Neuer EU-Covid-Aktionismus gegen China

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In Chi­na ist Covid Geschich­te. Die Regie­rung will jetzt den Men­schen die (selbst geschaf­fe­ne) Angst neh­men. Das empört offen­bar die EU. Denn die­se will, wäh­rend in den Medi­en Lügen­ge­schich­ten über Chi­na erfin­det, Test­pflich­ten für Chi­ne­sen. Öster­reich folgt der Anwei­sung. Karl Lau­ter­bach hat inzwi­schen schon eine neue »Mutan­te« gefunden. 

Neu­er Coro­na-Aktio­nis­mus in Öster­reich und der EU. Rei­sen­de aus Chi­na müs­sen vor Abflug nach Öster­reich jetzt einen PCR-Test vor­wei­sen. Damit hät­te Öster­reich »alle Maß­nah­men getrof­fen, um mög­li­che neue Virus­va­ri­an­ten rasch« erken­nen zu kön­nen, gab Gesund­heits­mi­nis­ter Johan­nes Rauch am Don­ners­tag bekannt.

Plumpes Theater

Die öster­rei­chi­sche Regie­rung wider­spricht sich dabei Tag für Tag. Am Mon­tag hielt Ex-Kanz­ler und jet­zi­ger Außen­mi­nis­ter Alex­an­der Schal­len­berg »Maß­nah­men« für »nicht mehr not­wen­dig«. Die meis­ten EU-Staa­ten hät­ten kei­ne Beschrän­kun­gen für chi­ne­si­sche Ein­rei­sen­de. Und am Mitt­woch war im ORF sogar der – äußerst ehr­li­che – Satz zu lesen: »Das Auf­hal­ten einer Vari­an­te hat noch nie funk­tio­niert.« Jetzt aber wie­der die Kehrt­wen­de – zurück ins Jahr 2020.

Es gibt auch aber auch rea­lis­ti­sche Stim­men in Euro­pa, die den neu­en Coro­na-Aktio­nis­mus der EU sehen. Das nor­we­gi­sche Insti­tut für Public-Health, das Fol­ke­hels­e­insti­tuttet, kom­men­tiert es so:

Wir schwim­men in einem Meer von Coro­na­vi­rus in Euro­pa. Wir brau­chen nicht den Regen­schirm auf­zu­span­nen, damit uns ein paar Regen­trop­fen aus Chi­na nicht nass­ma­chen. Das wäre rei­nes Thea­ter, um den Leu­ten vor­zu­ma­chen, man täte etwas.

Das trifft die Rea­li­tät wohl um eini­ges bes­ser als die neue Panik-Wel­le. In Chi­na geht kein ande­res Virus als in Euro­pa um. Schlag­zei­len, wonach es »Cha­os« in chi­ne­si­schen Spi­tä­lern gebe, kön­nen guten Gewis­sens in das Reich der west­li­chen Mythen­bil­dung und Lügen­ge­schich­ten abge­stellt wer­den. Aber alles egal. Denn ein­zel­ne euro­päi­sche Staa­ten und auch die EU wol­len wie­der »völ­lig über­flüs­si­ge Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen«, wie Ste­fan Hom­burg am Mitt­woch in der Welt­wo­che schreibt. Um die nöti­ge Stim­mung zu erzeu­gen, behel­fe sich »die Pres­se mit nicht veri­fi­zier­ba­ren Vide­os und west­li­chen Schock­mo­del­len, die von 250 Mil­lio­nen Infi­zier­ten und Mil­lio­nen Toten bin­nen kür­zes­ter Zeit schwadronieren.«

Querdenker China

Chi­na, das sich in den ers­ten Tagen der neu­en euro­päi­schen Seu­che-Pos­se zurück­hal­tend gezeigt hat, nennt ent­spre­chen­de Vor­schrif­ten mitt­ler­wei­le »inak­zep­ta­bel«. »Wir sind der Mei­nung, dass die Ein­rei­se­be­schrän­kun­gen eini­ger Län­der, die auf Chi­na abzie­len, kei­ne wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge haben, und dass eini­ge über­trie­be­ne Prak­ti­ken sogar noch inak­zep­ta­bler sind«, sag­te der Spre­cher des Außen­mi­nis­te­ri­ums, Mao Ning, am Diens­tag bei einem täg­li­chen Brie­fing. Tat­säch­lich ist Chi­na in der Risi­ko­ein­schät­zung von Covid mitt­ler­wei­le mehr oder weni­ger auf der Linie euro­päi­scher »Quer­den­ker«. MRNA-Stof­fe hat­te man ohne­hin von Beginn weg als »Gift« bezeichnet.

Doch das tut der deutsch­spra­chi­gen Panik­pres­se kei­nen Abbruch. Der Stan­dard titel­te am Don­ners­tag etwa: »Angst vor der Covid-Wel­le«. Die EU wür­de eine Chi­na-Test­pflicht (die man ange­sichts des Fak­tums, dass die Welt im Virus schwimmt, auch als »ras­sis­tisch« bezeich­nen könn­te) »emp­feh­len« und Öster­reich folgt. Zusätz­lich wol­le man Abwas­ser-Tests durch­füh­ren. Notiz am Ran­de: Gior­gia Melo­ni, die als Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ke­rin in Ita­li­en mas­siv gegen die Covid-Poli­tik gewet­tert hat­te, war eine der ers­ten EU-Spit­zen, die Test-Aktio­nis­mus gegen Chi­na gefor­dert hatte.

Was die Main­stream-Pres­se noch empört: Chi­na tes­tet fast nicht mehr, for­dert die Bevöl­ke­rung auch auf, frei­wil­li­ge Tests zu unter­las­sen. Des­halb kön­ne die »Situa­ti­on« in Chi­na nicht ein­ge­schätzt wer­den. Auch die WHO übte des­halb Kri­tik an Chi­na. Was Peking aber wohl herz­lich egal sein dürf­te. Dort hat man sich des Zero-Covid-Ter­rors end­lich ent­le­digt: Fast jeder wer­de das Virus über­le­ben, das Risi­ko sei über­schau­bar und die Men­schen soll­ten kei­ne Angst mehr vor Coro­na haben, gibt die Regie­rung an das chi­ne­si­sche Volk weiter.

Karl Lau­ter­bach kommt übri­gens zugleich mit einer neu­en Lügen­mu­tan­te um die Ecke. In den USA (und nicht in Chi­na) habe man eine neue »Omi­kron-Sub­va­ri­an­te« ent­deckt. Um ein Viel­fa­ches anste­cken­der – selbst­ver­ständ­lich! Das sagt auch die WHO. Und Lau­ter­bach? Der »blickt mit Sor­ge« dar­auf, will »durch den Win­ter kom­men, bevor eine sol­che Vari­an­te sich auch bei uns aus­brei­ten kann.«

Zuerst erschie­nen bei tkp​.at

Bild: Pix­a­bay

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