichen Weltuntergang macht. Wie sagte Manfred Schwab (WEF) einmal so schön: »Der Neoliberalismus ist tot!« Teile des Kapitals erkannten, dass man großartige Profite machen kann, wenn man Staaten mit Hilfe korrupter Wisenschaftler, NGOs und anderer Kreise instrumentalisiert und mit staatsdirigistischen Maßnahmen – koordiniert von internationalen, vom Großkapital gesteuerten Institutionen – tausende Milliarden Dollars in die Taschen des Großkapitals und der mit diesem assoziierten Kreise lenken kann. Somit ergaben sich Profitmöglichkeiten jenseits deregulierter, entfesselter Märkte. Beim Corona‐Zirkus flossen diese ebensoso vom Staat mittels Zwangsmaßnahmen gesteuerten Mittel großteils in die Taschen der Pharma‐Mafia (eine der kriminellsten Gruppen des Großkapitals) und ihrer Aktionäre. Linke Einfaltspinsel (einschließlich solcher, die sich als marxistisch definieren) unterstützten die Mainstream‐Agenda weil sie nicht kapierten, was da ablief. Sie forderten sogar noch Verschärfungen, weil es doch um Gesundheit ginge!
Die abgrundtiefe Dummheit der pseudo‐Linken war eine Steilvorlage für neoliberale Rechte, die nun wieder die neoliberale Leier der freien, ungestörten Märkte als Rettung vor dem Zusammenbruch bzw. der enormen Verteuerung der Energieversorgung und dem Spritzenwahn präsentieren konnte. Eine intelligente Linke würde nun all diese Dinge ebenso heftig attackieren, aber den Zusammenhang mit der profitorientierten kapitalistischen Ökonomie (sei sie nun neoliberal oder staatsdirigistisch) erläutern und die sozialistische Alternative präsentieren.
Das alles schließt aber punktuelle Bündnisse mit Rechten nicht aus (mehr kann eine »Querfront« ohnehin nicht sein). Wer aber solche Bündnisse kategorisch mit Bezug auf fragwürdige historische Beispiele ausschließt, der steht zwangsläufig auf der Seite der herrschenden »nachhaltigen« Kapitalfraktion. Denn das System steht für Energiekollaps samt Deindustrialisierung und massenhafter Gesundheitsschädigung durch Giftspritze. Den Preis dafür zahlt die Arbeiterklasse! Aber klar ist natürlich, dass man sich immer der reaktionären Ausrichtung der scheinbaren Systemkritiker bewusst sein muss.
Auch ich war der Meinung nur Geschwurbel gelesen zu haben.
Insgesamt bin ich fertig mit »Links«. Daran sind nicht zuletzt solche Artikel hier schuld. Wann immer man eine Publikation wie MAGMA besucht, liest man kotzlangweilige Gelaberartikel, die mit schwarz‐weiß Fotos aus der bekackten Steinzeit dekoriert sind. Immer sind da alte Säcke, die über Weimar sinnieren, Uraltprobleme wälzen, und mit gnadenloser Sicherheit absolut keine neue Idee liefern. Sozialismus funktioniert nicht, weil die Sozialisten Langweiler sind.
Übrigens übersetze ich Links‐Rechts mit weiblich‐männlich.
Noch ein Grund Links zu ignorieren.
Klasse. Da kommt ein Dr. daher und erklärt uns, dass Marxismus das einzig Wahre, das einzig »linke«, das einzig Gute sei. Kann man ja glaube, wenn man etwas zum glauben braucht und gerne zu Priestern und Oberhirten wie Marx, Engels, Lenin aufschaut die in ihrer gottähnlichen Weisheit in dicken Büchern die einzig wahre Wahrheit niedergelegt haben – und jeder, der nicht darauf schwört und gefälligst ALLES davon frisst wird als Feind, als »rechts« oder als Querfrontler betrachtet und bekämpft.
Sätze wie »Die Coronabewegung scheiterte nicht daran, dass sie zu radikal war. Sie scheiterte daran, dass sie die falsche Radikalität hatte – eine, die das Kapital als Naturgesetz hinnahm und deshalb für jeden Mythos offenblieb. « sind verräterisch. Was steht da? Da steht, die Coronabewegung sei gescheitert. Was, würde mich an der Stelle interessieren, ist in den letzten 20 Jahren an »linken« Bewegungen gescheiter? Alles! Aber die Coronabewegung …?
Und weiter würde mich interessieren, wie denn ein Nichtscheitern der Coronabewegung ausgesehen hätte sollen in den Augen des Dr. G.? Die Bedrücker hätten zB Ende 2020 gesagt, »oh Mist, ihr habt recht. Blasen wir doch diese Welt‐Verarsche einfach ab. Ja, wenn ihr einfach nicht unserer Erzählung von einer weltweiten, tödlichen Seuche glauben wollt, dann halt nicht.«
Dieser eine zutiefst lächerliche Satz alleine schon entlarvt diesen Dr. G. als völligen abseitigen »Denker«, der sich irgendwelchen Müll aus der Tonne zusammenschreibt. Das soll intelligent, analytisch, erhellend sein? Lachhaft!
Die Coronabewegung ist NICHT DARAN GESCHEITERT, dass sie »das Kapital als Naturgesetz hinnahm und deshalb für jeden Mythos offenblieb« (was für ein bodenloser, inhaltsloser Unfug, wie kommt man auch nur auf so eine »Idee«), sondern daran, dass die Medien‐Propaganda der Bedrücker zu mächtig war und ist, dass das viel zu viele Geld und die viel zu großen, winkenden Profite die Verursacher und Betreiber zu höchstem Einsatz, zu maximaler Skrupellosigkeit, zu böswilligsten Mitteln aufgepeitscht hat.
Und zu einem sicherlich sehr kleinen aber vielleicht auch nicht unbeträchtlichen Teil, dass die, die sich angeblich gegen die Kapitaleigner und Profiteure stellen würden AN DIESEM ZIKRUKS LAUTSTARK MITGESPIELT HABEN — – > GANZ KLAR AUF SEITEN DER BEDRÜCKER, AUF SEITEN DER MAßNAHMENVERSCHÄRFER, AUF SEITEN DER HYSTERIEERZEUGER!!!!!!!
Die »Antifa« zB ist ganz im Sinne und Einklang mit den Altparteienmedien und Konzern‐ und Großmedien gegen das kleine Pflänzchen der Partei dieBasis marschiert – genauso wie sie immer und überall gegen Kleine Leute, Arbeiter, »Proletarier« marschieren. Das ist deren Wesenskern! Deren Sinn und Zweck und Aufgabe. Die Drecksarbeit auf der Straße zu machen, wo sich der Staat nicht traut weil er sich damit total demaskieren würde und die Bedrücker sich nicht die Hände schmutzig machen wollen.
Ich bin übrigens nicht für Querfront. Ganz im Gegenteil: wenn eine echt zivilgesellschaftliche Bewegung (als Beispiel: Anti‐TTIP, Blockupy, »Friedenswinter«, Bauernproteste, …) je wieder Erfolg haben soll, DANN SCHMEISST SIE ALLE RAUS – »LINKE« UND »RECHTE« – denn deren einziger Lebenszweck besteht darin, alles zu spalten und damit unwirksam zu machen.
Das »links-rechts«-Schema ist das ultimative Spaltungswerkzeug der Ausbeuter und Bedrücker. Und die Marxprediger sind die Oberspalter und damit Sargnagel jeder Bewegung.
Man schaue sich einfach die jüngere Geschichte an (ich rede von heute, nicht von Annodunnemal) wo da »Linke« irgend etwas gerissen hätten, irgend eine Erfolg gegen die Bedrückung vorzuweisen hätten (ebensowenig wie »Rechte«). Das Niederdrücken der deutschen Arbeiterschaft, seit spätestens 1989 eklatant unübersehbar, von ehemaligen K‑Gruppen‐Anhängern – Schröder, Fischer, Kretschmann, … begleitet, nein, bewirkt, getätigt, macht jedem nicht ideologisch Verblendeten klar, woran es fehlt, und was das Problem ist.
Die von Dr. G. benannten oder auch nur behaupteten Umstände und Fakten sind ganz gewiss NICHT DAS PROPBLEM! Sondern gezielte Aufmerksamkeitsfehlsteuerung, typisch für solche Kader‐Funktionäre und deren Aufgabe und Wirken.
»Das Treffen und mein Besuch der Rosa‐Luxemburg‐Konferenz 2026 lassen mich mit gemischten Gefühlen zurück. Einerseits fand ich es faszinierend, daß sich doch (wieder) relativ viele, insbesondere auch jüngere Menschen, für die marxistisch‐leninistische Weltanschauung interessieren. Andererseits ist die Zersplitterung der einzelnen Gruppen nicht zu übersehen, sowie ein offensichtlich fehlender Wille, eine Vereinigung zu erzielen, die aber gerade jetzt wichtiger denn je erscheint. Es hat für mich den Anschein, als hätte unser Zeitalter mit all seinen teils unsinnigen, aber von Seiten der Bourgeoisie bewußt eingesetzten Mainstream‐Medien hinsichtlich der Individualisierung und Zersplitterung ganze Arbeit geleistet. Alle linken Gruppierungen plappern nach: »Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!«, handeln aber häufig aus kleinkarierten Beweggründen nach dem Schlachtruf »Proletarier aller Länder, zersplittert Euch!« « siehe hier »Aufrüttelnde Gedanken zu meiner ersten Teilnahme an der Rosa‐Luxemburg‐Konferenz« von J UF
Tja, eine Denkrichtung die absoluten Wahrheitsanspruch für sich reklamiert und jeden »Abweichler« oder auch einfach Anders‐ oder gar Weiterdenker, ausgesprochen auch _Querdenker_, als zu bekämpfenden Feind betrachtet, kann gar nicht anders.
Es ist der Dogmatismus und die absoulte MarxEngelsLenin‐Verherrlichung und ‑Quasi‐Vergöttlichung die »linke« Marxisten per se zu dem Spaltungsagens jeglichen demokratischen Aufbegehrens gegen Herrschaft machen. Es ist das Motto: »Wenn nicht mit uns dann wir gegen die«, das diese »linke Querfront« bildete, die wir gerade in der Coronazeit erklebt haben: »Antifa« die im besten Einvernehmen mit oft genug wohlhabenden Bürgern UND Stadtverwaltungen UND Ämtern UND Polizei UND Werbeagenturen UND Regierung – gegen Coronaproteste vorgingen.
Man muss dazu nur einmal den Aufzug auf das Hambacher Schloss mitgemacht haben: brüllende, von Polizei geschütze Antifa, die Straße mit Parolen beschmiert, durch die Stadtverwaltung in einer gewaltigen Plakataktion gegen die Protestierenden Stimmung gemacht, unsagbare Großmedienverleumdungen – und die Reichenvillen am Demozugweg mit Schmähschriften bis hin zu braunen Unterhosen »dekoriert«.
DAS ist diese wirkliche widerwärtigste Verbindung über verschiedenste Gruppierungen und Akteure hinweg, was ja mit diesem Begriff »Querfront« eigentlich skandalisiert werden soll.
(Und wer ernstlich glaubt, von so einem friedlichen Aufzug auf das Hambacher Schloss von einer Mischung verschiedenster Menschen und Meinungen, die sich aber in der Ablehung der Coronazwangsmaßnahmen einig waren, wäre eine »faschistische Gefahr« ausgegangen die zu bekämpfen wäre, kann nicht recht bei Trost – oder muss massenmedial oder eben »links« verkohlt – sein.)
Bravo! Jedes Wort ein Volltreffer.
Der Autor, Dr Gausmann, hat sich einige Mühe gegeben, seine Kritik an der Protestideologie der Coronadissidenz als – wie sich aus dem Kontext um den Artikel ersehen läßt – »Diskussionsangebot« zu formulieren und auf polemische Schärfe weitgehend zu verzichten.
Tatsächlich wäre eine eingehende Entgegnung geboten. Etwas, das in einer Kommentarspalte nicht nur schwierig wäre, sondern dem »Status« sowohl des Textes wie dem seines Verfassers unangemessen ist. Ein Netz‐Kommentar hat unvermeidlich etwas Verschrobenes, das er von der Gattung des Leserbriefes übernimmt.
Es gibt aber einen Umstand, der der Verpflichtung enthebt, auf Dr. Gausmanns Kritik, so wie es in einer regelrechten Debatte mit Recht zu erwarten wäre, zu reagieren: Er formuliert zwar ein »Diskussionsangebot«. Es richtet sich aber gar nicht an »uns«, die wir als proletarischer Teil der Coronadissidenz gewirkt haben und es an Kritik an den linken Organisatoren opportunistischer Bündnisse nicht haben fehlen lassen, ohne jedoch den Fehler falscher historischer Analogie zu begehen:
– Am ehesten als »Querfront« im ursprünglichen Sinne (Schleichers) ließe sich, wie es von vielen bereits bemerkt wurde, das aktuelle deutsche Regime bezeichnen – und der ausschlaggebende Umstand, dies dennoch nicht zu tun, liegt im Wandel der politökonomischen Stellung des deutschen Kapitals im kapitalistischen Weltmarkt und der veränderten Natur des deutschen Imperialismus.
Schien in der Zeit der Weimarer Republik die militärische Durchsetzung einer Supprematie des deutschen Kapitals auf Weltebene für Teile des Großkapitals zumindest denkbar, ist seine Akkumulation heute auf Verderb und Verderb an die des mächtigsten »militärisch‐industriellen Komplex« gebunden und dessen Währung. (Dass der »Euro« keine Alternative zum Dollar darstellen kann, sei hier einfach mal ohne weitere Rechtfertigung behauptet…)
Um die Sache um die es geht notgedrungen verkürzend auf den Punkt zu bringen, ließe sich mit der Einsicht argumentieren, die einige lateinamerikanische Revolutionäre in den 60gern formulierten:
»Für diejenigen, die im Imperialismus leben, kann es keine »Innenpolitik« geben«
- und insofern auch keine »Querfront«; sie widerspricht der unmittelbar internationalen Zusammensetzung der imperialistischen Bourgeoisie. Die nationalen Bourgeoisien verwandeln sich – um eine vielleicht passende Analogie zu verwenden – in parasitäre Komparadorenbourgeoisien. Angesichts dieses Wandels ließe sich die politische Marke »Querfront« – aber auch die »Volksfront« als Querfront mit T‑64‐Unterstützung – leicht als Schwindel opportunistischer Winkelaktivisten, die sich längst an irgendeine Fraktion der Weltbourgeoisie verkauft haben, durchschauen
Dass nebenbei Bürger Gausmann auf den Begriff Imperialismus vorwiegend historisierend rekurriert und wie viele linke Influencerinnen und Influencer suggeriert, es könne so etwas wie eine nicht imperialistisch verfasste Staatenkonkurrenz auf dem Weltmarkt geben, ist bedenklich und deutet auf bezeichnende Leerstelle hin – aber der proletarische Internationalismus war noch nie die Stärke der deutschen Sozialfaschismus.
…der Verweis des Gausmann auf einen Artikel im des kriecherischen Opportunismus nicht unverdächtigen Magazin »Manova«, dessen poetisierende Schwülstigkeit – der Autor assoziiert mit dem Massaker an Schulkindern ernsthaft Tanz und im Wind flatternde Haare, ekelhaft – füllt die Leerstelle jedoch auch nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und schließlich das von ihm den Proleten in Aussicht gestellte Schuften in Genossenschaften und Kooperativen für das vermutlich ein grundgesetzgemäßes sozialparnerterschaftlich verpflichtetes Privateigentum die nötige Anschubfinanzierung bereitstellen soll:
(…!)
Für die Liquidation der journalistischen Phase des Protests und das Ende des bürgerlichen Winkelaktivismus und seiner Kleinanzeigen!
Kommunistische Partei aufbauen!
…ach, völlig vergessen: die »Visualisierung« zum Kommentar…;)
Kategorisch immer, absolut nimmer! (sowie gegen »Kuh‐Dämonen und Schlangen‐Geister«)
https://www.youtube.com/watch?v=rFEitw2Zfts
»Kritik an der Protestideologie«
Welche Protestideologie denn? Was für ein Schwachsinn wird hier ausgerufen? Das war ein Aufbegehren angesichts massiver Bedrückung – wenn man nicht nach der Rattenfänger‐Pfeife der Pandemiebetreiber tanzte.
Ideologen sehen überall nur Ideologien. Darum ist mit denen im richtigen Leben nichts anzufangen …
Und das nächste Mal werden die wieder GENAUSO MITMACHEN wie das letzte Mal.
Die Zersetzungsbewegung rollt. Hier behauptet ein Dr., dass es eine »Querfront zwischen rechts und links« gegeben hätte und bezieht sich auf einen anscheinend angeblich hochzubeachtenden »Philisophen« (wer hat den dazu berufen, gekürt, wieso soll der wichtig sein?) Daniel Sandmann. Der schreibt aktuelle bei Michael Mayen dass »DER! Coronawiderstand eine Fehlkonstruktion war«.
Erstens gab es keinen »DER Coronawiderstand«, es gab viele kleine Aufstände, oder eher viele kleine Aufmucken. Schon daher entlarvt sich der Text von Daniel Sandmann als bewusst gezielte Lüge zur Manipulation.
Aber was auffällt und wirklich schlimm ist, ist, dass solche Figuren im »linken Spektrum« platziert werden und Aufmerksamkeit erregen sollen. Es werden falsche Diskussionsgrundlagen geliefert um sich mal wieder in Irrtümern abzuarbeiten.
Man sieht: die Subversion macht auch vor »Magma«, der »freien Linken« oder einer »freien Akademie« nicht Halt.
Die Macht der Ausbeuter ist deren schier unendliche Ressourcen an Personal, die mit Geld oder geldwerten Vorteilen gekauft wird. Und sie finden eben immer wieder genug verdorbene Menschen, die sich vor ihren Karren spannen lassen, sich aber als Herrschafts‐renitent, kritisch, gar umstürzlerisch oder revolutionär ausgeben.
Der Mensch soll arglos sein, das macht ihn zur sozialen Gemeinschaft fähig. Aber leider wird diese Arglosigkeit von den 1% dieser Welt missbraucht, die die 10% aus der Menschheit heraussuchen, die sich gerne als deren Büttel verdingen um dafür (relativ, für ihre Verhältnisse) privilegiert leben zu können. Und so beherrschen die 1% die ganze Welt. Es sind die Arschkriecher und Schleimscheißer die sich dafür hergeben, alle zu belügen und hinters Licht zu führen indem sie große Reden schwingen und angeblich die Weisheit oder/und Marx oder irgendeine Wissenschaft (zB »Philosoph«, anscheinden genauso verlogen wie »Philanthrop«) mit Löffeln gefressen hätten.
»Querfront«, (die wenn man ernstlich davon reden wollte tatsächlich zwischen »Linken«, bürgerlichen Saturierten, Großmedien dem Staat und dem Repressionsapparat besteht, siehe die « links‐bürgerliche Querfront« gegen den Coronawiderstand) ist als die hier vorgetragenen Lüge keine Falle sondern eine totale Fehldeutung der Verhältnisse, ein völlige Auf‐den‐Kopf‐Stellung des offensichtlichen, sichtbaren. Und es geht der Nomenklatura ganz offensichtlich darum, das Spaltungs‐Agens der »Links-Rechts«-Dichotomie zu retten. Denn ohne dieses Spaltungs‐Agens würden den Bedrückern tatsächlich eine der wichtigsten Instrumente aus der Hand gleiten. Dagegen werden stärkste Geschütze aufgefahren wie dieser Gausman hier oder der Sandmann dort.
Anstatt dem Geschwätz über Marxismus, dialektischer Materialismus oder Theorie der Klassen zu erliegen müsste eine wirklich revolutionäre Kraft die Theorie der Massenverarschung, der Unterwanderung, der Widerstands‐Zersetzung, der soziologischen Methoden wie die Solomon‐Asch‐Konformitätserzeugung, etc. studieren.
Die neuen Mittel der Bedrücker, die ultimative »Rechenpower« die uns als »KI« verkauft und verklärt wird haben eine neue Stufe der Bewusstseinskontrolle eröffnet. Die totale Gedankenkontrolle ist in der Endphase. Und die »Linken« merken es wieder zuallerletzt – wenn alles zu spät ist, wenn die Fakten festzementiert sind, wenn jeder Widerstand sinnlos geworden ist. Die »Linken« werden weiterhin gegen die Falschen marschieren – gegen AfD, gegen BSW, gegen so harmlose Pflänzchen wie die Partei dieBasis oder »Querdenken«, gegen Coronaskeptiker, gegen CO2‐Skeptiker, gegen Genderei‐Gegner, gegen Migrationsförderungs‐Gegner, gegen Globalismus‐ oder Finanzoligarchie‐Kritiker, …, weil die »Linken« völlig von falschen Predigern und falschen Durchblickern und falschen Alleswissern und tückischen Lautsprechern und von Falschen (mit dem Geld von Gates und Soros und Gore, etc., bezahlten, siehe aktuell »Linken«-Treffen in Barcelona) trainierten Aktivisten durchsetzt sind.
»Die Frage nach dem Eigentum ist die eigentliche Scheidelinie. Nicht die Frage, ob man sich links oder rechts nennt. Nicht die Frage, ob man für oder gegen Impfpflicht war.«(Kestner)
…die Kritik an Kestners Position sollte vielleicht doch noch mal explizit gesagt werden:
Es ist nicht die Frage nach dem Eigentum im allgemeinen, die zwischen links und rechts unterscheiden lässt, sondern die politische Stellung zu der besondere Frage nach dem ausschließenden Eigentum an den Produktionsmittel z u s a m m e n mit der Antwort: Enteignung der Enteigner; Sozialisierung der Produktionsmittel (was nicht mit Verstaatlichung gleichgesetzt werden sollte).
Auch die Rechte stellt die Eigentumsordnung infrage: – »Rückübereignung«, »Arisierung« sind da die naheliegenden Stichworte, wenn man nicht auf die Zeiten Dostoijewskis und die Forderung nach Rückgabe der Kirchengüter zurückgehen will, in der die Unterscheidung von links und rechts noch angesichts institutionalisierten Adels von der Unterscheidung reaktionär‐revolutionär überlagert wurde.
Auch die Sozialdemokratie stellt die Eigentumsordnung infrage, bringt es aber mit dem Ideal des »Volkstaates« nicht einmal zu einem genuinen »Staatskapitalismus«, sondern nur zu einer prekären »gemischten Wirtschaftsform«, auf die ein erhalten bleibender bürgerlicher Staat dirigistisch, aber nicht planend einwirkt – wobei »Räte«, nebenbei, als paternalistische und volkserzieherische Mittel nicht ausgeschlossen sind. K.Eisner dient da immer noch vielen als Ideengeber.
Wie Kestners Kooperativen und Genossenschaften – die sich modern eher »employee‐owned companys« (eoc) nennen und sich zumindest in Hessen als »sozialistische« Eso‐Klitschen der Selbstausbeutung bereits vereinzelt breitmachen, das »System« überwinden sollen, bleibt nebulös.
Aber auch in sich ist Kestners »Querfront«-Kritik nicht schlüssig: Wenn es stimmt, dass die gesamte Coronaprotestbewegung im Grunde die konservativistischen Ideologien der 20ger und 30ger Jahre reproduzierte, dann wäre eher von einem besonderen Spektrum der Rechten zu sprechen: Rechte können keine Querfront mit sich selbst bilden.
Und .. wenn schon sozialdemokratisch: das hieß »soziale Frage«, nicht »Frage nach dem EIgentum« –
Im übrigen:
Wer sich verantwortlich sieht für die Reinerhaltung des »nationalen Volkskörpers« und sich in diesem Sinn verpflichtet sieht, gegen Immigration Stellung zu nehmen, kann auch keinen Widerstand gegen »epedemische Ausnahmezustände« üben.
Es gab auch keinen wirksamen Widerstand – nur Protest und Verfassungspatriotismus.
»Wer sich verantwortlich sieht für die Reinerhaltung des „nationalen Volkskörpers“ und sich in diesem Sinn verpflichtet sieht, gegen Immigration Stellung zu nehmen, kann auch keinen Widerstand gegen „epedemische Ausnahmezustände“ üben.«
Nur dass Leute, die gegen Einwanderung sind, nicht für einen nationalen Volkskörper kämpfen. Das ist nur das primitive Feindbild von Hetzern und deren hörigen Vollidioten.
Die Zeit, das jetzt gründlicher auszuführen, sind Sie nicht wert.
Korrektur
Ah, wieder so eine Fehlnennung…: Gaussmann nicht: »Kestner«…ist aber auch egal…irgendwie
Denn:
Annonce de la création du groupe
On en a ras‐le‐bol!
Oublie la »Freie Linke Aachen«!
À bas les connards!
Noyez‐les dans la pisse du Rhin!
Voici la Gauche communiste libre d’Aix‐la‐Chapelle.
À bientôt
…na, an die Ankündigung sollte noch ein ironisierendes Video angehängt sein. Und klarstellt:
Niemand hat vor, das Rheinwasser zu verderben.
Freie Kommunistische Linke Aachen (FKLA) als »Weltgeist zu Pferde« (Hegel) – Ähnlichkeit unverkennbar…
https://www.youtube.com/watch?v=R3wI_n-6BPE&list=RDR3wI_n-6BPE&start_radio=1
Das zu »Es ist nicht die Frage nach dem Eigentum im allgemeinen, die zwischen links und rechts unterscheiden lässt, sondern die politische Stellung zu der besondere Frage nach dem ausschließenden Eigentum an den Produktionsmittel …«
Produktionsmittel hängen nicht wie Äpfel an den Bäumen …
Sie müssen geschaffen werden. Und daher ist »die Frage nach dem Eigentum an Produktionsmitteln« eine falsche Fährte, die da gelegt wurde und wird.
Die meisten Produktionsmittel (und Arbeitsplätze, zumindest für Deutschland galt das lange so) werden von Kleinunternehmern geschaffen. Da mietet einer eine Halle, stellt Maschinen rein, hat eine Geschäftsidee (die, angenommen, sinnvoll für Kunden ist, also nicht irgend so eine PR‐Klitsche oder Plastikdeko‐Ramschkiste). Das Allererste ist die Idee und dann die Inititative. Und zu all dem kommt es eben nicht, wenn der Unternehmer keinen Sinn darin sieht, so etwas auf die Beine zu stellen. Weil ihm die Verfügung über diese Produktiosnmittel entzogen werden soll, weil im Reingeredet werden soll von Leuten, die selbst NICHTS AUF DIE BEINE STELLEN, sondern nur quatschen, quatschen, quatschen. Ja, für Kommunisten soll der Staat oder DIE PARTEI das alles richten … Was ist besser daran, wenn ein Funktionär oder eine Funktionärsclique zwar die Produktionsmittel nicht besitzt – aber darüber verfügt, deren Einsatz bestimmt?
Eigentum an sich ist nicht der Kern der Sache, sondern es geht _immer um die Verfügungsgewalt_. Im Kapitalismus über Eigentum, im Sozialismus/Kommunismus über Funktionen und Funktionäre. Und in der schönen neuen Great‐Reset‐Welt nach WEF, in der man nichts besitzt (sic!) und glücklich ist (Hah!) sind es die anonymen Prozesse und Organe, die dem Einzelnen, je nach Wohlverhalten und Angepasstheit, Nutzungen erlauben oder verbieten.
Der Marxismus ist im Kern fehlleitend – und daher grundsätzlich zum Versagen verdammt. Meine Meinung.
»Eigentum an sich ist nicht der Kern der Sache, sondern es geht _immer um die Verfügungsgewalt« (Storz)
Grenzen Sie klar und deutlich Eigentum von Besitz ab, dann bereitet Ihnen der »Kern der Sache« weniger Schwierigkeiten.
Ein anschauliches Beispiel mag helfen:
Die Freie Kommunistische Linke (FKL) hat aus gewissen Gründen ihre große Keule auf dem Grundstück eines fetten Bürgers in einer Grube versteckt. Der fette Bürger ist nebenbei Hobbymörder und kommt auf die Idee, die Essensreste im Garten zu vergraben. Er wird initativ und findet dabei die Keule der FKL.
Frage: Wem gehört die Keule? Kann die FKL Rechtsanprüche auf das guten Stück gelten machen? Wenn ja, wie – und sollte sie es überhaupt?
In TakaTuka‐Land kann jeder machen, was er will und bei Alice im Karnickelbau gelten nicht einmal mehr die Naturgesetze … Was für ein Quatsch mit Soße. Spinnen die alle so?
…wer den rechtswissenschaftlichen »Pferdefuß« in dem Fallbeispiel findet, hat sich eine Flasche »Fürst Metternich« (wahlweise »Rotkäppchen«) verdient. Er ist, ein Hinweis, so versteckt wie der »entwendete Brief«.
Wie sehen in eine paar Monaten wieder vorbei…
Bis dahin viel Friedensbewegung – denn »das weiche Wasser bricht den Stein« oder so ähnlich.
und natürlich etwas fürs Gemüt in dieser ernsten Zeit – also für Leute mit Sinn fürs Kitschige zur unpassendsten Gelegenheit:
https://www.youtube.com/watch?v=vAVVXff_4BM&list=RDvAVVXff_4BM&start_radio=1