Einerseits endet die Heizperiode nicht vorm Mai, andererseits wird Gas nicht nur zum Heizen benutzt, sondern viel mehr geht in die Industrie und in die Stromerzeugung, wobei das mittlerweile ein europaweites Phänomen ist. Das bedeutet ganz banal, daß zu wenig Gas am Ende auch zu wenig Strom bedeutet. Da ein Stromnetz nur stabil bleibt, wenn in jedem Moment exakt das eingespeist wird, was entnommen wird, geht das dann nicht ohne Lastabwurf, sprich es müssen Bezieher abgeschaltet werden, sonst führt das in den Netzzusammenbruch und den Blackout.
Beim Gas ist das ähnlich, denn wenn der Gasdruck nicht zu tief sinkt, schalten zum Beispiel Heizungen automatisch ab und brauchen einen Techniker, um wieder anzufahren, wenn der Druck wieder stimmt. Lastabwurf bei Gas in der Industrie muß aber geplant sein und braucht teils lange Vorlaufzeiten, damit es nicht zu Schäden an den Installationen kommt, was zu enormen Schadenersatzforderungen führen würde.
Einerseits ist es gut, daß Luxemburg am deutschen und nicht am belgischen Stromnetz hängt, denn Belgien importierte im Februar durchgehend fast die Hälfte seines Stromverbrauchs. So hoch wurde der Importanteil in der BRD nie.
Andererseits ist es nicht beruhigend, daß Luxemburg am belgischen Gasnetz hängt, denn der Gaspeicherfüllstand lag am 11.2. in Belgien bei 26,18 Prozent bei einer Entnahme von 0,57 Prozent am Tag. In der BRD sind’s am 13.2. um 6 Uhr früh nur 24,98 Prozent gewesen bei einer durchschnittlichen Entnahme von 0,73 Prozent in den letzten 30 Tagen nach Berechnungen von Stefan Spieglsberger vom Youtube-Kanal »Energie & Outdoor Chiemgau«. Holland meldete am 12.2. einen Speicherstand von nur mehr 17,6 Prozent bei einer Entnahme von 0,54 Prozent am Tag.
Nun ist es so, daß bei sinkenden Füllständen die Menge, die sich täglich ausspeichern läßt, ebenfalls sinkt. In der BRD können bis zu einem Füllstand von 64 Prozent 7.099 GWh/Tag ausgespeichert werden, danach geht’s runter. Bei 30 Prozent sind es nur mehr 5.020, bei 20 Prozent 3.012 und bei 10 Prozent gerade mal 1.506 GWh/Tag, wobei das Durchschnittswerte sind, denn aus Kavernenspeichern geht sich länger mehr aus als aus Porenspeichern. Am kältesten Tag im Januar (und nichts garantiert uns, daß so ein Tag nicht wiederkommt) wurden in der BRD leicht über 3.400 GWh ausgespeist, in den letzten 30 Tagen waren es durchschnittlich 1.839 GWh. Der Januar‐Wert geht sich schon bei 20 Prozent nicht mehr aus, der aktuelle Durchschnitt nicht mehr bei 10 Prozent.

Leider gehen die Berechnungen davon aus, daß die BRD bei 8 Prozent landet, wenn es nicht mehr kälter wird. Da das aber kaum eintritt, ist mit totalem Leerwerden zu rechnen. Da am 8.3. in Baden Württemberg Landtagswahlen und in Bayern Kommunalwahlen sind, will die deutsche Politik bis dahin keine Notlage ausrufen. Wer hätte gedacht, die Energieversorgung Luxemburgs hänge irgendwann an deutschen Wahlterminen?
Leider will auch in den anderen Ländern niemand warnen und Sparbefehle ausgeben, weil dann einzugestehen wäre, daß man sich mit dem Abnabeln von russischem Gas in eine unmögliche Lage gebracht hat, die durch Öffnen des unbeschädigten Strangs von Nordstream 2 und der Jamal‐Pipeline durch Polen sofort beseitigt wäre. Es stimmt einfach nicht, Gazprom sei unzuverlässig, weil die aktuell 10 Prozent mehr liefern als im Vorjahr über Turkish Stream nach Ungarn und in die Slowakei.
Aber in Luxemburg wird zur Ablenkung derweil über Schulklos gestritten.
Bild: Anlage zum Gasspeicher Empelde bei Hannover über einem Salzstock (
