EINIGE GEDANKEN….. ZUR GEWALT ANLÄSSLICH DER ESKALIERENDEN VERHÄLTNISSE AUF DEN STRASSEN DEUTSCHLANDS

Lesezeit5 min

Von Menschen aus unserem Kreis, ist schon vor langer Zeit ein Flugblatt massenhaft verbreitet worden, welches sich mit der Gewaltproblematik auseinandergesetzt hat. Wir möchten anlässlich der aktuellen Situation diese Frage noch einmal aufgreifen.

Für die Beurteilung von gewalttätigen Vorgängen, stellt sich unserer Meinung nach immer die grundsätzliche Frage: WER WENDET ZU WELCHEM ZWECK GEWALT AN? Zusätzlich spielt in diesem Zusammenhang natürlich auch immer die abwägende Überlegung der Verhältnismäßigkeit der Gewaltanwendung eine Rolle.

Bei den Massenaktionen, die derzeit in den Straßen unseres Landes stattfinden, hört man immer wieder die Forderung von Teilnehmern, dass es friedlich sein muss bei diesen Manifestationen. Und immer noch kommen massenhaft Apelle an den eingesetzten Polizeiapparat, doch die Helme abzunehmen und sich dem Protest anzuschließen. Ja, es gibt auch Durchbrüche durch Polizeisperren, die aber ganz überwiegend nur in einem durchdrängeln durch solche Polizeiabsperrungen besteht und es kommt darüber hinaus auch zu körperlichen Auseinandersetzungen. Die Hauptfrage welche im Raum steht ist doch aber, welches Ziel verfolgt eigentlich derjenige, welcher Gewalt anwendet?

Und da gibt es ja im privaten und gesellschaftlichen Leben so einige Beispiele dafür, dass es auch zwingend notwendig sein kann, Gewalt anzuwenden, auch wenn man eher eine persönliche Haltung der Gewaltlosigkeit pflegt und verinnerlicht hat. Aber wer wird schon tatenlos danebenstehen, wenn bspw. einer Frau sexuelle Gewalt angetan wird, oder wenn einem Kind Gewalt angetan wird. Auch andere unberechtigte Angriffe auf beliebige Menschen, werden doch in der Regel Beobachter dazu animieren einzugreifen. Manchmal nur verbal, aber oftmals auch eher handfest, so sie körperlich dazu in der Lage sind. An solchen Beispielen wird dann aber auch sehr deutlich, dass nicht die Gewaltanwendung per se verurteilt werden kann, sondern dass es schon sehr auf die genauen Umstände ankommt, bei denen Gewalt angewendet wird und worin das Ziel für die Gewaltanwendung besteht.

Nun gibt es ja in unserem Gesellschaftssystem auch nicht nur die Fälle von Gewaltanwendung, welche in direkter körperlicher Gewalt durchgeführt werden, sondern brutale Gewalt kommt ja teilweise durch die Hintertür in die Gesellschaft. Wenn Menschen wegen kapitalistischer Renditeerwägungen ihren Arbeitsplatz verlieren, kann dies für viele Menschen schon eine sehr brutale Erfahrung bedeuten. Wenn Menschen ihre Wohnung verlieren, weil sie durch vorher beschriebene Vorgänge nicht mehr in der Lage sind, die horrende Miete zu bezahlen, oder sie aus Spekulationsgründen aus ihren Wohnungen vertrieben werden, so ist dies unserer Meinung nach durchaus massive Gewaltanwendung durch ein System, in dem insbesondere arbeitende Menschen nichts zählen. Solche Umgangsweisen können ja durchaus betroffenen Menschen die Gesundheit kosten, teilweise sogar das Leben. Wenn in den Krankenhäusern und Pflegeheimen unseres Landes, welche systematisch heruntergespart wurden und werden, aus denen die Beschäftigten zum Teil schon verzweifelt fliehen, weil sie den Druck der Arbeitsverdichtung nicht mehr ertragen und insbesondere den Widerspruch nicht mehr ertragen zwischen ihrem ethischen und beruflichen Mindestanspruch und der Realität der perversen profitorientierten kapitalistischen sogenannten Gesundheitsversorgung, so ist auch dies eine deutliche Form der Gewalt in dieser Gesellschaft.

Interessanterweise ist dies aber eine Gewalt, die oftmals sehr angesehen ist im aktuell herrschenden kapitalistischen System. Tolle Leute, welchen es gelingt ihre Belegschaften dermaßen über den Tisch zu ziehen, dass es in der Kasse nur so klingelt. Ganz clevere Typen, die Mietern, ihre noch preiswerten Wohnungen abluchsen können, teilweise durchaus auch mit offen kriminellen Methoden, um sie dann mit einem Vielfachen an Gewinn zu verhökern. Zur Absicherung solcher Machenschaften hat ein kapitalistischer Staat sich dann entsprechende Institutionen und Apparate geschaffen, die dieses System auch abdecken und schützen. Zu Tage trat dann der tatsächliche Charakter solcher Institutionen immer dann, wenn die erlaubten, meistens auch nicht sehr wirksamen Vorgehensweisen ignoriert wurden und tatsächlich erfolgversprechende Handlungen vollzogen wurden. Ernsthaft und gut organisierte Streiks, Hausbesetzerbewegung und Hausbesetzungen, konnten durchaus an der einen oder anderen Stelle etwas bewirken. Aber da dieses System, welches solche Verhältnisse hervorbringt, weiter besteht, holt es sich die erkämpften Erfolge immer wieder zurück und teilweise verschärfen sich die Verhältnisse auch noch.

Die ach so verpönte Gewalt wird bei solchen und ähnlichen Anlässen dann doch ganz gerne und teilweise sehr exzessiv gegen die Menschen eingesetzt, die hier eine gesellschaftliche Verbesserung durchsetzen wollen. Sie wird nicht gegen Spekulanten eingesetzt, die hier guten und preiswerten Wohnraum verrotten lassen, sondern gegen Menschen, die dagegen vorgehen. Sie wird nicht gegen Geschäftsleitungen eingesetzt, die ihren Belegschaften ausreichenden Lohn und vernünftige Arbeitsbedingungen verweigern, sondern nicht selten gegen Kollegen, die gegen solche Verhältnisse den Kampf aufgenommen haben. Es ist doch aber nur zu berechtigt, gegen solche, die Bedürfnisse der Mehrheit der Gesellschaft mit Füssen tretenden Verhältnisse eine Gegenmacht zu organisieren, das ergibt sich doch im Grunde ganz automatisch. Kämpferische Gewerkschaften und revolutionäre Organisationen drängen sich ja da beispielsweise förmlich auf.

Und es ist ja auch nicht so, dass es solche gesellschaftlichen Erfahrungen nun zum ersten Mal gibt. Die ganze Menschheitsgeschichte ist doch eine Aneinanderreihung von Rebellionen und Revolutionen und daraus resultierenden gesellschaftlichen Umbrüchen. Und das wird mit dem Untergang des kapitalistischen Systems ja auch nicht enden. Aktuell schreien ja die Verhältnisse regelrecht nach gesellschaftlicher Organisierung und Gegenmacht und zwar in Richtung Fortschritt. Was der kapitalistische Staatsapparat derzeit an Unterdrückung praktiziert, das haben die meisten Menschen lange nicht zu spüren bekommen. Mal abgesehen von Kommunisten und anderen fortschrittlichen Menschen, die sich durchgehend für die Ersetzung des kapitalistischen Systems eingesetzt haben und immer im Fokus des Unterdrückungsapparates standen und stehen.

Derzeit wird praktisch gegen die Gesamtbevölkerung vorgegangen, ausgenommen ist die eigene Sippschaft der Herrschenden und diverse anhängende Speichellecker. Ein Großteil der Menschen wird hier zu Sachen gezwungen die man sich vor kurzem gar nicht vorstellen konnte. Viele sind sehr unzufrieden mit den aktuellen Drangsalierungen, wagen sich derzeit aber auch noch nicht dagegen aufzustehen. Viele andere sind von Anfang an dagegen aufgestanden und mussten sehr viel erdulden von den staatlichen Unterdrückungsapparaten. Es wurde hier inzwischen unter dem Vorwand der Gesundheitsfürsorge durchaus eine Diktatur errichtet, dass viele Menschen dagegen aufstehen, ist ja nur logisch und nachvollziehbar. Dass solche Vorgehensweise in den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts auf Bevölkerungen stößt, die sich das nicht einfach mal so gefallen lassen, war doch eigentlich ebenfalls absehbar. Aber da sind scheinbar die herrschenden Kreise solcher Systeme dann auch nicht mehr lernfähig.

Eine Protestbewegung gegen die Maßnahmen der Corona‐​Diktatur, trifft hier momentan auf das Vorhandensein einer großen Empörung in der Bevölkerung, bezüglich der staatlichen Maßnahmen. Die Argumentation der Herrschenden bezüglich ihrer Unterdrückungsmaßnahmen, trifft auf deutlicher werdende Skepsis in breiten Teilen der Bevölkerung. Viel zu verlogen, viel zu widersprüchlich sind so viele Verlautbarungen der Herrschenden und ihrer bezahlten Lakaien. Wen wundert’s, dass Proteste der Demokratiebewegung immer stärkeren Zulauf haben? Dass sich die Protestierenden nicht einfach mal so die Straße verbieten lassen wollen, ist doch nur zu verständlich und wäre in einer auch nur bürgerlichen Demokratie auch keine Frage. Vielen dieser empörten Menschen wird wahrscheinlich gerade teilweise sehr schmerzhaft bewusst, warum ein dermaßen aufgeblähter, schwerbewaffneter Apparat, zwar nicht willens ist gegen die Kriminalität in diesem Lande ausreichend vorzugehen, aber zu hunderten, teilweise zu Tausenden bereitsteht, um sie an der Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte zu hindern. Und so sollte sich vielleicht der eine oder andere, der sowohl die staatliche Hetze gegen die Demokratiebewegung, aber auch die verleumderische Berichterstattung der im Grunde genommen als Staatsmedien einzuordnenden Medien noch irgendwie ernst nimmt, vielleicht doch mal einen etwas kritischeren Blick auf die Vorgänge richten.

Dieser Text erschien zuerst bei Einige​-Gedanken​.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert