Gehen bald die Lichter aus? Die Energiewende zwischen Realität und Fiktion

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Der Ukrai­ne­krieg hat die Fra­ge der Abhän­gig­keit Deutsch­lands von rus­si­schen Ener­gie­im­por­ten auf die Tages­ord­nung gerückt. Anfang 2022 wur­den 50% der Stein­koh­le, 35% des Erd­öls und 58% des Erd­ga­ses aus Russ­land impor­tiert. Als vor über einem Vier­tel­jahr­hun­dert die Ener­gie­wen­de (EW) hier­zu­lan­de begon­nen wur­de, war eine ihrer Zie­le, die Abhän­gig­keit von Ener­gie­im­por­ten zu ver­klei­nern. Das genaue Gegen­teil ist ein­ge­tre­ten – ein Zei­chen dafür, wie ama­teur­haft das Mega­pro­jekt EW bis­her durch­ge­führt wurde.

Beson­ders groß ist die Abhän­gig­keit bei Gas. Der grü­ne Wirt­schafts­mi­nis­ter Habeck ver­sucht aktu­ell krampf­haft, ande­re Gas­lie­fe­ran­ten aus­fin­dig zu machen, z.B. das reak­tio­nä­re Regime in Katar. Bis­lang ohne gro­ßen Erfolg. Auch die Ein­spa­rung von Gas wür­de ent­we­der zu kal­ten Woh­nun­gen füh­ren oder zu immensen Aus­fäl­len in der Indus­trie. Trotz der ideo­lo­gi­schen Offen­si­ve der Kriegs­trei­ber wie Stein­mei­er, Baer­bock oder Merz, »für den Frie­den zu frie­ren«, den Gür­tel enger zu schnal­len und der übli­chen Wort­hül­sen von »Exper­ten« wie Qua­sch­ning oder Kemp­fert (DIW), die mei­nen, mit dem Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien (EE) wären alle Pro­ble­me lös­bar, sieht die Situa­ti­on der deut­schen Ener­gie­ver­sor­gung düs­ter aus. Trotz jahr­zehn­te­lan­ger För­de­rung der EE beträgt deren Anteil an der Pri­mär­ener­gie, die Deutsch­land 2021 ver­brauch­te, gera­de ein­mal 5,1%.

Energiewende zwischen Realität und Fiktion

Die EW, deren Kern die Erset­zung fos­si­ler Ener­gie­quel­len (Koh­le, Öl, Gas) und der Kern­ener­gie ist, wur­de begon­nen, um die wei­te­re gefähr­li­che Auf­hei­zung des Kli­mas durch das CO2 zu been­den oder zu brem­sen. Doch die The­se von der (angeb­li­chen) Erwär­mungs­wir­kung von CO2 ist in der Wis­sen­schaft umstrit­ten bzw. wird meist deut­lich nied­ri­ger ein­ge­stuft, als es die Kli­maalar­mis­ten vom IPCC (Welt­kli­ma­rat) u.a. Kli­ma-Gre­mi­en behaup­ten oder Poli­tik und Medi­en ver­brei­ten. In der all­ge­mei­nen Kli­ma­hys­te­rie wer­den zudem der Ein­fluss natür­li­cher Fak­to­ren auf das Kli­ma unter­schätzt und neue­re Erkennt­nis­se der Kli­ma­for­schung (Mee­res­zy­klen, Svens­mark-Effekt u.a.) missachtet.

Die ein­sei­ti­ge, über­trie­be­ne und daher unwis­sen­schaft­li­che Kli­ma­pro­pa­gan­da dient jedoch nicht dem Kli­ma­schutz, son­dern den Bedürf­nis­sen bestimm­ter Kapi­tal­grup­pen aus der »grü­nen« Indus­trie und der Hoch­fi­nanz und deren nütz­li­chen Idio­ten in Poli­tik und Medi­en, von FfF oder der »Letz­ten Genera­ti­on«. Rege­lun­gen wie das deut­sche »Erneu­er­ba­re Ener­gien Gesetz« (EEG) schan­zen den vor­geb­lich grü­nen Inves­to­ren nicht nur Extra­pro­fi­te durch Sub­ven­tio­nen und Super-Ver­gü­tun­gen (Ein­spei­se­ta­ri­fe) zu, sie sichern ihnen auch Vor­tei­le am Markt (Vor­rang­e­inspei­sung), die es sonst so allen­falls für die Rüs­tungs­in­dus­trie gibt. Die EW erweist sich also als rie­si­ges Kon­junk­tur­pa­ket und als Geld­druck­ma­schi­ne – auch für den Staat, der per Mehr­wert­steu­er kräf­tig mit­ver­dient. Trotz aller Beteue­run­gen und Milch­mäd­chen­rech­nun­gen, dass die EE, v.a. Wind- und Solar­an­la­gen, viel bil­li­ger wären als die kon­ven­tio­nel­len Erzeu­ger, stei­gen die Strom­prei­se immer wei­ter. Inzwi­schen hat Deutsch­land die höchs­ten Strom­prei­se aller Industrieländer.

Bezah­len müs­sen dafür die Mas­sen, aber auch gro­ße Tei­le der Wirt­schaft, die durch­aus nicht alle in den Genuss von Aus­nah­me­re­ge­lun­gen wie etwa bei den CO2-Zer­ti­fi­ka­ten kom­men. Die­se die­nen eher den Groß­kon­zer­nen, die damit mit­un­ter Extra­pro­fi­te gene­rie­ren konn­ten, v.a. aber fül­len sie die Kas­sen von Mil­li­ar­den schwe­ren Fonds wie Black­rock und Inves­to­ren wie Bill Gates. Die Ver­teue­rung der Ener­gie führt dazu, dass sich jede Art von Pro­duk­ti­on ver­teu­ert – und damit die Lebens­hal­tungs­kos­ten ins­ge­samt. Die EW-Poli­tik stellt somit auch eine gigan­ti­sche Umver­tei­lung von unten nach oben dar.

Doch noch gra­vie­ren­der als die »fis­ka­li­sche Sei­te« der EW sind deren sys­te­misch-tech­ni­sche Fol­gen. Mit der The­se, dass »Wind und Son­ne umsonst« wären, wur­de sug­ge­riert, dass sie preis­wer­ter wären als kon­ven­tio­nel­le Tech­ni­ken. Doch: jeder Natur­stoff ist umsonst, erst das Hin­zu­tre­ten mensch­li­cher Arbeit (För­de­rung, Trans­port, Umfor­mung usw.) setzt den Natur­stof­fen einen Wert hin­zu, nur des­halb kos­ten sie etwas. Der Auf­wand für die Nut­zung von Wind und Son­ne ist meist sogar grö­ßer als bei den kon­ven­tio­nel­len Tech­ni­ken. Das liegt u.a. dar­an, dass die Ener­gie­dich­te von Wind und Son­ne pro Flä­chen­ein­heit weit gerin­ger ist als bei allen ande­ren Ener­gie­trä­gern. Es spielt auch eine Rol­le, dass durch die natür­lich beding­ten Erzeu­gungs­schwan­kun­gen bei Wind und Son­ne ent­we­der ein gro­ßer Bestand an kon­ven­tio­nel­len Back­up-Kraft­wer­ken vor­ge­hal­ten wer­den muss oder/​und das Netz und Spei­cher­tech­nik aus­ge­baut wer­den müs­sen. Gera­de letz­te­res ist beson­ders teu­er und Res­sour­cen verbrauchend.

Das Strom­sys­tem wird durch das Eli­mi­nie­ren von Groß­kraft­wer­ken und das Ein­fü­gen von immer mehr »Zappelstrom«-Erzeugern auch immer fra­gi­ler, wie die zuneh­men­de Zahl von Redis­patchein­grif­fen zur Netz­si­cher­heit zei­gen – der Black­out rückt näher.

Energetischer Umstieg?

Die Plä­ne der Ampel­re­gie­rung, den Aus­stieg aus der Koh­le u.a. fos­si­len Quel­len sowie aus der Kern­kraft wei­ter vor­an zu trei­ben und zugleich auf die Ener­gie­im­por­te aus Russ­land zu ver­zich­ten, kön­nen schon jetzt als geschei­tert ange­se­hen wer­den. Dafür spre­chen meh­re­re Grüne.

Ers­tens ist der Anteil der fos­si­len Ener­gien am Gesamt­ver­brauch noch viel zu hoch, als dass er bis 2035 deut­lich redu­ziert wer­den könn­te. Dabei ist zu beden­ken, dass die EE v.a. der Strom­erzeu­gung die­nen, das Gros der Pri­mär­ener­gie aber als Che­mie­roh­stoff, für Wär­me­er­zeu­gung und als Treib­stoff ein­ge­setzt wird und die­se tw. über­haupt nicht auf Strom umge­stellt wer­den kön­nen oder dies sehr viel teu­rer wäre. Die­ses Pro­blem zeigt sich auch bei der Wasserstofftechnik.

Jede Art von Ersatz für Öl und Gas aus Russ­land ist teu­rer als die­ses. So kos­tet auch das Schie­fer­gas aus den USA etwa das Drei­fa­che (davon abge­se­hen, dass die Grü­nen und die ande­ren Koali­ti­ons­par­tei­en eigent­lich gegen das Fracking sind). Von den bis­her 100 Mrd. m³ Gas, die Deutsch­land jähr­lich benö­tigt, kamen 55 Mrd. m³ aus Russ­land. Ein voll­stän­di­ger Aus­stieg aus Koh­le und Kern­ener­gie wür­de ca. 50 Mrd. m³ zusätz­lich erfor­dern. Die­se Rie­sen­men­ge kann nicht mit Fracking­gas auf­ge­bracht wer­den, da z.B. die USA ins­ge­samt gar nicht so viel erzeu­gen – von den Pro­ble­men mit Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten und Ter­mi­nals abge­se­hen. Die­se Fra­gen sind allen­falls lang­fris­tig lös­bar, aber nicht kurz­fris­tig. Ein Ein­fuhr- oder Lie­fer­stopp bei Öl und Gas wür­de die deut­sche Wirt­schaft und die Gesell­schaft ins Mark treffen.

Ein ande­res Pro­blem der EW ist, dass der wei­te­re Aus­bau der EE, v.a. der Wind­ener­gie, erheb­lich stockt. So wur­de im ers­ten Quar­tal 2022 in Bay­ern kein ein­zi­ges Wind­rad gebaut. Immer mehr Wind­rä­der errei­chen aktu­ell – und in den nächs­ten Jah­ren zuneh­mend – das Ende ihrer För­de­rung durch das EEG bzw. das Ende ihrer tech­ni­schen Lauf­zeit. Man darf froh sein, wenn die­ser Aus­fall durch Zubau aus­ge­gli­chen wer­den kann. Par­al­lel dazu explo­die­ren auch die Kos­ten für die EE-Tech­nik und die für sie nöti­gen Roh­stof­fe (Zement, Stahl, sel­te­ne Erden). Doch damit nicht genug: auch die noch frei­en und geeig­ne­ten Flä­chen für Wind- und Solar­an­la­gen (Süd­sei­ten der Dächer) neh­men ab.

Doch selbst wenn all die­se Pro­ble­me gelöst wer­den könn­ten, bleibt das Haupt­pro­blem von Wind- und Solar­tech­nik bestehen: die ungleich­för­mi­ge und kaum plan­ba­re Erzeu­gung. Die fol­gen­de Gra­fik vom EW-Think­tank Ago­ra Ener­gie­wen­de zeigt das Wind­auf­kom­men vom 26.4. – 11.5.22:

Über zwei Wochen lang lag es knapp über Null. Jedes Jahr gibt es mehr­fach sol­che lan­gen Pha­sen der Wind­flau­te. Als Aus­gleich dafür wäre der Strom­im­port denk­bar – aber nur dann, wenn die Nach­bar­län­der nicht auch auf Wind­strom set­zen, son­dern auf zuver­läs­si­ge Erzeu­ger, denn das Wind­auf­kom­men ist dort fast genau­so wie in Deutsch­land, weil eine Groß­wet­ter­la­ge nicht an der deut­schen Gren­ze halt­macht. Die Lösung wäre nur das Spei­chern von Wind- und Solar­strom in Pha­sen, wo des­sen Erzeu­gung den Ver­brauch über­steigt. Doch die­se Spei­cher sind fast nicht vor­han­den. Ihr Bau aber wür­de gewal­ti­ge Dimen­sio­nen haben – sowohl hin­sicht­lich der Res­sour­cen für den Bau wie für die Kos­ten, die das, was die EW bis­her gekos­tet hat, noch weit über­stei­gen wür­den. Poli­tik und Groß­me­di­en las­sen uns aber über die­se Pro­ble­me und die Kos­ten im Unkla­ren. Hier trifft der Vor­wurf der »Lügen­me­di­en« voll zu.

Auch das von Habeck u.a. gefor­der­te Ein­spa­ren von Ener­gie, um den Bedarf ins­ge­samt zu redu­zie­ren, ist kom­plet­tes Wunsch­den­ken. Ers­tens könn­te ein sol­cher (zwei­fel­los wün­schens­wer­ter Effekt) nur erreicht wer­den, wenn es eine grund­le­gen­de Umstel­lung der kapi­ta­lis­ti­schen Wirt­schafts- und Lebens­wei­se gäbe – was sicher nicht durch die Ampel­re­gie­rung erfol­gen wird. Zwei­tens wäre eine sol­che grund­le­gen­de »Ener­gie­wen­de« an erheb­lich effi­zi­en­te­re Tech­ni­ken gekop­pelt, die aber heu­te (noch) nicht vor­han­den sind. Sie kann es nur als Ergeb­nis eines evo­lu­tio­nä­ren tech­ni­schen Ent­wick­lungs­pro­zes­ses geben. Dar­an ändert auch nicht, dass die »Grü­nen« aller Par­tei­en glau­ben, die Geset­ze von Phy­sik und Tech­nik durch schö­ne Ideen im Par­tei­pro­gramm erset­zen zu können.

Im Schlepptau der USA

Regie­rung und Medi­en schie­ben die aktu­el­le gra­vie­ren­de Ver­teue­rung von Ener­gie, v.a. von Gas und Treib­stof­fen, auf den Krieg in der Ukrai­ne. Zwei­fel­los hat die­ser zu einem Preis­an­stieg bei­getra­gen – jedoch nicht durch Maß­nah­men Russ­lands, das bis­her trotz der Sank­tio­nen durch den Wes­ten Gas u.a. Roh­stof­fe wei­ter zu mode­ra­ten Prei­sen nach Deutsch­land gelie­fert hat. Auch hier ver­mit­teln die Groß­me­di­en ein kom­plett ver­kehr­tes Bild. Bis­her hat Russ­land zuver­läs­sig gelie­fert – obwohl Deutsch­land als Waf­fen­lie­fe­rant an die Ukrai­ne qua­si Kriegs­geg­ner Russ­lands ist. Als Mit­te Mai kurz­fris­tig die Gas­lie­fer­men­ge durch Kiew gedros­selt wur­de, schob man die Schuld dafür natür­lich sofort Putin zu. Viel­mehr ist es der Wes­ten, der sei­ner­seits auf Lie­fe­run­gen aus Russ­land ver­zich­tet und nach ande­ren Lie­fer­quel­len sucht. Das erfolgt letzt­lich v.a. auf Druck der USA, die Russ­land rui­nie­ren, des­sen Ver­bin­dun­gen zu Euro­pa kap­pen und ihr eige­nes teu­res Fracking­gas los­wer­den wollen.

Deutsch­land, das dabei wenig zu gewin­nen, aber viel zu ver­lie­ren hat, erweist sich wie schon unter den Mer­kel-Regie­run­gen auch unter der Ampel als unfä­hig, den USA die Gefolg­schaft zu ver­wei­gern. Es ist gera­de­zu erstaun­lich, dass Putin bis jetzt kein Roh­stoff­em­bar­go gegen Deutsch­land ver­hängt hat. Ein sol­ches wür­de die deut­sche Wirt­schaft und die Gesell­schaft ins­ge­samt vor gra­vie­ren­de Pro­ble­me stel­len. Russ­land hin­ge­gen fän­de für sein Öl und Gas, für sei­ne Koh­le und Erze durch­aus auch ande­re Abnehmer.

Die Vasal­len­treue Deutsch­lands zur Nato und zu den USA kann Washing­ton wirk­lich freu­en, kom­men die USA doch so ihren Zie­len, eine Koope­ra­ti­on von Euro­pa mit Russ­land zu ver­hin­dern, Russ­land zu rui­nie­ren und Deutsch­land und die EU zu schwä­chen einen gro­ßen Schritt näher. Die deut­sche Bevöl­ke­rung und die deut­sche Wirt­schaft müs­sen dafür die Zeche zahlen.

Positionen der Linken

Die Reak­ti­on der Lin­ken und der Arbei­ter­be­we­gung, v.a. der Gewerk­schaf­ten, ist eine Kata­stro­phe. SPD und DGB tra­gen ins­ge­samt die aggres­si­ve Poli­tik des Wes­tens mit und sind bereit, dafür der Wirt­schaft und der Bevöl­ke­rung enor­me Pro­ble­me zuzu­mu­ten. Die Links­par­tei und die radi­ka­le Lin­ke wie­der­um sind über­wie­gend kri­tisch bis ableh­nend gegen­über dem Kurs der USA, der NATO und der west­li­chen Impe­ria­lis­men wie auch gegen­über Putin und dem ukrai­ni­schen Regime ein­ge­stellt. Doch das ist völ­lig unge­nü­gend! Zum einen kommt die­se Hal­tung viel zu spät. Bereits 2014 mit dem Mai­dan, dem for­cier­ten aggres­siv-natio­na­lis­ti­schen Kurs Kiews sowie der Unter­drü­ckung und dem Ter­ror gegen die Don­bass-Repu­bli­ken hät­te die Lin­ke offen­siv auf­tre­ten müs­sen – sie tat es nicht. Im Gegen­teil: etli­che Lin­ke lie­ßen sich den Bären vom Mai­dan als einer Demo­kra­tie­be­we­gung auf­bin­den, anstatt zu erken­nen, dass sie ein von den USA finan­zier­tes Vehi­kel war, um Russ­land zu schwä­chen. Nicht weni­ge Lin­ke sahen Russ­land auch als »alter­na­ti­ve« Kraft zur NATO, anstatt sie eben­falls als impe­ria­lis­ti­sche Macht zu begrei­fen. Sie waren dann ganz über­rascht, als Putin plötz­lich in die Ukrai­ne ein­mar­schier­te. Dass er zuvor z.B. Tsche­tsche­ni­en mas­sa­kriert hat, haben die­se lin­ken Frie­dens­freun­de dabei aus­ge­blen­det – wie die deut­sche Poli­tik insgesamt.

Auch der diplo­ma­ti­sche Eier­tanz von Mer­kel, die zwar eine Aus­wei­tung des Kon­flik­tes in der und um die Ukrai­ne bzw. die Krim ver­hin­dern woll­te, jedoch weder Kiew unter Druck setz­te, die Mins­ker Abkom­men ein­zu­hal­ten und damit eine fried­li­che Kon­flikt­lö­sung zu ermög­li­chen, noch den USA die Gefolg­schaft bei ihrer aggres­si­ven Poli­tik auf­kün­dig­te, wur­de vom Gros der Lin­ken wirk­lich kritisiert.

Hin­sicht­lich der völ­lig absur­den, Mil­li­ar­den ver­schlin­gen­den, gleich­wohl aber unwirk­sa­men EW-Poli­tik war von irgend­ei­ner Kri­tik aus der lin­ken Sze­ne schon gar nichts zu spü­ren. Sie war durch­aus damit ein­ver­stan­den, dass die Mas­sen auf dem Altar der Kli­ma­hys­te­rie genug Opfer dar­brin­gen. Selbst ihre Kri­tik, dass die Kos­ten der EW vom Kapi­tal über­nom­men wer­den sol­le, ist absurd, denn das hät­te nur dazu geführt, dass Tei­le der deut­schen Indus­trie wegen exor­bi­tan­ter Ener­gie­kos­ten abge­wan­dert oder Bank­rott gegan­gen wäre. Arbeits­plät­ze, Ein­kom­men, Steu­ern – alles weg. Hoch lebe lin­ke Poli­tik! Kein Wun­der, dass die Arbei­ter­klas­se mit einer sol­chen Lin­ken nichts zu tun haben will. Die Lin­ke unter­nimmt nichts, um ange­sichts der gera­de­zu explo­die­ren­den Ener­gie­prei­se und der Lebens­hal­tungs­kos­ten Pro­test zu initi­ie­ren. War­um soll­te die Arbei­ter­klas­se sie also wäh­len oder sie unterstützen?!

Es ist hohe Zeit, dass die Lin­ke ihr Sek­tie­rer­tum, ihr Zirkel(un)wesen und ihre Gefolg­schaft den »grü­nen« Bewe­gun­gen und Ideo­lo­gien gegen­über auf­gibt und eine klas­sen­kämp­fe­ri­sche, anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche, auf die Arbei­ter­klas­se und deren Inter­es­sen und Pro­ble­me gerich­te­te Poli­tik ver­folgt und sich für den Auf­bau einer neu­en anti­ka­pi­ta­lis­ti­schen, klas­sen­kämp­fe­ri­schen Arbei­ter­par­tei ein­setzt. Die tie­fe Kri­se des Refor­mis­mus (DGB, SPD, Links­par­tei) einer­seits wie die zuneh­men­den sozia­len Pro­ble­me ande­rer­seits schaf­fen dafür die objek­ti­ven Grundlagen.

Der Text erschien zuerst bei auf​ruhr​ge​biet​.de

19 thoughts on “Gehen bald die Lichter aus? Die Energiewende zwischen Realität und Fiktion

  1. Leu­te, bleibt mal etwas seri­ös. Der Anteil der EE bei der Pri­mär­ener­gie war 2021 bei über 16%. Im 1. Quar­tal 2022 über 18%.
    Aber was besagt Pri­mär­ener­gie über­haupt? In die­se Zahl geht auch die Abwär­me (ca 60%) von Koh­le­kraft­wer­ken, obwohl total nutzlos/​schädlich. Dto bei Ölhei­zung, 20% davon Abwär­me durch den Schorn­stein. Dto Ben­zin, 60% Abwärme.
    EE müs­sen nur den Net­to­wert erset­zen. Beson­ders dras­tisch ist es bei Wär­me­pum­pen. Dort sind nur 25% Ener­gie nötig um 100% Heiz­ener­gie zu haben – bei Nacht­spei­cher­öfen sind 250% Ener­gie nötig um die­se 100% zu errei­chen (denn über 60% Abwärme+Eigenverbrauch bei Kohlekraftwerken).

    Bei 3% Öko­strom­an­teil im Jahr 1990 hat­ten wir auch schon über 30 GW Erd­gas­kraft­wer­ke. War­um? Eben als back­up für unfle­xi­ble AKW und Koh­le­kraft­wer­ke. Daß back­up nötig ist ist wirk­lich nichts Neues.

    EE sind hei­mi­sche Ener­gie und jeder Aus­bau ist posi­tiv. Nur muß man bis dahin für den Über­gang zu 100% EE das güns­ti­ge rus­si­sche Erd­gas importieren.

    1. Moment, die Gas­kraft­wer­ke dien­ten nicht als Back­up für »unfle­xi­ble AKW und Koh­le­kraft­wer­ke«. Sie dien­ten als Aus­gleich für Abnah­me­schwan­kun­gen und Erzeu­gungs­schwan­kun­gen Dei­ner heiß gelieb­ten Wind und Pho­to­vol­ta­ik – damals wie heu­te. AKW und Koh­le­kraft­wer­ke decken einer­seits die Grund­last ab, ande­rer­seits wer­den sie als Takt­ge­ber gebraucht fürs Auf­recht­erhal­ten der 50 Hz im Netz, an denen sich die ande­ren, ganz beson­ders aber Wind und Pho­to­vol­ta­ik (ich schrei­be nicht EE weil dazu auch Was­ser gehört, wor­auf das Gesag­te nicht zutrifft), die über Wech­sel­rich­ter zu exakt den vor­ge­fun­de­nen Daten (Hz und Volt) ein­spei­sen. Ohne Takt­ge­ber droht tat­säch­lich ein lan­ger Black­out, weil mit Wind und Pho­to­vol­ta­ik ein Netz nicht wie­der hoch­zu­fah­ren ist.

      1. Moment, das ist völ­lig egal. Der back­up muß­te vor­han­den sein, egal ob für die unfle­xi­blen Groß­kraft­wer­ke oder heu­te, soll­te mal nicht genug EE erzeugt werden.
        Wenn du güns­ti­ge­re Strom­erzeu­gung als PV u WKA kennst, bit­te ein­fach nennen.
        Grund­last ist ein uralter Begriff der mit EE nicht mehr gilt und die man frü­her und auch noch heu­te mit nied­ri­gen Strom­prei­sen nachts absicht­lich erhöht. Takt­ge­ber für die 50 Hz kann heu­te mit­tels Minu­ten­re­ser­ve durch Strom­spei­cher bes­ser erle­digt wer­den. Recher­chie­re ein­fach mal dazu, das ist kei­ne Fik­ti­on son­dern dar­auf wird immer mehr umgestellt.
        Du sprichst die Schwarz­start­fä­hig­keit an. Das geht bes­tens zB mit vor­han­de­nen Pump­spei­chern von denen die BRD aktu­ell knapp 10 GW an Leis­tung hat.
        Es bleibt wei­ter aktu­ell: Die EE haben in Bezug auf die (wenig aus­sa­ge­fä­hi­ge Zahl der) Pri­mär­ener­gie im 1. Quar­tal 2022 einen Anteil von 18,5% und nicht wie im Arti­kel 5,x%.

        1. Ich wün­sche Dir viel Spaß mit dem Neu­start des Strom­net­zes mit Pump­spei­cher­kraft­wer­ken. Was Takt­ge­ber sind ist Dir lei­der offen­sicht­lich auch nicht klar, denn da geht es nicht um Aus­gleich von Ver­brauch und Erzeugung.
          Macht aber nix, denn ich stei­ge sowie­so aus dem Strom­netz aus – auf Hau­se­be­ne geht das tat­säch­lich mit Pho­to­vol­ta­ik, Stir­ling­mo­tor auf Pel­lets-Hei­zung und Batteriespeicher.
          Was­ser wer­de ich zwar dann beim Black­out auch keins mehr haben nach fünf Tagen, Ben­zin und Die­sel gibt’s ab der ers­ten Sekun­de keins mehr, aber auch dein BEV wirst nicht mehr aufladen. 

          Ist aber wurscht, denn phy­si­ka­li­sche Geset­ze gel­ten auch für die, die sie nicht kennen.

    2. Ent­schei­den­de Grö­ße ist die End­ener­gie, bei der bereits Umwand­lungs­ver­lus­te der Pri­mär­ener­gie berück­sich­tigt sind. Von die­ser mach­te Strom 2020 nur 20,9% aus. Davon wie­der­um wur­den im glei­chen Jahr nur gut 45% von den „Erneu­er­ba­ren“ erzeugt, also haupt­säch­lich von Wind­kraft- und Solar­an­la­gen. Trotz­dem hat bereits die­ser ver­gleichs­wei­se gerin­ge Aus­bau­stand der „Erneu­er­ba­ren“ zu einer nicht mehr hin­nehm­ba­ren Ver­spar­ge­lung der Land­schaft und zu den höchs­ten Strom­prei­sen der Welt geführt. Die Bun­des­re­gie­rung will aber 100% des End­ener­gie­ver­brauchs aus „Erneu­er­ba­ren“ erzeu­gen. Das geht sich offen­sicht­lich nicht auf.
      Im Übri­gen hat Deutsch­land sehr gro­ße Uran­vor­rä­te, zum Bei­spiel im Erz­ge­bir­ge und könn­te den eige­nen Uran­ver­brauch für Jahr­hun­dert selbst decken, wenn es das woll­te. Von den mög­li­cher­wei­se noch grö­ße­ren Tho­ri­um­vor­rä­ten, die in schnel­len Brü­tern genutzt wer­den könn­ten, ganz abgesehen.

      1. Die heu­ti­ge benö­tig­te End­ener­gie ist nicht ent­schei­dend son­dern die künf­ti­ge, das Ziel.
        Wenn du eine Ölhei­zung mit WP ersetzt wird auch die End­ener­gie mind 5x weni­ger für die­sen Anteil. Ent­spre­chend bei Ben­zin bei Ersatz mit eAu­tos, von Koh­le­kraft­wer­ken bei Ersatz mit EE usw.

        1. Bei der End­ener­gie wur­de bereits der Wir­kungs­grad her­aus­ge­rech­net. Offen­bar hast du das Kon­zept nicht verstanden.

      2. Und wenn du eini­ge Faschis­ten übrig hast die wir in der Uran­mi­ne arbei­ten las­sen kön­nen und dann noch eine Ver­si­che­rung fin­dest die die kom­plet­te Risi­ko­ab­si­che­rung eines GAUs ver­si­chert und Men­schen fin­dest die ein AKW in ihrer Nähe haben wol­len und auch bereit sind das drei­fa­che an Kos­ten je kwh im Ver­gleich zu heu­ti­ger PV+WKA-Stromerzeugungskosten zu zah­len bereit sind – wün­sche ich viel Ver­gnü­gen bei der Suche.

        1. 1. Sogar bei der zuge­ge­be­ner­ma­ßen auf­wen­di­gen Metho­de der Uran­ex­trak­ti­on aus Meer­was­ser wür­den die Strom­erzeu­gungs­kos­ten aus Kern­kraft­wer­ken nur mode­rat stei­gen. Das gilt erst recht beim Uranabbau.
          2. Die Behaup­tung, dass Kern­kraft­wer­ke nicht ver­si­cher­bar sei­en, ist eine Legen­de: https://​nukle​a​ria​.de/​2​0​2​2​/​0​4​/​3​0​/​w​i​d​e​r​l​e​g​t​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​s​-​b​e​k​a​n​n​t​e​s​t​e​-​s​t​u​d​i​e​-​z​u​r​-​v​e​r​s​i​c​h​e​r​b​a​r​k​e​i​t​-​v​o​n​-​k​e​r​n​k​r​a​f​t​w​e​r​k​en/
          3. Sehr vie­le Men­schen wür­den mei­ner Mei­nung nach als Berg­mann in Uran­mi­nen arbei­ten, da die­se Tätig­keit gut bezahlt und bei ent­spre­chen­der Bewet­te­rung auch sicher ist. Von einem Mas­sen­ster­ben etwa kana­di­scher Berg­leu­te ist nichts bekannt.
          4. Die neo­li­be­ra­le und olig­ar­chen­hö­ri­ge Anti­atom­be­we­gung hat mit Hor­ror­pro­pa­gan­da die Kern­ener­gie madig gemacht. Aber selbst unter die­sen schwie­ri­gen ideo­lo­gi­schen Bedin­gun­gen sind inzwi­schen mehr als 50% der Bevöl­ke­rung für den Wei­ter­be­trieb der Kernkraftwerke.

  2. 1) Putin hat nicht Tschet­che­n­i­en mas­sa­kriert. In Tschet­che­n­i­en hat­te die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on wie in der Ukrai­ne das Pro­blem eines von außen geför­der­ten Ter­ro­ris­mus. Es war dort eben kein an Ban­de­ra ange­lehn­ter Faschis­mus, son­dern ein an den IS ange­lehn­ten Islamismus.

    2) Unab­hän­gig davon, ob unser Kli­ma men­schen­ge­macht wär­mer wird oder nicht, macht es Sinn, weni­ger Schad­stof­fe in die Luft aus­zu­sto­ßen – und da sind bei Erd­öl­ver­bren­nung ganz ande­re Sachen gesund­heits­schäd­lich wie CO2. Ein Umstieg auf Was­ser­stoff (und zwar darf das durch­aus nach BASF-Kon­zept sol­cher sein, wo aus Gas der Grund­stoff für die che­mi­sche Indus­trie kommt und Was­ser­stoff ein Abfall­pro­dukt ist) für den Mobi­li­täts- und Trans­port­be­reich macht da durch­aus Sinn.

    3) Bat­te­rie­spei­cher im Ter­watt­be­reich sind unfi­nan­zier­bar und wären auch abso­lut unöko­lo­gisch. Wind und Pho­to­vol­ta­ik sind daher allein völ­lig unge­eig­net für eine Ener­gie­ver­sor­gung, umso mehr nicht alles mit Strom mach­bar ist, was mit Gas und Erd­öl mach­bar ist.

    4) Abwär­me ist nur dann Abfall, wenn sie unin­tel­li­gent nicht genutzt ist. Wir sie es, steigt der Wir­kungs­grad einer Anla­ge gewal­tig. Abwär­me kann nicht nur genutzt wer­den fürs Hei­zen, sie kann auch genutzt wer­den für Küh­lung. Die mit­tel­stän­di­sche Tiro­ler Super­markt­ket­te M‑Preis hat den Beweis erbracht mit einer inte­grier­ten Was­ser­stoff-Anla­ge. Sie ist auf einen Wir­kungs­grad von 90% gekom­men: https://​www​.mpreis​.at/​w​a​s​s​e​r​s​t​off

    5) Die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräf­te ent­schei­det über die Durch­setz­bar­keit einer Gesell­schafts­for­ma­ti­on. Es geht nicht zurück auf die Bäu­me, es geht nach vor­ne in eine Über­fluß­ge­sell­schaft, in der alle gleich­be­rech­tigt sind über direk­te Demo­kra­tie aka Rätedemokratie.

    1. 2) H2 kann man auch mit Strom aus PV u WKA her­stel­len. Auch zB in Island mit der Geor­ge-Olah-Plant wo Metha­nol aus Strom her­ge­stellt wird. Dort wär noch viel mehr mög­lich wenn die Bevöl­ke­rung das wol­len wür­de, doch die möch­ten ihre Natur behalten.
      3) Kein den­ken­der Mensch will Bat­te­rie­spei­cher im TW-Bereich. Es geht um die Minu­ten­re­ser­ve die dafür da ist ein­zu­sprin­gen bis der back­up dank Gas­kraft­wer­ken auf Nenn­last hoch­ge­fah­ren ist. Angeb­lich soll es auch bald H2fähige Gas­kraft­wer­ke geben. Die Erd­gas­spei­cher der BRD fas­sen 240 TWh Erdgas.
      4) Abwär­me von Groß­kraft­wer­ken kannst du nie nut­zen weil davon ein­fach zuviel an einem Ort entsteht.
      5) Im Kapi­ta­lis­mus kannst du nur mit Rück­schrit­ten rech­nen. Sie wer­den das Volk in Armut hal­ten, wer über­flüs­sig ist wird auf der Stras­se kre­pie­ren. Haupt­sa­che es sind genü­gend bil­li­ge Arbeits­kräf­te für die 0,1% vor­han­den – und die­sen 0,1% wird es dafür immer bes­ser gehen.
      Daher: Eine sozia­lis­ti­sche Revo­lu­ti­on ist notwendig.

      1. 2) H2 muß sogar mit Pho­to­vo­ta­ik und Wind­ener­gie kom­bi­niert wer­den um die Vola­ti­li­tät aus­zu­glei­chen, die kein Strom­netz verträgt.
        3) Lei­der reicht eine Minu­ten­re­ser­ve nicht – schon mal was von Dun­kel­flau­te gehört? Am Bat­te­rie­spei­cher im Tera­watt­be­reich kommst nur mit H2 vor­bei, und die Erd­gas­spei­cher kannst Dir schen­ken, denn die wol­len die Grü­nen am schnells­ten leeren.
        4) natür­lich lie­ßen sich auch Fern­wär­me­net­ze mit der Abwär­me von Groß­kraft­wer­ken orga­ni­sie­ren, Aber schau ja nicht auf https://​www​.mpreis​.at/​w​a​s​s​e​r​s​t​off – da lie­ße sich was abschauen.
        5) Lies mal nach bei Marx, was er über die Ent­wick­lung der Pro­duk­tiv­kräf­te geschrie­ben hat und wann eine Gesell­schafts­for­ma­ti­on abge­löst wird. Mit Vol­un­ta­ris­mus ist kein Wei­ter­kom­men. Dei­ne Per­spek­ti­ve von Armen, die auf der Stra­ße kre­pie­ren, ist eine tol­le Dys­to­pie, aber mehr nicht. Kannst als Roma­ni­dee oder Film­skript ver­wursch­ten, mit der Rea­li­täts­sinn hat das nix zu tun.

  3. zu 2): Wodurch wird der Was­ser­stoff erzeugt? Wenn die kon­ven­tio­nel­len Kraft­wer­ke und die Kern­ener­gie weg­fal­len, blie­ben nur die »Erneu­er­ba­ren«, die bereits jetzt zu einer nicht mehr hin­nehm­ba­ren Ver­spar­ge­lung der Land­schaft geführt haben. Die Kos­ten wären auf jeden Fall astro­no­misch. Im Kom­bi­na­ti­on mit der Kern­ener­gie macht die Was­ser­stoff­tech­no­lo­gie oder bes­ser noch die Erzeu­gung von künst­li­chen Koh­len­was­ser­stof­fen sehr viel Sinn.

    1. zu 2) Nur durch EE, alles ande­re ist Unsinn. Ansons­ten könn­te man gleich Erd­gas verbrennen.
      War­um soll­ten kon­ven­tio­nel­le Kraft­wer­ke weg­fal­len? Es geht um den Weg­fall von AKW, Koh­le, Öl und zuletzt Gas­kraft­wer­ken. Aber nie um den Weg­fall der ande­ren kon­ven­tio­nel­len Kraftwerke.

      1. Eine klei­ne Fra­gen, wenn Was­ser­stoff nur in der Elek­tro­ly­se erzeugt wer­den darf. Woher kommt in Dei­ner zukünf­ti­gen Welt der Stra­ßen­be­lag? Beim vio­let­ten Was­ser­stoff aus Gas blie­be auf der ande­ren Sei­te das, was für den Stra­ßen­be­lag gebraucht wird. Aber wenn das Pfui ist, woher dann?

  4. Man muss eine Sache immer von ihrem Ende her den­ken. Das gilt beson­ders in der Poli­tik. Wenn man das Ergeb­nis mit den Maß­nah­men kom­bi­niert, dann muss man nur noch die rich­ti­ge Inten­ti­on dazu fin­den und mit der publi­zier­ten ver­glei­chen. Dann kommt man bei der Ener­gei­wen­de zu dem Ergeb­nis, dass das Ziel der Ener­gie­wen­de eine Deindus­tria­li­sie­rung Deutsch­land und der EU ist. Damit hat die Ener­gie­wen­de das selbst Ziel wie der Ukrai­ne­kon­flikt, die wir­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Zer­stö­rung Euro­pa, um den läs­ti­gen Kon­kunrren­ten der USA auszuschalten.

    1. Vor allem muß man zuerst mal Den­ken. Denn EE haben schon heu­te über 50% Anteil an der Strom­erzeu­gung. Aber wenn man vom Ende her denkt dann soll­te man nach Frank­reich schaun wo die alten Schrott-AKW stän­dig wegen Feh­ler außer Betrieb sind. Bis zur Hälf­te pro­du­ziert dort oft über­haupt nichts, das nennt man Vola­ti­li­tät denn im Gegen­satz zum Wind und zur Son­ne kann man die Aus­fall­zei­ten eines AKW nicht vor­aus­se­hen. Wet­ter­vor­her­sa­gen sind dage­gen sehr genau im Bereich von 24h.
      EE sind die der­zeit güns­ti­ge Mög­lich­keit Strom zu erzeu­gen. Wer Wett­be­werbs­fä­hig blei­ben möch­te darf dar­auf nicht ver­zich­ten. Nur wer Atom­waf­fen haben will der ist bereit, wie im Fall vom AKW Hin­kley Point2 12 ct/​kwh über 25 – 30 Jah­re zu garan­tie­ren, daz noch plus Inflation.

      1. Ich bin ja im Gegen­satz zu Jan kein AKW-Freund. Aber schon mal was gehört vom Aus­blei­ben von Früh­jahrs­stür­men, die zu erheb­lich weni­ger Ertrag bei der Wind­ener­gie geführt haben und durch Gas­kraft­wer­ke aus­ge­gli­chen wur­den? Von wegen genau­en Wet­ter­vor­her­sa­gen. Schon was gehört von Dun­kel­flau­te? Erneu­er­ba­re kön­nen funk­tio­nie­ren im Zusam­men­spiel mit Was­ser­stoff, aber dafür sind vie­le Inves­ti­tio­nen nötig, wofür es nicht nur Pin­ke-Pin­ke braucht, son­dern auch Fach­kräf­te, die nicht vom Baum geschüt­telt wer­den kön­nen. Die braucht es in der Pro­duk­ti­on wie in der Montage. 

        Wir haben da aktu­ell zwei kon­kre­te Pro­ble­me. Ers­tens gibt es beim benö­tig­ten Mate­ri­al für alle mög­li­chen Instal­la­tio­nen lan­ge Lie­fer­zei­ten, was sich so ein­fach nicht umge­hen läßt, da die unter­schied­li­chen Bestand­tei­le zuein­an­der pas­sen müs­sen. Und gäbe es die Lie­fer­fris­ten nicht, wobei man durch­aus bereit sein muß, Teil­lie­fe­run­gen ant­zu­neh­men (und zu bezah­len), obwohl sie nicht wei­ter­hel­fen bis alles da ist, gäbe es nicht die Arbeits­kräf­te, um das zusam­men­zu­bau­en und zu instal­lie­ren. Es reicht eben nicht, wenn diver­se Staa­ten Sub­ven­tio­nen aus­ge­lo­ben, um die Anla­gen zu Tau­sen­den auf die Dächer und die Kel­ler zu bringen.

        Also, der lan­gen Rede kur­zer Sinn: so schnell geht das alles gar nicht. Gut Ding braucht Weile.

  5. Als Autor des Bei­trags kann ich hier nur auf die vie­len Bei­trä­ge auf http://​www​.auf​ruhr​ge​biet​.de in den letz­ten 6 Jah­ren sowie 2 Bro­schü­ren zum The­ma ver­wei­sen. Das Haupt­pro­blem mei­ner Kri­ti­ker ist, dass sie v.a. auf Mei­nun­gen reagie­ren, aber weni­ger auf wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Fak­ten. Das ist metho­di­scher Idea­lis­mus. Wer den unwis­sen­schaft­li­chen, jeder Empi­rie wider­spre­chen­den Schwach­sinn der anthro­po­ge­nen Kli­ma­ka­ta­stro­phe folgt, ist nicht zu ret­ten. Wenn es kein Kli­ma­pro­blem gibt, gibt es auch kei­nen Grund, CO2 ein­zu­spa­ren und dafür die EE zu för­dern. Statt ein Schein­pro­blem zu lösen, ent­ste­hen nur vie­le neue. Hier ist Jan Mül­ler voll­kom­men zuzustimmen.

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