Feminismus, Genderideologie und Transhumanismus

Nieder mit der Küchensklaverei!
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Ich gebe es zu: Hin und wie­der sehe ich ger­ne die Dis­kus­si­ons­run­den von Tichys Aus­blick auf You­Tube. Denn in vie­len Berei­chen ist da noch eine gewis­se Rest­ver­nunft anzu­tref­fen, die ansons­ten in der Gesell­schaft nahe­zu voll­stän­dig ver­lo­ren gegan­gen ist. So zum Bei­spiel bei der Coro­na- und der Klimahysterie.

Auch das The­ma am 2. Juni 2022 »Deutsch­land im Woke-Wahn?« ver­sprach inter­es­sant zu wer­den. Es dis­ku­tier­ten Roland Tichy und Frank Hen­kel mit Bet­ti­na Röhl, Giu­sep­pe Gar­cia, Pau­li­ne Schwarz.1 Ins­be­son­de­re letz­te­re brach­te zahl­rei­che wich­ti­ge und erschre­cken­de Infor­ma­tio­nen über die Trans­gen­der-Ideo­lo­gie der Woken. Dazu wei­ter unten mehr.

Den ideo­lo­gi­schen Rah­men setz­te aber lei­der die Anti­kom­mu­nis­tin Bet­ti­na Röhl, Toch­ter von Ulri­ke Mein­hof. Sie sage zu Beginn der Dis­kus­si­on folgendes:

Wokism ist ein neu­er Aus­druck für etwas, was schon 68 und im Grun­de genom­men mit dem Kom­mu­nis­mus ange­fan­gen hat. Die 68er haben sich der­sel­ben Mit­tel wie der Woken bedient. Auch damals ging es schon um die Zer­stö­rung der Klein­fa­mi­lie, die Zer­stö­rung der Bezie­hun­gen, die Zer­stö­rung der Ehe, der Femi­nis­mus. Das sind die Groß­el­tern der­je­ni­gen, die heu­te sicht­bar woke sind. Im Hin­ter­grund sind immer noch die gewan­del­ten 68er, die Neo-68er, dar­un­ter Soros2, er ist jetzt 90. […] Die jün­ge­ren Genera­tio­nen, wo man gehofft hat, sie wür­den die Feh­ler der 68er oder schon die Feh­ler der Kom­mu­nis­ten – letzt­lich ist es ja noch älter, letzt­lich ist seit Karl Marx der irr­sin­ni­ge Irr­tum in der Gesell­schaft – mit Ver­nunft kor­ri­gie­ren. Weil es ja einen Sie­ges­zug die­ses Irr­sinns gab, set­zen die jün­ge­ren Genera­tio­nen immer noch einen oben drauf.

Die The­se die­ses Arti­kels ist, dass der Wokis­mus kei­nes­falls eine Fort­set­zung des Femi­nis­mus, des Bol­sche­wis­mus und der 68er ist, son­dern ihre Nega­ti­on. Wenn Reak­tio­nä­re wie Röhl ver­su­chen über den Wokis­mus auch den tra­di­tio­nel­len Femi­nis­mus und den Kom­mu­nis­mus – eigent­lich meint sie den Bol­sche­wis­mus – zu dis­kre­di­tie­ren, wol­len sie schein­bar zu einer Gesell­schaft zurück, in der die Frau­en kei­ner­lei Rech­te hat­ten. Denn der Sozia­lis­mus hat sich wie kei­ne ande­re sozia­le Bewe­gung um die Frau­en­eman­zi­pa­ti­on ver­dient gemacht.

Schau­en wir uns die Stel­lung der Frau im Rus­si­schen und Deut­schen Kai­ser­reich vor 1917 an:

  • Kein Wahl­recht. Nur die Män­ner durf­ten wäh­len und gewählt werden.
  • Der Mann war Haupt der Fami­lie. Das bedeu­te­te unter ande­rem er hat­te bei der Auf­ent­halts­be­stim­mung und bei der Erzie­hung der Kin­der das letz­te Wort. Die Frau brauch­te die Zustim­mung des Man­nes, wenn sie außer Haus arbei­ten woll­te. Ihr Lohn floss ihm zu. Er konn­te damit nach Belie­ben disponieren.
  • Die vor­ehe­li­che Sexua­li­tät war durch den Kup­pe­lei­pa­ra­gra­phen stark behin­dert. Mäd­chen wur­den von ihren Eltern und Brü­dern scharf bewacht, damit sie »unbe­rührt« in die Ehe gehen, so wie das in tra­di­tio­nell und reli­gi­ös gepräg­ten Milieus unter­schied­li­cher Reli­gio­nen heu­te noch üblich ist.
  • Gro­ße bür­ger­li­che Dich­ter wie Goe­the und Schil­ler plä­dier­ten in ihren Wer­ken für die Lie­bes­hei­rat. Tat­säch­lich aber waren die meis­ten Ehen im Bür­ger­tum und Adel bis 1917 arran­giert und dien­ten der Ver­meh­rung des väter­li­chen Besit­zes. Frau­en wur­den gezwun­gen einen Mann zu hei­ra­ten, den sie bes­ten­falls vor­her eini­ge Male kurz gese­hen hatten.
  • Die Schei­dung war sehr schwer erreich­bar und erfolg­te nur nach dem Ver­schul­dungs­prin­zip. Vie­le Frau­en waren in einer unglück­li­chen Ehe gefan­gen. Man sprach vom Eheknast.
  • Der Ehe­bruch war ver­bo­ten und wur­de bestraft.
  • Die Abtrei­bung war ver­bo­ten und wur­de hart bestraft.
  • Homo­se­xua­li­tät war ver­bo­ten und Homo­se­xu­el­le waren gesell­schaft­lich geächtet.

Ange­sichts die­ser bru­ta­len Unter­drü­ckung, die die Frau nach den Wor­ten von Fried­rich Engels zur Skla­vin des Man­nes degra­dier­te, wirk­ten eini­ge der ers­ten Maß­nah­men der Bol­sche­wi­ki im Jahr 1917 wie ein Donnerschlag:

  • Akti­ves und pas­si­ves Wahl­recht für Frauen
  • Sie pro­kla­mier­ten die Auf­he­bung der Ehe. De fac­to bedeu­te­te das: Ein­fa­che Schei­dung und Ent­kri­mi­na­li­sie­rung ver­schie­dens­ter For­men der Sexua­li­tät zum Bei­spiel der Homo­se­xu­el­len und der Jungend.
  • Die Abtrei­bung und Ver­hü­tung waren voll­kom­men freigegeben.

Alex­an­dra Kol­lon­tai wur­de Volks­kom­mis­sa­rin für sozia­le Fra­gen. Zum ers­ten Mal in der bekann­ten Geschich­te der Mensch­heit war eine Frau Mit­glied der Regie­rung eines Staa­tes. Es kam auch zu einer Anglei­chung der sozia­len Geschlech­ter. Die Frau­en schnit­ten sich ihre lan­gen Haa­re ab und sie tru­gen jetzt Hosen statt lan­ger, unprak­ti­scher Röcke, die sie bei jeder Bewe­gung behin­der­ten. Ihnen stan­den nun alle Beru­fe offen. Vie­le Frau­en tra­ten den Roten Gar­den und spä­ter der Roten Armee bei. Ein Bei­spiel ist Laris­sa Reiss­ner, die ihre Erleb­nis­se in den Schlach­ten des Bür­ger­kriegs zu Papier brach­te.3 Leo Trotz­ki – damals Kriegs­kom­mis­sar – nann­te die viel zu früh ver­stor­be­ne Reiss­ner bewun­dernd die Pal­las Athe­ne der Revolution.

Die Haus­ar­beit soll­te in Sowjet­russ­land voll­stän­dig ver­ge­sell­schaf­tet wer­den unter ande­rem durch Wäsche­rei­en und Spei­se­hal­len. Das jetzt sys­te­ma­tisch auf­ge­bau­te Netz von Kin­der­gär­ten dien­te auch der Ent­las­tung der Frau. Jun­ge Leu­te expe­ri­men­tier­ten mit Wohn­kom­mu­nen als Alter­na­ti­ve zur patri­ar­cha­len Ehe. Hier­über berich­te­ten Wil­helm Reich und Klaus Meh­nert noch aus eige­ner Anschauung.

Die Alex­an­dra Kol­lon­tai zuge­schrie­be­ne For­de­rung, Sexua­li­tät soll­te für die Men­schen so selbst­ver­ständ­lich erreich­bar sein wie ein Schluck Was­ser, fin­det sich nicht in ihren Wer­ken. Sie pole­mi­sier­te aller­dings nicht nur gegen die arran­gier­ten Ehen des Bür­ger­tums, son­dern auch gegen die Ideo­lo­gie der roman­ti­schen Lie­be. Denn die­se führt ihrer Mei­nung nach dazu, dass die Frau­en auf einen per­fek­ten Mär­chen­prin­zen war­ten, häu­fig bis zum Sankt-Nim­mer­leins-Tag. Kol­lon­tai rief die Frau­en auf, sich viel­leicht auch mit einem etwas weni­ger per­fek­ten Part­ner zufriedenzugeben.

In den 20er Jah­ren wur­den aller­dings vie­le die­ser Fort­schrit­te zurück­ge­nom­men. Einer­seits waren die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für die voll­stän­di­ge Ver­ge­sell­schaf­tung der Haus­ar­beit noch nicht gege­ben. Bür­ger­krieg, Hun­gers­nö­te und die tota­le Umwäl­zung des Lebens führ­ten ohne­hin zu einer Insta­bi­li­tät auch der pri­va­ten Bezie­hun­gen. Stra­ßen­kin­der, deren Eltern ent­we­der gestor­ben waren, oder wo die Eltern ihre Kin­der nicht mehr ernäh­ren konn­ten, wur­den zu einem gro­ßen sozia­len Pro­blem.4 Hier­zu trug auch bei, dass noch kei­ne Mög­lich­keit gefun­den wur­de, wie die Zah­lung von Ali­men­ten der Väter unter den neu­en Bedin­gun­gen sicher­ge­stellt wer­den konnte.

Ande­rer­seits kam es mit dem Auf­kom­men der NEP-Leu­te »zu einer außer­or­dent­li­chen Hebung des Selbst­be­wusst­seins des Klein­bür­ger­tums von Stadt und Land, wach­sen­der Druck auf die Arbei­ter; völ­li­ge Tötung der Par­tei- und Sowjet­de­mo­kra­tie.»5

Sta­lin setz­te sich an die Spit­ze die­ser Ent­wick­lung. Unter sei­ner Regie­rung wur­de die Schei­dung mas­siv erschwert, Abtrei­bung und Homo­se­xua­li­tät erneut verboten.

Den­noch blie­ben eini­ge Errun­gen­schaf­ten bestehen und die Ver­hält­nis­se in der Sowjet­uni­on waren damals immer noch deut­lich fort­schritt­li­cher als in den umlie­gen­den kapi­ta­lis­ti­schen Län­dern. Dort sahen sich die Eli­ten viel­fach gezwun­gen, nach dem Vor­bild von Sowjet­russ­land den Frau­en in den 20er Jah­ren auch bei sich das Wahl­recht zu geben. Ansons­ten änder­te sich an ihrer unter­le­ge­nen gesell­schaft­li­chen Situa­ti­on nicht viel.

An den Ver­hält­nis­sen der frü­hen Sowjet­uni­on ori­en­tier­te sich die in den 60er Jah­ren auf­kom­men­de zwei­te Wel­le des Femi­nis­mus impli­zit in ihren For­de­run­gen. Sie kön­nen des­halb gar nicht hoch genug ein­ge­schätzt werden.

Erst die viel­ge­schmäh­te 68er-Bewe­gung sorg­te in West­deutsch­land für eine Gleich­be­rech­ti­gung der Frau­en in der Ehe. Der Kup­pe­lei­pa­ra­graph wur­de gestri­chen und die Ehe­schei­dung nach dem Zer­rüt­tungs­prin­zip ein­ge­führt.6 Nach einem har­ten, mehr als 20 Jah­re dau­ern­den Kampf errei­che die Frau­en­be­we­gung die weit­ge­hen­de Lega­li­sie­rung der Abtrei­bung erst in den 90er Jah­ren (!), frei­lich nur nach einer Zwangs­be­ra­tung. Im glei­chen Jahr­zehnt wur­de auch die Homo­se­xua­li­tät voll­stän­dig entkriminalisiert.

Auch kam es erst jetzt im Wes­ten zu einer Anglei­chung der Sozi­al­cha­rak­te­re von Mann und Frau. Män­ner konn­ten jetzt län­ge­re Haa­re tra­gen und sich auch bis­her als typisch weib­lich gel­ten­de Eigen­schaf­ten erlau­ben, in dem sie sich lie­be­voll um ihre eige­nen Kin­der küm­mer­ten und sich an der Haus­ar­beit beteiligten.

Für einen tat­säch­li­chen Femi­nis­mus gäbe es in der BRD noch eini­ges zu tun. So soll­te zum Bei­spiel die Zwangs­be­ra­tung vor der Abtrei­bung abge­schafft wer­den. Es ist auch nicht gerecht­fer­tigt, dass die tra­di­tio­nel­le Ehe gegen­über ande­ren For­men des Zusam­men­le­bens mit Kin­dern durch das Ehe­gat­ten­split­ting mas­siv bevor­zugt wird. Auch die äußerst unbe­frie­di­gen­de sozia­le Situa­ti­on vie­ler Frau­en ver­langt Aufmerksamkeit.

Dar­an aber haben die heu­ti­gen woken Gen­der­ak­ti­vis­ten kei­ner­lei Inter­es­se. Sie behaup­ten viel­mehr dass es kei­ne bio­lo­gi­schen Geschlech­ter gäbe. Zu die­sem Fehl­schluss gelang­ten sie, weil es tat­säch­lich kei­ne uni­ver­sell gül­ti­gen sozia­len Geschlechts­cha­rak­te­re von Män­nern und Frau­en gibt.

Män­ner, die ange­ben, sich als Frau­en zu füh­len, gel­ten inzwi­schen als bio­lo­gi­sche Frau­en. Sie dür­fen am Frau­en­sport teil­neh­men, Frau­en­toi­let­ten benut­zen und Straf­tä­ter wer­den in Frau­en­gefäng­nis­sen ein­ge­sperrt. Eine Geschlechts­an­glei­chung ist nicht erforderlich.

Pau­li­ne Schwarz berich­tet aber auch davon, dass in den sozia­len Netz­wer­ken eine geschlechts­an­glei­chen­de Ope­ra­ti­on als Lösung für all­täg­li­che Puber­täts­pro­ble­me ange­prie­sen wird, an der vor allem aus gesell­schaft­li­chen Ursa­chen beson­ders vie­le Mäd­chen lei­den. Die Zahl die­ser Ope­ra­tio­nen nahm in den letz­ten Jah­ren um 4.000 Pro­zent zu. Bereits Puber­täts­blo­cker ver­hin­dern den Stimm­bruch, schrän­ken das Wachs­tum ein und hem­men die Ent­wick­lung der Libi­do. Wenn sich zum Bei­spiel Mäd­chen in Jun­gen umope­rie­ren las­sen, bedeu­tet das, dass ihre Brüs­te und ihre Gebär­mut­ter ope­ra­tiv ent­fernt wer­den. Ob die Mäd­chen dadurch glück­lich wer­den, darf bezwei­felt wer­den. Auf jeden Fall müs­sen Kran­ken­kas­sen die­se Art von Ope­ra­ti­on bezah­len und die Ent­wick­lung geht dahin, dass bereits 14-jäh­ri­ge sie ohne Ein­wil­li­gung der Eltern durch­füh­ren las­sen kön­nen.7

Die Gen­der­ideo­lo­gie hat sich in den letz­ten Jah­ren mas­siv radi­ka­li­siert. Aus der Vor­stel­lung, dass es kei­ne bio­lo­gi­schen Geschlech­ter gäbe, folgt inzwi­schen, dass die­se Unter­schie­de mit dem Skal­pell besei­tigt wer­den. Auf jeden Fall sind die­se Ope­ra­tio­nen irrever­si­bel. Weder Mäd­chen noch Jun­gen, die sich auf die­se Wei­se ope­rie­ren las­sen, kön­nen spä­ter noch Kin­der bekom­men. Soll­te hier­aus eine Mas­sen­be­we­gung wer­den – und dar­auf deu­tet alles hin – wären die Fol­gen schreck­lich. Sowohl für vie­le der Betrof­fe­nen als auch für die Gesell­schaft als ganzer.

Ziel des Trans­hu­ma­nis­mus ist es, das phy­si­sche Leben der Men­schen zu been­den und ihr Bewusst­sein in einen gro­ßen welt­um­span­nen­den Com­pu­ter hoch­zu­la­den. Die­se kör­per­lo­sen Enti­tä­ten sol­len so ihre Unsterb­lich­keit erlan­gen und aus­schließ­lich in vir­tu­el­len Wel­ten leben. Dies erscheint als eine Fie­ber­phan­ta­sie eini­ger grö­ßen­wahn­sin­ni­ger »Phil­an­thro­pen« aus dem Umkreis des World Eco­no­mic Forums. Den­noch wer­den beson­ders in den USA Mil­li­ar­den und Aber­mil­li­ar­den Dol­lar zum Errei­chen die­ses Ziels aus­ge­ge­ben. In den letz­ten Jah­ren sind schon atem­be­rau­ben­de Fort­schrit­te in den Berei­chen Mensch-Maschi­ne-Schnitt­stel­le und künst­li­che Intel­li­genz gemacht wor­den.8

Die­se Per­spek­ti­ve erscheint den meis­ten Men­schen reich­lich unat­trak­tiv. Des­halb set­zen die Phil­an­thro­pen auf immer aus­ge­feil­te­re Pro­pa­gan­da­tech­ni­ken, kom­bi­niert mit Zwang.

Die sich in einen Fun­da­men­ta­lis­mus hin­ein­stei­gern­de Gen­der­be­we­gung dient auch dazu, eine häss­li­che Kari­ka­tur der Lin­ken zu schaf­fen, um sie ins­be­son­de­re für die älte­ren Men­schen reich­lich unat­trak­tiv zu machen. So kann jede sozia­le Ver­bes­se­rung für die brei­te Mas­se aus­ge­schlos­sen werden.

Paul Sol­d­an schreibt auf Apo­lut:

Zusätz­lich wird die­sen Strö­mun­gen durch Kul­tur, Medi­en, Uni­ver­si­tä­ten und Behör­den ein immer grö­ßer wer­den­des öffent­lich­keits­wirk­sa­mes Forum berei­tet, wodurch ihr fest­sit­zen­des Dog­ma einen zuneh­men­den Anpas­sungs­druck auf die übri­ge Gesell­schaft aus­übt.9

Ent­schei­dend ist, dass die Gen­der­ideo­lo­gie ins­be­son­de­re bei den Jün­ge­ren eine Anpas­sung an den Trans­hu­ma­nis­mus bewirkt. Mit ihr sol­len tat­säch­li­che Natur­ge­set­ze aus­ge­he­belt und neue künst­li­che instal­liert wer­den. Die natür­li­che Bina­ri­tät der bio­lo­gi­schen Geschlech­ter wird abge­lehnt, da sie als Sym­bol für Kon­ser­va­tis­mus, Patri­ar­chat und Unter­drü­ckung gilt. Die Gen­der­ideo­lo­gie pro­pa­giert, dass die Über­win­dung des bis­he­ri­gen Mensch­seins nicht nur mög­lich, son­dern sogar zwin­gend not­wen­dig ist, um damit den Men­schen zu befrei­en.10

Durch zahl­rei­che kom­ple­men­tä­re Maß­nah­men wird die Außen­welt für die Men­schen reich­lich unat­trak­tiv gestal­tet. Lock­downs sper­ren die Men­schen zu Hau­se ein, die Mas­ken­pflicht macht es ihnen unmög­lich, die Mimik ihrer Mit­men­schen zu lesen und ver­lei­det die Nut­zung der öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel. Die auf­grund der Russ­land-Sank­tio­nen mas­siv stei­gen­den Ener­gie­kos­ten wir­ken in die glei­che Rich­tung. Sonn­tags­aus­flü­ge und Rei­sen mit dem Auto wer­den zuneh­mend schwieriger.

Die Main­stream­m­edi­en haben zudem ihre Dif­fa­mie­rungs­ma­schi­nen ange­wor­fen, mit denen das Wan­dern, eine der wich­tigs­ten Tätig­kei­ten in der frei­en Natur als rechts, als nazi geframt wird.11 Dies wird ganz mas­si­ve Aus­wir­kun­gen haben. Dabei wur­de noch 2011 das »Neue Wan­dern« pro­kla­miert, so der Titel eines Buches des Jour­na­lis­ten Manu­el Andrack. Über­all wur­den Pre­mi­um­wan­der­we­ge aus­ge­wie­sen: So gibt es den Rhein­steig (links­rhei­nisch), den Rhein­bur­gen­weg (rechts­rhei­nisch), den Huns­rück­steig, den Mosel­steig, den Kel­ler­wald­steig, den Rot­haar­steig etc.

In den 00er Jah­ren, beson­ders nach der gro­ßen Welt­wirt­schafts­kri­se von 2007/08 gab es zahl­rei­che Men­schen, die sich einen Aus­lands­ur­laub nicht mehr leis­ten konn­ten. Des­halb wur­de Urlaub in Deutsch­land, in den deut­schen Mit­tel­ge­bir­gen, für ein bestimm­tes Bevöl­ke­rungs­seg­ment wie­der attrak­tiv und auch öko­no­misch bedeutsam.

Jetzt aber sol­len die Men­schen nach dem Wil­len der Olig­ar­chen offen­bar ein­fach zuhau­se blei­ben. Urlaubs­über­nach­tun­gen sind 2020/21 gegen­über 2019 um mehr als 90% ein­ge­bro­chen. Es ist ange­sichts der rasan­ten Teue­rungs­wel­le mehr als unwahr­schein­lich, dass sich die Tou­ris­mus­bran­che jemals wie­der erho­len wird.12

Die Außen­welt wird aber auch dadurch bewusst unat­trak­tiv gemacht, indem über­all rie­si­ge Wind­kraft­an­la­gen auf­ge­stellt wer­den. Deutsch­land ver­wan­delt sich in einen ein­zi­gen Industriepark.

Kin­der wer­den schon seit eini­gen Jah­ren stark ent­mu­tigt, in der frei­en Natur zu spie­len. Vor­wand sind die angeb­li­chen Gefah­ren des Ver­kehrs und von Kin­der­schän­dern. Durch die zahl­rei­chen Lock­downs und das Home­schoo­ling wur­den Kin­der beson­ders betrof­fen. Sie ver­brach­ten gro­ße Tei­le ihres Lebens in ent­schei­den­den Lebens­pha­sen sozu­sa­gen in Ein­zel­haft ohne Kon­takt zu Gleichaltrigen.

Der Bio­lo­ge Mar­kus Fied­ler berich­tet, dass bereits die Land­schaf­ten der heu­ti­gen Com­pu­ter­spie­le wie Hori­zon – Zero Dawn deut­lich attrak­ti­ver sind als die­je­ni­gen der Rea­li­tät. Zudem wur­den die­ses und ande­re Spie­le mit einem hohen Sucht­fak­tor aus­ge­stat­tet.13 Durch ihren andau­ern­den »Haus­ar­rest« wer­den Kin­der auf die­ses und ande­re Com­pu­ter­spie­le gelenkt.

Wenn es nach dem Wil­len der west­li­chen Olig­ar­chen geht, wird sich das Leben der Men­schen in eini­gen Jah­ren nicht sehr von der Dys­to­pie des Films Matrix unter­schei­den. Die Men­schen leben dann haupt­säch­lich in einer vir­tu­el­len Welt, wäh­rend ihre Kör­per ver­fal­len oder ganz auf­ge­ge­ben wer­den. Die Erde dage­gen wird vor­erst bewusst ver­wüs­tet. Um die zahl­rei­chen Pro­ble­me der Mensch­heit zu lösen, braucht man vor allem bil­li­ge Ener­gie im Über­fluss. Das kann nach Lage der Din­ge nur die Kern­ener­gie sein. Die­se aber wird den Men­schen durch eine von dem Main­stream­m­edi­en gepush­te Anti-Atom­be­we­gung mit weit über­trie­be­ner Angst­pro­pa­gan­da madig gemacht.

Jere­my Rif­kin ist der viel­leicht ein­fluss­reichs­te Eli­ten­be­ra­ter welt­weit. Von ihm stammt auch die Ideo­lo­gie des »Wir wer­den nichts besit­zen, aber glück­lich sein«. Die­ser Rif­kin erklärt, war­um die Eli­ten die Kern­ener­gie so has­sen: »Die Aus­sicht auf bil­li­ge Fusi­ons­en­er­gie ist das schlimms­te, was dem Pla­ne­ten pas­sie­ren könn­te.»14 Damit meint er, dass mit der Kern­ener­gie alle Plä­ne, die wegen des CO2 eine mas­si­ve Kon­sum­ein­schrän­kung und eine Bevöl­ke­rungs­re­duk­ti­on begrün­den, Maku­la­tur wer­den kön­nen. Unse­re glo­ba­len Eli­ten wol­len aber eine »lee­re« Erde für sich allei­ne.15

Wäh­rend Sozia­lis­mus und Femi­nis­mus die unbe­streit­ba­re und unak­zep­ta­ble Dis­kri­mi­nie­rung der Frau­en been­den woll­ten, hilft die radi­ka­le Gen­der­ideo­lo­gie dabei, die Mensch­heit in eine schreck­li­che Dys­to­pie zu füh­ren. Nicht zufäl­lig haben sich Femi­nis­tin­nen der ers­ten Stun­de wie Ali­ce Schwar­zer von ihr distan­ziert. Frau Röhl hat recht, dass der Femi­nis­mus eine der Wur­zeln der heu­ti­gen Gen­der­ideo­lo­gie ist. Aber er wur­de durch den Ein­fluss von rei­chen Olig­ar­chen per­ver­tiert und in sein Gegen­teil verkehrt.

Lei­der scheint es so, dass wirk­lich pro­gres­si­ve For­de­run­gen in allen Berei­chen zwi­schen einem erstar­ken­den Kon­ser­va­tis­mus und einer fana­ti­schen Iden­ti­täts­po­li­tik rich­tig­ge­hend zer­rie­ben werden.

Quellen

Eric Ange­rer: Das Ende der Wel­ten­bum­me­lei, 05.05.2022, im Inter­net: https://​www​.rubi​kon​.news/​a​r​t​i​k​e​l​/​d​a​s​-​e​n​d​e​-​d​e​r​-​w​e​l​t​e​n​b​u​m​m​e​lei, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Mar­kus Fied­ler: Dys­to­pie des Trans­hu­ma­nis­mus am Hori­zont, Apo­lut, 30.04.2022, im Inter­net: https://​apo​lut​.net/​d​y​s​t​o​p​i​e​-​d​e​s​-​t​r​a​n​s​h​u​m​a​n​i​s​m​u​s​-​a​m​-​h​o​r​i​z​o​n​t​-​v​o​n​-​m​a​r​k​u​s​-​f​i​e​d​l​er/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Dirk C. Fleck: Das War­ten auf den Kol­laps – unse­re ein­zi­ge Hoff­nung?, Neue Debat­te, 10.09.2019, im Inter­net: https://​neue​-debat​te​.com/​2​0​1​9​/​0​9​/​1​0​/​d​a​s​-​w​a​r​t​e​n​-​a​u​f​-​d​e​n​-​k​o​l​l​a​p​s​-​u​n​s​e​r​e​-​e​i​n​z​i​g​e​-​h​o​f​f​n​u​ng/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Ulri­ke Hei­der: Vögeln ist schön, Ber­lin 2014

Simo­ne Hörr­lein: Alb­traum »Künst­li­che Intel­li­genz«, Teil 2, Rubi­kon, 31.05.2022, im Inter­net: https://www.rubikon.news/artikel/albtraum-kunstliche-intelligenz‑2, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Laris­sa Reiss­ner: Okto­ber, König­stein im Tau­nus 1979, Vor­wort von Karl Radek.

Pau­li­ne Schwarz: Die ver­häng­nis­vol­le Trans-Mode – Ali­ce Schwar­zer rech­net ab, Tichys Ein­blick, 08.04.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​/​b​u​e​c​h​e​r​/​d​i​e​-​v​e​r​h​a​e​n​g​n​i​s​v​o​l​l​e​-​t​r​a​n​s​-​m​o​d​e​-​a​l​i​c​e​-​s​c​h​w​a​r​z​e​r​-​r​e​c​h​n​e​t​-​ab/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Pau­li­ne Schwarz: Skal­pell unter dem Regen­bo­gen­man­tel – Und wo bleibt das Kin­des­wohl?, Tichys Ein­blick, 29.05.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​m​e​i​n​u​n​g​e​n​/​s​k​a​l​p​e​l​l​-​u​n​t​e​r​-​d​e​m​-​r​e​g​e​n​b​o​g​e​n​m​a​n​t​e​l​-​w​o​-​b​l​e​i​b​t​-​d​a​s​-​k​i​n​d​e​s​w​o​hl/, abge­ru­fen am 07.06.2022

Pau­li­ne Schwarz, Wach­sen­de Skep­sis gegen Puber­täts­blo­cker und Trans­gen­der-Ope­ra­tio­nen, Tichys Ein­blick, 06.06.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​m​e​i​n​u​n​g​e​n​/​p​u​b​e​r​t​a​e​t​s​b​l​o​c​k​er/, abge­ru­fen am 07.06.2022

Paul Sol­d­an: Gen­der-Ideo­lo­gie und Trans­hu­ma­nis­mus, Apo­lut, 20.05.2022, im Inter­net: https://​apo​lut​.net/​g​e​n​d​e​r​-​i​d​e​o​l​o​g​i​e​-​u​n​d​-​t​r​a​n​s​h​u​m​a​n​i​s​m​u​s​-​v​o​n​-​p​a​u​l​-​s​o​l​d​an/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Cora Ste­phan: Ist Wan­dern rechts­ex­trem? Ist Sushi essen kul­tu­rel­le Aneig­nung? Die deut­sche Wochen­zei­tung Die Zeit fin­det: ja, Welt­wo­che, 20.05.2022, im Inter­net: https://​welt​wo​che​.ch/​d​a​i​l​y​/​i​s​t​-​w​a​n​d​e​r​n​-​r​e​c​h​t​s​e​x​t​r​e​m​-​o​d​e​r​-​s​u​s​h​i​-​k​u​l​t​u​r​e​l​l​e​-​a​n​e​i​g​n​u​n​g​-​j​a​-​w​e​n​n​-​e​s​-​n​a​c​h​-​d​e​r​-​w​o​c​h​e​n​z​e​i​t​u​n​g​-​d​i​e​-​z​e​i​t​-​g​e​ht/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

Tichys Aus­blick: »Deutsch­land im Woke-Wahn?«, 02.06.2022, im Inter­net; https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​w​A​m​j​8​U​-​p​RZ4, abge­ru­fen am 07.06.2022

Leo Trotz­ki: Ver­ra­te­ne Revo­lu­ti­on, Essen 1990 (Erst­aus­ga­be 1936)

Verweise

1 Tichys Aus­blick: »Deutsch­land im Woke-Wahn?«, 02.06.2022, im Inter­net; https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​w​A​m​j​8​U​-​p​RZ4, abge­ru­fen am 07.06.2022.

2 Geor­ge Soros war nie­mals ein 68er. Ganz im Gegen­teil stu­dier­te er in den 50er Jah­ren in Lon­don bei dem radi­ka­len Anti­kom­mu­nis­ten Karl Popper.

3 Deut­sche Aus­ga­be: Laris­sa Reiss­ner: Okto­ber, König­stein im Tau­nus 1979, Vor­wort von Karl Radek.

4 Um die Stra­ßen­kin­der küm­mer­te sich beson­ders Feliks Edmun­do­witsch Dzier­zyn­ski, der Grün­der der Tsche­ka, also der Beson­de­ren Kom­mis­si­on zur Bekämp­fung der Kon­ter­re­vo­lu­ti­on, der Spe­ku­la­ti­on und der Sabo­ta­ge, dem Staats­si­cher­heits­or­gan der frü­hen Sowjet­uni­on. Dzier­zyn­ski sorg­te für die Grün­dung von zahl­rei­chen Wai­sen­häu­sern, die beson­ders ger­ne in Schlös­sern, Her­ren­sit­zen und ehe­ma­li­gen Luxus­ho­tels ein­ge­rich­tet wurden.

5 Vgl. Leo Trotz­ki: Ver­ra­te­ne Revo­lu­ti­on, Essen 1990 (Erst­aus­ga­be 1936), S. 44

6 Ulri­ke Hei­der hat die mie­fi­ge, von Ver­bo­ten gepräg­te Atmo­sphä­re der 50er Jah­re, die beson­ders Jugend­li­che zu ersti­cken droh­te, selbst erlebt. Sie­he Ulri­ke Hei­der: Vögeln ist schön, Ber­lin 2014.

7 Sie­he dazu auch: Pau­li­ne Schwarz, Wach­sen­de Skep­sis gegen Puber­täts­blo­cker und Trans­gen­der-Ope­ra­tio­nen, Tichys Ein­blick, 06.06.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​m​e​i​n​u​n​g​e​n​/​p​u​b​e​r​t​a​e​t​s​b​l​o​c​k​er/, abge­ru­fen am 07.06.2022; Pau­li­ne Schwarz: Skal­pell unter dem Regen­bo­gen­man­tel – Und wo bleibt das Kin­des­wohl?, Tichys Ein­blick, 29.05.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​m​e​i​n​u​n​g​e​n​/​s​k​a​l​p​e​l​l​-​u​n​t​e​r​-​d​e​m​-​r​e​g​e​n​b​o​g​e​n​m​a​n​t​e​l​-​w​o​-​b​l​e​i​b​t​-​d​a​s​-​k​i​n​d​e​s​w​o​hl/, abge­ru­fen am 07.06.2022; Pau­li­ne Schwarz: Die ver­häng­nis­vol­le Trans-Mode – Ali­ce Schwar­zer rech­net ab, Tichys Ein­blick, 08.04.2022, im Inter­net: https://​www​.tichyse​in​blick​.de/​f​e​u​i​l​l​e​t​o​n​/​b​u​e​c​h​e​r​/​d​i​e​-​v​e​r​h​a​e​n​g​n​i​s​v​o​l​l​e​-​t​r​a​n​s​-​m​o​d​e​-​a​l​i​c​e​-​s​c​h​w​a​r​z​e​r​-​r​e​c​h​n​e​t​-​ab/, abge­ru­fen am 07.06.2022.

8 Simo­ne Hörr­lein: Alb­traum »Künst­li­che Intel­li­genz«, Teil 2, Rubi­kon, 31.05.2022, im Inter­net: https://www.rubikon.news/artikel/albtraum-kunstliche-intelligenz‑2, abge­ru­fen am 07.06.2022.

10 Vgl. Sol­d­an 2022, a.a.O.

15 Dem könn­te man ent­ge­gen hal­ten, dass Bill Gates auch in ein neu­es Kern­kraft­werks­kon­zept inves­tiert. Aber der von ihm geför­der­te Lauf­wel­len­re­ak­tor der Fir­ma Ter­ra Power funk­tio­niert nicht. Dies ist auch eine Mög­lich­keit, die Kern­ener­gie madig zu machen.

Arti­kel­bild: Sowje­ti­sches Pro­pa­gan­da­pla­kat aus der Zeit kurz nach der Okto­ber­re­vo­lu­ti­on. Text: Nie­der mit der Küchen­skla­ve­rei! Her mit dem neu­en Leben. Im Hin­ter­grund sind eine Spei­se­hal­le und eine Wäsche­rei zu sehen.

6 thoughts on “Feminismus, Genderideologie und Transhumanismus

  1. »Die natür­li­che Bina­ri­tät der bio­lo­gi­schen Geschlechter«

    An sol­chen bio­lo­gis­ti­scher Argu­men­ta­ti­on merkt man, dass Jan Mül­ler, rech­ten Nar­ra­ti­ven folgt, anstatt Soli­da­ri­tät mit den Men­schen der Arbei­ter­klas­se zu üben, die zwangs­wei­se irgend­wel­chen Iden­ti­tä­ten zuge­ord­net wer­den. Das was er als »bio­lo­gi­sche Geschlech­ter« anführt meint näm­lich gar nicht »bio­lo­gi­sche« Geschlech­ter, son­dern so etwas, was er sich als »bio­lo­gisch« vor­stellt. Und weil er sich nicht vor­stel­len kann, dass es geschlecht­li­che Varia­tio­nen gibt und Kör­per­merk­ma­le nicht immer das Geschlecht eines Men­schen anzei­gen, argu­men­tiert er bio­lo­gis­tisch – sprich: Er über­trägt sei­ne Gen­der-Vor­stel­lung von Geschlecht auf etwas, was er für Bio­lo­gie hält. 

    Dass er aus­ge­rech­net damit iden­ti­tä­ren Denk­mus­tern der rei­chen Klas­sen folgt, merkt er offen­bar auch nicht. Denn von dort kommt ja die Idee, dass es sich z.B. bei Frau­en mit kör­per­li­chen Varia­tio­nen nicht um Frau­en han­delt, son­dern um Män­ner, die sich »als Frau iden­ti­fi­zie­ren«: Es ist ein rech­tes Nar­ra­tiv, weil es den Rei­chen nutzt. Es geht um Zutei­lung zu Gen­dern anhand kör­per­li­cher Merk­ma­le und um die Ein­tei­lung bestimm­ter Auf­ga­ben in der Gesell­schaft. Genau DAMIT soll dann Eman­zi­pa­ti­on zurück­ge­dreht werden.

    Die Lin­ke täte gut dar­an, nicht immer wie­der rech­te Nar­ra­ti­ve zu verbreiten.

    1. An die­sem Kom­men­tar merkt man, dass es dem Kom­men­ta­tor nicht um die Sache geht, son­dern um Ideo­lo­gie. Natür­lich gibt es zwei natür­li­che Geschlech­ter und nicht 27. Der Mensch ist ein bio­lo­gi­sches und ein sozia­les Wesen. Als bio­lo­gi­sches Wesen ist er ein Säu­ge­tier. Natür­li­ches (bio­lo­gi­sches) Geschlecht und sexu­el­le Ori­en­tie­rung kön­nen aus­ein­an­der­fal­len. Das ist nicht neu.

      1. man merkt an dem kom­men­tar von »tut nichts zur sache« v.a.d. auch, dass er oder sie sich nicht mit der wis­sen­schaft­li­chen und his­to­ri­schen ent­wick­lung der gen­der­be­we­gung, die durch­aus viel­fäl­tig und nicht so ein­fäl­tig wie poli­tisch auf­be­rei­tet, daherkommt. 

        gegen rechts ist nicht auto­ma­tisch auf­ge­klärt und links. wenn die, die anti­so­zia­le und men­schen­feind­li­che poli­tik machen, plötz­lich und schein­bar ver­meint­lich lin­ke posi­tio­nen ver­tre­ten, sind sie noch lan­ge nicht links. 

        aber war­um tie­fer in ein the­ma ein­stei­gen, sich mit hin­ter­grün­den, kon­tro­ver­sen kom­ple­xen theo­re­ti­schen posi­tio­nen u.v.a.d. mit lebens­wirk­lich­kei­ten, die von sozia­ler unge­rech­tig­keit geprägt sind aus­ein­an­der­set­zen, wenn es doch so leicht ist, sich dem ver­meint­lich mal wie­der heil(s)bringenden poli­ti­schen main­stream anzuschließen?

  2. Wer nicht mehr ein­tre­ten will für eine gleich­be­rech­tig­te Gesell­schaft, ergeht sich in Sym­bol­po­li­tik und ent­deckt über­all klei­ne benach­tei­lig­te Grup­pen. Das ist das eine.
    Das ande­re ist eine son­der­ba­re Fixiert­heit, in egal was Atom­ener­gie als Lösung aller Pro­ble­me zu brin­gen. Güns­ti­ge Ener­gie im Über­fluß ist kei­nes­falls an Atom­strom gebun­den, umso mehr Strom nicht die Lösung für alles ist und auch gar nicht sein kann.
    Das drit­te ist die sinn­lo­se Angst, das böse CO2 wer­de uns alle umbrin­gen, all­da die­ses Gas die Vor­aus­set­zung für jedes Pflan­zen­wachs­tum ist, ein Wis­sen das schein­bar genau­so abhan­den gekom­men ist wie jenes ums bio­lo­gi­sche Geschlecht. Es kann zwar ver­sucht wer­den, an der Bio­lo­gie vor­bei zu leben, es wird aber nicht gelin­gen. Natür­lich macht es Sinn, etwas für bes­se­re Luft ganz beson­ders in den Städ­ten und für Umwelt­schutz zu tun, aber da ist ande­res wesent­lich schäd­li­cher als das hoch­gra­dig nütz­li­che CO2.

  3. Was bit­te soll »so wie das heu­te manch­mal noch Mus­li­me prak­ti­zie­ren« im Bezug auf das Ver­bot des vor­ehe­li­chen Geschlechts­ver­kehrs hei­ßen? Das gibt es nach wie vor häu­fig in tra­di­tio­nell ori­en­tier­ten Gesell­schaf­ten, das hat aber nichts mit der Reli­gi­on zu tun – in Indi­en ist das z.B. bei Hin­dus auch weit ver­brei­tet. In wie weit das noch die vor­herr­schen­de Pra­xis ist, hängt schein­bar auch stark mit dem Wohl­stand respek­ti­ve der Armut einer Gesell­schaft ab.

    Ich bin über die­se Aus­sa­ge, ins­be­son­de­re bezo­gen auf eine Reli­gi­ons­grup­pe, doch sehr ver­wun­dert. Es ist inhalt­lich nicht halt­bar, und erin­nert zumin­dest mich stark an anti­is­la­mi­sche, eher deut­lich rechts gepräg­te Vorstellungen.

    1. Dan­ke für den Hin­weis. So ver­kürzt und unvoll­stän­dig ist es tat­säch­lich miss­zu­ver­ste­hen. Wur­de vom Autor daher geän­dert in: »so wie das in tra­di­tio­nell und reli­gi­ös gepräg­ten Milieus unter­schied­li­cher Reli­gio­nen heu­te noch üblich ist.«

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