Die Nazi-Geschichte der Ukraine

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Die ein­zi­ge natio­na­le Ver­fas­sung der Welt, in der die gene­ti­sche (oder »ras­si­sche«) Rein­heit als eine Auf­ga­be der Regie­rung zum Schutz und zur Bewah­rung ver­an­kert ist, ist die Ver­fas­sung der Ukraine.

Der Arti­kel 16 der ukrai­ni­schen Ver­fas­sung lautet:

Die Gewähr­leis­tung der öko­lo­gi­schen Sicher­heit und die Erhal­tung des öko­lo­gi­schen Gleich­ge­wichts auf dem Ter­ri­to­ri­um der Ukrai­ne, die Über­win­dung der Fol­gen der Tscher­no­byl-Kata­stro­phe einer Kata­stro­phe glo­ba­len Aus­ma­ßes – und die Bewah­rung des Gen­pools des ukrai­ni­schen Vol­kes ist die Auf­ga­be des Staates.

Man beach­te, dass sie die Kern­aus­sa­ge in einem Neben­satz begra­ben, näm­lich dass »die Erhal­tung des Gen­pools des ukrai­ni­schen Vol­kes die Pflicht des Staa­tes ist.«

Hit­ler hät­te das Glei­che sagen kön­nen; auch Isra­els Ver­fas­sung hät­te das sagen kön­nen, wenn Isra­el eine gehabt hät­te, die es – vor allem aus die­sem Grund – nicht gibt.

Die Erwäh­nung der »Tscher­no­byl-Kata­stro­phe« ist in die­sem Zusam­men­hang irrele­vant, dient den Dumm­köp­fen aber dazu, sie an die­sen spek­ta­ku­lä­ren sowje­ti­schen Feh­ler zu erin­nern, und trägt so dazu bei, in ihren unin­tel­li­gen­ten Köp­fen Ver­ach­tung gegen die Rus­sen her­vor­zu­ru­fen – so wie es die­se Nazi-Pro­pa­gan­dis­ten stän­dig zu ver­mit­teln versuchen.

Die­se ras­sis­ti­sche Basis der heu­ti­gen ukrai­ni­schen Nati­on hat eine tie­fe Geschich­te, die hier durch Aus­zü­ge und Links zu zwei der bes­ten (und sorg­fäl­tig auf ihre Rich­tig­keit geprüf­ten) eng­lisch­spra­chi­gen Online-Quel­len doku­men­tiert wer­den soll. Nach­dem US-Prä­si­dent Barack Oba­mas Staats­streich von 2014 hat die USA die Kon­trol­le über die ukrai­ni­sche Regie­rung über­nom­men und sie zu 100% ras­sis­tisch-faschis­tisch und anti­rus­sisch gemacht, so dass die USA schließ­lich in der Lage sein wer­den, ihre Atom­ra­ke­ten dort zu sta­tio­nie­ren, 300 Mei­len von Mos­kau ent­fernt (Vgl. Eric Zues­se, »The Oba­ma Regime’s Plan to Sei­ze the Rus­si­an Naval Base in Cri­mea«).

Wie die meis­ten poli­ti­schen Enga­gier­ten wuss­te ich bis 2014 nicht viel von der Exis­tenz der ukrai­ni­schen Neo­na­zis… ich dach­te, die Nazis in der Ukrai­ne sei­en gewalt­tä­ti­ge Grup­pie­run­gen, die auf der öffent­li­chen Büh­ne auf­ge­taucht waren, um pro-euro­päi­sche Ele­men­te zu unterstützen.

Doch seit der Don­bass­hil­fe seit nun fast acht Jah­ren durch unse­ren Ver­ein und der rus­si­schen Spe­zi­al­ope­ra­ti­on-Mili­tär­in­ter­ven­ti­on habe ich nach und nach vie­le Doku­men­te und Infor­ma­tio­nen über die­se poli­ti­sche Bewe­gung gefun­den, die im Jahr 2021 ein Drit­tel der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te stellte.

Die­ser Arti­kel stellt eine Zusam­men­fas­sung davon dar. Er resü­miert vor allem den sehr guten Arti­kel »Wer sind die ukrai­ni­schen inte­gra­len Natio­na­lis­ten?« des phä­no­me­nal sorg­fäl­ti­gen inves­ti­ga­ti­ven His­to­ri­kers Thier­ry Meyssan aus des­sen Vol­taire­net vom 15. Novem­ber 2022. Zum Schluss wird ein Arti­kel von Max Blu­men­thal wiedergegeben.

1.Wer sind die ukrainischen integralen Nationalisten?

Ganz am Anfang die­ser Geschich­te, also vor dem Ers­ten Welt­krieg, war die Ukrai­ne eine gro­ße Ebe­ne, die immer zwi­schen deut­schen und rus­si­schen Ein­flüs­sen hin- und her­ge­scho­ben wur­de. Damals war sie noch kein unab­hän­gi­ger Staat, son­dern eine Pro­vinz des Zaren­reichs. Sie war bevöl­kert von Deut­schen, Bul­ga­ren, Grie­chen, Polen, Rumä­nen, Rus­sen, Tsche­chen, Tata­ren und einer sehr gro­ßen jüdi­schen Min­der­heit, die angeb­lich vom alten Volk der Cha­sa­ren abstammte.

Der jun­ge Dich­ter Dmy­t­ro Dont­sow war von den künst­le­ri­schen Avant­gar­de-Bewe­gun­gen fas­zi­niert und glaub­te, dass sie sei­nem Land hel­fen wür­den, aus sei­ner sozia­len Rück­stän­dig­keit her­aus­zu­kom­men. Da das Zaren­reich seit dem Tod Katha­ri­nas der Gro­ßen unbe­weg­lich war, wäh­rend das Deut­sche Reich das wis­sen­schaft­li­che Zen­trum des Wes­tens war, zog Don­zow Ber­lin Mos­kau vor.

Als der Gro­ße Krieg aus­brach, wur­de er Agent des deut­schen Geheim­diens­tes. Er emi­grier­te in die Schweiz, wo er im Auf­trag sei­ner Her­ren das Bul­le­tin der Natio­na­li­tä­ten Russ­lands in meh­re­ren Spra­chen her­aus­gab, in dem er zum Auf­stand der eth­ni­schen Min­der­hei­ten des Zaren­reichs auf­rief, um des­sen Nie­der­la­ge her­bei­zu­füh­ren. Die­ses Modell wur­de von den west­li­chen Geheim­diens­ten gewählt, um das »Forum der frei­en Völ­ker Russ­lands« in die­sem Som­mer in Prag zu orga­ni­sie­ren [1].

Im Jahr 1917 dreh­te die bol­sche­wis­ti­sche Revo­lu­ti­on den Spieß um. Don­zows Freun­de unter­stütz­ten die rus­si­sche Revo­lu­ti­on, aber er blieb pro-deutsch. In der dar­auf fol­gen­den Anar­chie wur­de die Ukrai­ne de fac­to durch drei ver­schie­de­ne Regime geteilt: die Natio­na­lis­ten von Sym­on Pet­lju­ra (die sich in dem Gebiet durch­setz­ten, das heu­te von der Zelens­kij-Ver­wal­tung gehal­ten wird), die Anar­chis­ten von Nes­tor Makh­no (die sich in Nowo­ros­si­ja orga­ni­sier­ten, dem Land, das von Fürst Potem­kin erschlos­sen wor­den war und das nie Leib­ei­gen­schaft gekannt hat­te) und die Bol­sche­wi­ki (vor allem im Don­bass). Der Schlacht­ruf der Anhän­ger Pet­lju­ras war »Tod den Juden und Bol­sche­wi­ken«. Sie ver­üb­ten zahl­rei­che mör­de­ri­sche Pogrome.

Dmy­t­ro Dont­sow kehr­te noch vor der deut­schen Nie­der­la­ge in die Ukrai­ne zurück und wur­de der Pro­te­gé von Sym­on Pet­li­ura. Um sei­ne Sei­te zu stär­ken, ver­han­del­te Pet­lju­ra heim­lich mit dem Grün­der der jüdi­schen Batail­lo­ne in der bri­ti­schen Armee (der »Jüdi­schen Legi­on«) und jet­zi­gen Ver­wal­ter der Zio­nis­ti­schen Welt­or­ga­ni­sa­ti­on (WZO), Wla­di­mir Jabo­tin­sky. Im Sep­tem­ber 1921 kamen die bei­den Män­ner über­ein, sich gegen die Bol­sche­wi­ki zu ver­bün­den, wenn Pet­li­ura sich ver­pflich­te­te, sei­nen Trup­pen die Fort­set­zung der Pogro­me zu unter­sa­gen. Aus der Jüdi­schen Legi­on soll­te die »Jüdi­sche Gen­dar­me­rie« werden.

Trotz sei­ner Bemü­hun­gen gelingt es Pet­lju­ra jedoch nicht, sei­ne Trup­pen zu beru­hi­gen, zumal sein enger Mit­ar­bei­ter Don­zow wei­ter­hin zu Mas­sa­kern an Juden auf­ruft. Simon Pet­li­ura über­nahm die nörd­li­che Ukrai­ne. Als Beschüt­zer der »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« opfer­te er Gali­zi­en und Wol­hy­ni­en für den Kampf gegen die Rus­sen. Pet­li­ura floh nach Polen und dann nach Frank­reich, wo er von einem jüdi­schen Anar­chis­ten aus Bes­sa­ra­bi­en (heu­te Trans­nis­tri­en) ermor­det wur­de. Wäh­rend des Pro­zes­ses gestand die­ser sein Ver­bre­chen und plä­dier­te dafür, die Hun­dert­tau­sen­de von Juden zu rächen, die von den Trup­pen Pet­li­uras und Don­zows ermor­det wor­den waren. Der Pro­zess hat­te eine gro­ße Wir­kung. Das Gericht sprach den Mör­der frei. Bei die­ser Gele­gen­heit wur­de die Liga gegen Pogro­me, spä­ter Lic­ra (Inter­na­tio­na­le Liga gegen Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus), gegründet.

Nicht nur die Natio­na­lis­ten wur­den besiegt, son­dern auch die Anar­chis­ten. Über­all tri­um­phier­ten die Bol­sche­wi­ki und ent­schie­den sich – nicht unum­strit­ten – für den Bei­tritt zur Sowjet­uni­on. Dmy­t­ro Dont­sow gab Lite­ra­tur­zeit­schrif­ten her­aus, die die Jugend fas­zi­nier­ten. Er setz­te sich wei­ter­hin für ein von Deutsch­land domi­nier­tes Mit­tel­eu­ro­pa ein und näher­te sich dem auf­kom­men­den Natio­nal­so­zia­lis­mus an. Bald bezeich­ne­te er sei­ne Dok­trin als ukrai­ni­schen »inte­gra­len Natio­na­lis­mus«. Dabei bezog er sich auf den fran­zö­si­schen Dich­ter Charles Mau­rras. In der Tat war die Logik bei­der Män­ner zunächst iden­tisch: Sie such­ten in ihrer eige­nen Kul­tur die Mit­tel, um einen moder­nen Natio­na­lis­mus zu bekräf­ti­gen. Mau­rras war jedoch ein Ger­ma­no­pho­bi­ker, wäh­rend Dont­sow ein Ger­ma­no­phi­ler war.

Der Aus­druck »inte­gra­ler Natio­na­lis­mus« wird noch heu­te von den Anhän­gern Don­tows ver­wen­det, die nach dem Fall des Drit­ten Rei­ches dar­auf bedacht sind, den Begriff »Nazis­mus«, mit dem die Rus­sen ihn bezeich­nen, nicht ohne Grund abzu­leh­nen. Ihm zufol­ge ist der »ukrai­ni­sche Natio­na­lis­mus« gekenn­zeich­net durch:

  • »die Beja­hung des Wil­lens zum Leben, zur Macht, zur Expan­si­on« (er för­dert »das Recht der star­ken Ras­sen, Völ­ker und Natio­nen zu orga­ni­sie­ren, um die bestehen­de Kul­tur und Zivi­li­sa­ti­on zu stärken«)
  • »den Wil­len zum Kampf und das Bewusst­sein für sei­ne Extre­mi­tät« (er lobt die »krea­ti­ve Gewalt der initia­ti­ven Minderheit«).

Sei­ne Eigen­schaf­ten sind »Fana­tis­mus« und »Unmo­ral«.

Schließ­lich wen­det sich Dont­sow von sei­ner Ver­gan­gen­heit ab und wird zum bedin­gungs­lo­sen Bewun­de­rer des »Füh­rers« Adolf Hit­ler. Sei­ne Anhän­ger hat­ten 1929 die Orga­ni­sa­ti­on Ukrai­ni­scher Natio­na­lis­ten (OUN) um Oberst Jewhen Konow­a­letz gegrün­det. Kono­va­lets nann­te Dont­sow »den geis­ti­gen Dik­ta­tor der Jugend Gali­zi­ens«. Zwi­schen Dont­sow und einem ande­ren Intel­lek­tu­el­len kam es jedoch zu einem Streit über sei­nen Extre­mis­mus, der in einen Krieg aller gegen alle unter den ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten führ­te, als Kon­va­lets plötz­lich ermor­dert wur­de. Die OUN, vom deut­schen Geheim­dienst finan­ziert, spal­te­te sich dar­auf­hin in zwei Tei­le. Die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« behiel­ten sich die OUN‑B vor, die nach dem Lieb­lings­schü­ler Don­zows, Ste­pan Ban­de­ra, benannt wurde.

In den Jah­ren 1932 – 33 erho­ben die bol­sche­wis­ti­schen Polit­kom­mis­sa­re, die größ­ten­teils Juden waren, wie in ande­ren Regio­nen der Sowjet­uni­on eine Steu­er auf die Ern­te. In Ver­bin­dung mit erheb­li­chen und unvor­her­seh­ba­ren kli­ma­ti­schen Risi­ken führ­te die­se Poli­tik in meh­re­ren Regio­nen der UdSSR, dar­un­ter auch in der Ukrai­ne, zu einer gro­ßen Hun­gers­not. Sie ist als »Holo­do­mor« bekannt. Im Gegen­satz zu den Behaup­tun­gen des natio­na­lis­ti­schen His­to­ri­kers Lew Dobri­an­ski han­del­te es sich nicht um einen Plan zur Aus­rot­tung der Ukrai­ner durch die Rus­sen, da auch ande­re sowje­ti­sche Regio­nen betrof­fen waren, son­dern um eine unzu­rei­chen­de Ver­wal­tung der öffent­li­chen Res­sour­cen in Zei­ten des Kli­ma­wan­dels. Lew Dobri­anskis Toch­ter, Pau­la Dobri­an­ski, wur­de eine der Bera­te­rin­nen von Prä­si­dent Geor­ge W. Bush. Sie führ­te einen gna­den­lo­sen Kampf, um His­to­ri­ker, die sich nicht der Pro­pa­gan­da ihres Vaters anschlos­sen, von west­li­chen Uni­ver­si­tä­ten aus­zu­schlie­ßen [3].

Im Jahr 1934 orga­ni­sier­te Ban­de­ra als Mit­glied des NS-Geheim­diens­tes und Lei­ter der OUN‑B die Ermor­dung des pol­ni­schen Innen­mi­nis­ters Bro­nisław Pier­acki. Ab 1939 wur­den die Mit­glie­der der OUN‑B, die eine mili­tä­ri­sche Orga­ni­sa­ti­on, die UPA, bil­de­ten, in Deutsch­land von der deut­schen Armee aus­ge­bil­det, und dann immer noch in Deutsch­land, aber von ihren japa­ni­schen Ver­bün­de­ten. Von Beginn des Zwei­ten Welt­kriegs an kämpf­te die OUN‑B unter der Füh­rung von Dmy­t­ro Dont­sow an der Sei­te der Nazi-Armee gegen die Juden und die Sowjets.

Die Kol­la­bo­ra­ti­on zwi­schen den ukrai­ni­schen »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« und den Nazis setz­te sich mit stän­di­gen Mas­sa­kern an der Mehr­heit der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rung fort, die beschul­digt wur­de, Juden oder Kom­mu­nis­ten zu sein, bis zur »Befrei­ung« der Ukrai­ne durch das »Drit­te Reich« im Som­mer 1941 unter dem Ruf »Sla­va Ukraї­ni!« (Ruhm der Ukrai­ne), dem heu­ti­gen Kriegs­ruf der Zelen­sky-Regie­rung und der US-Demokraten.

Damals pro­kla­mier­ten die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« in Anwe­sen­heit von Ver­tre­tern der Nazis und des grie­chisch-ortho­do­xen Kle­rus die »Unab­hän­gig­keit« von der Sowjet­uni­on, nicht in Kiew, son­dern in Lviv, nach dem Vor­bild der Hlin­ka-Gar­de in der Slo­wa­kei und der Usta­scha in Kroa­ti­en. Sie bil­de­ten eine Regie­rung unter der Füh­rung von Pro­vid­nyk (Füh­rer) Ste­pan Ban­de­ra, des­sen Freund Jaros­law Stets­ko Minis­ter­prä­si­dent wur­de. Ihre Anhän­ger­schaft in der Ukrai­ne wird auf 1,5 Mil­lio­nen Men­schen geschätzt.

Das heißt, die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« waren schon immer in der Min­der­heit. [Die­se Min­der­heit kon­trol­liert die ukrai­ni­sche Regie­rung, weil die US-Regie­rung sie unter­stützt – als die deut­schen Nazis die ukrai­ni­schen Nazis nicht mehr anführ­ten, über­nah­men die ame­ri­ka­ni­schen Nazis (ab dem 25. Juli 1945) die­se Rol­le, und sie haben sie bis heu­te inne.]

Fei­er­lich­kei­ten zur Unab­hän­gig­keit der Ukrai­ne mit Nazi-Wür­den­trä­gern. Hin­ter den Red­nern sind die drei Por­träts von Ste­pan Ban­de­ra, Adolf Hit­ler und Yev­hen Kono­va­lets zu sehen.

Die Nazis waren gespal­ten zwi­schen dem Reichs­kom­mis­sar für die Ukrai­ne, Erich Koch, für den die Ukrai­ner Unter­men­schen waren, und dem Minis­ter für die besetz­ten Ost­ge­bie­te, Alfred Rosen­berg, für den die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« ech­te Ver­bün­de­te waren.

Am 5. Juli 1941 wur­de Ban­de­ra schließ­lich nach Ber­lin depor­tiert und als hoher Beam­ter in Ehren­haft genom­men, d.h. unter Haus­ar­rest gestellt. Nach­dem jedoch die Mit­glie­der der OUN‑B die Füh­rer der riva­li­sie­ren­den OUN‑M ermor­det hat­ten, sank­tio­nier­ten die Nazis Ste­pan Ban­de­ra und sei­ne Orga­ni­sa­ti­on am 13. Sep­tem­ber 1941.

48 ihrer Füh­rer wur­den in ein Gefan­ge­nen­la­ger in Ausch­witz depor­tiert, das zu die­ser Zeit noch kein Ver­nich­tungs­la­ger, son­dern ein Gefäng­nis war. Die OUN‑B wur­de unter deut­schem Kom­man­do reor­ga­ni­siert. Zu die­ser Zeit leis­te­ten alle ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten den fol­gen­den Schwur:

Treu­er Sohn mei­nes Vater­lan­des, ich tre­te frei­wil­lig in die Rei­hen der ukrai­ni­schen Befrei­ungs­ar­mee ein, und mit Freu­de schwö­re ich, dass ich den Bol­sche­wis­mus treu für die Ehre des Vol­kes bekämp­fen wer­de. Die­sen Kampf füh­ren wir zusam­men mit Deutsch­land und sei­nen Ver­bün­de­ten gegen einen gemein­sa­men Feind.

In Treue und bedin­gungs­lo­ser Unter­wer­fung glau­be ich an Adolf Hit­ler als den Füh­rer und Ober­be­fehls­ha­ber der Befrei­ungs­ar­mee. Ich bin jeder­zeit bereit, mein Leben für die Wahr­heit zu geben.

Die Nazis gaben bekannt, dass in den Gefäng­nis­sen zahl­rei­che Lei­chen von »bol­sche­wis­ti­schen Juden« ent­deckt wor­den waren. So fei­er­ten die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« ihre »Unab­hän­gig­keit«, indem sie mehr als 30.000 Juden ermor­de­ten und sich aktiv an der Raz­zia von Kiew nach Babi Jar betei­lig­ten, wo 33.771 von ihnen in zwei Tagen, am 29. und 30. Sep­tem­ber 1941, von den Ein­satz­grup­pen der SS Rein­hard Heyd­rich erschos­sen wur­den. In die­sem Tumult ver­schwand Dmy­t­ro Dontsow.

In Wirk­lich­keit war er nach Prag gegan­gen und hat­te sich in den Dienst des Archi­tek­ten der End­lö­sung, Rein­hard Heyd­rich, gestellt, der gera­de zum Vize-Gou­ver­neur von Böh­men-Mäh­ren ernannt wor­den war. Heyd­rich orga­ni­sier­te die Wann­see-Kon­fe­renz, auf der die »End­lö­sung der Juden- und Zigeu­ner­fra­ge« [4] geplant wurde.

Anschlie­ßend grün­de­te er das Reinard-Heyd­rich-Insti­tut in Prag, um die sys­te­ma­ti­sche Aus­rot­tung aller die­ser Bevöl­ke­rungs­grup­pen in Euro­pa zu koor­di­nie­ren. Der Ukrai­ner Dont­sow, der nun in Prag in gro­ßem Luxus leb­te, wur­de sofort des­sen Ver­wal­ter. Er war einer der Haupt­ver­ant­wort­li­chen für das größ­te Mas­sa­ker der Geschich­te. Heyd­rich wur­de im Juni 1942 ermor­det, aber Dont­sow behielt sei­ne Funk­tio­nen und Privilegien.

Rein­hard Heyd­rich bei einer Rede auf der Pra­ger Burg.

Er war für die Ver­wal­tung Böh­mens und Mäh­rens zustän­dig. Sei­ne eigent­li­che Auf­ga­be bestand jedoch dar­in, die »End­lö­sung« der Juden- und Zigeu­ner­fra­ge zu koor­di­nie­ren. Dmy­t­ro Dont­sow stieß 1942 zu sei­nem Team und lei­te­te die Mas­sa­ker in ganz Euro­pa bis zum Unter­gang des Rei­ches. Die Pra­ger Burg war Schau­platz des Tref­fens der Euro­päi­schen Poli­ti­schen Gemein­schaft gegen Russ­land im ver­gan­ge­nen Oktober.

Ste­pan Ban­de­ra und sein Stell­ver­tre­ter Jaros­law Stets­ko wur­den in der Zen­tra­le der Gene­ral­inspek­ti­on der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger in Ora­ni­en­burg-Sach­sen­hau­sen (30 km von Ber­lin ent­fernt) unter Haus­ar­rest gestellt. Sie schrie­ben in völ­li­ger Frei­heit Brie­fe an ihre Unter­stüt­zer und an die Reichs­lei­tung, ohne dass ihnen etwas vor­ent­hal­ten wurde.

Im Sep­tem­ber 1944, als sich die Reichs­wehr zurück­zog und Ban­de­ras Anhän­ger began­nen, gegen sie zu rebel­lie­ren, wur­den die bei­den Füh­rer von den Nazis frei­ge­las­sen und in ihre frü­he­ren Posi­tio­nen ein­ge­setzt. Ban­de­ra und Stets­ko nah­men den bewaff­ne­ten Kampf unter den Nazis gegen die Juden und die Bol­sche­wi­ki wie­der auf. Doch da war es bereits zu spät. Das »Reich« brach zusam­men. Die Angel­sach­sen beka­men Don­zow, Ban­de­ra und Stetsko.

Der Theo­re­ti­ker des inte­gra­len Natio­na­lis­mus wur­de nach Kana­da ver­setzt, wäh­rend die bei­den Prak­ti­ker des Mas­sen­mords nach Deutsch­land über­stellt wur­den. Der MI6 und der OSS (Vor­gän­ger der CIA) schrie­ben ihre Bio­gra­fien um und lie­ßen ihre Betei­li­gung an den Nazis und ihre Ver­ant­wor­tung für die »End­lö­sung« verschwinden.

Ste­pan Ban­de­ra wäh­rend sei­nes Exils bei der Fei­er zum Geden­ken an Yev­hen Konovalets.

Ban­de­ra und Stets­ko wur­den in Mün­chen ein­ge­setzt, um die angel­säch­si­schen Stay-behind-Netz­wer­ke in der Sowjet­uni­on zu orga­ni­sie­ren. Ab 1950 unter­hiel­ten sie einen wich­ti­gen Radio­sen­der, Radio Free Euro­pe, den sie sich mit der Mus­lim­bru­der­schaft von Said Rama­dan (dem Vater von Tariq Rama­dan) teil­ten. Der Radio­sen­der wur­de vom Natio­na­len Komi­tee für ein frei­es Euro­pa gespon­sert, einem Able­ger der CIA, des­sen Direk­tor Alan Dul­les eben­so Mit­glied war wie der künf­ti­ge Prä­si­dent Dwight Eisen­ho­wer, der Zei­tungs­ma­gnat Hen­ry Luce und der Film­re­gis­seur Cecil B. DeMil­les. Der Spe­zia­list für psy­cho­lo­gi­sche Kriegs­füh­rung und spä­te­re För­de­rer der Straus­sia­ner, Charles D. Jack­son, war Vorsitzender.

Vla­di­mir Jabo­tin­sky sei­ner­seits such­te nach sei­nem Auf­ent­halt in Paläs­ti­na Zuflucht in New York. Zu ihm gesell­te sich Ben­zi­on Netan­ja­hu (der Vater des heu­ti­gen israe­li­schen Pre­mier­mi­nis­ters). Die bei­den Män­ner ver­fass­ten die Lehr­tex­te des »revi­sio­nis­ti­schen Zio­nis­mus« und die Jewish Ency­clo­pe­dia. Ban­de­ra und Stets­ko zogen viel umher. Sie orga­ni­sier­ten Sabo­ta­ge­ak­tio­nen in der gesam­ten Sowjet­uni­on, ins­be­son­de­re in der Ukrai­ne, und lie­ßen Flug­blät­ter per Fall­schirm ver­tei­len. Zu die­sem Zweck grün­de­ten sie den Anti­bol­sche­wis­ti­schen Völ­ker­block (ABN), der ihre mit­tel­eu­ro­päi­schen Kol­le­gen zusam­men­führ­te [5].

Der bri­ti­sche Dop­pel­agent Kim Phil­by infor­mier­te die Sowjets im Vor­aus über die Aktio­nen von Ban­de­ra. Ban­de­ra traf sich mit Don­zow in Kana­da und bat ihn, die Füh­rung des Kamp­fes zu über­neh­men. Der Intel­lek­tu­el­le lehn­te erneut ab und zog es vor, sich sei­ner schrift­stel­le­ri­schen Tätig­keit zu wid­men. Dar­auf­hin ver­fiel er in ein mys­ti­sches, von Wikin­ger­my­then inspi­rier­tes Deli­ri­um. Er kün­dig­te die letz­te Schlacht der ukrai­ni­schen Rit­ter gegen den rus­si­schen Dra­chen an. Ban­de­ra ver­bün­de­te sich mit dem chi­ne­si­schen Füh­rer Chiang Kai-shek, den er 1958 ken­nen­lern­te. Doch im fol­gen­den Jahr wur­de er vom KGB in Mün­chen ermordet.

Beer­di­gung des Ver­bre­chers gegen die Mensch­lich­keit, Ste­pan Bandera.

Yaros­lav Stets­ko setz­te den Kampf über Radio Free Euro­pe und die ABN fort. Er reis­te in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, um vor der von Sena­tor Joseph Mac­Car­thy ein­ge­setz­ten Kom­mis­si­on für uname­ri­ka­ni­sche Umtrie­be auszusagen.

Im Jahr 1967 grün­de­te er zusam­men mit Chiang Kai-shek die Anti­kom­mu­nis­ti­sche Welt­li­ga [6]. Der Liga gehör­ten zahl­rei­che US-freund­li­che Dik­ta­to­ren aus aller Welt sowie zwei Fol­ter­schu­len in Pana­ma und Tai­wan an. Klaus Bar­bie, der Jean Moulin in Frank­reich und Che Gue­va­ra in Boli­vi­en ermor­det hat, war Mitglied.

1983 wur­de Stets­ko von Prä­si­dent Ronald Rea­gan im Wei­ßen Haus emp­fan­gen und nahm zusam­men mit Vize­prä­si­dent Geor­ge Bush Sr. an den Zere­mo­nien für die von den Sowjets besetz­ten Völ­ker (Cap­ti­ve Nati­ons«) von Lew Dobri­an­ski teil. Er starb schließ­lich 1986. Doch damit ist die Geschich­te noch nicht zu Ende.

Sei­ne Frau, Sla­va Stets­ko, über­nahm die Lei­tung die­ser Orga­ni­sa­tio­nen. Auch sie reis­te um die Welt, um jeden Kampf gegen die »Kom­mu­nis­ten« zu unter­stüt­zen, oder viel­mehr, wenn wir uns auf Dont­sovs Schrif­ten bezie­hen, gegen die Rus­sen und die Chinesen.

Chiang Kai-Shek und Jaros­law Stets­ko bei der Grün­dung der Anti­kom­mu­nis­ti­schen Weltliga

Als die UdSSR auf­ge­löst wur­de, änder­te Frau Stets­ko ein­fach den Titel der Liga in Welt­li­ga für Frei­heit und Demo­kra­tie, einen Namen, den sie noch heu­te trägt. Danach wid­me­te sie sich der Auf­ga­be, in der Ukrai­ne wie­der Fuß zu fassen.

Sla­wa Stets­ko kan­di­dier­te bei den ers­ten Wah­len der unab­hän­gi­gen Ukrai­ne im Jahr 1994. Sie wur­de in die Wer­chow­na Rada gewählt, doch da die Sowjets ihr die Staats­bür­ger­schaft ent­zo­gen hat­ten, konn­te sie nicht antre­ten. Den­noch brach­te sie den ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Leo­nid Kutschma in die CIA-Büros in Mün­chen und dik­tier­te ihm Tei­le der neu­en Ver­fas­sung. Noch heu­te heißt es in Arti­kel 16 der neu­en Ver­fas­sung: »Die Bewah­rung des gene­ti­schen Erbes des ukrai­ni­schen Vol­kes ist Auf­ga­be des Staa­tes.« So wird die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung von der moder­nen Ukrai­ne immer noch wie zu den schlimms­ten Zei­ten des Zwei­ten Welt­kriegs proklamiert.

Sla­wa Stets­ko bei der Eröff­nung der Sit­zung der Wer­chow­na Rada 2002

Sla­va Stets­ko wur­de auf den nächs­ten bei­den Tagun­gen wie­der­ge­wählt. Bei den Eröff­nungs­sit­zun­gen am 19. März 1998 und am 14. Mai 2002 führ­te sie fei­er­lich den Vorsitz.

Im Jahr 2000 orga­ni­sier­te Lev Dobri­an­sky in Washing­ton ein gro­ßes Sym­po­si­um mit vie­len ukrai­ni­schen Beam­ten. Er lud den Straus­sia­ner Paul Wol­fo­witz (einen ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­ter von Charles D. Jack­son) ein.

Wäh­rend die­ses Tref­fens stell­ten sich die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« in den Dienst der Straus­sia­ner, um Russ­land zu zer­stö­ren [7].

Der US-freund­li­che Prä­si­dent Vik­tor Juscht­schen­ko grün­de­te nach

Dmi­tro Jaros­ch bei der Grün­dung der Anti-Impe­ria­lis­ti­schen Front gegen Russ­land mit den Dschi­ha­dis­ten. Heu­te ist er Son­der­be­ra­ter des ukrai­ni­schen Armeechefs

der »Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on« ein Dmy­t­ro-Don­zow-Insti­tut. Juscht­schen­ko ist ein Bei­spiel für angel­säch­si­sche Schön­fär­be­rei. Er hat immer behaup­tet, kei­ne Ver­bin­dung zu den Natio­na­lis­ten zu haben, aber sein Vater, Andrej, war Wach­mann in einem Nazi-Ver­nich­tungs­la­ger [8]. Das Dmy­t­ro-Dont­sow-Insti­tut wur­de 2010 geschlos­sen und nach dem Putsch 2014 wie­der eröff­net. Prä­si­dent Vik­tor Juscht­schen­ko erhob kurz vor Ende sei­ner Amts­zeit den Ver­bre­cher gegen die Mensch­lich­keit Ste­pan Ban­de­ra zum »Hel­den der Nation«.

Im Jahr 2011 gelang es den eta­blier­ten Natio­na­lis­ten, ein Gesetz zu ver­ab­schie­den, das das Geden­ken an das Ende des Zwei­ten Welt­kriegs ver­bie­tet, weil die­ser von den Sowjets gewon­nen und von den Ban­de­ris­ten ver­lo­ren wur­de. Doch Prä­si­dent Vik­tor Janu­ko­witsch wei­ger­te sich, das Gesetz in Kraft zu set­zen. In ihrer Wut grif­fen die »inte­gra­len Natio­na­lis­ten« den Zug der Vete­ra­nen der Roten Armee an und ver­prü­gel­ten alte Män­ner. Zwei Jah­re spä­ter schaff­ten die Städ­te Lviv und Iwa­no-Fran­kiwsk die Fei­er­lich­kei­ten zum Tag des Sie­ges ab und ver­bo­ten alle Freudenkundgebungen.

Im Jahr 2014 wei­ger­ten sich die Ukrai­ner auf der Krim und im Don­bass, die Putsch­re­gie­rung anzu­er­ken­nen. Die Krim, die sich vor der übri­gen Ukrai­ne für unab­hän­gig erklärt hat­te, bekräf­tig­te ihre Unab­hän­gig­keit ein zwei­tes Mal und schloss sich der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on an. Der Don­bass such­te einen Kompromiss.

Die »ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten« unter der Füh­rung von Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko stell­ten dort die öffent­li­chen Dienst­leis­tun­gen ein und bom­bar­dier­ten die Bevöl­ke­rung. In acht Jah­ren ermor­de­ten sie in all­ge­mei­ner Gleich­gül­tig­keit min­des­tens 16.000 ihrer Mit­bür­ger. Eben­falls seit dem Putsch von 2014 sind die natio­na­lis­ti­schen Mili­zen in die ukrai­ni­schen Streit­kräf­te inte­griert. In ihren inter­nen Vor­schrif­ten ver­pflich­ten sie jeden Kämp­fer, die Wer­ke von Dmy­t­ro Don­zow zu lesen, dar­un­ter sein Haupt­werk Націоналізм (Natio­na­lis­mus).

Im April 2015 erklär­te die Wer­chow­na Rada Mit­glie­der der Orga­ni­sa­ti­on Ukrai­ni­scher Natio­na­lis­ten (OUN) zu »Unab­hän­gig­keits­kämp­fern.« Das Gesetz wur­de im Dezem­ber 2018 von Prä­si­dent Poro­schen­ko in Kraft gesetzt. Ehe­ma­li­ge Mit­glie­der der Waf­fen-SS hat­ten rück­wir­kend Anspruch auf eine Ren­te und alle mög­li­chen Leis­tun­gen. Das­sel­be Gesetz kri­mi­na­li­siert jede Behaup­tung, dass OUN-Kämp­fer und UPA-Kämp­fer mit den Nazis kol­la­bo­riert und eth­ni­sche Säu­be­run­gen an Juden und Polen durch­ge­führt haben. Wenn die­ser Arti­kel in der Ukrai­ne ver­öf­fent­licht wür­de, käme ich ins Gefäng­nis, weil ich ihn schrei­be, und Sie, weil Sie ihn lesen.

Ein­wei­hung einer Gedenk­ta­fel für den Ver­bre­cher gegen die Mensch­lich­keit Dmy­t­ro Dont­sov an der Fas­sa­de der staat­li­chen Nach­rich­ten­agen­tur Ukrinform

Wäh­rend der Zere­mo­nie ver­si­cher­te der Gene­ral­di­rek­tor von Ukrin­form, dass Dont­sow 1918 die ers­te ukrai­ni­sche Pres­se­agen­tur, UTA, gegrün­det habe, deren Nach­fol­ge­rin Ukrin­form ist.

Im Febru­ar 2022 plan­ten die »voll­na­tio­na­lis­ti­schen« Mili­zen, die ein Drit­tel der Streit­kräf­te des Lan­des aus­ma­chen, eine koor­di­nier­te Inva­si­on der Krim und des Don­bass. Sie wur­den durch die rus­si­sche Mili­tär­ope­ra­ti­on zur Umset­zung der Reso­lu­ti­on 2202 des UN-Sicher­heits­rats gestoppt, um das Lei­den der Men­schen im Don­bass zu been­den. Im März 2022 schlug der israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Naf­a­ta­li Ben­nett, der mit dem »revi­sio­nis­ti­schen Zio­nis­mus« von Ben­ja­min Netan­ja­hu (dem Sohn des Sekre­tärs von Jabo­tin­sky) bricht, dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wolo­dym­yr Zelens­kij vor, den rus­si­schen For­de­run­gen nach­zu­kom­men und sein Land zu ent­na­zi­fi­zie­ren [8].

Die stell­ver­tre­ten­de kana­di­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin Chrys­tia Free­land demons­triert ihre Unter­stüt­zung für Prä­si­dent Zelen­sky mit Mit­glie­dern des kana­di­schen Zweigs der OUN. Frau Free­land ist heu­te Kan­di­da­tin für das Gene­ral­se­kre­ta­ri­at der NATO

Durch die­se uner­war­te­te Unter­stüt­zung ermu­tigt, wag­te es der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row, den Fall des jüdi­schen ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten zu erwäh­nen und sag­te: »Das jüdi­sche Volk hat in sei­ner Weis­heit gesagt, dass die glü­hends­ten Anti­se­mi­ten in der Regel Juden sind. Jede Fami­lie hat ihr schwar­zes Schaf, wie man sagt«.

Das war zu viel für die Israe­lis, die sich immer Sor­gen machen, wenn jemand ver­sucht, sie zu spal­ten. Sein dama­li­ger Amts­kol­le­ge Yair Lapid erin­ner­te dar­an, dass die Juden selbst den Holo­caust, des­sen Opfer sie waren, nie orga­ni­siert haben. Der hebräi­sche Staat, der zwi­schen sei­nem Gewis­sen und sei­nen Bünd­nis­sen hin- und her­ge­ris­sen war, wie­der­hol­te sei­ne Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne, wei­ger­te sich aber, ihr Waf­fen zu schi­cken. Schließ­lich ent­schied der Gene­ral­stab, und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ben­ny Gantz schloss jede Mög­lich­keit der Unter­stüt­zung für die Nach­fol­ger der Mas­sen­mör­der der Juden aus.

Die Ukrai­ner sind die ein­zi­gen Natio­na­lis­ten, die nicht für ihr Volk oder ihr Land kämp­fen, son­dern für eine ein­zi­ge Idee: die Ver­nich­tung der Juden und der Russen.

2. Stehen die USA hinter den Neonazis in der Ukraine?

Es folgt die Wie­der­ga­be eines gesam­ten Arti­kels, weil er so kurz und in jeder Hin­sicht so gut ist und er vie­le gute Links zu Quel­len ent­hält und auch, weil es dem US-Regime gelun­gen ist, ihn aus dem Live-Web ent­fer­nen zu las­sen. Des­halb ist die­se archi­vier­te Ver­si­on von Max Blu­menthals Klas­si­ker »Is the U.S. Backing Neo-Nazis in Ukrai­ne?« vom 24. Febru­ar 2014 (zwei Tage bevor Oba­mas Putsch in der Ukrai­ne voll­stän­dig abge­schlos­sen war, beson­ders wertvoll:

Als die Euro­mai­dan-Pro­tes­te in der ukrai­ni­schen Haupt­stadt Kiew ihren Höhe­punkt erreich­ten, waren die Anzei­chen von offe­nem Faschis­mus und Neo­na­zi-Extre­mis­mus zu krass, um sie zu igno­rie­ren. Seit­dem die Demons­tran­ten den Platz im Stadt­zen­trum füll­ten, um gegen die ukrai­ni­sche Bereit­schafts­po­li­zei zu kämp­fen und den Sturz des kor­rup­ti­ons­ge­plag­ten, pro­rus­si­schen Prä­si­den­ten Vik­tor Janu­ko­witsch zu for­dern, ist er mit rechts­ex­tre­men Stra­ßen­kämp­fern gefüllt, die ver­spre­chen, die eth­ni­sche Rein­heit ihres Lan­des zu verteidigen.

Im besetz­ten Kie­wer Rat­haus wur­den Ban­ner der wei­ßen Vor­herr­schaft und Flag­gen der Kon­fö­de­rier­ten dra­piert, und Demons­tran­ten haben Nazi-SS- und White-Power-Sym­bo­le über einem umge­stürz­ten Denk­mal für W.I. Lenin gehisst.

Nach­dem Janu­ko­witsch mit einem Hub­schrau­ber aus sei­nem Palast geflo­hen war, zer­stör­ten Euro­Mai­dan-Demons­tran­ten ein Denk­mal für Ukrai­ner, die im Zwei­ten Welt­krieg im Kampf gegen die deut­sche Besat­zung gefal­len waren (https://​archi​ve​.ph/​V​u​lSs).

Der Sieg-Heil-Gruß und das Nazi-Wolfs­an­gel-Sym­bol sind auf dem Mai­dan-Platz immer häu­fi­ger zu sehen, und neo­na­zis­ti­sche Kräf­te haben in und um Kiew »auto­no­me Zonen« eingerichtet.

Eine anar­chis­ti­sche Grup­pe mit dem Namen Anti­fa­schis­ti­sche Uni­on Ukrai­ne ver­such­te, sich den Euro­mai­dan-Demons­tra­tio­nen anzu­schlie­ßen, hat­te jedoch Schwie­rig­kei­ten, Gewalt­an­dro­hun­gen und Ver­wün­schun­gen durch die auf dem Platz umher­zie­hen­den Neo­na­zi­ban­den zu ver­mei­den. »Sie beschimpf­ten die Anar­chis­ten mit Begrif­fen wie Juden, Schwar­ze, Kom­mu­nis­ten«, sag­te eines ihrer Mit­glie­der. »Es gab nicht ein­mal Kom­mu­nis­ten, das war nur eine Belei­di­gung« (https://​archi​ve​.ph/​x​q​hWE).

»Es gibt hier vie­le Natio­na­lis­ten, auch Nazis«, so der Anti­fa­schist wei­ter. »Sie kom­men aus der gan­zen Ukrai­ne und machen etwa 30 % der Demons­tran­ten aus«. Eine der »gro­ßen drei« poli­ti­schen Par­tei­en, die hin­ter den Pro­tes­ten ste­hen, ist die ultra­na­tio­na­lis­ti­sche Swo­bo­da, deren Anfüh­rer Oleh Tyahny­bok zur Befrei­ung sei­nes Lan­des von der »mos­ko­wi­tisch-jüdi­schen Mafia« auf­ge­ru­fen hat (https://​archi​ve​.ph/​T​K​wen).

Nach der Ver­ur­tei­lung des Nazi-Wach­manns John Dem­jan­juk im Jahr 2010 wegen sei­ner Mit­schuld am Tod von fast 30.000 Men­schen im Lager Sobi­bor eil­te Tjahny­bok nach Deutsch­land, um ihn zum Hel­den zu erklä­ren, der »für die Wahr­heit kämpft«.

Im ukrai­ni­schen Par­la­ment, wo Swo­bo­da 37 Sit­ze hat, zitiert Tjahny­boks Abge­ord­ne­ter Jurij Mykhal­chys­hyn ger­ne Joseph Goe­b­bels – er hat sogar eine Denk­fa­brik gegrün­det, die ursprüng­lich »Joseph Goe­b­bels Poli­ti­cal Rese­arch Cen­ter« hieß.

Laut Per Anders Rud­ling, einem füh­ren­den aka­de­mi­schen Exper­ten für euro­päi­schen Neo­fa­schis­mus, ist der sich selbst als »sozia­lis­ti­scher Natio­na­list« bezeich­nen­de Mykhal­chys­hyn das wich­tigs­te Bin­de­glied zwi­schen dem offi­zi­el­len Flü­gel von Swo­bo­da und neo­na­zis­ti­schen Mili­zen wie dem Rech­ten Sek­tor (https://​archi​ve​.ph/​U​Y​VzN).

Der Rech­te Sek­tor ist ein schat­ten­haf­tes Syn­di­kat von selbst­er­nann­ten »auto­no­men Natio­na­lis­ten«, die sich durch ihren Skin­head-Klei­dungs­stil, ihren aske­ti­schen Lebens­stil und ihre Fas­zi­na­ti­on für Stra­ßen­ge­walt aus­zeich­nen. Mit Schutz­schil­den und Knüp­peln bewaff­net, haben die Kader der Grup­pe in die­sem Monat die Front­li­ni­en der Euro­mai­dan-Kämp­fe besetzt und die Luft mit ihren cha­rak­te­ris­ti­schen Sprech­chö­ren erfüllt: »Ukrai­ne über alles!«

In einem ver­öf­fent­lich­ten Pro­pa­gan­da­vi­deo des Rech­ten Sek­tors ver­sprach die Grup­pe, »gegen Dege­ne­ra­ti­on und tota­li­tä­ren Libe­ra­lis­mus, für tra­di­tio­nel­le natio­na­le Moral und Fami­li­en­wer­te« zu kämp­fen. Da Swo­bo­da über die Alli­anz der euro­päi­schen natio­na­len Bewe­gun­gen mit einer Kon­stel­la­ti­on inter­na­tio­na­ler neo­fa­schis­ti­scher Par­tei­en ver­bun­den ist, ver­spricht der Rech­te Sek­tor, sei­ne Armee ziel­lo­ser, des­il­lu­sio­nier­ter jun­ger Män­ner auf »eine gro­ße euro­päi­sche Rück­erobe­rung« zu füh­ren. https://​archi​ve​.ph/​x​R​EcD

Die offen pro-nazis­ti­sche Poli­tik von Swo­bo­da hat weder Sena­tor John McCain (https://​archi​ve​.ph/​Z​v​9ZC) davon abge­hal­ten, auf einer Euro­Mai­dan-Kund­ge­bung an der Sei­te von Tjahny­bok zu spre­chen, noch die stell­ver­tre­ten­de Außen­mi­nis­te­rin Vic­to­ria Nuland (https://​archi​ve​.ph/​4​Y​ORl) von einem freund­schaft­li­chen Tref­fen mit dem Swo­bo­da-Füh­rer im Febru­ar abgehalten.

Um sich gegen den Vor­wurf des Anti­se­mi­tis­mus zu weh­ren, emp­fing der Swo­bo­da-Füh­rer kürz­lich den israe­li­schen Bot­schaf­ter in der Ukrai­ne (https://​archi​ve​.ph/​I​t​tt4). »Ich möch­te die Israe­lis bit­ten, auch unse­re patrio­ti­schen Gefüh­le zu respek­tie­ren«, sag­te Tjahny­bok. »Wahr­schein­lich ist jede Par­tei in der [israe­li­schen] Knes­set natio­na­lis­tisch. Mit Got­tes Hil­fe soll das auch bei uns so sein« (https://​archi​ve​.ph/​T​o​3XN).

In einem durch­ge­si­cker­ten Tele­fon­ge­spräch mit Geoff­rey Pyatt, dem US-Bot­schaf­ter in der Ukrai­ne, offen­bar­te Nuland ihren Wunsch, dass Tjahny­bok »außen vor« blei­ben, sich aber »vier­mal pro Woche« mit dem US-Ersatz für Janu­ko­witsch, Arsenij Jazen­juk, bera­ten sol­le. Auf einer Kon­fe­renz der US-Ukrai­ne Foun­da­ti­on am 5. Dezem­ber 2013 prahl­te Nuland damit, dass die USA 5 Mil­li­ar­den Dol­lar in den »Auf­bau demo­kra­ti­scher Fähig­kei­ten und Insti­tu­tio­nen« in der Ukrai­ne inves­tiert hät­ten, wobei sie jedoch kei­ne Ein­zel­hei­ten nannte.

»Die Euro-Mai­dan-Bewe­gung ver­kör­pert inzwi­schen die Grund­sät­ze und Wer­te, die die Eck­pfei­ler aller frei­en Demo­kra­tien sind«, erklär­te Nuland. Zwei Wochen spä­ter hiel­ten 15.000 Swo­bo­da-Mit­glie­der in der Stadt Lviv eine Fackel­ze­re­mo­nie zu Ehren von Ste­pan Ban­de­ra ab, einem Nazi-Kol­la­bo­ra­teur aus dem Zwei­ten Welt­krieg, der die pro-faschis­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on Ukrai­ni­scher Natio­na­lis­ten (OUN‑B) leitete.

Lviv ist zum Epi­zen­trum neo­fa­schis­ti­scher Akti­vi­tä­ten in der Ukrai­ne gewor­den (https://​archi​ve​.ph/​k​S​yZw). Gewähl­te Swo­bo­da-Funk­tio­nä­re haben eine Kam­pa­gne zur Umbe­nen­nung des Flug­ha­fens nach Ban­de­ra geführt und den Namen der Frie­dens­stra­ße erfolg­reich in den Namen des Nach­ti­gall-Batail­lons geän­dert, einer Abtei­lung der OUN‑B, die direkt am Holo­caust betei­ligt war. »Frie­den‹ ist ein Über­bleib­sel aus sowje­ti­schen Ste­reo­ty­pen«, erklär­te ein Swoboda-Abgeordneter.

Von ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten als legen­dä­rer Frei­heits­kämp­fer ver­ehrt, war Ban­de­ras tat­säch­li­che Bilanz bes­ten­falls schmach­voll (https://​archi​ve​.ph/​T​W​KBH). Nach­dem er sich in den 1930er Jah­ren an einer Kam­pa­gne zur Ermor­dung von Ukrai­nern betei­ligt hat­te, die sich für eine Annä­he­rung an Polen aus­spra­chen, mach­ten sich Ban­de­ras Trup­pen 1943 und 1944 dar­an, die West­ukrai­ne eth­nisch von Polen zu säu­bern. Dabei töte­ten sie über 90.000 Polen und vie­le Juden, die Ban­de­ras obers­ter Stell­ver­tre­ter und amtie­ren­der »Minis­ter­prä­si­dent« Jaros­law Stets­ko unbe­dingt aus­rot­ten wollte.

In den Nach­kriegs­jah­ren hielt Ban­de­ra an der faschis­ti­schen Ideo­lo­gie fest und pro­pa­gier­te ein tota­li­tä­res, eth­nisch rei­nes Euro­pa, wäh­rend die ihm ange­schlos­se­ne Ukrai­ni­sche Auf­stän­di­sche Armee (UPA) einen zum Schei­tern ver­ur­teil­ten bewaff­ne­ten Kampf gegen die Sowjet­uni­on führ­te. Das Blut­bad, das er anrich­te­te, ende­te, als KGB-Agen­ten 1959 in Mün­chen ein Atten­tat auf ihn verübten.

Die rechten Verbindungen

Vie­le über­le­ben­de OUN-B-Mit­glie­der flo­hen nach West­eu­ro­pa und in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten – gele­gent­lich mit Hil­fe der CIA -, wo sie im Stil­len poli­ti­sche Bünd­nis­se mit rechts­ge­rich­te­ten Ele­men­ten schmiedeten.

»Sie müs­sen ver­ste­hen, dass wir eine Unter­grund­or­ga­ni­sa­ti­on sind. Wir haben Jah­re damit ver­bracht, im Stil­len in ein­fluss­rei­che Posi­tio­nen ein­zu­drin­gen«, sag­te ein Mit­glied dem Jour­na­lis­ten Russ Bel­lant, der das Wie­der­auf­le­ben der Grup­pe in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten in sei­nem 1988 erschie­ne­nen Buch »Old Nazis, New Right, and the Repu­bli­can Par­ty« dokumentierte.

In Washing­ton for­mier­te sich die OUN‑B unter dem Ban­ner des Ukrai­ni­an Con­gress Com­mit­tee of Ame­ri­ca (UCCA) neu, einer Dach­or­ga­ni­sa­ti­on, die laut Bel­lant aus »kom­plet­ten OUN-B-Fron­ten« bestand.

Mit­te der 1980er Jah­re war die Rea­gan-Admi­nis­tra­ti­on mit UCCA-Mit­glie­dern durch­setzt, wobei der Vor­sit­zen­de der Grup­pe, Lev Dobri­an­sky, als Bot­schaf­ter auf den Baha­mas dien­te und sei­ne Toch­ter Pau­la im Natio­na­len Sicher­heits­rat saß.

Rea­gan emp­fing Stets­ko, den Ban­de­ris­ten­füh­rer, der das Mas­sa­ker an 7000 Juden in Lviv beauf­sich­tig­te, 1983 per­sön­lich im Wei­ßen Haus . »Ihr Kampf ist unser Kampf«, sag­te Rea­gan zu dem ehe­ma­li­gen Nazi-Kol­la­bo­ra­teur. »Dein Traum ist unser Traum.«

Als das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um 1985 einen Kreuz­zug zur Ergrei­fung und straf­recht­li­chen Ver­fol­gung von Nazi-Kriegs­ver­bre­chern star­te­te, trat die UCCA in Akti­on und setz­te sich beim Kon­gress dafür ein, die Initia­ti­ve zu stoppen.

»Die UCCA hat auch eine füh­ren­de Rol­le im Wider­stand gegen bun­des­staat­li­che Ermitt­lun­gen gegen mut­maß­li­che Nazi-Kriegs­ver­bre­cher gespielt, seit die­se Ermitt­lun­gen in den spä­ten 1970er Jah­ren began­nen«, schrieb Bel­lant. »Eini­ge UCCA-Mit­glie­der haben vie­le Grün­de, sich Sor­gen zu machen – Grün­de, die in den 1930er Jah­ren began­nen.« Die UCCA ist nach wie vor eine akti­ve und ein­fluss­rei­che Lob­by­grup­pe in Washing­ton und scheint ihre Ver­eh­rung für den ban­de­ris­ti­schen Natio­na­lis­mus nicht abge­legt zu haben.

Im Jahr 2009, zum 50. Jah­res­tag von Ban­de­ras Tod, erklär­te die Grup­pe ihn zu einem »Sym­bol der Stär­ke und Recht­schaf­fen­heit für sei­ne Anhän­ger«, das »die Ukrai­ner auch heu­te noch inspi­riert« (https://​archi​ve​.ph/​o​N​n4w). Ein Jahr spä­ter wür­dig­te die Grup­pe den 60. Todes­tag von Roman Schu­che­wytsch, dem OUN-B-Kom­man­deur des Nach­ti­gall-Batail­lons, das Juden in Lviv und Weiß­russ­land abschlach­te­te, und nann­te ihn einen »Hel­den«, der »für Ehre und Recht­schaf­fen­heit« gekämpft habe (https://​archi​ve​.ph/​P​t​nuz).

Zurück in der Ukrai­ne ver­lieh der dama­li­ge Prä­si­dent Vik­tor Juscht­schen­ko Ban­de­ra 2010 den Titel »Natio­nal­held der Ukrai­ne« und mar­kier­te damit den Höhe­punkt sei­ner Bemü­hun­gen, ein anti­rus­si­sches natio­na­les Nar­ra­tiv zu schaf­fen, das den Faschis­mus der OUN‑B rein­wa­schen sollte.

Juscht­schen­kos Frau, Kathe­ri­ne Tschu­mat­schen­ko, war eine ehe­ma­li­ge Beam­tin der Rea­gan-Regie­rung und ehe­ma­li­ge Mit­ar­bei­te­rin der rechts­ge­rich­te­ten Heri­ta­ge Foun­da­ti­on (https://​archi​ve​.ph/​r​z​sRg).

Als das Euro­päi­sche Par­la­ment Juscht­schen­kos Pro­kla­ma­ti­on als einen Affront gegen »euro­päi­sche Wer­te« ver­ur­teil­te, reagier­te der der UCCA ange­schlos­se­ne Ukrai­ni­sche Welt­kon­gress (https://​archi​ve​.ph/​y​b​laL) mit Empö­rung und beschul­dig­te die EU, »einen wei­te­ren Ver­such zu unter­neh­men, die ukrai­ni­sche Geschich­te wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs umzu­schrei­ben«. Auf sei­ner Web­site wies der UCCA his­to­ri­sche Berich­te über Ban­de­ras Zusam­men­ar­beit mit den Nazis als »sowje­ti­sche Pro­pa­gan­da« zurück (https://​archi​ve​.ph/​M​5​koP).

Nach dem Sturz von Janu­ko­witsch in die­sem Monat half die UCCA bei der Orga­ni­sa­ti­on von Kund­ge­bun­gen in Städ­ten in den USA zur Unter­stüt­zung der Euro­Mai­dan-Pro­tes­te (https://​archi​ve​.ph/​i​Y​CSl).

Als meh­re­re hun­dert Demons­tran­ten durch die Innen­stadt von Chi­ca­go mar­schier­ten, schwenk­ten eini­ge ukrai­ni­sche Flag­gen, wäh­rend ande­re stolz die roten und schwar­zen Ban­ner der UPA und der OUN‑B schwenk­ten. »Die USA unter­stüt­zen die Ukrai­ne«, skan­dier­ten sie.

Verweise

[1] “The Wes­tern stra­te­gy to dis­mant­le the Rus­si­an Fede­ra­ti­on”, by Thier­ry Meyssan, Trans­la­ti­on Roger Lag­as­sé, Vol­taire Net­work, 17 August 2022.

[2] “Poland and Ukrai­ne”, by Thier­ry Meyssan, Trans­la­ti­on Roger Lag­as­sé, Vol­taire Net­work, 14 June 2022.

[3] “The Holo­do­mor, new ava­tar of “Euro­pean” anti-com­mu­nism” (excerpt from Le Choix of defeat), Annie Lacroix-Riz (2010).

[4] «The Wann­see Con­fe­rence in 1942 and the Natio­nal Socia­list living space dys­to­pia», Ger­hard Wolf, Jour­nal of Geno­ci­de Rese­arch, Vol 17 N°2 (2015). https://​doi​.org/​1​0​.​1​0​8​0​/​1​4​6​2​3​5​2​8​.​2​0​1​5​.​1​0​2​7​074

[5] [Bul­le­tins of the Anti-Bols­he­vik Nati­ons Block are avail­ab­le in the Vol­taire Net­work Libra­ry. ABN Kor­re­spon­denz (auf Deutsch), ABN Cor­re­spon­dence (in english).

[6] “The World Anti-Com­mu­nist League: the Inter­na­tio­na­le of Crime”, by Thier­ry Meyssan, Trans­la­ti­on Anoo­sha Borales­sa, Vol­taire Net­work, 12 May 2004.

[7] “Ukrai­ne : the Second World War con­ti­nues”, by Thier­ry Meyssan, Trans­la­ti­on Roger Lag­as­sé, Vol­taire Net­work, 26 April 2022.

[8] “Isra­el stun­ned by Ukrai­ni­an neo-Nazis”, by Thier­ry Meyssan, Trans­la­ti­on Roger Lag­as­sé, Vol­taire Net­work, 8 March 2022.


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