Multipolare Weltordnung trifft sich in St. Petersburg, um PCR‐​Tests zu machen und über nachhaltige Entwicklung zu plaudern

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Internationales Wirtschaftsforum St. Petersburg beginnt. Hype!

Es ist soweit. Wieder einmal. Leider geschieht es jedes Jahr.

Ich beziehe mich damit natürlich auf das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF), auf dem sich alljährlich die globalisierungsfeindlichsten Köpfe der Welt treffen.

Wie es Tradition ist, dürfen Sie den Veranstaltungsort ohne einen negativen PCR‐​Test nicht betreten. SPIEF hat ein hilfreiches Video veröffentlicht, falls Sie Fragen zu Ihrem Virenstatus haben:

Zur Erinnerung: Ihre schicke digitale SPIEF‐​ID wird erst aktiviert, wenn Sie negativ auf das Virus getestet wurden!

Quelle: forumspb​.com

Sie müssen auch ein Ticket kaufen​.Tickets kosten 19.860 Dollar.

Quelle: forumspb​.com

Zur Erinnerung: Begleitpersonen sind nicht im Ticketpreis enthalten. Begleitpersonen werden separat verkauft.

Quelle: riamo​.ru

Lassen Sie uns nun untersuchen, was auf dieser multipolaren Veranstaltung für Stakeholder traditioneller Werte erörtert werden wird.

Quelle: forumspb​.com

Ganz oben auf der Tagesordnung steht der »Übergang zu einer multipolaren Weltwirtschaft«, sprich die Schaffung eines »globalen CO2‐​Regulierungssystems«, das den Weg für eine langfristige »nachhaltige Entwicklung« ebnen soll:

Entwicklungsstrategien für Produktions‐ und Lieferketten werden unter Berücksichtigung der globalen Ziele des Pariser Abkommens und der nationalen Pläne zur Emissionsreduzierung und Anpassung an den Klimawandel ausgearbeitet. Angemessene Ansätze und das Tempo der Emissionsregulierung zwischen den Mitgliedsstaaten der EAWU, der SOZ und der BRICS werden es ermöglichen, ein globales Emissionsregulierungssystem aufzubauen, das auf einer gerechten Energiewende, einschließlich Übergangstechnologien, basiert und den Grundsätzen des multilateralen Handelssystems und der Technologieneutralität entspricht. Für die EAEU ist die Konvergenz der Ansätze zur Klimaregulierung eine langfristige Priorität. […] Werden marktbasierte Mechanismen zur Bepreisung von Kohlenstoff zur Erreichung der Klimaziele in den SCO‑, EAEU‐ und BRICS‐​Ländern beitragen, und was ist ein fairer Preis für Kohlenstoff?

Wie viel sollte ein Stück BRICS‐​CO2 kosten? Fünf digitale Rubel? Vielleicht zehn? Wenn Sie nach St. Petersburg kommen, können Sie dieses wichtige Thema mit einigen der renommiertesten CO2‐​Connaisseure der Welt diskutieren, darunter Ruslan Edelgeriyev, Russlands Sonderbeauftragter des Präsidenten für Klimafragen, und Tatiana Zavyalova, Senior Vice President für ESG bei der Sberbank.

Ein anderes Panel wird sich mit »Transformationsfinanzen« und anderen nachhaltigen Aktivitäten befassen, die zweifelsfrei belegen, dass »die BRICS‐​Länder die Bewegung zur Emissionsreduzierung in traditionell kohlenstoffintensiven Sektoren aktiv unterstützen«:

Eine mögliche Option zur Erreichung der Klimaziele ist die Förderung von Transformationsfinanzpraktiken, die dazu beitragen, Geldströme in Projekte zur Modernisierung von Industrien und Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen zu lenken. Heute unterstützen die BRICS‐​Länder aktiv die Bewegung zur Verringerung der Emissionen in traditionell emissionsstarken Sektoren: Im September 2021 verabschiedete Russland die Taxonomie für Anpassungs-(Übergangs-)Projekte, während China bereits sieben regionale Taxonomien für Übergangsprojekte hat. Die allgemeinen Ansätze wurden auf der Grundlage von Chinas Initiative und auf dem G20‐​Gipfel vorgeschlagen.

Davos flieht vor Schrecken!

Übrigens: Welche russische Region hat die meisten Eisbären gerettet? Finden Sie es auf dem SPIEF 24 heraus!

Quelle: forumspb​.com

Die Experten werden auch erörtern, warum es keinen Grund gibt, die »rasante Entwicklung« der biometrischen Technologien in Russland zu fürchten:

Der Weltmarkt für biometrische Technologien entwickelt sich rasch, und Russland gehört zu den führenden Ländern. In Russland werden immer mehr biometrische Dienste angeboten, und die Inanspruchnahme staatlicher und kommerzieller Dienstleistungen wird für Russen immer einfacher und leichter zugänglich. Doch die Menschen stehen dieser neuen Technologie misstrauisch gegenüber. Einige haben Angst vor Betrügern, andere fürchten sich vor undichten Stellen. Für andere bedeutet sie die totale Kontrolle durch den Staat. Diese Vorurteile behindern die Entwicklung dieser Technologie. Aber was sind biometrische Daten eigentlich? Brauchen wir diese Technologie und gibt es einen Grund, sie zu fürchten?

Schluss mit den verletzenden Stereotypen! Lassen Sie die Biometrie in Ruhe, sie Fanatiker!

Die »digitale Transformation« Russlands wird auf dem SPIEF ’24 besondere Aufmerksamkeit erhalten. Schließlich müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten, wenn sie hoffen, bis 2030 nahezu alle »gesellschaftlich bedeutsamen« Dienstleistungen digitalisieren zu können:

Quelle: forumspb​.com

Fachleute aus dem gesamten Globalen Süden werden sich auch an intellektuell anregenden Gesprächen über bedeutungslose Schlagworte beteiligen, die aus den Pressemitteilungen von Davos herauskopiert wurden:

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Letztendlich zielt die Konferenz darauf ab, eine extrem nachhaltige Weltordnung auf der Grundlage von Emissionsgutschriften, biometrischen Ohrmarken für Rinder und teuren Nutten einzurichten.

Quelle: forumspb​.com
Zuerst in englisch erschienen im Substack von Edward Slavsquat: https://​edwardslavsquat​.substack​.com/

Bild: Plenarsitzung des 26. Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Foto: Alexei Danichev, RIA Novosti Fotoagentur (www​.kremlin​.ru CC BY 4.0)

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