Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 2: »Ehemalige DDR«

Ansichten: 515
Lese­zeit17 min

Mag­Ma publi­ziert von nun an in regel­mä­ßi­gen Abstän­den die bis­her seit 2012 als Video vor­lie­gen­den und basie­rend auf Über­le­gun­gen von Anfang der 90er Jah­re ent­stan­den Lek­tio­nen zur »Spra­che der Herr­schaft und der Ohn­macht« von:

malcom.z

der wei­ße nig­ger aus deutsch-nordost

ein ehe­ma­li­ger mensch der ehe­ma­li­gen DDR

Bis­her lie­gen vor (nicht alle ursprüng­lich als Video­pod­cast ver­fass­ten Lek­tio­nen eig­nen sich zur schrift­li­chen Ver­öf­fent­li­chung, woher die Lücken in der Num­me­rie­rung herrühren):

Lek­ti­on 9: Arbeit­ge­ber – Arbeitnehmer

Lek­ti­on 10: Rät­sel­haf­te Herzinfarkte

Lek­ti­on 11: Alt­kanz­ler, Alt­bun­des­prä­si­dent, Alt­ei­gen­tü­mer & Diktatur

Einführung in das Thema Falschsprech

Im ers­ten Teil die­ses Kur­ses haben wir zu zei­gen ver­sucht, daß und war­um Spra­che sowohl ein Indi­ka­tor des Poli­ti­schen ist, als auch ein sehr effi­zi­en­tes Poli­tik-Instru­ment. Die herr­schaft­li­chen Dis­kur­se erlau­ben und fokus­sie­ren das Kri­tik­be­dürf­nis der Unter­ta­nen u. a. auf Aus­sa­ge­sät­ze – das zwar auch nur ein­ge­schränkt. Was sämt­li­che angeb­li­chen Oppo­si­tio­nel­len und Kri­ti­ker »über­se­hen« (mit und ohne Anfüh­rungs­stri­che), ist, daß die Lüge schon mit dem falsch ver­wen­de­ten Adjek­tiv oder Sub­stan­tiv oder der Wort­grup­pe beginnt und eben nicht erst mit dem Aus­sa­ge­satz. Ganz abge­se­hen von dem Unter­schied, der sich dar­aus ergibt, ob und wie Ter­mi­ni und Aus­sa­ge­sät­ze hys­te­risch auf­ge­la­den wer­den. Wie Adolf und Joseph es klas­sisch in die deut­sche Herr­schafts-Pro­pa­gan­da und Poli­tik ein­ge­führt haben.

Wir begin­nen zur wei­te­ren Klä­rung, wor­um es geht, mit dem Bei­spiel »ehe­ma­li­ge DDR«.

Die Vor­ge­schich­te die­ser Schwach­sinns-For­mel sei hier kurz auf­ge­zeigt: Nach­dem die Deutsch-Nazis 1946/47 mit den US-Besat­zern den Roll­back-Deal hin­be­ka­men, näm­lich daß sie gegen den Wil­len der gro­ßen Bevöl­ke­rungs­mehr­heit, der der USA wie der deut­schen und euro­päi­schen, also anti­de­mo­kra­tisch und im Gehei­men ver­ein­bart, auch im neu­en (zunächst nur west-) deut­schen Staat als Anhäng­sel-Brd des neu­en US-Welt­herr­schafts­im­pe­ri­ums, die Herr­scher sein soll­ten wie schon unter Adolf, nur mit der qua­si unbe­las­te­ten Ablen­kungs- und Täu­schungs-Gal­li­ons­fi­gur Ade­nau­er als ihre Polit­pup­pe an der Spit­ze, mach­ten sie es zum Teil die­ses Deals – soweit es in ihrer Macht stand , daß die Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik nicht genannt wer­de, nach Mög­lich­keit über­haupt nicht, schon gar nicht, wie sie tat­säch­lich hieß. Auch die Abkür­zung »DDR« ver­bo­ten sie, wo immer mög­lich, wie eben­falls diplo­ma­ti­sche Bezie­hun­gen zu, Rechts­hil­fe­ab­kom­men, Han­del und Wan­del mit ihr, wie über­haupt Frie­dens­po­li­tik, das Ein­tre­ten für die deut­sche Ein­heit usw. in Erfül­lung ihres Lebens­lang-Treu­eids auf ihren Gröfaz. Zwar klapp­te das mit der Zeit immer schlech­ter, aber die här­tes­ten völ­ki­schen Beob­ach­ter – hart wie Krupp­stahl – ver­bo­ten in ihren Redak­ti­ons­stu­ben bis zum Schluß die adäqua­te Benen­nung der DDR, wie ja unter ihrem »Füh­rer« Adolf auch der Jude bis zum Schluß nicht hei­ßen durf­te, wie er hieß. Bei Sprin­ger & Co. wur­de sie, die Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik, erst Zone gehei­ßen und dann und bis zum fina­len Nazi-End­sieg über sie das Kür­zel DDR in Anfüh­rungs­stri­che gesetzt. Ab 1990 wur­de dann die Gän­se­füß­chen-DDR durch die ehe­ma­li­ge ersetzt.

Die qua­si logi­sche Begrün­dung war und ist bei bei frei­lich sel­te­nem Bedarf, daß sie ja ehe­ma­lig sei. Und so wird es vom durch­schnitt­lich brav-ver­blö­de­ten Volks­ge­nos­sen auch nach­ge­plap­pert, und ins­be­son­de­re von Jour­nail­le & Polit­niks, also von der ver­meint­li­chen und Möch­te­gern-Eli­te wird den Volks­ge­nos­sen die »ehe­ma­li­ge DDR« gepre­digt. Und zwar bis in die Geset­zes­tex­te hin­ein. In sämt­li­chen öffent­li­chen Sprach­kri­ti­ken – wir erwähn­ten das schon – kommt der­glei­chen Schwach­sinn selbst­ver­ständ­lich nicht als kri­tik­wür­dig vor. Wie ja auch bei der deut­schen Sek­ti­on von Amnes­ty Inter­na­tio­nal die mas­sen­wei­sen, sys­te­ma­ti­schen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen inner­halb der Brd, also vor allem die gegen die DDR-Bür­ger seit 1990 NICHT vor­kom­men und nie vor­ka­men. Wie auch in kei­ner ande­ren übri­gens. Man muß ins Aus­land gehen, z. B. nach Paris, daß dort in Amt und Wür­den befind­li­che Ger­ma­nis­tik-Pro­fes­so­ren den Schwach­sinn erken­nen und aus­spre­chen. Brd-Ger­ma­nis­ten, Jour­na­lis­ten und Jour­na­lis­mus-Leh­rer, sind – wie schon unter Adolf – ideo­lo­gisch völ­lig gleich­ge­schal­tet. Und das soll genau so sein.

Nun, jeder, der nicht total- und voll­ver­blö­det ist, weiß, daß die DDR seit dem 3.10.1990 tat­säch­lich als been­det, also als ehe­ma­lig gilt. Wie jeder, der nicht total und voll­ver­blö­det ist, weiß, daß ein Schim­mel ein wei­ßes Pferd ist, wes­halb er – oder auch sie – nor­ma­ler­wei­se eben nicht von einem wei­ßen Schim­mel spricht. Da die Eigen­schaft »weiß« im Schim­mel schon ent­hal­ten ist. Der »wei­ße Schim­mel« ist viel­mehr das Para­de­bei­spiel für eine soge­nann­te Tau­to­lo­gie. Das ist eine Benen­nung, eine Bezeich­nung mit meh­re­ren Bezeich­nern, also hier Wör­tern, die das­sel­be sagen. Tau­to­lo­gien gel­ten nicht ein­fach als schlech­ter Aus­druck, als schlech­tes Spre­chen oder Schrei­ben, son­dern als falsch. Jeden­falls wenn es nicht um die DDR, Sowjet­uni­on und Jugo­sla­wi­en geht. Und sind eben des­halb eines der Stil­mit­tel gro­ber, ver­blö­den­der, nazi­mä­ßi­ger Pro­pa­gan­da. Hier mit »ehe­ma­li­ge DDR« vor­ge­führt, eine der seit 1990 am häu­figs­ten ver­wen­de­ten Polit-Pro­pa­gan­da-For­meln über­haupt. Nur weni­ge ande­re Pro­pa­gan­da-Aus­drü­cke kön­nen in Häu­fig­keit und Wir­kung kon­kur­rie­ren: »Arbeit­ge­ber – Arbeit­neh­mer«, »Der Füh­rer«, »Der Natio­nal­so­zia­lis­mus« und eini­ge ande­re Nazisprüche.

Wie gesagt, die durch­schnitt­li­chen Nach­plap­pe­rer, ins­be­son­de­re in mitt­le­rer bis höhe­rer Posi­tio­nen in Busi­ness, Uni­ver­si­tät und Staat, die sich für etwas Bes­se­res hal­ten, ver­ste­hen in der Regel nicht, was an »ehe­ma­li­ge DDR« falsch sein soll, ins­be­son­de­re wenn man sie kor­ri­giert, ins­be­son­de­re wenn der DDR-Bür­ger es wagt, ins­be­son­de­re also nach 5, 10, 20 Jah­ren Ein­häm­mer-Pro­pa­gan­da, ins­be­son­de­re wenn sie die­sen Quatsch unzäh­li­ge Male selbst auf­ge­sagt haben. Berufs­ver­bo­te­ne und straf­be­ren­te­te DDR-Ger­ma­nis­ten und ande­re in den von Mar­got Hon­ecker gelei­te­ten Schu­len Volks­ge­bil­de­te, im Prin­zip eigent­lich alle DDR-Bür­ger, die sich nach 1989 ent­schie­den haben, sich nicht auf blöd und völ­kisch umer­zie­hen zu las­sen, ver­ste­hen bzw. erken­nen in der Regel die­sen wie ande­ren Pro­pa­gan­da-Schwach­sinn sofort und zuver­läs­sig, spä­tes­tens, wenn man sie dar­auf auf­merk­sam macht – und haben nicht zuletzt eben genau des­halb Berufs­ver­bot. Wäh­rend die per­so­nel­le Ver­wen­dung in die­sem Spät-Nazi-Staat regel­mä­ßig zur Vor­aus­set­zung hat, die­sen Schwach­sinn nach- und vorzuplappern.

Wenn man die­se Nicht-Ver­ste­hen-Wol­ler dann fragt, wann sie das letz­te Mal »ehe­ma­li­ges Drit­tes Reich« gehört oder gesagt haben – nicht ein­mal der blö­de ZDF-Knopp tut das, der sich sonst für kei­nen Schwach­sinn zu scha­de ist – oder »ehe­ma­li­ges Römi­sches Reich Deut­scher Nati­on«, oder »die ehe­ma­li­ge Fuß­ball-Welt­meis­ter­schaft von vor 3 Jah­ren« oder, oder, oder, dann kön­nen sie sich regel­mä­ßig nicht erin­nern, der­glei­chen jemals gehört zu haben und haben also kein Argu­ment mehr, von wegen, was ehe­ma­lig sei, kön­ne-müs­se-sol­le man auch so nen­nen. Und kön­nen also nicht erklä­ren, war­um das soge­nann­te 3. Reich nicht ehe­ma­lig gehei­ßen wird und auch 1960 nicht wur­de, die DDR seit 1990 aber doch.

Es han­delt sich also um ein sehr effek­ti­ves Pro­pa­gan­da-Ele­ment, das nor­ma­ler­wei­se nicht reflek­tiert wer­den kann, u. a. da hier die bereits erwähn­te Ste­reo­ty­pi­sie­rung, also die oft­ma­li­ge Wie­der­ho­lung wirkt, es kein offi­zi­ell aus­ge­spro­che­nes, ver­öf­fent­lich­tes Ver­bot gibt, son­dern die­ses Dik­tat mit­tels inter­ner, nicht ver­öf­fent­lich­ter Dienst­an­wei­sun­gen und dem Prin­zip Tabu durch­ge­setzt wur­de und prak­ti­ziert wird, und der bra­ve Volks­ge­nos­se nicht reflek­tiert, daß Lüge und Mani­pu­la­ti­on nicht erst mit dem Aus­sa­ge­satz begin­nen. Da weder Schu­len, Unis, Medi­en noch Polit­niks es ihnen bei­zu­brin­gen ver­su­chen noch je ver­such­ten, schon gar nicht soge­nann­te PDS­ler und Möch­te-Gern-Lin­ke. Big Bro­ther hat es ihnen nicht erlaubt. Und wir sehen an die­sem Bei­spiel, wie eben die­se Big-Bro­ther-Dik­ta­tur kurz­fris­tig den größ­ten Schwach­sinn in Mil­lio­nen Köp­fe häm­mert, ohne daß es der mani­pu­lier­ten Her­de oder wenigs­tens eini­gen Leit­ham­meln auf­fie­le. Ob die Gleich­schal­tungs-Rekla­me nun kom­mer­zi­ell daher­kommt oder poli­tisch oder als Unterhaltung.

Aber wel­chen qua­si posi­ti­ven Grund gibt es nun für die­sen Ter­mi­nus? Posi­tiv hier nicht in einem mora­li­schen Sinn, son­dern in dem­je­ni­gen, daß die­ser Falsch­sprech tat­säch­lich gewollt ist, daß er eine mani­pu­la­ti­ve Funk­ti­on habe, daß sich das wer aus­ge­dacht hat mit bestimm­ten Wirkungsabsichten.

Die Her­lei­tung eines sol­chen qua­si posi­ti­ven Grun­des ist im übri­gen die Vor­aus­set­zung dafür, nicht mit dem Argu­ment »Ver­schwö­rungs­theo­rie« z. B. abser­viert zu wer­den. Zu die­sem Ter­mi­nus, also Ver­schwö­rungs­theo­rie, kom­men wir viel­leicht und hof­fent­lich in einer spä­te­ren Lek­ti­on. Die Lon­don Times mel­de­te übri­gens Anfang der 1990er, daß die Pro­pa­gan­da-For­mel »ehe­ma­li­ge DDR« per Dienst­an­wei­sung durch­ge­setzt wur­de, also nicht etwa spon­tan oder in einem demo­kra­ti­schen Dis­kurs, wie der Volks­ge­nos­se im all­ge­mei­nen den­ken soll. In deut­schen Medi­en wur­de dies wohl nie gemel­det. In der eng­li­schen Über­set­zung taucht der Ter­mi­nus dann z. B. als »for­mer GDR« Ende der 1990er in abwei­sen­den Beschlüs­sen inter­na­tio­na­ler Gerich­te in Straß­burg und Genf auf Beschwer­den von DDR-Bür­gern gegen die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen seit 1990 wie­der auf. Was beweist, wer die Ver­fas­ser der Abwei­sun­gen inter­na­tio­na­ler Beschwer­den gegen die Brd sind, denn in eng­lisch­spra­chi­gen Län­dern ist die For­mel »for­mer GDR« wei­test­ge­hend unbekannt.

Dabei ist der Sinn die­ses Falsch­sprech ganz ein­fach zu erklä­ren; jeder min­des­tens durch­schnitt­lich Intel­li­gen­te kann es leicht ver­ste­hen: Man muß sich nur an die Schu­le erin­nern und an die Pro­ble­ma­tik des Abschrei­bens: Solan­ge der Vor­schrei­ber die Auf­ga­be rich­tig erle­digt, ist im Fal­le des rich­ti­gen Abschrei­bens – mehr oder weni­ger – alles in Ord­nung. Wenn nun aber der­je­ni­ge, von dem abge­schrie­ben wird, etwas Fal­sches schreibt, und der Abschrei­ber die­ses Fal­sche dann rich­tig abschreibt, hat min­des­tens einer von ihnen ein Pro­blem. Die­se Situa­ti­on soll­te jeder als Schü­ler selbst oder inner­halb sei­ner Klas­se ein­mal erlebt haben. Der Leh­rer weiß i. d. R., wer von wem abge­schrie­ben hat, da es in Schul­klas­sen eine bekann­te Hier­ar­chie gibt, wer wovon wie viel weiß.

Das Prin­zip ist also: Solan­ge das Rich­ti­ge vor­ge­ge­ben und rich­tig über­nom­men wird, ist alles in Ord­nung und nichts zu erken­nen, gibt es kei­nen Ver­dacht, daß etwas Regel­wid­ri­ges, Ver­bo­te­nes vor­ge­fal­len sei, oder ist es wenigs­tens nicht zu bewei­sen. Schreibt jemand etwas Fal­sches rich­tig ab, dann ist er über­führt, also erkannt und durch­schaut. Das Kopie­ren des Fal­schen ist also ein Indi­ka­tor von etwas, des Rich­ti­gen nicht. Und genau das ist der Schlüs­sel zum Ver­ständ­nis die­ses Funk­ti­ons­ele­ments anti-moder­ner Pro­pa­gan­da in Wei­ter­ent­wick­lung des Goebbels-Stils:

Wür­de die Pro­pa­gan­da rich­ti­ges Deutsch und die Wahr­heit benut­zen und die Unter­ta­nen ver­an­las­sen, das Rich­ti­ge und die Wahr­heit nach­zu­spre­chen, wäre nichts zu erken­nen. Außer das rich­tig gespro­chen und – dia­lek­tisch gedacht – damit auch rich­tig gedacht wird. Indem aber punk­tu­ell das Fal­sche vor­ge­ge­ben ist und die Kadet­ten und Füh­rungs-Posi­ti­ons-Anwär­ter des Sys­tems ange­hal­ten sind, die­ses nach­zu­plap­pern und abzu­schrei­ben, kön­nen die Super­vi­sors and Gate­kee­pers, also die Kon­trol­leu­re und Ent­schei­der des Sys­tems, die Kader­lei­ter (heu­te Per­so­nal­ma­na­ger genannt), Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den, Schrift­lei­ter, die völ­ki­schen Beob­ach­ter und Mei­nungs-Füh­rungs­of­fi­zie­re erken­nen, wer geeig­net ist für »Höhe­res«. Näm­lich wer sich dem herr­schen­den Blöd­sinn unter­wirft und dies signa­li­siert mit­tels der Ver­wen­dung des Ter­mi­nus »ehe­ma­li­ge DDR«. Und es mög­lichst nicht ein­mal merkt. Ein wei­te­res ver­läß­li­ches Indiz ist übri­gens auch die stän­di­ge Wie­der­ho­lung von fünf Sil­ben, die in ande­ren Fäl­len längst weg­ge­kürzt wor­den wären – wie anders­wo in der Öko­no­mie, muß im Fall ideo­lo­gi­scher Behäm­me­rung nicht nur nicht gespart wer­den wie sonst, son­dern ist das Spa­ren sogar tabu.

Mit »ehe­ma­li­ge DDR« sagt der Spre­cher oder Schrei­ber ab dem 3.10.1990 nichts, was er nicht mit DDR schon gesagt haben wür­de. Aber er sagt und signa­li­siert etwas über sich selbst, näm­lich: Ich bin ver­wen­dungs­be­reit und ‑fähig! Ich unter­wer­fe mich dem herr­schen­den Schwachsinn!

Wer »ehe­ma­li­ge DDR« sagt, unter­wirft sich dem herr­schen­den Blöd­sinn und zeigt dies an und erkennt in der Regel auch den gan­zen ande­ren Schwach­sinn nicht oder macht ihn mit, wie er – und sie – nicht erkennt, daß »ehe­ma­li­ge DDR« falsch und schwach­sin­nig ist. »Ehe­ma­li­ge DDR« ist nicht nur der sehr genaue Indi­ka­tor der Ver­wend­bar­keit, son­dern ist auch Werk­zeug, kon­di­tio­niert also auch, ins­be­son­de­re durch jah­re­lan­ges, stän­di­ges Wie­der­ho­len, also Ste­reo­ty­pi­se­rung; die sprin­ger­schen Gän­se­füß­chen sind ersetzt, ein säku­lä­res »Vater­un­ser«.

Womit dann auch wei­test­ge­hend unbe­merkt das Aus­schrei­ben und ‑spre­chen der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Repu­blik tabui­siert ist und solch Schwach­sinn wie »das ehe­ma­li­ge Ost­ber­lin« und »das ehe­ma­li­ge Ost­deutsch­land« (als habe man die Him­mels­rich­tun­gen beschul­digt, kom­mu­nis­tisch zu sein, und des­halb abge­schafft oder umbe­nannt) als Wei­ter­füh­rung des ein­mal begon­ne­nen Schwach­sinns der Tabui­sie­rung des Namens »DDR« und damit des Staats und sei­ner Bür­ger tag­täg­lich auch inter­na­tio­nal fröh­li­che Urständ feiert.

Quod erat demonstran­dum – was zu bewei­sen war.

P.S.: 10 Jah­re nach Abfas­sung die­ses Texts, im Som­mer 2022, erscheint der Hin­weis zweck­dien­lich, daß die »ehe­ma­li­ge DDR«-Stereotype zwar nicht abge­schafft, nicht außer Voll­zug gesetzt wur­de, aber doch bei wei­tem nicht mehr die Häu­fig- und Wich­tig­keit hat in der tag­täg­li­chen ideo­lo­gi­schen Bedon­ne­rung der Brd-Volks­ge­nos­sen, innen wie äuß­in­nen, wie noch 2022. Aber: Die mit die­ser Pro­pa­gan­da-For­mel durch­ge­setz­ten Idio­tis­men sind den Deut­schen – sozu­sa­gen – mitt­ler­wei­le in Fleisch und Blut über­ge­gan­gen, gene­tisch pro­gram­miert, ein­ge­brannt, die Hirn­fest­plat­ten wur­den mil­lio­nen­fach red­un­dant über­schrie­ben. Die­je­ni­gen, die heu­te 40 … 50 Jah­re alt sind, ken­nen seit ihrer Kind­heit und Jugend nichts ande­res als die­ses Unwis­sen. Und suchen nicht ein­mal das Loch im Zaun des Falsch-Sprech-Gefäng­nis­ses. Geschwei­ge denn, daß sie hin­rei­chend wis­send wären, es zu fin­den. Die gele­gent­lich Wie­der­ho­lung der For­mel hat inzwi­schen also den Cha­rak­ter der poli­ti­schen Auffrischungsimpfung.

Und so erzäh­len mir die jung­schen TV-Stimm­chen auch in die­ser Ange­le­gen­heit tag­täg­lich die Welt ent­ge­gen­ge­setzt der Rea­li­tä­ten: Die DDR war immer schon ehe­ma­lig. Egal ob heu­te, 1995, 1985, 1975, 1965. Anders als bei den bei­den, durch­aus eben­falls wich­ti­gen Nach­nut­zun­gen »ehe­ma­li­ge Sowjet­uni­on« ab Anfang der 1990er und »ehe­ma­li­ges Jugo­sla­wi­en« ab ein Jahr­zehnt spä­ter. Die­se bei­den Nach­nut­zun­gen wer­den i. d. R. nur für die Erzäh­lung der Zeit nach der Been­di­gung die­ser Staa­ten ver­wen­det. Wäh­rend die DDR von 1965 in der tag­täg­li­chen Ver­blö­dung der Deut­schen durch die ari­sche Herr­schaft eben­so ehe­ma­lig gehei­ßen wird, wie die DDR 1995. Ein wesent­li­cher Unter­schied, der vom Volks­ge­nos­sen eben­so wenig reflek­tiert wer­den kann wie der Unter­schied von Keim­frei­heit und Reli­gi­ons­frei­heit. Oder den zwi­schen Revo­lu­ti­on und Kon­ter­re­vo­lu­ti­on. Wäh­rend Keim­frei­heit die Frei­heit von allen Kei­men ist und ein rich­ti­ges Wort, ist die angeb­li­che »Reli­gi­ons­frei­heit« eine irre­füh­rend-fal­sch­wir­ken­de Ver­kür­zung der »Reli­gi­ons­aus­übungs­frei­heit« wie der angeb­li­che Arbeit­ge­ber eigent­lich ein Arbeits­platz­ge­ber ist, falls man ihn nicht ganz so falsch benen­nen woll­te. Aber auch die­ses Syn­onym für »Kapi­ta­list« wür­de die Macht- und Eigen­tums­ver­hält­nis­se wirk­sam ver­schlei­ern. Etwas anders in Sachen Kon­ter­re­vo­lu­ti­on: Das Wort wur­de ein­fach ver­schwun­den. Bis 1989 war das Wort »Revo­lu­ti­on« ein Unwort, wie Nel­son Man­de­la bis 1988 eine Unper­son war. Für die Staats-Brd-ler. Ein Ter­ro­rist. Die Wand­lung vom Ter­ro­ris­ten zum pro­pa­gan­dis­ti­schen Vor­bild-Demo­kra­ten und Wahr­heits-Apos­tel wur­de den Brd-lern nie erklärt. Ich habe als klei­ner Jun­ge in den 1960ern eine Soli­da­ri­täts-Post­kar­te an Man­de­la ver­faßt. Was wie­der­um seit 1990 in den Brd-Herr­schafts­me­di­en rück­bli­ckend nie posi­tiv erzählt wer­den durf­te. Und wohl auch nie zuvor. Mit der Begeis­te­rung über die angeb­li­che fried­li­che Revo­lu­ti­on in der DDR, die ja tat­säch­lich in mehr­fa­cher Hin­sicht das Gegen­teil des Erzähl­ten war, wur­de das Unwort »Revo­lu­ti­on« nun staats­ideo­lo­gisch ins Posi­ti­ve gewen­det, zum »Aus­gleich« aber das Wort »Kon­ter­re­vo­lu­ti­on« ver­ges­sen gemacht. Wie ja auch die Wor­te »Dia­lek­tik«, »Avant­gar­de«, »Vor­hut«, »Par­tei neu­en Typus« und vie­le mehr, die aus dem Wort »Revo­lu­ti­on« den mar­xis­ti­schen Begriff machen. Und so fal­len nun also im ari­schen Herr­schafts­sprech Revo­lu­tio­nen und Kon­ter­re­vo­lu­tio­nen in eins. Der Deutsch-Unter­tan kann nicht den­ken, daß es Kon­ter­re­vo­lu­tio­nen gibt, denn um dies den­ken zu kön­nen, benö­tigt man den Begriff. Oder doch wenigs­tens das Wort. Es folg­ten der angeb­li­chen fried­li­chen Revol­ti­on die die sam­te­ne in der ČSSR und die spä­te­ren soge­nann­ten Farbenrevoltionen …

Mit der »ehe­ma­li­gen DDR« kommt es aber regel­mä­ßig und zuneh­mend noch schlimmer:

1975 war Ber­lin, und zwar völ­ker­recht­lich ver­ein­bart, die Haupt­stadt der DDR. West­lich von Ber­lin gab es eine ähn­lich hei­ßen­de Stadt. Die hieß – völ­ker­recht­lich ver­ein­bart – Ber­lin (West). Die­se waren – völ­ker­recht­lich aner­kannt – zwei Städ­te, die aus einer her­vor­ge­gan­gen waren. Näm­lich aus der Reichs­haupt­stadt des öster­rei­chi­schen Kanz­lers. Des­sen Import in den 1920er Jah­ren uns Deut­sche (also nicht impor­tier­te Syrer mit deut­schen Päs­sen und vol­len Stimm­recht) eigent­lich vor dem Import von Men­schen war­nen müß­te, aber, nach dem Wil­len der Herr­schen­den, nicht darf.

Wenn heu­te, im Jahr 2022, in den Pro­pa­gan­da-TV-Sen­dun­gen, in den Pro­pa­gan­da-Reden der Diä­ten-Hei­nis­sen, also auch in den Come­dy-Wit­ze­lei­en und an den Knei­pen-Bier­ti­schen, das Ber­lin von 1975 ins Gere­de kommt, heißt es »Ost­ber­lin«, wäh­rend das Ber­lin (West), damals auch West-Ber­lin genannt, immer Ber­lin gehei­ßen wird. (Fast) nie rich­tig. Wie auch die Geschich­te des 1990 angeb­lich wie­der­ver­ei­nig­ten, 40 Jah­re geteil­ten Lan­des, das ab 1949 tat­säch­lich aber zwei Län­der und eine »beson­de­re poli­ti­sche Ein­heit« Ber­lin (West) waren, immer erzählt wird, indem sie gleich­ge­setzt wird mit der der Brd. Genau­er gesagt: Mit der gera­de aktu­el­len Erzähl-Ver­si­on. Denn die wird ja eben­falls gemäß der aktu­el­len ideo­lo­gi­schen Erfor­der­nis­se per­ma­nent umgedichtet.

Die rück­wir­ken­de Umdich­tung der deut­schen Geschich­te bis tiefst hin­ein ins Umgangs­sprach­li­che bewirkt, daß die nach­wach­sen­den Bewoh­ner des Pro­pa­gan­da-Gebiets, das sich bis nach Öster­reich und in die Schweiz erstreckt, die Geschich­te nicht mehr ver­ste­hen kön­nen, schon gar nicht rich­tig. Und die­ses Falsch­ver­ste­hen kon­di­tio­niert selbst­ver­ste­hen auch das Falsch­ver­ste­hen des Aktu­ell-Poli­ti­schen nach dem Vor­ga­ben der­sel­ben Mäch­ti­gen, die auch die Geschich­te falsch dik­tie­ren. Wie die Hit­ler-Unter­ta­nen den Kom­mu­nis­mus, die Arbei­ter­be­we­gung, Gewerk­schafts­be­we­gung, den Intel­lek­tu­el­len und den Juden ver­stan­den bzw. »ver­stan­den« haben. Damit wird auch so getan, als habe es nie ZWEI Staa­ten gege­ben, son­dern EIN geteil­tes Land. Und wir sei­en »wie­der­ver­ei­nigt«. Weder wur­den wir DDR (-Gebo­re­ne) ver­ei­nigt, noch wie­der. Mit ande­ren Wor­ten: Wir wur­den »wie­der­ver­ei­nigt« wie ab 1933 der Kom­mu­nist mit dem SA-Mann in Oranienurg/​Sachsenhausen, Dach­au, Buchen­wald usw., wie der Jude mit dem SS-Mann in Ausch­witz; daß der Anschluß Öster­reichs an das hit­le­ris­ti­sche deut­sche Reich 1938 eben­falls falsch Wie­der­ver­ei­ni­gung genannt wur­de, sol­len die Deutsch-Unter­ta­nen selbst­ver­ständ­lich nicht den­ken. Es gab in der 1919er Ver­fas­sung dies­be­züg­lich übri­gens das sel­be Gebot wie im Pro­vunG (pro­vi­so­ri­sches, ungül­ti­ges Grund­ge­setz) der Bumsreplik.

Die Fal­scher­zäh­lung der bei­den deut­schen Staa­ten war ab 1990 auch eine wesent­li­che Grund­la­ge, DDR-Bür­ger straf­zu­ver­fol­gen, ihr Eigen­tum zu ari­sie­ren, sie als Juden und wei­ße Nig­ger zu deklas­sie­ren, wie ab 1933 die faschis­ti­schen Fal­scher­zäh­lun­gen der Kom­mu­nis­ten und Sozen eine Grund­la­ge war, sie und deren Kin­der zur Wehr­macht- und SS-Krie­ger umzu­er­zie­hen. Aus DDR-Grenz­sol­da­ten wur­den pro­pa­gan­dis­tisch »Mau­er­schüt­zen«, lan­ge vor dem ers­ten Pro­zeß. Die Schuld­sprü­che waren vor­pro­gram­miert allein schon durch die Fik­ti­on, der »Wie­der­ver­ei­ni­gung« des geteil­ten einen Lands. Womit dann eben auch begrün­det wur­de, daß die Besat­zer das Tun und Las­sen der DDR-Bür­ger nach Belie­ben der Besat­zer nicht men­schen­rechts­kon­form beurteilten.

Aktu­el­le Bei­spie­le der sel­ben Metho­den: Nach­dem den Deut­schen 8 Jah­re lang die »Selbst­er­nann­ten« und »Pro-Rus­sen« ein­ge­häm­mert wor­den waren, ver­schwan­den die­se mit dem angeb­li­chen Über­fall der Rus­sen im Febru­ar 2022. Wie wir DDR-Bür­ger am 10.11.1989 auf­hör­ten, die »Brü­der und Schwes­tern aus dem Osten« zu sein. Sprach­lich. Was fast nie­mand bemerk­te, die­ses Ver­schwin­den. Und nie öffent­lich ver­merkt wur­de und erklärt wor­den ist. Wer sie statt­des­sen hät­te ernen­nen sol­len, die­se Repu­bli­ken, und wie es gewer­tet wor­den wäre, wenn Putin oder irgend­ein Mars­männ­chen sie ernannt hät­te, die Repu­bli­ken, die Bür­ger­meis­ter, die Staats­chefs, haben sie nie ver­ra­ten. Staats­recht­li­che Nor­ma­li­tät, his­to­ri­sche Ver­nunft wird in den Denk­ton­ne getre­ten. Wort­klang, Kon­text, Sprechton usw. »bewei­sen« dem Deutsch-Unter­tan das Nega­ti­ve. Und wie zunächst nur die DDR ehe­ma­lig gehei­ßen wur­de, also total asym­me­trisch, und spä­ter nur sie auf die­se Wei­se, also auch rück­wir­kend, gibt es sprach­lich nur Pro-Rus­sen. Kei­ne Pro-Juden, kei­ne Pro-Ukrai­ner, kei­ne Pro-Ehr­li­chen, kei­ne Pro-Obdach­lo­sen, schon gar kei­ne Pro-Amis und Pro-Deut­schen. Hier sehen wir das Pro­pa­gan­da-Phä­no­men der ein­ein­deu­ti­gen Ver­bin­dung von Pro­pa­gan­da-Wör­tern mit bestimm­ten pro­pa­gan­dis­ti­schen Erzäh­lun­gen wie »Holo­caust« und der Wort­klang-Nach­bil­dung »Holo­do­mor«, »Per­so­nen­kult«, »Ost­block« usw. Dazu sicher­lich spä­ter mehr.

Und der angeb­li­che Über­fall der Rus­sen Ende Febru­ar 2022, der tat­säch­lich ja die Ant­wort auf den Über­fall der Kie­wer Put­schis­ten auf die Men­schen in ehe­mals ost­ukrai­ni­schen Gebie­ten war und ist, die aber nun wie­der­um nicht ehe­ma­lig gehei­ßen wer­den dür­fen, heißt nun ste­reo­typ »Putins grau­sa­mer Angriffs­krieg« und muß so drin­gend von allen öffent­lich poli­tisch Reden­den auf­ge­sagt wer­den, wenn es irgend eine Anlaß-Esels­brü­cke gibt, und wo es sie gar nicht gibt, wird sie auch gern her­bei­ge­re­det, daß die Gleich­schal­tung mög­lichst nicht mehr bemerkt wer­den kann. Die Iden­ti­fi­zie­rung des Staats mit der Per­son Putin ist eine Trans­po­nie­rung des Anti-»Stalinismus« auf W.W. Putin, denn es waren ja auch schon Sta­lins Bom­be, Sta­lin Miß­trau­en, Sta­lins Para­noia, Sta­lins Unbe­re­chen­bar­keit usw. Es war nie Nixons Krieg, auch nicht Bushs oder Clin­tons oder Oba­mas Krieg. Die Falsch­be­zeich­nung der Abwehr der von Kiew aus­ge­hen­den krie­ge­ri­schen Angrif­fe auf die Men­schen, die die Kie­wer Put­schis­ten als ihre eige­nen Bür­ger rekla­mie­ren, und zwar mit der kie­wer Staats­ar­mee plus diver­se »rech­te Sek­to­ren« ana­log zur SA als Hilfs­po­li­zei ab Hit­lers Kanz­ler­schaft und unter Görings Ober­be­fehl und deren Waf­fen, ana­log zur Waf­fen-SS als Stoß­ar­mee und Ergän­zung der Wehr­macht, – zwei­fel­los ein Ver­bre­chen wider die Men­schen­rech­te – ent­spricht der Prä­ven­tiv­kriegs­the­se der den 8. Mai 1945 über­lebt haben­den deut­schen Faschis­ten, der gemäß der Hit­ler ledig­lich dem Sta­lin zuvor­ge­kom­men sei. Wel­che Angriffs­krie­ge und war­um nicht grau­sam und nicht bru­tal waren, und war­um kei­ner der vie­len, vie­len Ami-Über­fäl­le jemals for­mel­haft-ste­reo­typ so genannt wur­de, wird eben­falls nicht erklärt. Mit all die­se For­meln ent­le­di­gen sich die Sys­tem-Pro­pa­gan­dis­ten der Not­wen­dig­keit, des Min­des­te zu erklä­ren und zu begrün­den. Die Pro­pa­gan­da-Ste­reo­ty­pe in der von J. Goe­b­bels wesent­lich geform­ten heu­ti­gen Qua­li­tät als Pro­gram­mie­rungs-Instru­ment der Hirn-Fest­plat­ten. Anonym aus­ge­ge­ben wie aus irgend einem Nichts her­ge­kom­men, red­un­dant, blöd­sin­nig, stän­dig wie­der­holt, kon­text­arm bis ‑los, wie­der­sin­nig, mal kei­fend – mal sanft gebe­tet, seit eini­gen Jah­ren immer weib­li­cher, jung­scher, hüb­scher daherkommend.

Ich erin­ne­re mich, Ende der 1970er auf dem damals noch 3. Pro­gramm, das teil­wei­se als Bil­dungs- und Exper­ten- und Gebil­de­ten-Fer­se­hen fun­gier­te, eine Sen­dung über Gleich­schal­tung gese­hen zu haben. Dann kam der Kanz­ler H. Kohl, dann wur­den aus den 3. Pro­gram­men die Regio­nal-Sen­der. Der­glei­chen Auf­klä­re­ri­sches zu die­sem The­ma habe ich nie wie­der gese­hen. Im West-TV. Der ehe­ma­li­gen Brd. Die zwar sel­ten, aber immer­hin ab und an so genannt wird.

Lek­ti­on 2 als Video:

Bild: Wap­pen der Deut­schen Demo­kra­ti­schen Republik

2 thoughts on “Die Sprache der Herrschaft – und der Ohnmacht Lektion 2: »Ehemalige DDR«

  1. Hal­lo Malcolm,
    ich grü­ße aus NRW, wo ich not­ge­drun­gen seit ›91 lebe. Zuvor Thüringen.
    Ich bin immer wie­der erstaunt über die Begriffs­stut­zig­keit mei­ner hie­si­gen Mit­bür­ger, wenn ich von der ehe­ma­li­gen BRd rede und zur Erklä­rung nach­schie­be »Tri­zo­ne­si­en« – das mag man nicht hören. Dabei haben sie im rhei­ni­schen Kar­ne­val doch lan­ge Zeit gesun­gen: »…wir sind die Ein­ge­bo­re­nen aus Tri­zo­ne­si­en«. Wie heißt es noch? … glück­lich ist, wer ver­gisst. So auch die »re-edu­ca­ti­on« ab 45, wo man sich mit Pall Mall, Nylons, Micky Mou­se etc. hat ein­lul­len las­sen. In der DDR hat das nicht geklappt und die Paro­le »..der rus­si­sche Arbei­ter habe näher zu ste­hen, als die west­deut­sche Tan­te« hat nicht ver­fan­gen. Was wie­der zeigt, wie mate­ri­el­le Rand­be­din­gun­gen ideo­lo­gi­sche Indok­tri­na­ti­on und resul­tie­ren­de Prä­gun­gen begünstigen.

    1. mojns zurück, naja, nicht alles hat geklappt, aber doch vie­les. die herr­schen­den sind recht ner­vös, daß und in wel­chem maße die soge­nann­ten ost­deut­schen den rus­sen-putin-haß nicht mit­ma­chen wol­len… bes­te grüße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.