Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 9: Arbeitgeber – Arbeitnehmer

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Mag­Ma publi­ziert von nun an in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die bis­her seit 2012 als Video vor­lie­gen­den und basie­rend auf Über­le­gun­gen von Anfang der 90er Jah­re ent­stan­den Lek­tio­nen zur »Spra­che der Herr­schaft und der Ohn­macht« von:

malcom.z

der wei­ße nig­ger aus deutsch-nordost

ein ehe­ma­li­ger mensch der ehe­ma­li­gen DDR

Bis­her lie­gen vor:

1. Nach­dem wir die­ses Begriffs­paar mehr­fach erwähnt und ein wenig kom­men­tiert haben, z. B. in Lek­ti­on 5 über Nazi­sprech, ergab sich, daß immer wie­der zu Volks­ge­nos­sen degra­dier­te DDR-Bür­ger sich mel­de­ten, da sie nicht ver­stan­den, was dar­an falsch und nazi sei. Die West­ler haben es ja sowie­so schwe­rer, rich­tig zu spre­chen auf Grund der fast unun­ter­bro­che­nen staat­li­chen Nazi-Sprech-Tra­di­ti­on seit 1933. Wie wir in Lek­ti­on 1 schon erwähn­ten, sehen wir den Gebrauch der­glei­chen Wör­ter auch als einen Indik­ta­tor, inwie­weit jemand die faschis­ti­sche Welt­an­schau­ung mit sich her­um­trägt. Ob er oder sie dies nun reflek­tiert, zugibt oder nicht.

Fan­gen wir mit der Zuge­hö­rig­keit zum Nazi­sprech an, die den meis­ten wohl nicht auf Anhieb bewußt ist. Wir fol­gen auch hier der Erklä­rung Klem­pe­rers und der LTI hin­sicht­lich der Qua­li­fi­zie­rung des Nazi-Sprech. Die Ori­gi­nal-Nazis waren dem­nach kei­ne beson­de­ren Sprach­schöp­fer. Viel­mehr grif­fen sie zu aller­meist auf das damals übli­che Voka­bu­lar zurück, spe­zi­fisch aber waren die neu­en Zusam­men­set­zun­gen der alt­be­kann­ten und alt­ge­brauch­ten Wör­ter, die Beto­nun­gen, Kon­no­ta­tio­nen, Ste­reo­ty­pi­sie­run­gen usw. und – nicht zuletzt – der Fana­tis­mus, die Hys­te­ri­sie­rung der Volks­ge­nos­sen­schaft, die heut­zu­ta­ge die dama­li­ge bei wei­tem über­trifft. Wenn auch kaum mehr expli­zit völ­kisch begrün­det, dafür aber min­des­tens eben­so anti­kom­mu­nis­tisch, anti­hu­ma­nis­tisch, antifriedfertig.

2. Den Begriff »Sozia­lis­mus« gab es z. B. schon lan­ge vor Hit­ler und sei­ner Ban­de. Und das »Natio­na­le« sowie­so. Das Spe­zi­el­le und Neue war die Zusam­men­set­zung zu »Natio­nal­so­zia­lis­mus« und die Gewich­tung die­ses zusam­men­ge­setz­ten Sub­stan­tivs im Sprach­raum. Wie auch das »Jüdisch-Bol­sche­wis­ti­sche« als Eti­ket­tie­rung des angeb­lich »Volks­feind­li­chen«. Womit noch ein wei­te­res typi­sches Nazi­wort genannt ist.

Auch das Wort­paar »Arbeit­ge­ber-Arbeit­neh­mer« haben die Nazis nicht erfun­den, aber die Gewich­tung und die Instru­men­ta­li­sie­rung zur Plau­si­bel­ma­chung der angeb­li­chen Volks­ge­mein­schaft, in der der angeb­li­che Arbeit­ge­ber auch noch den Namen Betriebs­füh­rer erhält, hin­ter dem sei­ne Funk­ti­on als Kapi­tal­eig­ner oder des­sen ver­län­ger­ter Arm ver­schwin­det, wie ab 1949 dann der angeb­li­che Sozi­al­part­ner, von zu lupen­rei­nen christ­li­chen Demo­kra­ten mutier­ten, stram­men Hit­ler-Par­tei­gän­gern ein­ge­führt und durch­ge­setzt. Z.B. vom angeb­li­chen Wirt­schafts­wun­der­mi­nis­ter Ehr­hardt. Der – was immer im Unbe­kann­ten gelas­sen wur­de in der Brd-Pro­pa­gan­da – ein wich­ti­ger Mit­ar­bei­ter des hit­ler-faschis­ti­schen Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um war. Er war der Orga­ni­sa­tor der Kon­ver­tie­rung der Kriegs- und Zahn­gold-Gewin­ne in die Nach-1945-Zeit. Also in Dol­lar, Fran­ken, Demark usw. Er kann­te also die­je­ni­gen, die Zugriff hat­ten auf die Schwei­zer Num­mern­kon­ten. Über die die­se Pro­fi­te ab der soge­nann­ten Wäh­rungs­re­form in der soge­nann­ten Tri­zo­ne 1948 dann in die west­deut­sche Wirt­schaft trans­fe­riert wur­den. Welch »Wun­der«! Wäh­rend die Deut­schen (im »Sin­ne des« spä­te­ren »Grund­ge­set­zes« leer aus­gin­gen. Wie auch die Opfer des Nazi-Ter­rors. Egal ob Kom­mu­nis­ten- oder Juden­haß, Ver­ga­sungs- oder Kriegs­op­fer. Spä­ter, ab Anfang der 1950er, haben sich dann Juden mit­tels des von den Deut­schen ange­nom­me­nen »Blut­gelds« zu offi­zi­el­len und Kol­la­bo­ra­teu­ren machen lassen.

3. Kom­men wir nun zur Ver­lo­gen­heit der Ver­wen­dung die­ses Wort­paars. Was Arbeit ist, soll­te eigent­lich jeder wis­sen, wie jeder einen Schul­ab­schluß haben soll­te, der die­sen Namen wert ist. Da bei­des seit 1989 nicht mehr unbe­dingt vor­aus­zu­set­zen ist, erin­nern wir hier dar­an, daß man in der DDR im Phy­sik­un­ter­richt der 6. oder 7. Klas­se wohl lern­te und in der Regel auch kapier­te, was Arbeit ist. Dazu fol­gen­de phy­si­ka­li­schen Zusammenhänge:

phy­si­ka­lisch:

W = F * s Arbeit = Kraft mal Weg

P = W/​t Leis­tung = Arbeit pro Zeit

das ergibt:

W= P * t Arbeit = Leis­tung mal Zeit

Jeder, der nicht voll­ver­blö­det ist, weder eine schwar­ze oder rote Kut­te trägt, noch diä­ten­kor­rum­piert ist, noch sei­nen Lebens­un­ter­halt als Medi­en­lüg­ner erwirt­schaf­tet, soll­te ein­se­hen kön­nen, daß die­se phy­si­ka­li­schen Grö­ßen und Glei­chun­gen der Lebens­wirk­lich­keit ent­spre­chen. Also dem staats­of­fi­zi­el­len Falsch­sprech-Gela­ber von den Arbeit­ge­bern – Arbeit­neh­mern ent­ge­gen­ge­setzt ist.

Um Arbeit ver­rich­ten zu kön­nen bedarf es, wir wir sehen, der phy­si­ka­li­schen Grö­ße Kraft. Arbeit kann also nur ver­rich­ten, also GEBEN, wer die Kraft dazu besitzt und ein­setzt, wofür wir im Deut­schen das Kom­po­si­tum Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung haben. Also wer sei­ne Arbeits­kraft in das Pro­dukt GIBT, der also Arbeit GIBT, indem er eine Zeit­lang die­se sein Kraft inves­tiert, indem er etwas leis­tet, der ist der ARBEIT­GE­BER. Es kann nicht anders sein. Und wer dafür Lohn zahlt, gibt nicht Arbeit, son­dern kauft sie. Das alles kann man aus­führ­lich in Mar­xens Kapi­tal nach­le­sen. Typisch für die­sen ver­kom­me­nen Staat, daß auch die­je­ni­gen, die das Kapi­tal dru­cken las­sen, von Arbeit­ge­bern und Arbeit­neh­mern schwatzen.

4. Die­ser Zusam­men­hang drückt sich ja zum Teil auch in Mil­lio­nen und aber Mil­lio­nen Arbeits­ver­trä­gen aus, näm­lich wer laut Ver­trag etwas gibt: Indem der Arbei­ter oder Ange­stell­te, also der abhän­gig Beschäf­tig­te, sich per Ver­trag ver­pflich­tet, die­se oder jene Tätig­keit aus­zu­üben, und zwar sound­so­viel Stun­den pro Woche oder Monat usw., ver­pflich­tet er sich zu arbei­ten, des­halb heißt das ja auch Arbeits­ver­trag. Er erbringt also Leis­tung sound­so­vie­le Stun­den, gibt also Arbeit und soll­te dafür gemäß Ver­trag Geld bekom­men. Das ist der neu­deutsch soge­nann­te Deal.

Die ver­trag­li­chen Rege­lun­gen für Beam­te sind wohl ana­log for­mu­liert, aller­dings sträubt sich eini­ges in uns die Unter­drü­ckung des Vol­kes Arbeit zu nen­nen. Wie auch hin­sicht­lich des Geld­erwerbs von Pro­sti­tu­ier­ten und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten – inet­wa der sel­be Vertragstyp.

Mit dem Arbeit­ge­ber-Arbeit­neh­mer-Pala­ver ver­schwin­det sogleich qua­si unmerk­lich der (mar­xis­ti­sche) Begriff der »Aus­beu­tung«, ohne daß die Herr­schaft die­sen Begriff und also den Gedan­ken auf irgend einen Index hät­te set­zen müs­sen. Mit die­sem Wort­paar läßt sich die mar­xis­ti­sche Kate­go­rie »Aus­beu­tung« prak­tisch nicht mehr den­ken. Nicht die Herr­schaft einer Kapi­ta­lis­ten­klas­se über die gro­ße Mehr­heit der Bevöl­ke­rung und letzt­lich über die Welt, dafür aber Sozi­al­part­ner­schaft und jede Men­ge ande­rer Unsinn, wie Bom­bar­die­ren für den Frie­den und hart­zen für das Wohl des Vol­kes. Aller­dings gibt es das Wort wie­der, nach­dem es seit 1990 stumm­ge­schal­tet war. Es ist aber kein Begriff, son­dern, wie so vie­le ande­re, ein Schein­be­griff. Kommt als Begriff daher, ist aber nicht ver­bind­lich defi­niert und kann mal die­ses, mal jenes bedeu­ten. Wenn das Wort genannt wird, wer­den damit i. d. R. beson­ders üble Aus­wüch­se des Umgangs kapi­ta­lis­ti­schen Unter­neh­mer­tums mit der Waren Arbeits­kraft bezeich­net. Meist wer­den Men­schen in fer­nen asia­ti­schen Län­dern »aus­ge­beu­tet«. Beson­ders gern in der VR Chi­na. Gele­gent­lich auch inlän­disch. Mit Mar­xens Begriff als eine öko­no­mi­sche Kate­go­rie der Erklä­rung der Grund­ge­set­ze des kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schaf­tens hat das fast nichts zu tun. Aus Wis­sen­schaft wird ein­mal mehr Moralismus.

5. Wir sehen also das Nazi­mä­ßig-Ver­lo­ge­ne die­ses Wort­paa­res bzw. sei­ner ste­reo­ty­pi­sier­ten Falsch-Anwen­dung und ver­wei­sen auf die in Lek­ti­on 5 Nazi­sprech gege­be­ne Defi­ni­ti­on war­um wel­che Nazi­wör­ter zu mei­den sind:

Der, der die Arbeit GIBT, heißt staats­of­fi­zi­ell ArbeitNEHMER.

Der, der die Arbeit NIMMT, heißt staats­of­fi­zi­ell ArbeitGEBER.

Wir sehen also die alte arisch-katho­li­sche Metho­de, die Welt gedank­lich auf den Kopf zu stel­len: Wenn man schon aus Grün­den der Ent­wick­lung der Fern­roh­re und der Mathe­ma­tik und der Luft­fahrt die Idee auf­ge­ben muß­te, die irdi­sche Herr­schaft an das Dog­ma zu bin­den, die Son­ne dre­he sich um die Erde, so ver­dreht man nun irdi­sche­re Zusammenhänge.

Dies hat fun­da­men­ta­le Bedeu­tung für das Welt­bild des deutsch-ari­schen Unter­ta­nen. Wir hat­ten ja an ande­rer Stel­le erwähnt, daß der deut­sche Herr­schafts­sprech in Nazi­tra­di­ti­on der heim­tü­ckischs­te, gemeins­te, wir­kungs­mäch­tigs­te ist, schon wegen der fast unun­ter­bro­che­nen Tra­di­ti­on seit 1933.

Im Eng­li­schen hei­ßen die bei­den Par­tei­en »employ­er« und »employee«, im Fran­zö­si­schen und ande­ren ana­log. »To employ« heißt so viel wie anwen­den. Der eine, der Unter­neh­mer ist also der Anwen­der der Arbeits­kraft, der Arbei­ter oder Ange­stell­te der Ver­wen­de­te. In der auf­ge­klär­ten, rechts­staat­li­chen, mensch­li­chen Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik stan­den sich im staats­of­fi­zi­el­len Arbeits­recht der Betrieb und der Arbei­ter oder Ange­stell­te gegen­über, was inter­na­tio­na­lem Stan­dard und ins­be­son­de­re den UNO-Gepflo­gen­hei­ten ent­sprach. Wäh­rend in der Bums­re­plik nor­ma­ler­wei­se sogar ganz selbst­ver­ständ­lich aus ande­ren Spra­chen auto­ma­tisch falsch über­setzt wird, ohne daß irgend jemand dar­an Anstoß näh­me. »Employ­er« wird selbst­ver­ständ­lich in Arbeit­ge­ber über­setzt, »employee« in Arbeit­neh­mer. In Wör­ter­bü­chern fin­den wir inter­es­san­ter­wei­se das Verb eher kor­rekt über­setzt, das Sub­stan­tiv »employ« auch, wäh­rend der »employ­er« wie­der falsch mit Arbeit­ge­ber über­setzt wird, der employee mal so – mal so. Was aber auf Über­set­zun­gen in Tex­ten kaum Aus­wir­kun­gen hat, hier wird prin­zi­pi­ell falsch übersetzt.

6. Wie eben­falls schon in der Lek­ti­on 5 zum Nazi­sprech gezeigt, ent­spricht die geo­gra­phi­sche Ver­brei­tung die­ses ari­schen Falsch­sprech den Stand­or­ten der Nazi-Wehr­macht und der SS-Ein­hei­ten, denen ihrer engs­te Kol­la­bo­ra­teu­re und denen der Zahn­gold-Pro­fi­teue­re, ab 1945 ins­be­son­de­re: Brd, Öster­reich, deutsch­spra­chi­ge Schweiz. Über­all woan­ders prak­ti­zier­te man nach unse­rer Erkennt­nis die­sen Falsch­sprech nicht. Nicht staats­of­fi­zi­ell. Und der Sprach­ex­port seit 1990 läuft, wie schon der Export des Kriegs unter Adolf vor allem in Rich­tung Osten: Erst wur­de die DDR-Bevöl­ke­rung umpro­gram­miert, in Polen kennt man spä­tes­tens seit 1994 den angeb­li­chen Natio­nal­so­zia­lis­mus, im Rus­si­schen gibt es nun­mehr den Rabo­ta­dat­jel (Работодатель), auf Deutsch: Arbeitgeber.

Die Wir­kung die­ser Lügen lan­ge vor jeg­li­cher Aus­sa­ge­satz-Lüge ist klar, und doch kann der Volks­ge­nos­se sie nor­ma­ler­wei­se nicht erken­nen. Denn kenn­te er sie, lie­ße er es sich womög­lich anmer­ken, rutsch­te es ihm womög­lich bei irgend einer Gele­gen­heit her­aus, und schon wäre Schluß mit sei­ner mick­ri­gen Zei­tungs­lü­gen­schrei­ber­kar­rie­re, mit sei­nem Stro­halm, »Lin­ker« Par­tei­nik oder gar Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter sein zu dür­fen, von einem oscar-haupt­rol­len-abo gar nicht erst zu reden. Ordent­li­ches Ein­kom­men, Diä­ten, Medi­en­auf­trit­te, Luxem­burg­stif­tung usw. – alles futsch, wenn man die­se Lügen Lügen nennte.

7. Wenn man einen Brd-Ari­er dar­auf auf­merk­sam macht, daß das BGB ein mie­ses, hin­ter­wäld­le­ri­sches, nicht­re­pa­ra­bel-patri­ar­cha­lisch struk­tu­er­tes, für einen demo­kra­ti­schen Rechts­staat untaug­li­ches Pam­phlet ist – selbst­ver­ständ­lich darf seit 1990 auch das früh­zei­tig in der DDR ein­ge­führ­te, ein­fa­che, kla­re, gerech­te, prak­ti­ka­ble, vom Durch­schnitts­bür­ger ohne vor­mund­schaft­li­che Hil­fe rich­tig zu ver­ste­hen­de Zivil­ge­setz­buch – ZGB – nicht als etwas Posi­ti­ves gezeigt und erzählt wer­den – dann kommt recht schnell die Aus­re­de: Aber die Sys­te­ma­tik! Gemeint ist, das sei der unver­zicht­ba­re oder doch wenigs­tens bis­lang unüber­trof­fe­ne Wert die­ses mie­sen obrig­keit­lich-klas­sen­kämp­fe­ri­schen Unter­drü­ckungs­in­stru­ments, das nicht zuletzt die Auf­ga­be hat, den Unter­ta­nen immer ange­wie­sen sein zu las­sen auf eine bru­ta­le Unter­drü­ck­er­kas­te, die in schwar­zen Kut­ten daher­kommt und das Volk aus­plün­dert, ver­blö­det, betrügt, die Par­la­men­te per­ma­nent und immer wie­der von Neu­em in schein­lega­le Betrü­ger-Casi­no-Bor­del­le umwan­delt und dem Volk erklärt, daß das tag­täg­li­che Unrecht gar kei­nes sei. Wobei die ande­ren Schwarz­kut­ten, die, die Kin­der ficken, ja nicht bes­ser sind, son­dern nur anders, wie die Fäl­le Pao­lo Pin­kel ali­as Michel Friedman(n) und Hubert F. und so vie­le ande­re deut­lich genug zeigen.

8. Schau­en wir uns die BGB-Sys­te­ma­tik also an hin­sicht­lich »Arbeit­ge­ber – Arbeitnehmer«:

Nor­ma­ler­wei­se besteht ein Ver­trag bür­ger­li­chen Rechts im Geben und Neh­men. Ich gebe dir etwas, dafür gibst du mir etwas. Es gibt auch ande­re Ver­trä­ge, z.B. Schen­kungs­ver­trä­ge, die aber anfecht­bar sind, wenn die Beschenk­ten ihrer­seits die­ses oder jenes nicht (zurück) gege­ben haben: Auf­merk­sam­keit, Ach­tung, ver­spro­che­ne Leistungen.

Der Arbei­ter NIMMT also die Arbeit und dafür for­dert er auch noch Geld und NIMMT das dann auch. Er nimmt also zwei­mal, gibt aber nichts dafür, gemäß die­ser Wort­ver­wen­dung. Wir sehen: So gemein, raff­gie­rig, uner­sätt­lich ist der Arbeiter.

Dem­entge­gen der gut­her­zi­ge, gön­ner­haf­te Kapi­ta­list, der aber nicht mehr so heißt – wann hät­te man die­ses Wort, in Dif­fe­ren­zie­rung zum Wort »Kapi­tal« das letz­te mal im öffent­li­chen Sprach­raum ver­nom­men?! Wäh­rend der Ter­mi­nus »Kapi­tal« immer noch brd-herr­schafts-kon­sti­tu­ie­rend ist, auch mit »C« am Anfang geschrie­ben, kommt der Kapi­ta­list gar nicht vor, der Kapi­ta­lis­mus sehr sel­ten. Auch so ein Welt­wun­der des Weltanschauens.

Der soge­nann­te Arbeit­GE­BER GIBT also die Arbeit und dafür auch noch GELD. So groß­her­zig, frei­zü­gig, spen­da­bel, altru­is­tisch, das Wohl der ande­ren immer im Sinn habend ist der Kapi­ta­list! Der aber nicht so hei­ßen darf, son­dern eben Arbeit­GE­BER hei­ßen soll. Daß auch der letz­te soge­nann­te Arbeit­NEH­MER und alle ArbeitNEHMER-»Vertreter« den­ken, wie gut der ist und wie mies und unan­stän­dig man selber.

Schon allein die­se Unter­schied­lich­keit der Cha­rak­te­re erklärt hin­rei­chend, vor jeder ver­ba­len Erklä­rung, daß die Kanz­ler, Minis­ter, Prä­si­den­ten usw. lie­ber mit »Arbeit­GE­BERN« spre­chen, ver­han­deln, kon­fe­rie­ren, spei­sen, sich zum Essen, in die Oper, in den Urlaub usw. ein­la­den las­sen, deren For­de­run­gen und Ermah­nun­gen hören und ihnen fol­gen. So guten Cha­rak­te­ren darf und muß man die Wün­sche von den Augen able­sen, zumal sie ja auch noch groß­zü­gi­ge Spen­der sind. Und Prä­si­den­ten haben und Lob­by­is­ten und schö­ne Autos und Stif­tun­gen und Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tu­te und Wirt­schafts­wei­se und, und, und. Also vie­le schö­ne und sehr über­zeu­gen­de Sachen, die dem Volk in die­sem ScheiSS-Staat nicht zuge­stan­den wer­den. Also auch dies­be­züg­lich von Sei­ten der Arbeit­GE­BER nur gege­ben, geben, geben, denn jeg­li­chen Zusam­men­hang, also den Kauf von Regie­rung und Poli­tik durch die Rei­chen, die Kapi­ta­lis­ten, wei­sen bei­de Sei­ten immer und immer wie­der strikt von sich.

Wer’s glaubt, wird zwar nicht selig, aber wer selig das Arbeit­ge­ber-Arbeit­neh­mer-Mär­chen glaubt und plap­pert, glaubt auch das.

9. So ein­fach ist es, und (fast) nie­mand kann es erken­nen. Nicht nur der Durch­schnitts­volks­ge­nos­se, son­dern erst recht die gan­ze Möch­te-gern-Eli­te nicht. Es soll ca. 800.000 Voll­ju­ris­ten in der Brd geben. Und kei­ner von die­sen Flach­zan­gen, vom Minis­te­ri­al-Büro­kra­ten über den viel­leicht noch eini­ger­ma­ßen ehr­li­chen Wohn­zim­mer-Anwalt, über den Arbeits-Rich­ter, die juris­ti­schen Bums­tags-Kor­rup­tis bis hin zu den Rot­kut­ten-Clowns bemerkt, daß Mil­lio­nen und aber Mil­lio­nen von Arbeits­ver­trä­gen nich­tig, ungül­tig, blöd­sin­nig sind, denn es gilt § 184 Gerichts­ver­fas­sungs­ge­setz: Gerichts­spra­che ist Deutsch wie §23 Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz sagt: Amts­spra­che ist Deutsch. In der deut­sche Spra­che sind gemäß den Bil­dungs­re­geln für zusam­men­ge­setz­te Sub­stan­ti­ve Arbeit­GE­BER die­je­ni­gen, die Arbeit GEBEN und nicht die­je­ni­gen, die Arbeits­kraft kau­fen und aus­beu­ten. Gemäß der geschlos­se­nen Ver­trä­ge müß­ten also die tat­säch­li­chen Arbeit­GE­BER, also die Arbei­ter und Ange­stell­ten den Kapi­tal­eig­nern Geld dafür bezah­len, daß die­se sich ihre Autos selbst zusam­men­schrau­ben und den Papier­kram erle­di­gen und den Ser­vice und den Hof keh­ren usw. Aber wovon? Die­se Ver­trä­ge funk­tio­nie­ren nicht, wenn man sie tat­säch­lich – der deut­schen Spra­che gemäß – ein­zu­hal­ten ver­such­te. Soviel hier zur Sys­te­ma­tik des angeb­lich gel­ten­den Rechts.

10. Die gan­ze Per­fi­die die­ser Herr­schaft zeigt sich dar­in, daß und wie die Herr­schaft unter Bei­hil­fe der kor­rup­ten Gysi-Ban­de (wie viel Diä­ten und also Viel­schwätz-Schwei­ge­geld haben die seit 1990 kas­siert?) den DDR-Bür­gern und ande­ren u.a. einen Lafon­tai­ne als lin­ke Alter­na­ti­ve zu »wäh­len« gaben, der bis 1999 die DDR und ihre Bür­ger und auch die Gysi-Gang noch fron­tal bekämpf­te. Seit der Grün­dung der »Par­tei Die Lin­ke« also als angeb­lich einer der ihren.

Als 1998/99 gegen ehr­li­che DDR-Bür­ger mit exis­tenz­ver­nich­ten­den Fol­gen Ankla­gen nach dem Wäh­rungs­um­stel­lungs­fol­gen­ge­setz vom 24.08.1993 Ankla­gen erho­ben wur­den, wie zuvor schon vie­le Jah­re unter Kohl, und damit in Ver­bin­dung men­schen­rechts­wid­ri­ge Mil­lio­nen­for­de­run­gen, war Lafo der auf­trag­ge­ben­de Minis­ter die­ser sys­te­ma­ti­schen, seri­el­len Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen. Denn die For­de­rung wur­de jeweils vom Bun­des­amt der Finan­zen erho­ben. Übri­gens nicht ein­fach For­de­rung, son­dern ver­lo­gen-mani­pu­la­tiv RÜCK­for­de­rung genannt, weil das irgend­wie gerecht klingt. Nie hat irgend ein DDR-Bür­ger auch nur die Spur einer Ent­schul­di­gungs-Bit­te von Sei­ten Lafos ver­nom­men, der Ende der 1990er als Par­tei­chef der Kolo­ni­al-Unter­drü­cker-Sozen den PDS-Kor­rup­tis dau­ernd Ent­schul­di­gun­gen für eine angeb­li­che Zwangs­ver­ei­ni­gung abnö­tig­te. Der­sel­be Lafon­tai­ne posaun­te vor eini­gen Jah­ren in einer Rede im alten ND-Gebäu­de als »Die Linke«-Vorbeter, wir müß­te auf die rich­ti­ge, auf eine sau­be­re Spra­che ach­ten, und rede­te im sel­ben Atem­zug von Arbeit­neh­mern und Arbeitgebern.

Ana­log dazu die ver­lo­ge­nen Ent­schul­di­gungs-Ari­en des Mer­kel gegen­über den grie­chi­schen und tür­ki­schen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen der NSU-Mor­de. Nicht nur, daß die­se Appa­rat­schi­ka ihren eige­nen Anteil an der Nazipfle­ge, ins­be­son­de­re als das Mädel­chen des Paten von Oggers­heim Anfang der 1990er ver­schweigt, nie wür­de es einem Staats­büt­tel der Brd auch nur in den Sinn kom­men, sich bei den DDR-Bür­gern für den Ari­sie­rungs-Ter­ror und die mil­lio­nen­fa­chen ande­ren Straf­ta­ten gegen sie seit 1990 ent­schul­di­gen zu wol­len. Schon gar nicht für die vie­len, vie­len Toten.

11. Auf Grund von Lafos Front­ein­satz ist von der kom­mu­nis­ti­schen Platt­form der PDS inzwi­schen so gut wie nichts mehr übrig. Indem die ehe­ma­li­ge Spre­che­rin der­sel­ben nun das Bett mit der katho­li­schen Sozi­al­de­mo­kra­tie teilt und auch die Küche, wie ver­laut­bart. In ari­schen Herr­schafts­sys­te­men, die zur Klas­se der mono­the­is­tisch-patri­ar­cha­li­schen gehö­ren, nimmt das Weib­chen die Reli­gi­on des Männ­chens an. Vom Kom­mu­nis­mus abzu­schwö­ren für einen der­ar­ti­gen sozia­len Auf­stieg und pri­vi­le­gier­ten Wohn­ort­wech­sel ist das min­des­te. Aber nur den noch nicht all­zu alten, den attrak­ti­ve­ren Weib­chen erober­ter Völ­ker steht die­ser Weg offen. Wie ja auch die zweit­best geh­aß­te Frau der DDR von 1989, Ange­li­ka Unter­lauf, alle­mal als Wit­we des Erich Böh­me taug­te, des Man­nes, der bis 1989 den Haß gegen sie mit pro­du­ziert hat. Das war ab 1940 in Frank­reich und anders­wo nicht anders. Die Fran­zo­sen haben den Abschwö­re­rin­nen nach der Befrei­ung von der Nazi­bar­ba­rei übri­gens die Haa­re gescho­ren. Nicht die Kom­mu­nis­ten, die Fran­zo­sen waren’s.

Man stel­le sich vor die böse SED hät­te der­glei­chen auf dem Kerbholz!

12. Zusatz

Bis­mark und Hit­ler muß­ten mar­xis­ti­sche Agi­ta­ti­on noch sys­te­ma­tisch und flä­chen­de­ckend ver­bie­ten und straf­ver­fol­gen. Der mar­xis­ti­sche Agi­ta­tor Lieb­knecht wur­de an die Front geschickt, daß er den Krieg nicht zu sehr stö­re, sei­ne Genos­sin Luxem­burg ins Gefäng­nis – die Wei­ber hat­ten damals noch nicht die Sehn­sucht nach der­art Gleich­be­rech­ti­gung, auch an die Front zu dür­fen wie in Isra­el schon immer und nun auch in der Brd. Die Hit­le­ris­ten haben sich Mühe gege­ben, den kom­mu­nis­ti­schen Kader umzu­le­gen wegen ihrer auf­klä­re­ri­scher Mis­si­on. Da dies in kei­nem öffent­li­chen Geden­ken der Brd für die Opfer des angeb­li­chen Natio­nal­so­zia­lis­mus vor­kommt, ist das aus heu­ti­ger sich o.k. gewe­sen. Und auch die Ade­nau­er-Nazi-Ban­de hat hun­der­tau­sen­de Kom­mu­nis­ten und ande­re Demo­kra­ten und Frie­dens­freun­de straf­ver­folgt und in den Knast gewor­fen. Heu­te alles nicht mehr nötig. Wenn man es erst ein­mal geschafft hat, sämt­li­che öffent­li­chen und auch fast alle nicht­öf­fent­li­chen Red­ner und Orga­ni­sa­to­ren, alle Man­dats­trä­ger und Jour­nail­le auf das Arbeit­ge­ber-Arbeit­neh­mer-Gewäsch gleich­zu­schal­ten, muß man deren viel­leicht rest­lich noch vor­han­de­nen Pseu­do-Mar­xis­mus weder ver­bie­ten noch straf­ver­fol­gen. Das ist die gan­ze Frei­heit. Die Frei­heit eines hün­di­schen Spei­chel­le­ckens, eines fei­gen Ste­chens und Mor­dens mit­tels Welt­bank und Tötungs­droh­nen, eines Umwelt­schut­zes, der sich nicht dar­um schert, unter wel­chen Bedin­gun­gen die kon­su­mier­ten Bil­lig­pro­duk­te anders­wo her­ge­stellt wer­den, solan­ge man nur nicht selbst und hier den Scha­den hat und sehen muß.

Lek­ti­on 9 als Video:

Bild: Mario­net­te von Geor­ge Grosz – Foto: Rolf Diet­rich Bre­cher (CC BY 2.0)

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