Covid‐​Dünnpfiff auf Pseudo‐​Marx à la Vighi mit roher Kriegserklärung Luxemburgischer Art – Vorspeise

Lesezeit13 min

Drei‐​Gänge‐​Menü:

Covid‐​Dünnpfiff auf Pseudo‐​Marx à la Vighi mit roher Kriegserklärung Luxemburgischer Art

Vorspeise:

Mächte des Bösen

Pandemie oder Plandemie?

Real‐ und Finanzwirtschaft

So oder so: Reichtums‐ und Machterhalt

Hauptspeise:

Verschwörungs‐ und Wirtschaftstheorien

Finanzregime durch Arbeitsmangel?

Automatisierung

Goldene Kälber

Konsum Lohnabhängiger

Nachspeise:

Ende des Kapitalismus

Neue Weltordnung und Krieg

Ausweg mit kollektivistischem und individualistischem Rand

Mächte des Bösen

Für wohl jede Art Weltlage lässt sich eine Menschengruppe zusammenstellen, die (a) Nutzen aus der Lage zieht, (b) genügend Einfluss besitzt, um die Lage praktisch herbeigeführt haben zu können, und (c) Mitglieder aufweist, deren öffentliche Äußerungen sich so interpretieren lassen, dass sie die Lage herbeiführen wollten.

Meistens entsteht der Bedarf, eine für die Weltlage verantwortlich zu machende Gruppe zusammenzustellen, dann, wenn die Weltlage mies ist. Daher verkörpert eine für eine Weltlage verantwortlich gemachte Gruppe meistens Böses und stellt sich kaum die Frage, weshalb dieselbe Gruppe denn nicht genausogut für vorangehende günstigere Weltlagen verantwortlich zu machen wäre. Auswege aus der miesen Weltlage bestehen passenderweise darin, die Gruppe, den Einfluss ihrer Mitglieder auf die Weltlage oder ihre Mitglieder zu beseitigen.

Nach welchen Kriterien eine verantwortlich zu machende Gruppe zusammengestellt wird, hängt vom Denken derjenigen ab, die die Gruppe zusammenstellen. Wer für die Entstehung von Weltlagen ökonomische Verhältnisse als wesentlich und Kultur, Religion, Blut und Boden und alles andere als nebensächlich bis irreal betrachtet, bildet weniger wahrscheinlich ein »Weltjudentum« als für die miese Weltlage verantwortlich zu machende Gruppe.

Unter politisch links stehenden Kritikerinnen[1] der gegenwärtigen Diktaturentwicklung – »Corona‐​Maßnamen« genannt – findet zur Zeit der Professor für Kritische Theorie, Fabio Vighi, mit einer nicht‐​antisemitischen Zusammenstellung Anklang, die er wie folgt umschreibt:

  • »diejenigen, die im Kontrollraum sitzen«
  • »unsere Finanzherren«
  • »die Eliten«
  • »die wirtschaftlich‐​finanzielle Macht«, die durch »Regierungen, Gesundheitsbehörden und Medien« »spricht«
  • »unsere politischen Machthaber, gesteuert von den Finanzeliten« [2]

Zusammengefasst haben diejenigen, die über die größte Wirtschaftsmacht verfügen, die gegenwärtige Weltlage herbeigeführt.

Da kaum etwas in der Gesellschaft nicht durch irgendein Tun von Menschen verursacht wird, klingt das recht plausibel – plausibler jedenfalls als eine Behauptung, diejenigen, die über die zweitgrößte Wirtschaftsmacht verfügen, hätten die gegenwärtige Weltlage herbeigeführt.

Laut Vighi führten diejenigen, die über die größte Wirtschaftsmacht verfügen, die gegenwärtige Weltlage herbei, indem sie die dazu nötigen Gesellschaftsbereiche für ihre Zwecke instrumentalisierten. Auch das klingt plausibel. Wie anders hätten sie die gegenwärtige Weltlage herbeiführen können?

Pandemie oder Plandemie?

»Die Eliten«, so erklärt Vighi weiter, haben nach einem »bereits Monate im Voraus« geschmiedeten Plan einen Gesundheitsnotstand inszeniert, um unter dessen Deckmantel durch Erzeugung enormer Geldmengen (vorerst) »eine drohende Kernschmelze« auf den Finanzmärkten verhindern zu können. Einen Deckmantel benötigten sie, um die Inflation

kurzfristig einzudämmen, da die […] Angstkampagnen die Ausgaben und den Konsum dämpfen und verhindern, dass die riesige Geldmenge, die in den Finanzsektor gepumpt wird, als reale Nachfrage in der Wirtschaft zirkuliert.

Eigens eine Pandemie inszenieren, um in wirtschaftlichen Krisenzeiten Ausgaben und Konsum zu dämpfen? Passiert sowas nach kapitalistischer Mechanik in wirtschaftlichen Krisenzeiten nicht sowieso?

In welchem Umfang könnte angesichts der Geldmengenverhältnisse von Real‐ und Finanzwirtschaft eine Dämpfung des Massenkonsums die Inflationsgefahr senken? In einem größeren als die P(l)andemie sie erzeugt?

Explosion der für Warenkäufe bereitstehenden Geldmenge (M2) des US‐​Dollars seit März 2020 Quelle: Board of Governors of the Federal Reserve System (US)
Preisentwicklung in Deutschland: Kurzzeitige Preissenkungen in anderen Bereichen wirken sich nicht auf die Verbraucherpreise aus. Letztlich beschleunigten die »Corona‐​Maßnahmen« den Preisanstieg in allen Bereichen. Quelle: © Statistisches Bundesamt 2022

Dient die Corona‑P(l)andemie, wenn sie auch zur Dämpfung von Ausgaben und Konsum überflüssig ist und die Inflationsgefahr nicht senkt, wenigstens dazu, die üblicherweise mit Wirtschaftskrisen verbundenen sozialen Unruhen einzudämmen?

Ein Blick in die Welt zeigt, dass auch diesbezüglich nur passiert, was in Wirtschaftskrisen üblich ist: Dort, wo Konsum‐ und Produktionseinbrüche durch staatliche Eingriffe ungenügend abgefedert werden, kommt es zu sozialen Unruhen. Dort, wo Konsum‐ und Produktionseinbrüche durch staatliche Eingriffe ausreichend abgefedert werden, bleibt es relativ ruhig.

Regierungen beziehungsweise ihre »Finanzherren« können Konsum‐ und Produktionseinbrüche nur unter gewissen Bedingungen ausreichend abfedern, wollen sie nicht lediglich den wirtschaftlichen Zusammenbruchs beschleunigen. Fehlt ein produktiver Staatssektor oder ist er relativ klein, bleiben ihnen zur Abfederung im Grunde genommen nur Geldvergaben an nicht arbeitende Lohnabhängige und untätige Mittelständlerinnen. Diese erhöhen deren zahlungsfähige Nachfrage nach Waren, ohne das Warenangebot zu erhöhen. Normalerweise würden solche Geldvergaben sofort durch Preisinflation neutralisiert. Zwar gibt es mehr Geld, doch da sich dieses Geld als Nachfrage auf eine gleich gebliebene Warenmenge bezieht, steigen die Warenpreise beziehungsweise verliert die Geldeinheit an Wert.

Das Geld, das wir beim Kauf für eine Ware ausgeben müssen, ist ihr Preis. Abhängig von Angebot und Nachfrage, Geldmengen und anderem mehr ändern sich die Preise der Waren. Der Warenwert, d. h. grob nach Marx die zur Wiederstellung einer Ware nötige durchschnittliche Arbeitsmenge, ändert sich dadurch nicht. Nur weil sich der Warenwert durch Preisänderungen nicht ändert, können Preisänderungen eine regulierende Wirkung auf das Warenangebot haben. Entspricht ein Preis beispielweise in Folge mangelnder Nachfrage weniger als dem Wert einer Ware, wird die Produktion dieser Ware entmutigt. Kapitalistinnen kommen beim Verkauf nicht auf »ihre Kosten« und suchen andere Kapitalanlagen, um aus ihrem Geld mehr Geld zu machen. Mehr Wert repräsentiert dieses Mehr an Geld nur, wenn an irgendeiner Stelle zusätzliche Arbeit geleistet wird.

Geldmassen, die nicht als Nachfrage nach Waren erscheinen, in denen Arbeit vergegenständlicht ist, die sich insbesondere auf den Finanzmärkten herumwälzen, verkomplizieren die Dinge. Werden Finanzmärkte durch »Gelddrucken« geflutet, verändert dies zunächst die Preise irgendwelcher Wertpapiere. Auf die Preise werthaltiger Waren, die Normalbürgerinnen nachfragen, wirkt sich dies unter bestimmten Bedingungen aus, im Euroraum besonders spürbar z. B. bei den Mieten oder – bereits vor den anti‐​russischen Sanktionen – bei den Gaspreisen.

Bei weltwirtschaftlich bevorzugten Währungen wie dem US‐​Dollar und dem Euro kann die inflationäre Wirkung, die Geldvergaben an nicht arbeitende Lohnabhängige und untätige Mittelständlerinnen auf Warenpreise haben, gebremst werden. Mitglieder anderer Währungsräume benötigen US‐​Dollars und Euros zum Kauf wichtiger Waren und für Schuldenrückzahlungen, so dass diese Währungen nicht so viel an Wert verlieren, wie sie es angesichts der »Gelddruckerei« »verdient« hätten. Um ein paar Ecken herum wird das Verhältnis der in ex‐ und importierten Waren vergegenständlichten Arbeit zu Ungunsten anderer Währungsräume verschoben.

Nach Keynes und auch nach praktischen Erfahrungen können Geldvergaben, die die Nachfrage nach Waren fördern, Produktionen größerer Warenmengen anregen, wodurch die Inflation abgeschwächt oder vermieden wird. Aber bei Geldvergaben zum Ausgleich von »Corona‐​Maßnahmen«, die Arbeitseinstellungen beinhalten, kommt es dazu nicht.

Wenn die »Corona‐​Maßnahmen« geeignet sind, soziale Unruhen einzudämmen, dann nur, insofern sie von Geldvergaben begleitet sind, die hier und/​oder da die Inflation antreiben.

Um die Geldpolitik von Zentralbanken der bevorzugten Währungen zu rechtfertigen oder durchsetzen zu können, wird keine P(l)andemie benötigt. Denn ohne diese Geldpolitik würde der weltkapitalististische Laden unkontrolliert zusammenkrachen, woran vorerst niemand interessiert ist. Weiterer Rechtfertigung durch Virenängste bedarf diese Geldpolitik trotz ihres absehbaren Scheiterns nicht. Ehe es nicht zu einer grundlegende Änderung des Weltwährungssystems kommt, bleibt sie alternativlos.

Real‐ und Finanzwirtschaft

An anderer Stelle schreibt Vighi zum wirtschaftlichen Nutzen, den »die wirtschaftlich‐​finanzielle Macht« mit der P(l)andemie anstrebt:

Das übergeordnete Ziel scheint mir die kontrollierte Zerstörung der produktiven Wirtschaft und ihrer freiheitlich‐​demokratischen Infrastruktur zu sein, die es u. a. ermöglicht, mehr Kapital aus der Realwirtschaft abzuschöpfen und in die Finanzmärkte zu lenken.

Falls es eine »produktive Wirtschaft« gibt, die mit einer »freiheitlich‐​demokratischen Infrastruktur« verbunden ist, wird sie bereits seit Jahrzehnten in kontrollierter Weise zerstört: durch Umzug in Gegenden, wo ihr keine »freiheitlich‐​demokratische Infrastruktur« humanitäre und ökologische Schwierigkeiten bereitet. Eine P(l)andemie braucht es dazu nicht.

Weshalb sollte es außerdem nötig sein, eigens durch eine P(l)andemie »aus der Realwirtschaft« Kapital »in die Finanzmärkte zu lenken«? Mit »Kapital« kann in diesem Zusammenhang nur Geld gemeint sein. Bagger und Bauarbeiterinnen machen sich auf Finanzmärkten schlecht.

Abgesehen davon, dass den Finanzmärkten dieser Tage das Geld per Tastendruck zuströmt, so dass »die Realwirtschaft« für diesen Zweck nicht »abgeschöpft« zu werden braucht, strömt in wirtschaftlichen Krisenzeiten das Geld nach kapitalistischer Mechanik wie von selbst aus der unrentablen Produktion in die Finanzmärkte. Das war schon vor Entdeckung – oder Erfindung? – von Viren so. Zum Beispiel vor 140 Jahren in Frankreich:

Als Folgeerscheinung des wirtschaftlichen Stillstandes und der Geldflüssigkeit ergab sich der schnelle Rückgang des allgemeinen Zinsfußes, was eine andauernde Aufwärtsbewegung der Effektenkurse [Wertpapierkurse] hervorrief. Dies lenkte die Aufmerksamkeit der Kapitalbesitzer auf die Gewinne hin, die an der Börse zu erzielen waren. Die Spekulationswut erwachte, man erwarb die Papiere nicht um des Zinses willen, sondern um die Differenzgewinne einzuheimsen […]. Bald kam aber die Panik und eine der schlimmsten Krisen der französischen Wirtschaftsgeschichte (1882). [3]

Ähnliches geschah Ende der 1920er in größeren Dimensionen:

Das wesentliche Phänomen des Wirtschaftsjahres 1927 ist darin zu erblicken, daß Industrie und Handel ihre Produktion abnehmen, ihre Umsätze sinken und ihre Profite zusammenschrumpfen sahen; die verminderten Umsätze und die geringere Produktion machen einen Teil des Kapitals frei, welches den Banken […] zufließt. Dorthin fließen die aus der Industrie erzielten Profite, für welche keine neuen Anlagemöglichkeiten in Industrie und Handel bestehen. […] ›Im Gegensatz zu den Rückgängen in der Industrie und im Handel ist ein Überfluß an verfügbaren Krediten billiges Geld.‹ Durch diese Lage ist die Diskontpolitik des Federal Reserve Board [Zinspolitik der US‐​amerikanischen Zentralbank] bedingt. […] man ermäßigt die Zinssätze. [4]

Heute geschieht dasselbe in noch größeren Dimensionen. Vighi erklärt damit die Corona‐Politik:

Der Aktienmarkt brach (im März 2020) nicht zusammen, weil Lockdowns verhängt werden mussten; vielmehr mussten Lockdowns verhängt werden, weil die Finanzmärkte zusammenbrachen. Die Sperrungen [im Original: lockdowns] führten zur Aussetzung von Geschäftstransaktionen, wodurch die Nachfrage nach Krediten sank und die Ansteckung gestoppt wurde. Hätte die enorme Menge an Liquidität, die in den Finanzsektor gepumpt wurde, die Transaktionen vor Ort erreicht, wäre ein monetärer Tsunami mit katastrophalen Folgen ausgelöst worden.

Daran, dass zumindestens die Finanzmärkte des Globalen Nordens vor Corona am Rande eines Abgrundes standen, hegen die wenigsten, die sich kritisch mit ihnen befassen, Zweifel. Bezüglich der Effekte der »Corona‐​Maßnahmen« auf die Finanzmärkte entstehen jedoch Fragen.

Nach datengestützten Quellen des Establishments haben die Corona‐​Lockdowns die Nachfrage nach Krediten gesteigert, nicht gesenkt. Im realwirtschaftlichen Bereich kam es zwischen März und Juni 2020 zu einer Kreditexplosion, an der viele heute noch knabbern werden. In den Finanzsektor musste noch mehr Geld gepumpt werden als ohnehin schon. Grob zusammengefasst wurden die Finanzmärkte durch die Corona‐​Politik beunruhigt; dortige Transaktionen und Risiken nahmen zu. Das scheint verständlich: Zur sowieso bestehenden wirtschaftlichen kam eine weitere epidemiologisch‐​politische Unsicherheit hinzu.[5]

Wenn nicht zur vorläufigen Stabilisierung der Finanzmärkte: Dient die P(l)andemie dann vielleicht dazu, üblicherweise mit Wirtschaftskrisen verbundene politische Unruhen einzudämmen?

Momentan erzeugt gerade die Corona‐​Politik, je konsequenter sie durchgezogen wird, umso größere politische Unruhen. Mit anderer Propaganda und Massengehirnwäsche ließe sich wahrscheinlich mehr Ruhe erreichen. Weshalb werden insbesondere durch opferreiche Massenspritzungen Teile der Bevölkerung misstrauisch gemacht? Könnte eine Propagierung nicht‐​pharmazeutischer Maßnahmen als »einzige« Option gegen eine supergefährliche Seuche nicht effektiver sein? Würde dies zur Spaltung der Gesellschaft und damit Schwächung politischer Widerstände nicht genügen? Könnten »die Eliten« nicht zugleich gewissen Pharmaunternehmen Millionen und Milliarden aus der Gelddruckerpresse für »Forschungszwecke« in den Arsch schieben?

So oder so: Reichtums‐ und Machterhalt

Falls wir es mit einer von Anfang an geplanten Corona‐​Kampagne zu tun haben und die Planenden nicht allzu bescheuert sind, liegen zwei Planungsziele nahe:

  • Wirtschaftlich:
    Sicherung von Geldkapital und Zugriffsrechten auf materielle Güter und Arbeitskraft durch Verschuldung der einzigen zuverlässigen Schuldner, die es noch gibt: Staaten der bevorzugten Währungen, die sich voraussichtlich nicht als zahlungsunfähig erklären werden und die in der Lage sind, andere Staaten zu zwingen, ebenfalls Schuldenrückzahlungen zu leisten, anstatt die Schuldscheine platzen zu lassen. Gewisse Pharmaindustrielle sacken im Vergleich zu diesen Einnahmemöglichkeiten Kleingeld ein.
  • Politisch:
    Errichtung einer weltweiten Diktatur mit Totalüberwachung und Staatszugriff auf alle menschlichen Körper. Im Fall eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs werden »die Eliten« eine nachhaltige, körperbezogene Diktatur benötigen, um auf längere Sicht »Eliten« bleiben zu können. Die mRNA‐​Behandlungen scheinen dafür wichtig genug zu sein, um größeren Widerstand zu provozieren.

Falls die Corona‐​Sache nicht geplant war, steuert ihre gegenwärtige, aus welchen Gründen auch immer stattfindende Handhabung ebenfalls auf diese Punkte zu: Schuldsklaverei der Staaten; Diktatur; Reichtums‐ und Machterhalt von »Eliten«, die zu nichts zu gebrauchen sind. Die mRNA‐​Behandlungen könnten in diesem Fall auf profane Korruption zurückzuführen sein. Es wäre nicht das erste Mal, dass Verantwortliche von Pharmaunternehmen in Zusammenarbeit mit Regierungsverantwortlichen gesunde Menschen töten. Neu ist nur, dass sie es auch in Europa tun.

Ein erster Schritt zur Ausdehnung neokolonialistischer Behandlungsmethoden auf Nationen der »westlichen Wertegemeinschaft« wurde vor rund 10 Jahren mit der Finanzverwaltung über Griechenland getan. Diese Finanzverwaltung sorgte bei rund 20 Prozent der griechischen Bevölkerung für Mangelernährung und durch den Rückbau des Gesundheitssystems und anderes mehr für nicht wenige Todesopfer.[6]

Obschon im Corona‐​Nichtplanungsfall ziemlich dasselbe herauskommt wie im Corona‐​Planungsfall, ist die Planungsfrage wichtig. Um einen Feind effektiv und mit möglichst wenig Opfern bekämpfen zu können, sollte man ihn kennen und seine Aktivitäten voraussehen können.

Eine positive Antwort auf die Planungsfrage kann Illusionen fördern, rollende Köpfe würden genügen, um die Dinge in Ordnung zu bringen. Eine negative Antwort auf die Planungsfrage kann Illusionen fördern, herkömmliches Vorgehen in Form von Massenprotesten, Aufklärung, Wahlen, Gerichtsprozessen würden genügen, um die Dinge in Ordnung zu bringen, während der »Tiefe Staat« vielleicht schon bereit steht, die dafür Eintretenden, sobald sie zu erfolgreich werden, mit aller Härte zu unterdrücken. Logistisch und physisch wären die Staatsgewalten moderner Industrienationen dazu ohne Weiteres befähigt, ideell allemal. Eine Propaganda, die es Regierungen ermöglicht, im Widerspruch zu öffentlich zugänglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen Kinder quälen und sogar totspritzen zu lassen, ohne dafür gestürzt zu werden, könnte mit Bagatellen wie Massenverhaftungen von sowieso schon entrechtungswürdigen Untermenschen locker klar kommen.

Wer auf den Begriff der Verschwörungstheorie hereingefallen ist, darf die Planungsfrage selbstredend nicht stellen. Bedeutet aber andererseits eine vorläufig als nicht nachweisbar angesehene Verschwörungstheorie, der Illusion zu verfallen, »dass Regierungen, Gesundheitsbehörden und Medien unabhängig voneinander handeln«, wie Vighi andeutet? Gibt es zwischen »Regierungen, Gesundheitsbehörden und Medien« nicht auch nicht‐​verschwörerische Zusammenhänge, die einiges erklären könnten? Existiert ein alles kontrollierender »Kontrollraum« oder gibt’s vielleicht mehrere, deren Besatzungen teilweise gegensätzliche Ziele verfolgen? Sind »unsere Finanzherren« und »die Eliten« vielleicht nur von einer Zeitenwende zusammengewehte Räuberinnenbanden mit Zielvorstellungen, die die Nasenlängensumme ihrer Mitglieder nicht überschreiten?

Verweise

[1] Aufgrund von Beschwerden gegen große »Is«, Unterstriche und Doppelpunkte wird in diesem Text meistens das generische Femininum verwendet. Forschungen zeigen, dass das generische Maskulinum bei deutschen Elternsprachlerinnen von der maskulinen Bedeutung überwältigt wird. (Anatol Stefanowitsch: Frauen natürlich ausgenommen. SciLogs 14.12.2011)

[2] Alle Zitate ohne besondere Quellenangabe in diesem Aufsatz sind aus Fabio Vighi nach einer Übersetzung von Peter F. Mayer: Die Hintergründe der Pandemie – eine Analyse von Prof. Fabio Vighi, TKP 30.12.2021, und Fabio Vighi: Rote Pille oder blaue Pille? Varianten, Inflation und die kontrollierte Zerstörung der Gesellschaft. Übersetzt von Peter F. Mayer in Die autoritäre Offensive und die perverse Logik des »Pandemie‐​Kapitalismus«, TKP 7.1.2022

[3] Henryk Grossmann: Das Akkumulations‐ und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems. C. L. Hirschfeld, Leipzig 1929, S. 553

[4] Henryk Grossmann: Das Akkumulations‐ und Zusammenbruchsgesetz des kapitalistischen Systems, S. 558f

[5] Siehe zum Beispiel C Altavilla, F Barbiero et al.: The great lockdown: pandemic response policies and bank lending conditions. European Central Bank, Working Paper Series Working Paper Series No 2465 /​September 2020; D Zhang, M Hu, Q Ji: Financial markets under the global pandemic of COVID‐​19. Financ Res Lett. 2020;36:101528. doi:10.1016/j.frl.2020.101528; R Fontana: Impact of Covid‐​19 Announcements on Financial Markets. iason Ltd. October 2021; K Shehzad, L Xiaoxing et al.: COVID‐​19 and Spillover Effect of Global Economic Crisis on the United States’ Financial Stability. Front. Psychol., 26 February 2021 | https://​doi​.org/​1​0​.​3​3​8​9​/​f​p​s​y​g​.​2​0​2​1​.​6​3​2​175

[6] Loise Irvine: What ›austerity‹ has done to Greek healthcare. openDemocracy 26.1.2015

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert